Dieses Foto, auf dem Prinz Andrew zusammen mit der damals 17 Jahre alten Virginia Giuffre und Ghislaine Maxwell zu sehen ist, belastet den Sohn der Queen Imago/MediaPunch

Es war ein Paukenschlag mit dem die britischen Royals wohl endlich einen Schlussstrich unter die Diskussionen um Prinz Andrews mögliche Beteiligung an Jeffrey Epsteins Sexhandels-Ring ziehen wollten. Virginia Giuffre hatte dem einstigen Lieblingssohn von Queen Elizabeth vorgeworfen, mehrfach mit ihr Sex gehabt zu haben, als sie noch minderjährig war. Sie sei zu diesen Handlungen von Epstein und dessen Gehilfin Ghislaine Maxwell gezwungen worden. Nun einigten sich beide Seiten auf einen millionenschweren Vergleich - die Rechnung übernimmt der ausgebootete Prinz aber wohl nicht selbst.

Prinz Andrew: Wer zahlt die Rechnung für seinen Missbrauchs-Vergleich?

Der Deal: Um einen Prozess, bei dem wohl peinliche Details ans Licht gekommen wären, abzuwenden, soll Andrew rund 14 Millionen Euro an Virginia Giuffre zahlen, zudem weitere erhebliche Geldzahlungen an Giuffres Wohltätigkeitsorganisation „zur Unterstützung der Rechte von Opfern“. Doch das Geld soll nicht aus seiner eigenen Tasche kommen: Seine Mutter die Queen soll einspringen.

Lesen Sie auch: Missbrauchsskandal: Prinz Andrew macht das Portemonnaie auf >>

Queen Elizabeth übernimmt die Missbrauchs-Rechnung für ihren Sohn Andrew. Imago/Shutterstock

Lesen Sie auch: Bestechungs-Ärger für Prinz Charles: Jetzt hat der nächste Queen-Sohn die Polizei vor der Tür >>

Denn wie der britische Telegraph berichtet, verfügt Andrew über kein nennenswertes Vermögen. Zudem erhalte er seit einiger Zeit keine Bezüge mehr vom Königshaus. Daher habe auch die Queen bereits die Anwaltskosten ihres Sohnes übernommen und soll nun auch die Millionen-Summe für den Vergleich aufbringen.

Was genau ist „Privatvermögen der Queen“?

Doch woher kommt das Geld, das unter dem Schlagwort „Privatvermögen der Queen“ läuft? Einen Großteil der Einnahmen erhält die Queen aus den Erträgen der Immobilien und Ländereien der „Duchy of Lancaster“, ein Herzogtum in Nordwestengland, das seit 1413 im Besitz der britischen Monarchen ist – auch heute noch in einer Zeit, in der die Royals keine Funktionen mehr erfüllen.

Dabei kommt einiges rum: Allein im Jahr 2021 nahm die Queen in Lancaster mehr als 22 Millionen Pfund ein. Geld, das auch der Staatskasse zustehen könnte, wenn man den Royals das Herzogtum nicht aus der Tradition heraus zugestehen würde. Und so zahlr am Ende der britische Steuerzahler, wenn auch über Umwege, die Rechnung für Andrews Missbrauch einer Minderjährigen.

Lesen Sie auch: Immer mehr Koalas sterben: Australien erklärt die Tiere nun zur bedrohten Art >>

Denn der Vergleich, da sind sich zahlreiche Rechtsexperten einig, war kaum etwas anderes als ein Schuldeingeständnis Andrews – und ein Weg, endlich für Ruhe zu sorgen im für die Royals so wichtigen Jahr des 70. Thronjubiläums der Queen.