Michelle Obama macht sich Sorgen über die Sicherheit von schwarzen Menschen in den USA. Foto: AFP/Nicholas Kamm

Sie war einst die First Lady der freien Welt. Doch die letzten Monate haben auch Michelle Obama (56) zugesetzt. „Ich wache mitten in der Nacht auf, weil ich mir Sorgen über etwas mache oder bedrückt bin“, gestand die Rechtsanwältin in ihrem Podcast. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der anhaltende Rassismus in den USA machen ihr schwer zu schaffen.

„Ich weiß, dass ich es mit einer Art leichter Depression zu tun habe“, erklärte Michelle Obama in dem Podcast-Gespräch mit der afroamerikanischen Journalistin Michele Norris weiter – ohne dabei zu erläutern, ob sie es im medizinischen oder übertragenen Sinne meint. Es sei nicht leicht, sich unter den aktuellen Geschehnissen wohl und sicher in ihrer Heimat, den USA, zu fühlen.

Der Umgang der Regierung von Präsident Donald Trump mit dem Problem des Rassismus und deren „Heuchelei“ entmutigten sie. Es sei erschöpfend, mit neuen Nachrichten über Schwarze aufzuwachen, die „entmenschlicht, verletzt, getötet oder fälschlicherweise für etwas beschuldigt werden“. „Das hat zu einer Last geführt, die ich in meinem Leben schon lange nicht mehr gespürt habe“, räumte Obama ein.

Seit 1992 ist die Rechtsanwältin Michelle Obama mit ihrem Mann Barack verheiratet. Foto: AFP/Scott Olson

Zeit mit ihrem Mann, dem ehemaligen US-Präsidenten Barack, und den beiden Töchtern Malia Ann und Natasha zu verbringen, muntere sie während der Corona-Beschränkungen jedoch auf, etwa beim gemeinsamen Puzzeln oder Abendessen. Auch seien eine feste Routine und Sport für sie wichtig. Manchmal müsse sie auch einfach abschalten. „Das bedeutet, das Telefon auszumachen und keine Nachrichten zu empfangen, weil das negative Energie ist.“ Dies habe sie in ihrer Zeit im Weißen Haus gelernt. Ermutigend finde sie außerdem, dass junge Menschen friedlich für ihre Überzeugungen demonstrierten.

Die Ermordung des Afroamerikaners George Floyd durch einen Polizisten in Minneapolis Ende Mai hatte landesweite Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst. Im „Michelle Obama Podcast“ führt die ehemalige Präsidentengattin persönliche Gespräche mit Angehörigen und Freunden. In der ersten Folge war ihr Mann zu Gast gewesen.