Eine 57-jährige Frau stürzte im Freizeitpark Klotten aus einer Gondel einer Achterbahn und starb an den Folgen des Sturzes.
Eine 57-jährige Frau stürzte im Freizeitpark Klotten aus einer Gondel einer Achterbahn und starb an den Folgen des Sturzes. dpa/Thomas Frey

Es war ein Schock für Freizeitpark-Fans: Am vergangenen Sonnabend stürzte eine Frau (57) im beschaulichen Klotten an der Mosel aus einer Achterbahn und starb. Warum die Freizeitpark-Besucherin aus dem Wagon fiel, ist momentan noch unklar. Die Bahn, die zu den beliebten Attraktionen des Parks gehört, blieb auf Anweisung des Kreis Cochem-Zell zunächst stehen – zuerst müsse der TÜV die Sicherheit prüfen. Nun fragen sich viele: Was ist das überhaupt für ein Fahrgeschäft?

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Bei der „Heißen Fahrt“ handelt es sich um eine eher beschauliche Achterbahn für Familien, die Freizeitpark-Fans in manchen Teilen an die „Wilde Maus“ erinnern dürfte, die immer wieder auf Rummelplätzen zu sehen ist. Bei der „Heißen Fahrt“ sitzen bis zu vier Fahrgäste in einem kleinen Wagen, fahren durch ein Labyrinth aus Kurven, Hügeln und Spiralen mit einem maximalen Gefälle von 46 Grad. Ihren Namen bekam die Bahn, weil auf dem Gelände ursprünglich ein 25 Meter hoher Vulkan gebaut werden sollte – er wurde nie realisiert.

Achterbahn in Klotten: Die Strecke ist 532 Meter lang, bis zu 17,5 Meter hoch

Die Strecke ist insgesamt 532 Meter lang, erreicht eine maximale Höhe von 17,5 Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 55 Kilometern pro Stunde. Nach dem ersten Aufstieg fährt der Wagen zunächst in eine Steilkurve, dann in der Höhe durch mehrere scharfe Kurven und anschließend durch eine Berg-und-Tal-Sequenz- Es folgt eine Spirale mit anschießender Fahrt durch einen Tunnel. Bevor der Wagen die Station erreicht.

Genaut wurde die Bahn von der Firma Gerstlauer Amusement Rides, entwickelt vom Ingenieurbüro Stengel – dessen Gründer Werner Stelgen ist einer der erfolgreichsten Achterbahn-Entwickler der Welt, baute unter anderem auch die legendäre Bahn „Kingda Ka“ in New Jersey, die höchste Achterbahn der Welt.

Die Achterbahn aus dem Park in Klotten wurde 2004 eröffnet

Eröffnet wurde das wesentlich kleinere Fahrgeschäft in Klotten bereits im Jahr 2004 – und 2005 heimste die Bahn sogar einen Preis ein: Der Park wurde damals für die Attraktion mit dem Neuheitenpreis „FKF-Award 2004“ des Freundeskreis Kirmes- und Freizeitparks e.V. ausgezeichnet.

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Die Obduktion der 57 Jahre alten Frau ergab inzwischen, dass sie durch den Sturz aus der Bahn starb. Der Anfangsverdacht einer Straftat habe sich bislang nicht ergeben. Wann ein in Auftrag gegebenes Gutachten zu dem Vorfall vorliege, sei noch nicht absehbar. Unterlagen zu der Achterbahn seien sowohl von der Aufsichtsbehörde als auch vom Betreiber zur Verfügung gestellt worden. Sie würden zurzeit ausgewertet, darüber hinaus würden Zeugen vernommen.

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Die Bahn stand zunächst still. Nach Unfällen, bei denen Menschen zu Schaden gekommen seien, müssen solche Anlagen auf die Betriebs- und Standsicherheit geprüft werden, hieß es. Erst wenn die Freigabe durch den TÜV erfolge, könne die Achterbahn wieder in Betrieb genommen werden.