„Laura“ ist einer der stärksten Hurrikans der vergangenen Jahrzehnte. Foto: Rammb/NOAA/NESDIS / AFP

Hurrikan "Laura" hat schwere Schäden an der US-Küste am Golf von Mexiko angerichtet und bewegt sich mit heftigen Winden weiter ins Landesinnere. Mindestens sechs Menschen starben. Vier von ihnen kamen ums Leben, weil Bäume auf Häuser stürzten, wie der Gouverneur des Staates Louisiana, John Bel Edwards, sagte. "Laura" war am Donnerstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde auf das US-Festland getroffen.

Damit ist „Laura“ einer der stärksten Hurrikans der vergangenen Jahrzehnte, vergleichbar mit „Katrina“. Fast auf den Tag genau vor 15 Jahren, am 29. August 2015, waren bei Hurrikan „Katrina“ 80 Prozent von New Orleans Stadt überschwemmt worden, mehr als 1800 Menschen kamen ums Leben

Land unter in Lake Charles: Der Hurrikan ist mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde auf die Südküste des US-Bundesstaates Louisiana getroffen. Foto: David J. Phillip/AP/dpa

Der Hurrikan klinge wie „ein dröhnendes Düsentriebwerk“, beschrieb ein Reporter des Fernsehsenders CNN die Situation in Lake Charles. Der Hurrikan lasse selbst die stabilsten Gebäude erzittern, Glasscherben flögen durch die Luft. Das Hurrikanzentrum warnte Anwohner via Twitter: „Gehen Sie jetzt in Deckung.“ Am sichersten sei es, im Hausinneren unter einem Tisch oder einem anderen stabilen Möbelstück in Deckung zu gehen, sich nicht in Fensternähe aufzuhalten und den Körper mit Matratzen oder Kissen zu schützen. Es handele sich um eine „lebensbedrohliche Situation“, betonte das NHC.

Das Ausmaß der Zerstörung in den bereits betroffenen Gebieten war am Donnerstagmorgen zunächst nicht bekannt. Das NHC sprach von „katastrophalen Sturmfluten“ und „extremen Winden“. Aufgrund der erwarteten Überflutung sei die Gemeinde Cameron womöglich bis Freitag oder Sonnabend nicht zugänglich, sagte ein Mitarbeiter der örtlichen Katastrophenschutzbehörde dem Sender CNN.

Karte mit voraussichtlichem Weg des Tropensturms.
Grafik: AFP

Das Nationale Hurrikanzentrum hatte zuvor vor „verheerenden“ Schäden und Sturmfluten gewarnt, „die man nicht überleben kann“. Auch stabil gebaute Häuser könnten schwer beschädigt und Bäume entwurzelt werden. Es werde mehrere Tage oder Wochen keinen Strom und kein Wasser geben. Heftige Winde und weitreichende Überflutungen könnten nicht nur auf Texas und Louisiana begrenzt bleiben, sondern etwa auch den Bundesstaat Arkansas betreffen. Für ein Gebiet mit mehr als einer halben Million Einwohnern war die Evakuierung angeordnet worden.

Auf „Lauras“ Kurs durch die Karibik waren in den vergangenen Tagen mindestens 25 Menschen in Haiti und der Dominikanischen Republik ums Leben gekommen. Auch auf Kuba richtete der Sturm schwere Schäden an. Im Golf von Mexiko wurden mehr als hundert Ölplattformen sicherheitshalber geräumt.