In der englischen Küstenstadt Plymouth sind Schüsse gefallen. Mehrere Menschen kamen ums Leben. Ben Birchall/PA via AP

Bei einem gewaltsamen Vorfall in der südenglischen Stadt Plymouth sind nach Polizeiangaben mehrere Menschen ums Leben gekommen. „Es hat einige Todesopfer gegeben und mehrere andere Verletzte werden vor Ort behandelt“, schrieb die Devon and Cornwall Police am Donnerstagabend in einer Mitteilung.  Die Polizei stufe den Vorfall jedoch nicht als terroristische Tat ein, wie eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Die britische Daily Mail macht als Täter den 23-jährigen Jake Davison aus. Einen Bodybuilder, der offenbar von sich selber glaubte er sei nicht attraktiv genug für Frauen. Im Netz habe er von einer Affinität zur amerikanischen Incel-Bewegung gesprochen, deren Anhänger bereits Amokläufe begingen. Frustrierte männliche Jungfrauen treffen sich unter dem Schlagwort involuntery celibate (unfreiwilliges Zöllibat) im Netz. Viele Attentäter der letzten Jahre, wie etwa zuletzt in Toronto, sind dieser „Subkultur“ zuzurechnen.

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„Noch am Tatort starben zwei Frauen und zwei Männer. Ein weiterer, der mutmaßliche Täter, starb ebenfalls am Tatort. Alle sollen an Schussverletzungen gestorben sein. Eine weitere Frau, die vor Ort wegen Schussverletzungen behandelt wurde, starb kurze Zeit später im Krankenhaus“, heißt es in der Mitteilung. Laut Daily Mail soll auch ein fünfjähriges Kind unter den Opfern sein, von denen der Täter einige gekannt haben soll. 

Man sei am frühen Abend zu einem „ernsthaften Vorfall mit Schusswaffen“ gerufen worden. Die Polizei nahm jedoch an, die Situation mittlerweile unter Kontrolle zu haben. Das betroffene Gebiet im Stadtteil Keyham sei abgesperrt worden und solle gemieden werden. Nach einem Bericht des Senders Sky News soll ein beteiligter Angreifer erschossen worden sein. 

Augenzeugen in Plymouth berichten von Schüssen

Eine Augenzeugin, die in der Nähe des Tatorts wohnt, berichtete der BBC von etlichen Schüssen. Ein Angreifer habe die Tür eines Hauses eingetreten und angefangen zu schießen. Danach habe er draußen weiter um sich geschossen. Sowohl Polizei als auch Rettungshelfer waren am frühen Abend in der Region mit einem Großaufgebot im Einsatz. Ein BBC-Reporter vor Ort berichtete von unzähligen Einsatzwagen und Hubschraubern.

Zu den Hintergründen der Gewalttat in Plymouth sind viele Fragen offen. Ben Birchall/PA via AP

Die britische Innenministerin Priti Patel sprach den Betroffenen der Gewalttaten ihr Mitgefühl aus und rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. „Der Vorfall in Plymouth ist schockierend und meine Gedanken sind bei den Betroffenen“, schrieb Patel am Donnerstagabend auf Twitter. Auch Oppositionsführer Keir Starmer sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus. Örtliche Abgeordnete riefen die Anwohner auf, keine Bilder oder Spekulationen in den sozialen Medien zu teilen.

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Der örtliche Labour-Abgeordnete Luke Pollard versicherte auf Twitter, die Schießerei sei vorbei. Er habe mit der Polizei gesprochen, die ihm dies bestätigt habe. Einige Opfer würden noch behandelt. „Bitte bleibt in Sicherheit, umarmt eure Lieben und behaltet die Opfer in euren Gedanken“, schrieb Pollard.