Die Höchstwerte am kommenden Dienstag: Viel zu warm für den Wintermonat Februar, warnt Wetterexperte Dominik Jung. Grafik: wetter.net

Was ist da eigentlich los? Schnee in Istanbul, Athen und Texas. Und uns steht der Frühling ins Haus. Wenige Tage, nachdem wir in unserer Region zweistellige Frostwerte gemessen hatten. Wetterkapriolen gab es auch früher schon, aber diese Entwicklung lässt beim Wetterexperten Dominik Jung die Alarmglocken läuten. Was blüht uns da in den nächsten Tagen? „Ab Samstag täglich Topwerte um 15 bis knapp 20 Grad und das mindestens bis nächste Woche Freitag oder Samstag.“ Das sind Temperaturen die eigentlich erst im April zu erwarten hätten! 

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Ein bis dato noch viel zu kalter Monat wird am Ende voraussichtlich aus zu warmer Februar enden. Erst ein brutaler Polar-Wintereinbruch, und nun ein viel zu früher Frühling. Willkommen im Zeitalter des Extrem-Wetters! Dabei ist noch nicht einmal sicher, ob es kommende Woche bei Höchstwerten um die 20 Grad bleiben wird. „Bei entsprechendem Sonnenschein und guter Durchmischung der Luftmassen sind kommende Woche auch 22 oder 23 Grad möglich.“ Zur Erinnerung: Kriterium für einen Sommertag ist die 25-Grad-Marke, und diese gerät nun im Februar in Reichweite.

„Da fragt man sich wirklich: Spielt da schon der Klimawandel eine Rolle?“, so Diplom-Meteorologe Jung. Da muss man zunächst einordnen: Was wir derzeit erleben, sind Wetterphänomene. Klimawandel beschreibt die längerfristige Entwicklung. Doch genau an der derzeitigen Entwicklung zeigt sich anschaulich, wie das Eine mit dem Anderen zusammenhängt. „Es wurde immer wieder davor gewarnt, dass im Rahmen des Klimawandel die Wetterextreme zunehmen würden.“ Und genau das sehe man man anschaulich an der extremen Wetterentwicklung in diesem Februar, analysiert Jung.

Kälteeinbruch bis in den Mai hinein möglich

Doch sehen wir zunächst auch mal das Positive: Wir können tatsächlich am Wochenende schon angrillen. Wetterexperte Jung rät, die Grillparty für den Nachmittag, zwischen 13 und 16 Uhr anzusetzen. „Denn in diesem Zeitraum werden die höchsten Werte erreicht. Zum Abend hin wird es dann wieder rasch kühler.“ Sobald sich die Sonne aus dem Staub macht, kühlt es nämlich auch gnadenlos wieder ab.

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Und so radikal, wie wir vom tiefsten Winter in den Frühling gestolpert sind, kann es auch wieder in die andere Richtung gehen: Bis in den Mai hinein ist ein Kälteeinbruch noch möglich. Was wir häufiger erleben, ein Märzwinter nach einer kurzen Erwärmung im Februar, ist allerdings derzeit nicht erkennbar. „Es geht auch Anfang März für die Jahreszeit zu warm weiter.“ Trotzdem: Von den warmen Tagen sollten wir uns nicht blenden lassen. Wer jetzt den Balkon bepflanzt, könnte in wenigen Wochen vor den Frostschäden nach einem unerwarteten Wintereinbruch stehen. Und die Winterreifen, rät Jung, sollten ebenfalls noch auf den Felgen bleiben.„ Mindestens noch bis Ostern.“ In diesen Extremwetter-Zeiten ist niemand vor Überraschungen gefeit.