Eine Jägerin auf dem Weg zu einem Hochsitz. dpa/Philipp Schulze

Immer mehr Frauen wollen als Jägerinnen pirschen, treiben und schießen: Der Frauenanteil in Jagdschulen stieg laut einer Befragung unter 6500 Jungjägern innerhalb des vergangenen Jahrzehnts von 20 auf 28 Prozent, teilte der Deutsche Jagdverband (DJV) in Berlin der Deutschen Presse-Agentur mit. „Genauso wie Frauen heute zur Bundeswehr gehen und Soldatinnen werden, genauso wie Frauen heute Kfz-Mechanikerin werden, werden sie eben auch Jägerinnen“, sagte Torsten Reinwald, Pressesprecher des DJV.

Die Frauen werden zudem jünger. Der Befragung zufolge sank ihr Durchschnittsalter im vergangenen Jahrzehnt von 36 auf 33 Jahre. Das Durchschnittsalter männlicher Jagdschüler liegt demnach weiterhin konstant bei 35 Jahren. Erstaunlich: Der Anteil derer, die vor dem Beginn des „grünen Abiturs“ keine Erfahrung mit der Jagd gesammelt hätten, sei seit 2011 von 15 auf 26 Prozent gestiegen. Generell sei die Tendenz bei Jagdscheininhabern steigend: Knapp 400.000 sind es aktuell.

Mehr Städter wollen einen Jagdschein – Ausbildung kostet über 2000 Euro

Auch Städter melden sich immer häufiger zur Jagdprüfung, um etwa Singvögel wie Fitis vom Zilpzalp trennen zu lernen. Fast ein Viertel (23 Prozent) der Jagdschüler komme nicht vom Land. Die im Schnitt 2160 Euro teure Ausbildung steht Reinwald zufolge für Stadtmenschen meist im Zeichen der Natur – nicht der Waffe.

Stundenlang auf einem Hochsitz ausharren oder bei klirrender Kälte durch das Unterholz wandern, um dann vielleicht doch nicht zum Schuss zu kommen – die Ergebnisse der Befragung verdeutlichen auch, was die Menschen heute zur Ausbildung bewegt. Auf Platz 1 steht unverändert das intensive Naturerlebnis. „Ohne Kenntnis der Art, wie sie sich verhält, was sie frisst, welchen Lebensraum sie bewohnt, wo sie am liebsten längs geht, kann ich keine Beute machen“, so Reinwald.

Als zweite Priorität wurde am häufigsten angewandter Naturschutz genannt. Darunter fällt dem Verband zufolge unter anderem die Prävention von Krankheiten wie der Afrikanischen Schweinepest, der Erhalt der Artenvielfalt oder der Schutz von Wäldern.

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Auch Wildbret, also das Fleisch jagdbarer, wild lebender Tiere, sei für immer mehr Menschen ein Grund, die Jägerausbildung in Angriff zu nehmen. Das Erbeuten von Fleisch als Motiv rückte bei der Befragung von Platz 4 im Jahr 2011 auf Platz 3 vor. Eine Besonderheit bei Frauen: Auf Rang 4 landete die Jagdhundeausbildung als Anreiz, Jägerin zu werden – bei Männern reicht das den Umfrageergebnissen zufolge nur zu Platz 6.