Am Tator5t haben Bewohner Blumen und Kerzen gestellt. Dahinter sind die Markierungen der Spurensicherung der Polizei zu sehen.
Am Tator5t haben Bewohner Blumen und Kerzen gestellt. Dahinter sind die Markierungen der Spurensicherung der Polizei zu sehen. dpa/Bernd Weißbrod

Eine schreckliche Tat ereignete sich im baden-württembergischen Illerkirchberg. Dort soll ein Mann zwei Mädchen (13 und 14) auf dem Weg zur Schule mit einem Messer angegriffen haben. Die Kinder kamen schwer verletzt in eine Klinik. Ein Mädchen ist jetzt tot, sei an ihren Verletzungen im Krankenhaus gestorben, wie das Polizeipräsidium Ulm mitteilt.

Die Tat soll sich gegen 7.30 Uhr ereignet haben. Augenzeugen sahen, wie die Mädchen zum Bus gingen, der sie zum Unterricht in einem benachbarten Ortsteil bringen sollte. Plötzlich seien die Kinder von einem Mann attackiert worden.

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Rettungskräfte bringen die Mädchen noch in ein Krankenhaus, doch es ist zu spät für das eine der beiden Kinder. Wie die Polizei mitteilte, erlag die Schülerin ihren Verletzungen. Ihre Freundin (13) kommt mit schweren Verletzungen mit dem Leben davon.

Einsatzkräfte begutachten einen Tatort in Illerkirchberg (Alb-Donau-Kreis). 
Einsatzkräfte begutachten einen Tatort in Illerkirchberg (Alb-Donau-Kreis).  Ralf Zwiebler/z-media/dpa

Laut Ermittlungen der Polizei soll der Tatverdächtige aus einer benachbarten Flüchtlingsunterkunft gekommen und auch dorthin geflüchtet sein. Als die Polizei dort eintraf, fanden die Beamten drei Männer aus Eritrea vor, die dort wohnen. Einer von ihnen sei verletzt gewesen. Laut Angaben der Polizei fanden die Beamten bei dem 27-Jährigen ein Messer. Es gilt als mögliche Tatwaffe. Den Verdächtigen brachten die Beamten zunächst in medizinische Behandlung. Die anderen beiden Männer nahmen sie auf die Polizeiwache mit.

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Augenzeuge: „Mädchen lag mit einer Stichwunde am Bauch blutend am Boden“

Ein Augenzeuge berichtete dem SWR, dass er am Morgen in dem Ort südlich von Ulm nahe einer Ampel Geräusche gehört habe. Er schaute nach und „da lag das Mädchen blutend am Boden mit einer riesigen Stichwunde im Bauch. Ein zweites hatte Verletzungen unterhalb der Brust, eine Stichwunde. Sie war völlig aufgelöst.“

Dieses Mädchen habe ihm erzählt, was vorgefallen war: Demnach kam ein Mann aus einem Haus und schlug ohne Grund ihre Mitschülerin. Danach soll der Mann ihr in den Bauch gestochen haben. Anschließend flüchtete er zurück in das Haus. 

Markierungen der Spurensicherung der Polizei sind am Tatort auf einem Weg angebracht. Foto: 
Markierungen der Spurensicherung der Polizei sind am Tatort auf einem Weg angebracht. Foto:  Bernd Weißbrod/dpa

Tatmotiv ist unklar

Die Beamten befragen die Festgenommenen weiter. Die Ermittlungen sollen auch das Motiv des Angreifers klären und ob er die beiden Mädchen vor der Tat kannte.

Laut Medienberichten soll an der Grundschule im benachbarten Oberkirchberg zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen worden sein. Nach Angaben der Schulleiterin Sabine Schlüter wurden die Schüler nach dem Unterricht „begleitet abgeholt“. Das bedeutet, dass sie mit einer Aufsichtsperson und in Gruppen nach Hause gehen. Die Polizei habe der Schule allerdings gemeldet, dass „die Situation“ vorbei sei, so Schlüter.

Die 4700-Einwohner-Gemeinde steht derweil unter Schock. Man werde den betroffenen Familien zur Seite stehen, sagte Bürgermeister Markus Häußler dem SWR, und nun erst einmal abwarten, was die Ermittlungen der Polizei ergeben werden.