Bill und Melinda Gates lassen sich nach 27 Ehejahren scheiden. dpa/Jean-Christphe Bott

Der Microsoft-Gründer Bill Gates und seine Frau Melinda lassen sich nach 27 Ehejahren scheiden. Das erklärten der Multimilliardär und seine Frau in einer identischen Stellungnahme über Twitter. Sie planen demnach, privat getrennte Wege zu gehen, wollen aber die Arbeit der einflussreichen Gates-Stiftung zusammen fortsetzen. „Nach reiflicher Überlegung und viel Arbeit an unserer Beziehung haben wir beschlossen, unsere Ehe zu beenden“, schrieben sie am Montag (Ortszeit).

Bill und Melinda Gates: Können als Paar nicht mehr gemeinsam wachsen

„In den zurückliegenden 27 Jahren haben wir drei unglaubliche Kinder großgezogen und eine Stiftung aufgebaut, die sich weltweit dafür einsetzt, den Menschen gesunde und produktive Leben zu ermöglichen“, erklärten die beiden weiter. Diese Mission würden sie zusammen weiter vorantreiben, hieß es. „Aber wir glauben nicht mehr, dass wir als Paar in dieser nächsten Lebensphase gemeinsam wachsen können.“ In der Mitteilung bat das Paar zudem um „Privatsphäre für unsere Familie, während wir beginnen, uns in diesem neuen Leben zurecht zu finden.“

Das Paar machte in der kurzen Stellungnahme keine Angaben dazu, wie das Vermögen der Familie – rund 108 Milliarden US-Dollar – aufgeteilt werden soll. Laut dem People-Magazin soll das Paar keinen Ehevertrag haben. Im Scheidungsantrag hat Melinda Gates zudem vermerkt, dass eine Unterhaltszahlung des Ehepartners „nicht benötigt“ werde. Sicher ist, dass beide Ehepartner und Multimilliardäre aus der Ehe herausgehen. Der Gerichtstermin für die Scheidung ist für April 2022 angesetzt.

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Die Gates' lebten bislang auf einem großzügigen Seegrundstück in Seattle im nordwestlichen US-Bundesstaat Washington. Das Paar hat drei Kinder – Jenn (24), Rory (22) und Phoebe (19). Die älteste Tochter meldete sich nach der Nachricht der Scheidung ihrer Eltern auch gleich zu Wort. Sie sprach davon, dass „unsere ganze Familie gerade eine sehr herausfordernde Zeit“ durchmacht und deutete an, dass sie sehr unter der Trennung ihrer Eltern leide. „Ich versuche gerade herauszufinden, wie ich am besten mit meinem Verarbeitungsprozess und meine Emotionen umgehen und auch die anderen Familienmitglieder unterstützen kann.“

Bill und Melina Gates zusammen mit Tochter Jennifer und deren Reit-Trainer Jack Towell im Jahr 2014. Imago/zumaWire

Die Gates-Stiftung gehört zu den wichtigsten Gebern im Bereich der Gesundheitsvorsorge und der Entwicklungszusammenarbeit. Dafür waren sie zuletzt heftigen Anfeindungen von Verschwörungsideologen ausgesetzt. Die New York Times zitierte eine Stellungnahme der Stiftung, wonach dort durch die Trennung der Eheleute keine Änderungen erwartet würden. Bis einschließlich 2019 hat die Bill & Melinda Gates Stiftung nach eigenen Angaben bereits mehr als 54 Milliarden US-Dollar für Projekte ausgegeben.

Melinda Gates wuchs im US-Bundesstaat Texas auf. Nach Angaben der Gates-Stiftung studierte sie zunächst Informatik und Volkswirtschaftslehre, später schloss sie ein Management-Studium ab. Danach arbeitete sie bei Microsoft an der Entwicklung von Multimediaprodukten. Bill wuchs in Seattle auf und gründete im Alter von 19 Jahren Microsoft. Dafür schmiss er sein Studium an der Elite-Uni Harvard. Der Aufstieg der Firma begann ab 1980, als Microsoft dem Hersteller IBM das Betriebssystem MS-DOS verkaufte, der Vorläufer des späteren Windows, das sich ab den 1990er Jahren weltweit durchsetzte. 2008 gab Gates seine aktive Rolle bei Microsoft 2008 auf, um sich vorrangig der Arbeit der Stiftung zu widmen. 

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2010 riefen das Ehepaar Gates und Buffett die Initiative „The Giving Pledge“ ins Leben. Die superreichen Unterzeichner verpflichteten sich, zu Lebzeiten oder danach mindestens die Hälfte ihres Vermögens gemeinnützigen Zwecken zukommen zu lassen. Gates hat in Interviews häufig betont, dass seine Kinder einmal nur einen kleinen Teil seines Reichtums erben sollten, damit sie sich nicht nur auf fremden Lorbeeren ausruhen könnten. Doch bangen müssen die Kinder wohl nicht: Selbst wenn sie jeweils nur ein Prozent des riesigen Vermögens erben sollten, wären sie sofort Milliardäre.