Blutentnahmeröhrchen mit der Aufschrift Covid-19 und einer Spritze (Symbolfoto)  Foto: imago images
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Der Berliner Senat betreibt unter (030)-9028-2828 zwischen 8 und 20 Uhr eine Hotline für Bürger, die den Verdacht haben, sie könnten infiziert sein. Alternativ können Sie auch die Nummer des Patientenservice anrufen 116117. Bei beiden Nummern ist mit langen Wartezeiten zu rechnen.

Schutz gegen Corona- und andere Viren

Hände waschen: Eine wichtige Maßnahme, um Virusinfektionen zu vermeiden, ist es, die Hände regelmäßig und gründlich mit Seife zu waschen. Gründliches Händewaschen dauert 20 bis 30 Sekunden. In öffentlichen Toiletten ist es ratsam, den Wasserhahn mit einem Einweghandtuch oder dem Ellenbogen zu schließen.

Hygiene: Mit ungewaschenen Händen sollte man sich nicht an Mund, Augen oder Nase fassen. Wer krank ist, sollte Abstand zu anderen halten, sich zu Hause auskurieren und enge Körperkontakte zu seinen Mitmenschen vermeiden. Geschlossene Räume sollten mehrmals täglich für einige Minuten gelüftet werden.

Husten und Niesen: Dabei wird geraten, Abstand von anderen zu halten und sich wegzudrehen. Am besten ist es, ein Taschentuch zu benutzen oder sich die Armbeuge vor Mund und Nase halten.

+++ 3. Juli +++

Merkels Masken-Frage gelöst - Mit Logo der EU-Ratspräsidentschaft

Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU hält ihre Maske im Bundesrat vors Gesicht. 
Foto: Florian Gaertner/photothek.net/imago images

Angela Merkel hat sich erstmals offiziell mit einem Mund-Nase-Schutz gegen das Coronavirus fotografieren lassen. Auf dem Bild ist die Kanzlerin mit einer schwarzen Maske mit dem Logo der deutschen EU-Ratspräsidentschaft zu sehen. Sie steht neben dem Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), der eine Maske mit dem Signet der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt trägt. Das Foto ist am Donnerstagabend bei der Vorbesprechung der Unionsländer vor der Bundesratssitzung in der Landesvertretung von Mecklenburg-Vorpommern in Berlin entstanden. Auch zur Sitzung des Bundesrates erschien Merkel am Freitag mit Mund-Nase-Schutz. (dpa)

Spahn weist Verantwortung für Versäumnisse in der Corona-Krise zurück

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)hat eine persönliche Verantwortung für Versäumnisse zu Beginn der Corona-Krise zurückgewiesen. Insbesondere bei der Frage, ob noch früher noch mehr Masken hätten beschafft werden müsste, verteidigte der Unionspolitiker den damals eingeschlagenen Kurs. "Hätten wir schon früher beginnen sollen, Schutzmasken zu kaufen? Ja, natürlich", sagte Spahn dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Gleichzeitig fügte er hinzu, er habe sich nicht bewusst gegen den Kauf von mehr Schutzmasken entschieden.

"Es ist im Januar oder vor einem Jahr auch niemand zu mir gekommen und hat gesagt, wir sollten jetzt Schutzmasken kaufen", so Spahn. Unter den Masken, die sein Ministerium ins Land geholt habe, seien auch qualitativ minderwertige gewesen. Der Ausfall habe im Schnitt bei über 20 Prozent gelegen. "Ich kann nicht verantworten, viel Steuergeld für diese Produkte zu überweisen, ohne sie überprüft zu haben", sagte Spahn. (dpa)

Corona-Fälle nehmen in den USA weiter rapide zu - Trump beschwichtigt

(dpa-AFX) Die USA kämpfen weiter mit einem dramatischen Anstieg der Corona-Fälle. Mit rund 52 300 Neuinfektionen binnen 24 Stunden wurde laut Daten der Johns-Hopkins-Universität am Donnerstag (Ortszeit) ein neuer Höchststand erreicht. Zum Start des langen Feiertagswochenendes zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli rief der oberste Gesundheitsbeamte der US-Regierung, Vizeadmiral Jerome Adams, die Menschen am Freitag auf, Schutzmasken zu tragen und soziale Distanz zu wahren, sollten sie sich in der Öffentlichkeit aufhalten.

Ganz anders soll es bei den Feierlichkeiten am Mount Rushmore in South Dakota ablaufen, wo US-Präsident Donald Trump mit First Lady Melania am Abend (Ortszeit/Samstagmorgen MESZ) zum Feuerwerk am Nationaldenkmal mit den in den Fels gehauenen Köpfen von vier Ex-Präsidenten erwartet werden. Die republikanische Gouverneurin Kristi Noem hatte im Vorfeld klargemacht, dass keine soziale Distanz gewahrt werde. Die Menschen sollten kommen, um zu feiern, um "die Freiheiten zu genießen, die wir in diesem Land haben", so ihre Worte. (dpa)

Lateinamerika überholt Europa bei Zahl der Corona-Infektionen

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie hat Lateinamerika bei der Zahl der Corona-Infektionen Europa erholt. Nach einer Zählung von AFP vom Freitag meldeten die südamerikanischen Behörden insgesamt 2,73 Millionen Fälle und Europa knapp 2,7 Millionen Fälle. Mit mehr als 2,8 Millionen Fällen, davon allein über 2,7 Millionen in den USA, ist Nordamerika weiterhin am härtesten von der Pandemie betroffen. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf fast 10,9 Millionen und die Zahl der Toten auf mindestens 521.000. (AFP)

Trinken statt Parken - Kneipentische auf Autoparkplätzen in Kreuzberg

Immer mehr Kneipen und Restaurants in Friedrichshain-Kreuzberg stellen ihre Tische und Stühle auf Gehwegen und Parkplätzen an den Straßen auf. Für mehr als 100 Kneipen habe es bereits eine Genehmigung zur Nutzung von Parkstreifen am Wochenende gegeben, teilte das Bezirksamt am Freitag mit. Damit solle die Corona-Ansteckungsgefahr, die im Freien geringer ist, reduziert werden.

Auf den Parkplätzen vor den entsprechenden Kneipen dürfen Tische und Stühle nun offiziell von Freitag bis Sonntag von 11.00 bis 22.00 Uhr stehen. Genutzt würden diese Möglichkeiten besonders am Boxhagener Platz und in der Samariterstraße in Friedrichshain sowie am Paul-Lincke-Ufer, am Chamissoplatz und in der Dresdener Straße in Kreuzberg. Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) sprach von einer „Neuverteilung des öffentlichen Raumes“. (dpa)

Arznei Remdesivir erhält europäische Zulassung für Covid-19

Der Wirkstoff Remdesivir wird in Europa unter Auflagen zur Behandlung schwerer Fälle von Covid-19 zugelassen. Die Entscheidung gab die EU-Kommission am Freitag bekannt. (dpa)

Niedersachsen hebt Teilnehmergrenze für Veranstaltungen an 

Die erlaubte Teilnehmerzahl für Veranstaltungen in Niedersachsen wird zum 6. Juli von 250 auf 500 angehoben. Das teilte die Landesregierung am Freitag in Hannover mit. Andere Bundesländer hätten schon jetzt eine höhere Obergrenze, ohne dass es zu größeren Corona-Ausbrüchen gekommen sei, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen. „Deshalb wird auch Niedersachsen jetzt etwas mutiger.“ Das Land wolle aber vorsichtig und umsichtig vorgehen.

Voraussetzung für die Veranstaltungen ist weiterhin, dass die Zuschauer mindestens eineinhalb Meter Abstand zu anderen Gästen einhalten, wenn sie nicht zu einer gemeinsamen Gruppe von maximal zehn Personen gehören. Außerdem müssen die Gäste drinnen einen Mund-Nase-Schutz tragen und Sitzplätze einnehmen. Neu ist, dass sie den Mundschutz am Sitzplatz ablegen dürfen. Das sei vor allem für Kinos wichtig, für die der Verkauf von Popcorn, Cola und Eis wirtschaftlich besonders relevant sei, sagte der Referatsleiter für Recht und Verfassung der Staatskanzlei, Jens-Martin Weißer. (dpa)

Deutschen müssen bei Reisen nach England nicht mehr in Quarantäne

Deutsche müssen sich bei einer Reise nach England künftig dort nicht mehr in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Die britische Regierung gab in der Nacht zum Freitag eine entsprechende Lockerung der wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen bekannt. Der Wegfall der Quarantäne-Pflicht gilt ab dem 10. Juli. Auch Einreisende aus Frankreich, Italien und Spanien müssen sich dann nicht mehr in Isolation begeben.

In anderen Teilen des Vereinigten Königreichs wird allerdings weiterhin die Quarantäne-Vorschrift gelten. Wer aus Deutschland also nach Schottland, Wales oder Nordirland reist, muss sich dort weiterhin für zwei Wochen in Isolation begeben.

Wegen der Quarantäne-Pflicht warnt das Auswärtige Amt in Berlin bislang vor Reisen nach ganz Großbritannien. Die britische Regierung äußerte jedoch die Erwartung, dass die jetzige teilweise Aufhebung der Vorschrift zu entsprechenden Lockerungen bei den davon profitierenden Staaten führen werde. (AFP)

81 Prozent der Deutschen wechseln oder waschen ihre Maske mindestens wöchentlich

Über Dreiviertel der Deutschen wechseln oder waschen ihre Mund-Nasen-Masken einmal pro Woche oder öfter. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten repräsentativen Umfrage für das Magazin "Focus" hervor. Demnach tauschen 81 Prozent die Masken mindestens wöchentlich aus.

17 Prozent der Befragten tun dies nach jedem Gebrauch, 32 Prozent täglich und weitere 32 Prozent zumindest wöchentlich. Acht Prozent erklärten, ihre Maske selten zu reinigen, sechs Prozent tun dies nach eigenen Angaben nie. Das Institut Kantar befragte in der vergangenen Woche rund 1000 Menschen. (AFP)

Neun neue Corona-Infektionen in Brandenburg

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt in Brandenburg weiter leicht. Neun neue nachgewiesene Infektionen meldete das Gesundheitsministerium am Freitag (Stand 8.00 Uhr). Zuvor waren elf neue Infektionen hinzugekommen. Seit Anfang März wurden insgesamt 3479 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 registriert, 172 Corona-Patienten starben. 3200 Menschen gelten als genesen, das sind 20 mehr als am Vortag. Die Zahl aktiv Erkrankter sank von 120 auf 110 Menschen. Diese rechnerische Größe wird ermittelt, indem von den bestätigten Infektionsfällen die geschätzte Zahl der Genesenen und die Sterbefälle abgezogen werden. (dpa)

+++ 2. Juli +++

Alle Corona-Ampeln in Berlin weiter auf Grün, 615 aktive Covid-19-Fälle

Das Corona-Infektionsgeschehen ist nach Ausbrüchen in mehreren Berliner Bezirken weiter zurückgegangen. Zwar meldet die Gesundheitsverwaltung des Senats am Donnerstag 43 neue Coronavirus-Infektionen in Berlin. Alle drei Warnampeln stehen jedoch auf Grün. Die Reproduktionszahl "R" liegt mit 0,54 deutlich unter dem Wert von 1. Das bedeutet, dass zwei Erkrankte in etwa eine weitere Person mit dem Coronavirus anstecken. Deutlich abgesunken ist im Vergleich zur Vorwoche die Inzidenz an Neuinfektionen: Auf 100.000 Berliner kommen derzeit 8,3 neue Covid-19-Fälle. Sehr entspannt sieht es auf den Intensivstationen aus: Gerade einmal jedes 50. für Corona-Kranke reserviertes Bett ist belegt.  Dennoch ist Corona in Berlin nicht verschwunden: Weiterhin sind 615 akute Corona-Fälle offiziell. 121 Patienten werden in Krankenhäusern behandelt, 26 in Intensivstationen. Die Zahl der an oder mit Corona verstorbenen Berliner bleibt bei 214. (BK)

Trotz weiterhin hoher Todeszahlen: Bars und Restaurants in Rio de Janeiro öffnen wieder

Nach mehr als drei Monaten strenger Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie sind in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro zahlreiche Lockerungen in Kraft getreten. Unter strengen Auflagen öffneten am Donnerstag Bars und wieder für Gäste. Auch Fitnessstudios, Schönheitssalons und Tattoo-Studios profitieren von den Lockerungen.

In den Bars und Restaurants gelten nach der Wiederöffnung strenge Maßnahmen, darunter Abstandsregeln. Fitnessstudios und Schönheitssalons müssen in einem Staffelsystem arbeiten. Nach Behördenangaben wurden in Rio de Janeiro zuletzt 68 Todesfälle durch das neuartige Coronavirus binnen eines Tages gemeldet. Anfang Juni hatte die Stadt eine Rekord-Todesfallzahl von 227 registriert. (AFP)

5400 Tote: Schweden kündigt Überprüfung seines Krisenmanagements an

Das wegen seines Sonderwegs in der Bewältigung der Corona-Pandemie massiv in der Kritik stehende Schweden hat eine Überprüfung seines Krisenmanagements angekündigt. Die Regierung in Stockholm beauftragte am Donnerstag die staatlich finanzierte Schwedische Agentur für Verteidigungsforschung (FOI) mit der Analyse. Am Mittwoch hatte die Agentur einen Bericht vorgelegt, in dem eine mangelnde Vorbereitung Schwedens auf die Corona-Krise beklagt wurde - obwohl es mehrere "Warnschüsse" gegeben habe. Die Autoren des Berichts kritisierten auch unzureichende Schutzbekleidung sowie einen Mangel an medizinischer Ausrüstung. Unterbrechungen in den Lieferketten deuteten demnach zudem auf einen Mangel an "Planung auf oberster Ebene" hin.

International hat der Umgang Schwedens mit der Corona-Krise für Kritik gesorgt. Anders als die meisten anderen europäischen Staaten verhängte Schweden keine Ausgangsbeschränkungen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Schulen, Cafés, Bars, Restaurants und die meisten Unternehmen blieben geöffnet. Inzwischen verzeichnet das nordeuropäische Land eine wesentlich höhere Sterberate als seine skandinavischen Nachbarländer. Nach offiziellen Angaben wurden seit Beginn der Pandemie mehr als 70.000 Infektionen nachgewiesen, mehr als 5400 Menschen starben. (AFP)

Schausteller demonstrieren gegen Corona-Einschränkungen

Mit einer Kundgebung und einem Fahrzeugkorso haben Schausteller aus ganz Deutschland in Berlin für die Aufhebung von Corona-Beschränkungen demonstriert. Zur Kundgebung am Brandenburger Tor kamen laut Polizei 1600 Teilnehmer, die auch um die 1000 Fahrzeuge dabei hatten. Zuvor fuhren viele von ihnen in einem Korso durch die Innenstadt. Vor dem Wahrzeichen stellten Demonstranten Autoscooter-Fahrzeuge auf, an einem Kran schwebte die Gondel eines Riesenrades.

Das Verbot von Großveranstaltungen bis mindestens Ende Oktober komme faktisch einem Berufsverbot gleich, argumentierten die Schausteller und beklagten eine Ungleichbehandlung bei den Lockerungen. Wenn Restaurants wieder offen seien und Fußgängerzonen voll, müsse auch das Kirmesgeschäft an der frischen Luft wieder erlaubt werden. (dpa)

Kita in Neuruppin nach Corona-Fall geschlossen

Nach einem Corona-Fall bleibt eine Kindertagesstätte in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) bis auf weiteres geschlossen. Eine Mitarbeiterin sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte das Büro des Landrats am Donnerstag mit. Die 41 betroffenen Kinder und acht Beschäftigten der Kita seien bereits getestet worden, mit den ersten Ergebnissen werde am Freitag gerechnet. Das Gesundheitsamt habe für sie ebenso wie für ihre Eltern und die Haushaltsangehörigen der Mitarbeiter vorläufig häusliche Isolation angeordnet. Am Freitag sollen weitere Kontaktpersonen getestet werden. (dpa/bb)

Bundesweite Studie: Homeschooling belastet Eltern-Kind-Beziehungen

Das wochenlange Homeschooling in der Corona-Pandemie hat laut einer Studie die Beziehung von rund einem Viertel der befragten Eltern zu ihren Kindern belastet. Nach Einschätzung von Müttern und Vätern waren zwar 48,5 Prozent der Schüler sehr oder ziemlich motiviert, 51,1 Prozent aber eher wenig bis gar nicht. Das geht aus der bundesweiten Online-Befragung "Homeschooling 2020" der Universität Koblenz-Landau hervor, bei der zwischen dem 8. April und 4. Mai Eltern von Schülern allgemeinbildender Schulen 4320 Fragebögen vollständig ausgefüllt haben, vor allem Mütter.

48,1 Prozent gaben an, dass die Lehrer die Aufgaben in keinem erkennbaren Rhythmus übermittelten. Die Aufgaben wurden laut Studie insgesamt als wenig abwechslungsreich von den Eltern wahrgenommen. Eine Mehrheit wünschte sich mehr Rückmeldungen von den Lehrern. Immerhin fanden die Eltern mehrheitlich, dass die Aufgaben für zu Hause stets oder oft so klar formuliert seien, dass ihr Kind sie selbstständig bearbeiten könne. (dpa)

Thüringer Krankenhaus bestätigt Infektion von 69 Mitarbeitern

Das Greizer Kreiskrankenhaus in Thüringen hat bestätigt, dass zwischen dem 19. März und dem 18. Mai 69 Mitarbeiter des Hauses positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Seither seien keine neuen Corona-Fälle innerhalb der Klinikbelegschaft nachgewiesen worden, teilte das Krankenhaus am Donnerstag in Greiz mit. Unklar sei, ob die Mitarbeiter sich im beruflichen oder privaten Umfeld infiziert hatten.

Der Kreis Greiz mit rund 98.000 Einwohnern war lange der größte Hotspot der Corona-Pandemie in Thüringen und sorgte mit hohen Infektionsraten auch bundesweit für Aufsehen. Nach Zahlen des Sozialministeriums sind bisher in dem Landkreis 669 Menschen positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden, 48 sind an oder mit einer solchen Infektion gestorben. (dpa)

Corona: Reiseveranstalter dürfen Gutscheine statt Geld anbieten

Reiseveranstalter, die ihren Kunden wegen einer coronabedingt geplatzten Pauschalreise Geld zurückzahlen müssen, dürfen diesen als Alternative einen Gutschein anbieten. Einem entsprechenden Gesetzentwurf der Bundesregierung hat der Bundestag am Donnerstag zugestimmt. Die Kunden können sich für eine Rückzahlung des gezahlten Geldes oder für den Gutschein entscheiden.

Dem Entwurf zufolge sollen Pauschalreisende ihr Geld zurückverlangen können, wenn der Urlaub wegen der Coronavirus-Pandemie ausfällt. Eine ursprünglich geplante Gutscheinpflicht, die helfen sollte, Insolvenzen in der Reisebranche zu vermeiden, soll es nicht geben. Sie scheiterte am Widerstand der Brüsseler EU-Kommission. Verbraucher, die ihre Pauschalreise vor dem 8. März gebucht haben, können aber freiwillig einen Gutschein wählen, dessen Wert auch dann staatlich abgesichert ist, wenn Anbieter Pleite gehen. (dpa)

Jeder zweite Deutsche hat Sorge vor zweiter Corona-Infektionswelle

Die Furcht vor einer zweiten Corona-Infektionswelle ist in der Bevölkerung nach wie vor verbreitet. Die Hälfte der befragten Deutschen sorgt sich laut dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-"Deutschlandtrend" davor, dass die Zahl der Infektionen in den kommenden Wochen wieder deutlich ansteigt. Bei 13 Prozent der Menschen ist diese Sorge demnach sehr groß, bei 37 Prozent groß.

Auf der anderen Seite sind viele Menschen deutlich gelassener. Bei 32 Prozent der Befragten ist die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle laut der Umfrage weniger groß, bei 17 Prozent sogar klein. (AFP)

Gabriel war Berater für Fleischkonzern Tönnies

Der frühere Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) war für den Fleischkonzern Tönnies als Berater tätig. "Es gab ein dreimonatiges Beratungsverhältnis mit Tönnies", sagte Gabriel am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Vom März bis Mai 2020 habe er für das Unternehmen handelsrechtliche Fragen klären sollen, sagte Gabriel.

Im Stammwerk des Tönnies-Fleischkonzerns im westfälischen Kreis Gütersloh hatten sich im Juni weit mehr als 1000 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Deshalb gab es heftige Kritik an den Arbeitsbedingungen im Unternehmen. Die Anfrage des Konzerns habe er bereits im Februar erhalten, sagte Gabriel der dpa. Inhaltlich sei es dabei um ein drohendes Exportproblem im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest gegangen. Dem "Spiegel" erklärte er, dass er seine Tätigkeit nicht als Lobbyarbeit begriffen habe.

Die aktuelle SPD-Spitze reagierte mit Befremden auf das Engagement Gabriels. Mit deutlicher Kritik reagierte die Linken-Spitze auf den Beratervertrag. "Das rundet das Gesamtbild von Sigmar Gabriel ab. Er hat keine Skrupel, als Sozialdemokrat für einen der größten Ausbeuter zu arbeiten", sagte der Parteivorsitzende Bernd Riexinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). (dpa)

Trauriger Corona-Rekord: USA mit mehr als 50.000 Neuinfektionen

Mit einer Rekordzahl von mehr als 50.000 Neuinfektionen an einem Tag spitzt sich die Corona-Pandemie in den USA dramatisch zu. Während US-Präsident Donald Trump die Gefahr herunterspielt, nahmen am Mittwoch mehrere Bundesstaaten kurz vor dem Nationalfeiertag am 4. Juli Lockerungen des Alltagslebens zurück. Demokraten werfen der Regierung Unfähigkeit vor. Und auch aus Trumps engerem Kreis kommen kritische Signale.

Die Johns-Hopkins-Universität meldete für Mittwoch rund 50 700 neue Corona-Fälle an einem Tag. Schon in der vergangenen Woche hatte das Infektionsgeschehen stark angezogen, meist wurden mehr als 40.000 Fälle pro Tag verzeichnet. Das sind mehr als beim bisherigen Höhepunkt der Pandemie im April und Mai. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Florida, Texas, Arizona, Georgia und Kalifornien. Insgesamt verzeichneten die USA, die mehr als 320 Millionen Einwohner haben, seit Beginn der Pandemie bisher mehr als 2,6 Millionen Infektionen und mindestens 128.000 Tote. (dpa)

Serbien verzeichnet starken Anstieg von Corona-Infektionen

Das Balkanland Serbien verzeichnet einen starken Anstieg von Infektionen mit dem Coronavirus. In den letzten 24 Stunden seien 359 neue Fälle von Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag in der Hauptstadt Belgrad mit. Schon an den fünf Tagen zuvor waren täglich jeweils zwischen 193 und 276 neue Infektionen registriert worden.

Bis zum Donnerstag waren nachweislich 15.195 Menschen mit dem Virus infiziert, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. 1996 Fälle galten als aktiv, 287 Patienten starben mit dem Virus, sechs von ihnen in den letzten 24 Stunden.

Mit zweistelligen täglichen Zuwachszahlen Ende Mai und Anfang Juni schien Serbien die schlimmste Phase der Corona-Pandemie überstanden zu haben. Die jüngste Entwicklung markiere jedoch einen gegenteiligen Trend, sagen Gesundheitsexperten. Möglicherweise haben ihn abrupte Lockerungen nach Aufhebung des Ausnahmezustands am 6. Mai begünstigt. (dpa)

Trotz Corona: French Open mit bis zu 20.000 Zuschauern am Tag

Die Veranstalter der French Open wollen trotz der grassierenden Corona-Pandemie bis zu 20.000 Zuschauer pro Tag für das Grand-Slam-Turnier zulassen. Dies teilte der französische Tennisverband (FFT) am Donnerstag mit. Bei den Finals sollen bis zu 10.000 Zuschauer anwesend sein können. Die diesjährige Ausgabe wurde auf den Zeitraum vom 27. September bis 11. Oktober verlegt.

"Die Anzahl der im Stadion erlaubten Zuschauer wird 50 bis 60 Prozent der gewohnten Kapazität betragen, was uns erlaubt, die geltenden Abstandsregeln zu befolgen", hieß es in einem Statement der FFT. Tickets sollen am 9. Juli in den Verkauf gehen. Die Besucherzahl könnte noch erhöht werden, sofern es die Corona-Situation in Frankreich erlaubt. Allerdings wies der Verband darauf hin, dass die Zuschauerzahlen auch noch reduziert werden könnten, sofern es die Lage erfordert. (dpa)

Sommerbad Wilmersdorf nach Corona-Fall in Belegschaft geschlossen

Freizeitsportler schwimmen im Sommerbad Wilmersdorf. Ein Corona-Fall in der Belegschaft hat am Donnerstag zur Schließung des Sommerbads Wilmersdorf geführt.
Foto: Kay Nietfeld/dpa

Ein Corona-Fall in der Belegschaft hat am Donnerstag zur Schließung des Sommerbads Wilmersdorf geführt. Welche Maßnahmen noch getroffen werden müssten, werde mit den zuständigen Gesundheitsämtern abgestimmt, wie die Berliner Bäderbetriebe mitteilten. Gebuchte Eintrittskarten für den Nachmittag sollten demnach storniert werden. Kunden erhalten das Geld zurück. Eine Mitarbeiterin des Schwimmbadbetreibers, die zuletzt in dem Freibad im Einsatz gewesen sei, sei positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie lange das Bad geschlossen bleibt, war zunächst unklar. (dpa)

Israel vor neuer Corona-Welle

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 966 neue Fälle registriert. Das ist der höchste Ein-Tages-Wert, der in Israel seit dem Ausbruch der Pandemie registriert wurde. Der bisherige Höchstwert stammt mit 819 vom 3. April. Im Vergleich dazu haben die Gesundheitsämter in Deutschland am Mittwoch 503 neue Corona-Infektionen gemeldet. Israel hat also fast doppelt so viele Neuinfektionen - wobei Deutschland etwa neunmal mehr Einwohner hat als Israel.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 26.452 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 324 Infizierte sind gestorben. In den Palästinensergebieten gibt es bisher 2758 bekannte Infektionsfälle mit dem Coronavirus, acht Menschen starben.

Die Infektionsexpertin Galia Barkai vom angesehenen Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv sprach am Donnerstag von einem "Trend zur Verschlechterung". Es gebe eindeutig eine neue Corona-Welle. "Wir sehen auch mehr schwere Fälle, wenn auch weniger als während der ersten Welle." Grund für den neuen Anstieg seien eine zu rasche Öffnung des Marktes und mangelndes Vertrauen der Bevölkerung in die Maßnahmen der Regierung. "Wir brauchen jetzt mehr punktuelle Sperren, einen großen Lockdown kann die Wirtschaft nicht aushalten", sagte die Ärztin. Besonders wichtig seien nun raschere epidemiologische Untersuchungen und der konsequente Schutz der älteren Bevölkerung. (dpa/AFX)

503 registrierte Neuinfektionen in Deutschland - Lage bleibt stabil

Nach den großen lokalen Corona-Ausbrüchen vor gut zwei Wochen, sind die Infektionszahlen inzwischen weiterhin stabil auf niedrigem Niveau. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 503 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 195.228 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 2.7., 0.00 Uhr).

In der vergangenen Woche wurden so viele Tests durchgeführt, wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Insgesamt 456.041 Menschen wurden zwischen dem 22. und 28. Juni auf Corona getestet. Die Quote der positiven Tests ist mit 0,8 Prozent vergleichsweise niedrig. Anfang April waren noch 9 Prozent der durchgeführten Tests positiv.

8994 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 9 im Vergleich zum Vortag. Etwa 180.300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor. (BK/dpa/AFX)

Cavusoglu wirft Brüssel "politische Motive" bei EU-Einreisesperre vor

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat der EU vorgeworfen, Reisebeschränkungen für die Türkei aus "politischen Motiven" aufrechtzuerhalten. Einige Länder, die Brüssel auf die Liste der Staaten aufgenommen habe, aus denen Menschen wieder in die EU einreisen dürften, stünden schlechter da als die Türkei, sagte Cavusoglu am Donnerstag nach Gesprächen mit Bundesaußenminister Heiko Maas in Berlin. "Da sehen wir, dass mit politischen Motiven entschieden wurde." Die EU-Liste müsse im Rahmen von "objektiven Kriterien" bewertet werden.

Die EU-Staaten hatten am Dienstag beschlossen, dass wegen der Corona-Krise eingeführte Einreisebeschränkungen in die EU für zahlreiche Länder, darunter die Türkei, über den 1. Juli hinaus aufrechterhalten werden. Lediglich Menschen aus 14 Ländern dürfen wieder einreisen. Diese Liste soll alle zwei Wochen überarbeitet werden. Für die Türkei gilt zudem noch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, nach jetzigem Stand zunächst noch bis zum 31. August. (dpa)

Erster Prozess wegen Betrugs bei Corona-Soforthilfen in Berlin

In Berlin beginnt am Freitag (12.00 Uhr) der erste Prozess wegen Subventionsbetrugs bei Corona-Soforthilfen. Vor dem Amtsgericht Tiergarten muss sich ein 31-Jähriger verantworten, der zwischen dem 31. März und 8. April bei der Investitionsbank rund 35. 000 Euro zu Unrecht kassiert haben soll, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte.

Der Angeklagte sitzt demnach seit dem 24. April in Untersuchungshaft. Er soll die finanzielle Unterstützung aus Programmen des Berliner Senats sowie des Bundes mit zwei mutmaßlichen Mittätern online beantragt und dabei wahrheitswidrig angegeben haben, dass fünf Gesellschaften sowie sein eigenes Einzelunternehmen die Gelder für die Sicherung der betrieblichen Existenz in der Corona-Krise bräuchten. Insgesamt sollen 82.510 Euro beantragt worden sein.

Laut Anklage gab es fünf Firmen gar nicht, die sechste habe ihre Geschäfte fortführen können, so dass kein Bedarf für eine Förderung bestanden habe. Von den beantragten Förderung seien genau 35.010 Euro tatsächlich ausgezahlt worden.

Bei der Staatsanwaltschaft haben sich inzwischen Hunderte Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdachts bei Soforthilfen angesammelt; allein bis zum 25. Juni waren es nach Angaben der Behörde 660 Verfahren. Die Investitionsbank Berlin (IBB) hat Vorwürfe zurückgewiesen, es durch unzureichende Prüfungen Betrügern zu leicht gemacht zu haben. (dpa/bb)

Iran: Präsident Ruhani trotz Neuinfektionen weiter gegen Lockdown

Trotz eines dramatischen Anstiegs der täglichen Corona-Neuinfektionen im Iran ist Präsident Hassan Ruhani weiterhin gegen einen Lockdown im Land. "Ein Lockdown steht wie eine komplette Aufhebung der Lockerungen bis auf weiteres nicht auf der Agenda", sagte Ruhani am Donnerstag. Vielmehr sollten die Bürger ihren Lebensstil dem Coronavirus anpassen, betonte der Präsident nach Angaben seiner Webseite.

Binnen 24 Stunden starben erneut fast 150 Corona-Patienten. Damit liegt die Zahl der Toten aktuell bei 11.106 und die der Infizierten bei 232.863, wie Ministeriumssprecherin Sima Lari am Donnerstag im Staatsfernsehen sagte. Experten und das Gesundheitsministerium fordern daher strengere Maßnahmen, um einen weiterem Anstieg der Fallzahlen zu verhindern.

Seit Ende Mai haben fast alle Branchen im Iran die Arbeit wieder aufgenommen. Die von Ruhani durchgesetzten Lockerungen haben aber auch dazu geführt, dass die Corona-Vorschriften in der Bevölkerung nicht mehr ernstgenommen wurden. Seitdem stirbt nach Angaben des Gesundheitsministeriums alle 13 Minuten ein Corona-Patient im Iran, alle 33 Sekunden kommt es zu einer Neuinfektion.

Ruhani will aber trotz Kritik an seiner Lockerungspolitik festhalten. Er sei der Auffassung, dass die Corona-Krise noch länger andauere und eine längerfristige Einschränkung der Wirtschaftsaktivitäten nicht machbar sei. Die Iraner sollten nach den Worten Ruhanis lieber lernen, "mit dem Virus zu leben". (dpa)

Mindestens sieben Corona-Infektionen bei Familienfeier in Kiel

Bei einer Familienfeier in Kiel haben sich mindestens sieben Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Dies sei am vergangenen Wochenende geschehen, sagte ein Sprecher der Stadt am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten die "Kieler Nachrichten" berichtet. Den Angaben zufolge arbeiten drei Infizierte in Einrichtungen der Altenhilfe. Ein infiziertes Kind besuche eine Kita, die laut "Kieler Nachrichten" am Mittwoch geschlossen wurde. Die Feier fand der Stadt Kiel zufolge im Freien statt. Sie sei im Rahmen der geltenden Corona-Regeln erlaubt gewesen. (dpa)

Lehrstellenangebot geht in Corona-Krise zurück

Die Corona-Krise zieht den Ausbildungsmarkt in Mitleidenschaft: Wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Donnerstag mitteilte, liegt das betriebliche Lehrstellenangebot im Branchendurchschnitt aktuell um gut sieben Prozent unter dem Vorjahresniveau. Allerdings besteht demnach noch Hoffnung auf Nachholeffekte im Herbst.

"Viele Betriebe sind derzeit gezwungen, auf Sicht zu fahren", erklärte DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. "Sie überdenken daher auch ihre Ausbildungsentscheidungen gründlich und verschieben bei Bedarf." Zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt hatte der DIHK rund 15.000 Unternehmen befragt. Viele dieser Unternehmen hätten noch nicht abschließend über die Zahl ihrer Ausbildungsplätze entschieden, betonte Dercks. Dies zeige, dass die derzeitigen Vermittlungsanstrengungen, aber auch Anreize durch finanzielle Unterstützung sinnvoll seien.

So hatte die Bundesregierung in der vergangenen Woche neue Hilfen zur Sicherung von Ausbildungsplätzen auf den Weg gebracht. Kleine und mittlere Unternehmen sollen künftig Prämien bekommen, wenn sie ihr Ausbildungsniveau nicht zurückschrauben oder Azubis von pandemiebedingt insolventen Unternehmen übernehmen.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack forderte, dieses rund 500 Millionen Euro schwere Programm müsse nun "endlich" umgesetzt werden. "Das Bildungsministerium muss dafür schnellstens die Förderrichtlinie veröffentlichen", erklärte sie.Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt bleibe kritisch, mahnte Hannack. "Doch noch besteht die Chance, den Corona-Crash auf dem Ausbildungsmarkt abzumildern. Die Uhr tickt, in vier Wochen beginnt das neue Ausbildungsjahr." (AFP)

Studie: Minijobber hart von Corona getroffen

Minijobber sind Experten zufolge besonders hart von der Corona-Krise betroffen, da sie keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben. „Die Corona-Krise verstärkt die Probleme des Niedriglohnsektors - vor allem für Minijobberinnen und Minijobber. Ohne das Sicherheitsnetz des Kurzarbeitergeldes erleiden sie als erste Einkommenseinbußen oder verlieren ihre Arbeit“, sagt der Vorstand der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger.

So ging die Beschäftigungsquote bei Minijobbern, die aus diesen Jobs ihren Haupterwerb bestreiten, im März bereits um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück, wie aus einer am Donnerstag publizierten Studie hervorgeht, die DIW Econ, eine Tochter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), im Auftrag der Stiftung durchgeführt hat. Da Minijobber keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlen, entfällt ihr Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

Um kommende Krisen besser abfedern zu können, empfehlen die Studienautoren, die Schwelle für Minijobs von 450 auf 250 Euro zu senken. So müssten mehr Beschäftigte Sozialversicherungsbeiträge leisten, wären dadurch aber auch in Krisenzeiten besser abgesichert. (dpa-AFX)

USA melden erstmals über 50 000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag

In den USA sind erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 50.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einem Tag verzeichnet worden. Damit haben die Infektionszahlen einen neuen Höchststand erreicht, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Den Zahlen zufolge sind am Mittwoch rund 50.700 Neuinfektionen gemeldet worden. Die "Washington Post" zählt sogar rund 52.800 Fälle.

Seit einer Woche melden die USA regelmäßig mehr als 40.000 Neuinfektionen am Tag und liegen damit über den Zahlen vom bisherigen Höhepunkt der Pandemie im April und Mai. Die US-Staaten Kalifornien und Michigan nahmen am Mittwoch Lockerungen zurück, Pennsylvania führte eine Maskenpflicht ein. US-Präsident Donald Trump glaubt indes weiter an das Verschwinden des Virus.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in den USA über 2,6 Millionen Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Mindestens 128.000 sind an oder mit dem Virus gestorben. (dpa-AFX)

+++ 1. Juli +++

Drei Berliner Corona-Teststellen werden geschlossen

In Berlin sind drei Corona-Teststellen seit Mittwoch geschlossen. Betroffen sind die Einrichtungen am ehemaligen Vivantes-Standort Prenzlauer Berg, am Vivantes Wenckebach-Klinikums in Tempelhof-Schöneberg sowie am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Lichtenberg.

„In den vergangenen Wochen sind immer weniger Menschen in die Abklärungsstellen gekommen, um sich testen zu lassen, sodass wir den Nutzen hinterfragen mussten“, sagte Burkhard Ruppert, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Die KV, die bisher die Ärzte für die Einrichtungen stelle, habe daher die Kooperation mit den Kliniken beendet.

Vivantes-Sprecherin Mischa Moriceau betonte, dass es sich um eine vorübergehende Schließung handele. Es sei geplant, die Abklärungsstellen im Rahmen der Berliner Teststrategie in Kürze wiederzueröffnen. Welche Personengruppen hier künftig getestet werden sollen, werde derzeit abgestimmt. Mittlerweile sei die ambulante Versorgung in Berlin sehr gut gerüstet, um bei Bedarf selbst testen zu können, konstatierte die KV.

„Wer den Verdacht hat, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, kann bereits seit geraumer Zeit einen Abstrich in den meisten der Berliner Hausarztpraxen vornehmen lassen“, erklärte Ruppert. In der Stadt gibt es darüber hinaus weitere Untersuchungsstellen. (dpa)

In Brandenburg ist wieder Fußball möglich - in Berlin nicht

In Brandenburg darf wieder Fußball gespielt werden. „Mannschafts- und andere Kontaktsportarten unter freiem Himmel sind nun auch für Erwachsene ohne Abstand möglich“, erklärte das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport auf eine Anfrage des Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB). Zuvor war schon der Jugendfußball freigegeben worden.

Damit sind nach der Corona-Pause Training und Wettkampf, also auch Freundschaftsspiele und Turniere, ab sofort in allen Ligen und im Freizeitbereich wieder möglich. In Duschen, Waschräumen und Umkleideräumen sei jedoch strikt das Abstandsgebot einzuhalten, heißt es auf der Facebook-Seite des FLB. Auch auf der Trainerbank und außerhalb des Spielfeldes muss Abstand gehalten werden. Nur die reine Sportausübung ist vom Abstandsgebot befreit.

Dagegen wartet der Amateur- und Jugendfußball in Berlin weiter auf den Re-Start. Auch in der neuen Infektionsschutzverordnung des Berliner Senats wird weiterhin ausnahmslos nur kontaktloser Sport erlaubt. „Die BFV-Geschäftsführung befindet sich in intensiven Gesprächen mit den höchsten Stellen der Berliner Landespolitik“, teilte der Berliner Fußball-Verband (BFV) mit, „um eine möglichst zeitnahe Wiederaufnahme des regulären Trainings- und auch Wettkampfbetriebs umsetzen zu können“. (dpa)

Deutschland hebt Einreisebeschränkungen für elf Nicht-EU-Staaten auf

Deutschland gewährt Menschen aus elf Staaten außerhalb der Europäischen Union wieder die unbeschränkte Einreise. Das gilt nach einem Kabinettsbeschluss vom Mittwoch für Reisende aus Australien, Georgien, Kanada, Montenegro, Neuseeland, Thailand, Tunesien und Uruguay. Für Japan, Südkorea und China gelten die Lockerungen der Mitte März in der Corona-Krise verhängten Beschränkungen unter Vorbehalt, wenn diese Länder auch Menschen aus Deutschland wieder die Einreise erlauben. Die Erleichterungen treten am Donnerstag in Kraft, wie das Bundesinnenministerium mitteilte.

Damit orientiert sich die Bundesregierung weitgehend an einem Beschluss der EU-Staaten vom Vortag. Demnach solle Menschen aus 14 Ländern wieder einreisen dürfen. Die Liste soll alle zwei Wochen überarbeitet werden.

Hinzu kommen erweiterte Einreisemöglichkeiten für Menschen aus allen Staaten außerhalb der Europäischen Union, die einen wichtigen Reisegrund haben. Das können Deutsche oder Menschen mit Aufenthaltsrecht hierzulande sein, Saisonarbeiter in der Landwirtschaft, Seeleute oder Passagiere im Transitverkehr.

Für Reisende aus Risikogebieten gilt weiterhin eine 14-tägige Quarantänepflicht, falls sie kein negatives Testergebnis für das Coronavirus vorweisen können. (dpa)

Acht neue Corona-Fälle in Brandenburg

Die Zahl der bestätigten neuen Fälle von Corona-Infektionen in Brandenburg ist leicht gestiegen. Von Dienstag zu Mittwoch wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums (Stand 8.00 Uhr) acht neue Infektionen gemeldet. Von Montag zu Dienstag waren es drei nachgewiesene Neuinfektionen. Damit sind insgesamt 3459 bestätigte Covid-19-Fälle im Land registriert.

Aktuell werden zwölf Menschen im Krankenhaus behandelt, davon drei intensivmedizinisch beatmet. 3170 Menschen gelten als genesen, das sind zehn mehr im Vergleich zum Vortag. Die Zahl der Erkrankten liegt bei etwa 120. Seit März starben in Brandenburg 171 Patienten im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Von den neuen Corona-Infektionen kam ein neuer Fall in der Landeshauptstadt Potsdam hinzu, die jetzt insgesamt 648 bestätigte Infektionen zählt und damit weiter ein «Hotspot» ist. Der Landkreis Potsdam Mittelmark meldete vier neue Infektionen und kommt nun auf insgesamt nachgewiesene 581 Fälle. Jeweils ein Fall wurde aus den Kreisen Havelland, Oberspreewald-Lausitz und Märkisch-Oderland bekannt. (dpa)

+++ 30. Juni +++

Berlin bewilligt 77 Anträge von Kulturbetrieben auf Soforthilfen

Zum Ausgleich wirtschaftlicher Folgen der Corona-Pandemie hat Berlin 77 Anträge von Kulturbetrieben berücksichtigt. Von den insgesamt 182 Anträge für die sogenannte Soforthilfe IV entsprachen 102 den formalen Kriterien, wie die Kulturverwaltung am Dienstag mitteilte.

Das Gesamtvolumen liegt bei 8,5 Millionen Euro. Etwa vier Millionen Euro werden für 39 Anträge von Theatern, Schauspielhäusern, Konzerthallen und -veranstaltern ausgeschüttet. Von Varietés und Kleinkunstbühnen kamen fünf Anträge, die zusammen 516.000 Euro erhalten, vier Anträge von Kinos werden mit 575.000 Euro bedacht. Unter den bewilligten Anträgen sind nach den Angaben auch etwa 35 Clubs, zwei Festivals, Bibliotheken, Orchester, Chöre, Theaterensembles und Museen.

Der Senat hat beschlossen, Soforthilfen in der Corona-Krise fortzusetzen. Die Neuauflage der Soforthilfe IV ist als Hilfe für Kultur- und Medienunternehmen gedacht, «im Falle ausbleibender Bundesprogramme auch für solche mit weniger als zehn Beschäftigten». Dafür stehen 30 Millionen Euro von September bis November bereit. Auch darüber hinaus soll das Programm bei Bedarf weiter bestehen. (dpa)

Berliner Senat prüft Aufhebung des Prostitutionsverbotes

Friseure, Tätowierer oder Fitnessstudios dürfen trotz Corona unter strengen Auflagen wieder geöffnet haben, sexuelle Dienstleistungen sind bislang strikt untersagt. Die Senatsgesundheitsverwaltung hält jetzt eine „stufenweise Aufhebung des aktuellen Tätigkeitsverbotes ist im Sinne des Infektionsschutzes für denkbar“. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der beiden Linke-Abgeordneten Ines Schmidt und Philipp Bertram hervor.

Der Senat prüfe demnach aktuell „mögliche Hygienekonzepte im Sinne des Infektionsschutzes zur Vermeidung von Covid-19 Erkrankungen“. Die Grundlage dafür sei „die Entwicklung eines praxisorientierten Maßnahmenplans für sexuelle Dienstleistungen“, der „auch die Aufhebung der Schließungen von Prostitutionsgewerben mit umfassen könnte“.

Eine stufenweise Aufhebung des aktuellen Tätigkeitsverbotes ist laut Senatsgesundheitsverwaltung „im Sinne des Infektionsschutzes denkbar“. So könnten in „einem ersten Schritt zum Beispiel ausschließlich (erotische) Massagen angeboten werden“.

Müller stellt in Berlin Corona-Tests für alle in Aussicht

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat kostenfreie Corona-Tests für alle in Aussicht gestellt - zumindest mittelfristig. „Es geht. Und ich glaube, wir werden auch sehr bald diesen bayerischen Weg einschlagen“, sagte der SPD-Politiker am Montagabend in einem ntv-Interview. Er verwies auf das schrittweise Vorgehen des Senats, zunächst würden die begonnenen Tests für Beschäftigte an Kitas und Schulen in den Sommermonaten ausgeweitet.

„Und es werden dann auch andere Bereiche kommen“, so Müller. „Wenn ein Bundesland anfängt und andere Bundesländer so wie wir eine Teststrategie haben, dann wird das eine Welle. Und die Tests werden günstiger, sie werden einfacher, es wird dann sowieso für viele Menschen ganz unproblematisch sein, sich testen lassen zu können.“

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hatte am Sonntag angekündigt, dass sich im Freistaat bald jeder - auch ohne Symptome - auf das neuartige Coronavirus werde testen lassen können. Die Kosten will das Land übernehmen, sofern die Kassen nicht einspringen.

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses zunächst deutlich gemacht, dass sie vorerst keine kostenfreien Tests für alle in der Hauptstadt sieht. „Wir wollen in Berlin mehr testen“, sagte sie. „Aber wir wollen schon auch gezielter testen.“ (dpa)

Nach Corona-Pause: Flixtrain fährt Strecke Köln - Berlin bald wieder

Nach vier Monaten Stillstand nimmt die Flixbus-Schwester Flixtrain am 23. Juli ihren Betrieb wieder auf. Vorerst seien allerdings nur wöchentlich zehn Fahrten zwischen Köln und Berlin geplant, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Jeder Fahrgast bekomme einen garantierten Sitzplatz. In den Zügen herrsche Maskenpflicht. Die Wagen seien in der Pause renoviert und von Abteil- zu Großraumwagen umgebaut worden. (dpa)

Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 194.259 angegeben - ein Plus von 498 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 195.042 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8973 Todesfälle und damit zwölf mehr als am Vortag. Die JHU zählte 8976 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 179.100. (AFP)

+++ 29. Juni +++

Einschränkungen im Kreis Gütersloh um eine Woche verlängert

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies bleibt das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh für eine weitere Woche eingeschränkt. Für den Nachbarkreis Warendorf dagegen laufen Einschränkungen um 0 Uhr in der Nacht zu Mittwoch aus, wie der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Montag in Düsseldorf sagte. (dpa)

Sechs Berliner Hallenbäder öffnen für Schwimmkurse und Vereinssport

Sechs Berliner Hallenbäder haben am Montag wieder für Schwimmkurse und einzelne Vereine geöffnet. Wegen einer Ausnahmegenehmigung dürfen nun etwa Drittklässler in Kursen ihr Seepferdchen oder das Bronze-Schwimmabzeichen nachholen, teilten die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) am Montag mit. 4800 Kinder können mitmachen und sich online bei der Sportjugend im Landessportbund Berlin anmelden, hieß es. Für manche Schwimmhallen gab es da am Montagmittag schon Wartelisten.

In den Hallen sollen auch Mitglieder von Polizei, Feuerwehr und Vereinen dringend benötigte Ausbildungen zu Rettungsschwimmern abschließen können, erklärten die BBB. In den dann noch freien Zeiten kommen Schwimmvereine zum Zug. Sie müssen Bedarf anmelden und einen Plan vorlegen, wie sie die Hygiene- und Abstandsregeln beim Training einhalten wollen.

In den 22 Freibädern, die BBB und Partner den Angaben zufolge bereits öffnen durften, können die Vereine dagegen weiter nicht trainieren. (dpa)

Gesundheitssenatorin: Mehr jüngere Menschen infizieren sich mit Corona

Unter den Corona-Neuinfizierten in Berlin steigt der Anteil jüngerer Menschen. Das gab Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses bekannt. „Bei den Neuinfizierten beobachten wir, dass im Durchschnitt weniger Ältere betroffen sind, stärker im Bereich Altersgruppe Kinder und deren Eltern, aber auch Jugendliche“, sagte die SPD-Politikerin. Der Altersdurchschnitt der Neuinfizierten liegt nach ihren Angaben aktuell bei etwa 40 Jahren, dieser Wert sinke bereits seit einiger Zeit. Im Bundesdurschnitt sind Menschen, die sich mit dem Coronavirus anstecken, laut Kalayci 49 Jahre alt.

Kalayci machte deutlich, dass sich die Corona-Lage in Berlin nach einem starken Anstieg der Neuinfektionen in zwei Häuserkomplexen in Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg inzwischen wieder etwas positiver darstelle. Zuletzt sei die Zahl neuer Infektionen wieder moderat zurückgegangen. Die beiden größeren Corona-Ausbrüche in „Problemimmobilien“ mit einer Bewohnerschaft in beengten Wohn- und schwierigen sozialen Verhältnissen seien „eingrenzbar und lokalisierbar“ gewesen: „Wir sehen keine Streuung bei diesen Ereignissen.“ In Friedrichshain-Kreuzberg lag der Altersdurchschnitt der 54 positiv getesteten Hausbewohner laut Kalayci bei 19,5 Jahren.

Am Sonntag war die Zahl bestätigter Corona-Infektionen in Berlin gegenüber dem Vortag um acht auf 8175 gestiegen. 7217 Menschen sind laut Gesundheitsverwaltung genesen und 745 aktuell krank. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus starben bisher 213 Menschen. (dpa)

Keine neuen Corona-Infektionen in Brandenburg

In Brandenburg sind vorerst keine neuen bestätigten Corona-Infektionen hinzugekommen. Von Sonntag bis Montag sei der Stand von bisher 3451 Menschen, die seit März mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert wurden, gleich geblieben, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Potsdam mit. Derzeit sind rund 130 Menschen an Covid-19 erkrankt, davon werden neun Patienten im Krankenhaus behandelt. Etwa 3150 Menschen gelten als genesen. Von Samstag auf Sonntag waren drei bestätigte Neuinfektionen in Brandenburg hinzugekommen. Ein neuer Todesfall kam nicht hinzu, seit März kamen 171 Corona-Patienten ums Leben. (dpa)

Minister kritisiert Bayerns Pläne zu Corona-Tests für alle

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat das geplante Angebot von Corona-Tests für jedermann in Bayern kritisiert. „Einfach nur viel testen klingt gut, ist aber ohne systematisches Vorgehen nicht zielführend“, schrieb er am Montag bei Twitter. „Denn es wiegt in falscher Sicherheit, erhöht das Risiko falsch-positiver Ergebnisse und belastet die vorhandene Testkapazität.“

Bayern hatte angekündigt, als erstes Bundesland Corona-Tests für alle zu ermöglichen - auf Wunsch auch für Menschen ohne Symptome und ohne besonders hohes Infektionsrisiko. Dafür übernimmt das Land Kosten, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden.

Spahn betonte: „Testen, testen, testen - aber gezielt.“ Das entspreche der mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) entwickelten nationalen Teststrategie. „Dies beinhaltet umfassendes präventives Testen im Gesundheitswesen und bei lokalen Ausbrüchen wie in Gütersloh.“ Auch wie in Nordrhein-Westfalen in Schlachthöfen zweimal die Woche zu testen, habe Sinn. (dpa)

+++ 27. Juni +++

Corona-Reproduktionszahl in Berlin weiter niedrig, nur acht neue Fälle

Das Coronavirus-Infektionsgeschehen in der Hauptstadt hat sich nach den jüngsten Zahlen der Gesundheitsverwaltung des Senats weiter verlangsamt. Demnach wurden am Sonntag gerade einmal acht neue Corona-Fälle gemeldet - insgesamt sind damit 8175 Corona-Infektionen offiziell: 7217 Patienten sind davon genesen, 958 Menschen sind demnach aktuell in Berlin an Covid-19 erkrankt. In Krankenhäusern isoliert werden 121 Personen, von denen 30 intensivmedizinisch behandelt werden. Die Zahl der bislang 213 an oder mit Covid-19 Verstorbenen hat sich nicht erhöht. Die Reproduktionszahl "R" hat sich nur minimal auf 0,57 erhöht, während der 7-Tages-"R"-Wert auf 0,73 zurückgegangen ist. Das bedeutet, dass sich Corona in Berlin weiter auf dem Rückzug befindet. Alle drei Corona-Warnampeln stehen auf Grün: Neben dem "R"-Wert bleibt die Inzidenz an Neuinfektionen mit 13,55 Fällen je 100.000 unter der Warnschwelle. Auch die Auslastung der Intensivstationen mit Covid-19-Patienten bleibt in Berlin gering. (BK) 

Pelosi fordert landesweite Masken-Pflicht für die USA

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie in den USA sollte das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit nach Ansicht der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, landesweit zur Pflicht werden. Dies sei «längst überfällig» sagte die Demokratin am Sonntag dem Sender ABC. Die Regierung müsse die Bedrohung durch die Pandemie endlich ernst nehmen, forderte sie. Während Präsident Donald Trump von Fortschritten im Kampf gegen das Coronavirus spreche, stünden die USA in Bezug auf Infektionen und Todesfälle in Wahrheit so schlecht da wie kein anderes Land, sagte Pelosi.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt den Menschen in Amerika, in der Öffentlichkeit Masken zu tragen, wann immer es nicht möglich ist, genügend Sicherheitsabstand zu anderen Menschen einzuhalten. Einzelne Bundesstaaten und Städte haben das Tragen von Masken, die Mund und Nase bedecken, inzwischen schon zur Pflicht erklärt, um der Pandemie Einhalt zu gebieten. Trump macht jedoch kein Geheimnis daraus, dass ihm das Tragen von Masken nicht liegt. (dpa)

Nobelpreisträger Yunus startet Aufruf für freien Corona-Impfstoff

Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus und mehr als 100 weitere namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Kunst setzen sich für die kostenlose Verteilung von Impfstoffen gegen das Corona-Virus weltweit und für alle Menschen ein. In einem am Sonntag gestarteten Aufruf werben sie dafür, dass Impfstoffe gegen das Sars-CoV-2-Virus als «globales, öffentliches Gut» (Global Common Good) angesehen und damit allen zur Verfügung stehen werden. Sie appellieren zugleich an die kollektive Verantwortung für alle schutzbedürftigen Menschen ohne jegliche Diskriminierung.

In dem Aufruf heißt es unter anderem, die Effizienz künftiger Impfkampagnen werde von der weltweiten Verfügbarkeit des Impfstoffes abhängen. Doch die Pandemie zeige die Stärken und Schwächen jedes einzelnen Landes sowie die Schwierigkeiten, Zugang zum Gesundheitssystem zu haben. Die Unterzeichner rufen Regierungen, UN-Chef António Guterres, die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie Stiftungen, Forschungslabore und andere Einrichtungen dazu auf, sich dieser Sichtweise anzuschließen. Jeder sei eingeladen, sich dem Aufruf auf der Webseite Vaccinecommongood.org anzuschließen. (dpa)

Polizei ahndet Corona-Verstöße und löst Partys auf

Vielfach sind am Wochenende in Düsseldorf, Köln und Bonn Partys und Zusammenkünfte eskaliert. Feiernde gerieten in den nordrhein-westfälischen Großstädten, aber etwa in München mit Polizei und Ordnungsdiensten aneinander. Dabei kam es zu Schlägereien von Gruppen untereinander sowie immer wieder zu Gewalt und Aggression gegenüber den Beamten, hieß es von der Polizei in NRW. Die Beteiligten seien zumeist stark alkoholisiert gewesen, hätten die Corona-Abstandsregeln missachtet, Polizisten beleidigt und sich respektlos gezeigt.

In München hätten viele Menschen ungeachtet der Corona-Pandemie gemeinsam gefeiert, hieß es von der Polizei in Bayern. In der Nacht von Freitag auf Samstag hätten sich in Spitzenzeiten bis zu 10.000 Menschen an der Isar aufgehalten, von Samstag auf Sonntag seien es rund 5000 gewesen. Laut Polizeiangaben blieb dabei alles friedlich. (dpa)

Erstmals keine neuen Corona-Toten in Madrid

Im spanischen Corona-Hotspot Madrid hat es erstmals seit dem Ausbruch der Pandemie binnen eines Tages keinen einzigen neuen Todesfall gegeben. «Großartige Nachricht: Gestern war der erste Tag, an dem Madrid keine Toten wegen Covid-19 registriert hat», schrieb Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso am Sonntag auf Twitter. Gemeinsam könne man es schaffen, «dass sich dieser Albtraum nicht wiederholt», so die konservative Politikerin.

Madrid, eine der 17 sogenannten Autonomen Gemeinschaften Spaniens, ist mit bisher mehr als 8400 Toten und knapp 72.000 nachgewiesenen Infektionen die von Corona am schwersten getroffene Region des Landes. Dahinter folgt Katalonien mit mehr als 5600 Todesfällen und über 61.000 Infektionen. In ganz Spanien waren bis Sonntag 28 314 Menschen gestorben, die positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet wurden. Die Zahl der registrierten Infektionen lag bei über 248.000. (dpa)

CDU-Gesundheitsexpertin gegen Corona-Massentests

Die CDU-Gesundheitsexpertin Karin Maag begegnet den in Bayern geplanten Corona-Tests für jeden mit Skepsis. Sie sieht darin Massentests quer durch die Bevölkerung und bezweifelt die Sinnhaftigkeit. «Wenn ich ganz frisch infiziert bin, schlägt der Test noch nicht an. Unmittelbar nach dem Test weiß ich, ob ich positiv beziehungsweise negativ getestet wurde, ich kann mich aber in den nächsten Tagen neu anstecken», sagte Maag der «Augsburger Allgemeinen» (Montagsausgabe). Aus ihrer Sicht sei es darum sinnvoll, weiter gezielt zu testen, «wo Menschen leben oder arbeiten, die besonders geschützt werden müssen».

Der bayerischen Staatsregierung warf sie Vorpreschen vor: «Es wäre schön, wenn sich alle, die sich auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt haben, auch daran hielten», sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag der Zeitung. (dpa)

«Fit wie ein Metzgershund»: Johnson macht Liegestütze bei Interview

Der britische Premierminister Boris Johnson hat mit einer ungewöhnlichen Aktion seine Fitness nach der überstandenen Coronavirus-Infektion unter Beweis gestellt. In einem aktuellen Interview mit der «Mail on Sunday» ging der Regierungschef auf die Knie und machte Liegestütze, wie die Zeitung am Sonntag berichtete. Ein Bild zeigte Johnson bei der Leibesübung zwischen Bürostuhl und Union-Jack-Fahne in seinem Büro in der Londoner Downing Street, die Krawatte schleifte dabei am Teppichboden.

Mit der Fitness-Demonstration wollte der britische Premier Gerüchten begegnen, seine Gesundheit sei seit seinem Krankenhausaufenthalt im April angeschlagen. Johnson musste wegen seiner Covid-19-Erkrankung damals sogar auf der Intensivstation behandelt werden. Er fühle sich inzwischen «fit wie ein Metzgershund», sagte der Premier der «Mail» zufolge. (dpa)

Halbe Million Chinesen müssen wegen Coronavirus-Ausbruchs in Lockdown

Runde eine halbe Million Chinesen, die in der Nähe von Peking leben, müssen wegen eines neuen Coronavirus-Ausbruchs in den Lockdown. Das teilten die chinesischen Behörden mit, nachdem am Sonntag die Zahl der Neuinfektionen in der Hauptstadt erneut gestiegen war. In den vergangenen 24 Stunden seien 14 neue Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Die Behörden versicherten aber, die Lage werde sich "verbessern".

Betroffen von dem Lockdown sind Chinesen im Kreis Anxin, der 150 Kilometer von Peking entfernt liegt. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde wird der Ort "vollständig abgeriegelt und kontrolliert". Die Bewohner müssten zu Hause bleiben. Nur ein Vertreter pro Familie dürfe rausgehen, um Einkäufe zu erledigen und Medizin zu besorgen, hieß es. (AFP)

Zahl der weltweiten Corona-Infektionen überschreitet Zehn-Millionen-Marke

Die Zahl der weltweit registrierten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus hat die Marke von zehn Millionen überschritten. Wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP vom Sonntag ergab, wurden rund um den Globus inzwischen 10.003.942 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen. Die Zahl der Todesfälle lag bei knapp 499.000.

Der am stärksten von der Pandemie betroffene Kontinent ist nach wie vor Europa: Dort wurden inzwischen mehr als 2,6 Millionen Infektionen und fast 196.000 Todesfälle registriert. Die Statistik der am schwersten betroffenen Länder wird weiterhin von den USA angeführt, wo mehr als 2,5 Millionen Menschen positiv auf das Virus getestet wurden und 125.539 starben. (AFP)

256 Corona-Neuinfektionen in Deutschland - Hotspot Gütersloh

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut bis Sonntagfrüh 256 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Die Zahl liegt deutlich unter dem Wert 687 vom Vortag, allerdings werden am Wochenende tendenziell weniger Infektionen gemeldet. Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise 193 499 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Sonntagmorgen mitteilte (Datenstand 28.06., 0.00 Uhr). 8957 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 200 mehr als noch einen Tag zuvor.

Besonders stark betroffen ist der Kreis Gütersloh, wo die Kennziffer der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage trotz Abwärtstendenz weiter deutlich über der entscheidenden Marke von 50 liegt. Laut RKI gab es im Kreis Gütersloh 132,9 solche Fälle - nach 164,2 am Samstag und 177,7 am Freitag. Am Dienstag hatte der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2 betragen. Wie der Kreis am Samstagabend mitteilte, wurden dort in den vergangenen sieben Tagen bis Freitag 75 Menschen positiv auf das Virus getestet, die keinen Bezug zum Unternehmen Tönnies haben. Grund für den Anstieg sei wohl vor allem die Ausweitung der Tests. (dpa)

Facebook-Seite von Kretschmann nach Angriffen geschlossen

Nach zahlreichen Drohungen und Beleidigungen auf der Facebook-Seite von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist die Seite vorübergehend vom Netz genommen worden. Die Seite sei nach Veröffentlichung des jüngsten Podcasts des Grünen-Politikers am Freitagabend ununterbrochen von sogenannten «Corona-Rebellen und Verschwörungsideologen» angegriffen worden, teilte die Pressestelle des Staatsministeriums am Samstagabend mit. Die Seite ließ sich auch am Sonntag nicht aufrufen. Ein Sprecher sagte, möglicherweise werde sie am Montag wieder online gestellt. (dpa)

Spahn: Corona-Test darf nicht in falscher Sicherheit wiegen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist für die Ausweitung von Corona-Tests in Deutschland, warnt aber vor einer Überbewertung der Ergebnisse. «Umfangreiches Testen ist sinnvoll, insbesondere um regionale Ausbrüche schnell einzudämmen. Dazu haben wir das Testkonzept des Bundes bereits vor Wochen angepasst», sagte Spahn am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zusätzliche Testangebote durch die Länder könnten das ergänzen. «Allerdings ist ein Test immer nur eine Momentaufnahme. Er darf nicht in falscher Sicherheit wiegen.»

Bayern hatte zuvor angekündigt, dass sich dort künftig jeder auf das Corona-Virus testen lassen kann, unabhängig davon, ob er Symptome hat oder einem besonderen Risiko ausgesetzt ist. Die Kosten will das Land übernehmen, sofern kein Anspruch auf Erstattung etwa durch die Krankenkasse besteht. Spahn hatte bereits vor knapp drei Wochen eine Verordnung verkündet, die eine Reihe zusätzlicher Testmöglichkeiten auf Kassenkosten festlegt, besonders in sensiblen Bereichen wie Kliniken, Pflegeheimen, Schulen und Kitas. (dpa)

In Bayern kann sich jeder Bürger auch ohne Symptome auf Corona testen lassen

In Bayern soll sich jeder Bürger unabhängig von Symptomen auf das Coronavirus testen lassen können. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) kündigte am Sonntag in München an, den Bürgern "zeitnah" anzubieten, "sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen". Menschen mit einem Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung sollten aber wie bisher prioritär getestet werden. (AFP)

Irans Präsident kündigt teilweise geltende Maskenpflicht an

Angesichts steigender Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus führt nun auch der Iran eine Maskenpflicht ein. Präsident Hassan Ruhani sagte am Sonntag in einem im Fernsehen übertragenen Treffen mit Gesundheitsexperten, von kommender Woche an gelte in "überdachten Räumen mit Menschenansammlungen" eine Mundschutzpflicht. Die Maßnahme gelte zunächst bis zum 22. Juli und könne gegebenenfalls verlängert werden. (AFP)

Corona-Patientin im Koma bringt Kind zur Welt

In Kolumbien hat eine am Coronavirus erkrankte Koma-Patientin einen Jungen geboren. Die Ärzte im Versalles-Krankenhaus in der Stadt Cali nahmen einen Kaiserschnitt bei der 36-jährigen Diana Angola vor, um den kleinen Jefferson zur Welt zu bringen, wie die Internistin Paula Velásquez der Nachrichtenagentur AFP sagte. Inzwischen ist Angola wieder gesund - und hofft, das Krankenhaus gemeinsam mit ihrem Sohn bald verlassen zu können.

Jefferson sei 14 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt gekommen und habe kurz nach der Geburt wiederbelebt werden müssen, sagte der an der komplizierten Geburt beteiligte Kinderarzt Edwin Olivo. Obwohl der Junge noch im Inkubator sei, entwickle er sich gut. Das Neugeborene gewinne zunehmend an Gewicht und atme leichter. Ein Coronavirus-Test sei negativ ausgefallen. (AFP)

Woidke: Neuer Lockdown in Corona-Krise wäre schlimm für Brandenburg

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat vor der Gefahr eines erneuten Herunterfahrens des öffentlichen Lebens in der Corona-Krise gewarnt. «Das wäre für Brandenburg, für die Brandenburger Wirtschaft das Schlimmste was passieren kann», sagte Woidke in der rbb-Sendung «Brandenburg aktuell», die Sonntagabend (19.30 Uhr) ausgestrahlt wird. Die Bürger rief er auf, die Maskenpflicht weiter ernst zu nehmen. Auch für ihn sei die Maske «nervig», erklärte Woidke. Er glaube aber, «dass diese kleine Unbequemlichkeit viel Schaden vermeiden kann». (dpa)

Virologe Streeck fordert Corona-Eingreiftruppe und warnt vor künftigen Pandemien

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat zur Bekämpfung des Coronavirus und anderer Infektionskrankheiten eine internationale Eingreiftruppe und einen entsprechenden nationalen Verband auf Bundesebene gefordert. Der Verlauf der Corona-Pandemie habe klar gemacht, "dass man das Robert-Koch-Institut und die Weltgesundheitsorganisation WHO stärken muss", sagte Streeck der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS).

Es müsse "ein Emergency Response Team der WHO geben" - eine Einheit, "die weltweit Infektionen eindämmen kann", forderte Streeck. So etwas würde er sich auch für Deutschland wünschen: "Eine Eingreiftruppe für Infektionskrankheiten. Einen Verband, der national agiert, nicht ausschließlich auf der Ebene der Länder." Streeck fügte hinzu, es sei sinnvoll, "dies beim Robert-Koch-Institut anzudocken, eigenes Eingreifpersonal zu haben" und auf das Technischen Hilfswerk (THW) zurückgreifen zu können. (AFP)

Corona-Fälle in Tokio steigen erneut - Höchststand seit Notstandsende

Japans Hauptstadt Tokio hat am Sonntag die höchste Zahl an Corona-Neuinfektionen seit der Aufhebung des nationalen Notstands Ende Mai registriert. Demnach wurden dort 60 Menschen binnen eines Tages positiv auf das Coronavirus getestet, wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete. Am Vortag waren es 57 Fälle gewesen. Seit einiger Zeit meldet Tokio täglich mehrere Dutzend Neuinfektionen. Als Schwerpunkte wurden unter anderem Tokios nächtliche Amüsierviertel ausgemacht. Landesweit stieg die Zahl am vergangenen Freitag erstmals seit Anfang Mai auf mehr als 100 Fälle. (dpa)

Mehr als 2,5 Millionen Corona-Infektionsfälle in den USA

In den USA hat die Zahl der registrierten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus die Schwelle von 2,5 Millionen überschritten. Am Samstagnachmittag (Ortszeit, 22.30 Uhr MESZ) lag die Zahl bei 2.500.419 Infektionsfällen, wie aus der Zählung der Johns Hopkins University in der US-Stadt Baltimore hervorging. Mehr als 125.000 Menschen starben in den Vereinigten Staaten an Covid-19, das ist fast ein Viertel der weltweit mehr als 495.000.

Einen Tageshöchstwert an Neuinfektionen verzeichnete der US-Bundesstaat Florida. Dort wurden binnen 24 Stunden 9585 neue Infektionsfälle gezählt, wie die örtlichen Gesundheitsbehörden mitteilten. Eine Reihe von Bundesstaaten verzeichnet derzeit die höchsten Ansteckungsraten seit Beginn der Corona-Krise. Besonders betroffen sind Staaten im Süden des Landes wie Florida, Texas und Arizona, aber auch im Westen wie Kalifornien. (AFP)

+++ 27. Juni +++

Corona-Ampeln in Berlin weiter auf Grün, nur 23 neue Fälle

Die Corona-Situation in der Hauptstadt entspannt sich weiter: Die Gesundheitsverwaltung des Senats meldet am Sonnabend gerade einmal 23 Neuinfektionen. Damit sind in Berlin insgesamt 8167 Fälle offiziell, einschließlich aller geheilten Patienten. In Berliner Krankenhäusern werden derzeit 121 Covid-19-Patienten behandelt, davon 31 auf Intensivstationen. Neue Todesfälle wurden nicht gemeldet.

Dementsprechend ist die Lage auf den Intensivstationen entspannt. Derzeit kommen auf 100.000 Berliner 13,58 Neuinfektionen pro Woche. Die Reproduktionszahl "R" bleibt mit 0,54 auf einem niedrigen Niveau: Dies bedeutet, dass derzeit zwei Erkrankte einen Menschen mit dem Coronavirus infizieren. Auch bei längerfristiger Betrachtung über einen Zeitraum von 7 Tagen liegt der Wert mit 0,86 deutlich unter 1. Mit anderen Worten: Trotz der Ausbrüche in mehreren Bezirken ist Corona in der Hauptstadt derzeit auf dem Rückzug. (BK)

Corona-Konferenz macht Hilfszusagen in Höhe von 6,15 Milliarden Euro

Beim internationalen Spendenmarathon für Impfstoffe und Behandlungen gegen die Lungenkrankheit Covid-19 sind neue Hilfszusagen in Höhe von 6,15 Milliarden Euro zusammengekommen. Das teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Samstagabend mit. (dpa)

Italiens Regierungschef will sich von Merkel keine Vorgaben machen lassen

Anlässlich eines Interviews von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der italienische Regierungschef Giuseppe Conte deutlich gemacht, dass er sich in der derzeitigen Wirtschaftskrise von Deutschland keine Vorgaben machen lassen will. "Ich bin derjenige, der die Bücher führt", sagte Conte am Samstag. Merkel hatte in der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe) gedrängt, dass Italien alle von der EU zur Verfügung gestellten Hilfsinstrumente nutzen möge, darunter auch den Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM.

An den Ansichten Merkels habe sich nichts geändert, sagte Conte auf einer Pressekonferenz. Die Bücher führten aber immer noch er und sein Wirtschaftsminister. Italien bereite einen Sanierungsplan vor, der im September vorgelegt werden soll, führte Conte weiter aus. (AFP)

Urlauber strömen an die Küsten: Erste Ostsee-Urlaubsorte überfüllt

Gut gefüllt: Der Strand von Zinnowitz auf Usedom am Sonnabend.
Foto: Stefan Sauer/dpa

Mit dem Beginn der Sommerferien in gleich sechs Bundesländern haben die Besucherströme an Deutschlands Küsten deutlich zugenommen. Der ein oder andere Badeort stieß bereits an seine Kapazitätsgrenzen. In anderen Region war der Andrang hingegen moderater. Und auch auf den Straßen blieben die ganz großen Staus bislang aus.

An der Ostsee - in den Urlaubsorten Scharbeutz und Haffkrug - waren am Samstagmittag die Grenzen für Parkplätze und für den Strand erreicht. Das teilte die Scharbeutzer Bürgermeisterin Bettina Schäfer in einem Facebook-Post mit. «Anreisende Gäste werden nur noch durch unsere Orte durchgeleitet.» Anwohner und der öffentliche Nahverkehr hätten freie Fahrt, auch Gäste zu Ferienwohnungen und Hotels. (dpa)

Volkswirte: Arbeitslosigkeit geht wegen Corona weiter nach oben

Volkswirte führender deutscher Finanzinstitute erwarten eine weiter steigende Arbeitslosigkeit in Deutschland im Zuge der Corona-Krise. «Die Zahl der Arbeitslosen dürfte in den nächsten Monaten weiter steigen, denn es wird weitere Entlassungen geben und die Unternehmen stellen weniger ein», sagte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatliche Förderbank KfW.

«Es kommt in den kommenden Monaten darauf an, dafür zu sorgen, dass sich die Arbeitslosigkeit nicht verfestigt und zu bleibenden Nachteilen führt», betonte sie. Dies gelte vor allem für junge Leute ohne Berufsabschluss. Die Ausbildung werde in der Corona-Krise wegen wirtschaftlicher Probleme, aber auch wegen praktischer Erfordernisse des Social Distancing zu einer Herausforderung. (dpa)

Bisher 9 Corona-Nachweise bei Tests in Bevölkerung im Kreis Gütersloh

Nach dem massiven Corona-Ausbruch im Tönnies-Werk Rheda-Wiedenbrück sind im Kreis Gütersloh bisher bei rund 4100 Tests in der Allgemeinbevölkerung 9 Infektionen nachgewiesen worden. Diese Zahlen nannte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) nach dem Besuch eines Testzentrums in Gütersloh am Samstag. Im Interview mit dem Nachrichtensender ntv sagte Laumann zu den 9 positiven Tests: «Das ist eine sehr niedrige Infektionsrate.» Gleichzeitig betonte er aber auch: «Ich will das jetzt überhaupt nicht bewerten.» Laumann geht in den kommenden Tagen von weiteren Tausenden Testergebnissen aus, aufgrund derer dann eine Entscheidung zu den Einschränkungen in der Region getroffen werden solle. (dpa)

Erste Urlauber aus Deutschland in Bulgarien eingetroffen

In Bulgarien haben die ersten deutschen Touristen seit Beginn der Corona-Krise ihren Sommerurlaub begonnen. Mit einem Charterflugzeug aus Frankfurt trafen am Samstag in der Schwarzmeer-Metropole Warna 120 Feriengäste ein. Auch aus Berlin und Hannover wurden bis zum Abend weitere Charterflüge erwartet. Die ersten Touristen aus Deutschland wählten die Badeorte Slatni Pjassazi (Goldstrand) und Albena für ihren Urlaub, wie das Staatsfernsehen in Sofia berichtete. (dpa)

Merkel warnt vor Corona-Leichtsinn - «Lage ist ernst»

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bürger angesichts der weiter bestehenden Gefahren durch das Coronavirus vor leichtsinnigem Verhalten gewarnt. «Die von dem Virus ausgehende Gefahr ist weiterhin ernst», sagte sie am Samstag in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Merkel wiederholte explizit ihren Appell vom Anfang der Krise Mitte März: «Nehmen Sie es ernst, denn es ist ernst.»

«Wir vergessen es leicht, weil Deutschland bislang einigermaßen gut durch die Krise gekommen ist, aber das heißt nicht, dass wir geschützt wären, dass die Gefahr gebannt wäre», betonte die Kanzlerin jetzt. «Dass dies nicht so ist, zeigen die sich aktuell rasant ausbreitenden regionalen Ausbrüche.»

Wenn es darum gehe, die Verbreitung des Virus einzudämmen, seien neben der Politik weiterhin alle Bürger gefragt. «Wir alle müssen es weiter als unsere gemeinschaftlich empfundene Verpflichtung verstehen, dass jeder und jede Einzelne unser aller Schicksal in der Hand haben, indem wir uns an die Regeln halten: Mindestabstand, Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Raum und Händewaschen.» (dpa)

Dehoga: Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Hotspots nötig

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg (Dehoga) hält das Beherbergungsverbot für Touristen aus Corona-Hotspots für notwendig. Er tue sich zwar mit der Entscheidung auch schwer, sagte Präsident Olaf Schöpe am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. «Ich denke aber, um Unheil von uns fernzuhalten, muss es diese Restriktionen geben.» Schöpe hofft, dass die Leute nicht zahlreich vor den Hotels und Pensionen stünden und dann wieder zurückgeschickt werden müssten. Informationen dazu hatte er zunächst nicht. Er gehe aber davon aus, dass die Menschen aus den betroffenen Landkreisen selbst die Information über die Beschränkungen hätten. (dpa)

Elf neue Corona-Infektionen in Brandenburg - kein neuer Todesfall

Die Zahl neuer Corona-Infektionen in Brandenburg bewegt sich im Vergleich zum Wochenbeginn weiter auf höherem Niveau. Von Freitag zu Samstag wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums (Stand: 10 Uhr) elf neue Fälle registriert. Von Donnerstag zu Freitag hatten die Behörden 15 Neuinfektionen gemeldet. Am Montag waren es innerhalb eines Tages dagegen nur drei bestätigte Fälle. Insgesamt liegt die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten bei 3448. Etwa 3140 Menschen gelten als genesen, das sind zehn mehr im Vergleich zum Vortag. Am Freitag war nach längerer Zeit ein neuer Todesfall hinzugekommen. Bislang starben 171 Corona-Patienten in Brandenburg. (dpa)

Türkei verhängt wegen Aufnahmeprüfungen landesweit Ausgehverbote

Die Türkei hat im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in allen 81 Provinzen wegen großangelegter Aufnahmeprüfungen für Universitäten Ausgangsbeschränkungen verhängt. Damit sollten am Samstag zu große Menschenmengen unter anderem in den öffentlichen Verkehrsmitteln verhindert werden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Maßnahme galt demnach zwischen 09.30 Uhr (Ortszeit/08.30 Uhr MESZ) und 15.00 Uhr (14.00 Uhr MESZ) und betraf alle Menschen mit Ausnahme der rund 2,4 Millionen Prüflinge und ihrer Familien.

Auch für Sonntag sollen zwischen 09.30 Uhr und 18.30 Uhr (Ortszeit) Ausgangsbeschränkungen gelten, wie das Innenministerium mitteilte. Bereits vergangene Woche hatte die Türkei einen ähnlichen zeitlich befristeten Lockdown verhängt, damals ging es um Aufnahmeprüfungen für 1,6 Millionen Schüler. (dpa)

Maas: Grenzschließungen in Europa nicht mehr ohne Abstimmung

Bundesaußenminister Heiko Maas schließt nicht aus, dass einzelne Grenzen in Europa bei einem drastischen Anstieg der Corona-Infektionen wieder geschlossen werden müssen. Er betont aber, dass dies nicht wieder ohne Abstimmung passieren dürfe. «Es ist nicht auszuschließen, dass man Grenzen wieder dicht machen muss, wenn das Infektionsgeschehen in einer bestimmten Region der EU deutlich höher ist als in einer anderen», sagte der SPD-Politiker in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Das müsse dann allerdings gesamteuropäisch koordiniert werden.

Zu Beginn der Corona-Pandemie hatten viele EU-Mitgliedstaaten - auch Deutschland - Grenzen im Alleingang geschlossen. Inzwischen sind fast alle Grenzen in der Europäischen Union und im grenzkontrollfreien Schengen-Raum wieder offen. Einzige Ausnahmen sind Norwegen und Finnland, die ihre Grenzen erst Mitte Juli wieder öffnen wollen. (dpa)

687 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 687 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 193 243 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Samstagmorgen meldete (Datenstand 27.06., 0.00 Uhr).

8954 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177 500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 26.6., 0.00 Uhr, bei 0,57 (Vortag: 0,59). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. (dpa)

Söder warnt vor früher zweiter Corona-Welle

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnt vor einer zweiten Corona-Welle. «Wir müssen wirklich aufpassen», sagte er in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft. «Wir dürfen nicht riskieren, dass wir sogar noch schneller als befürchtet, vor dem Herbst, eine zweite Welle bekommen, eine schleichende Welle, und überall regionale Lockdowns bekommen.» In der vergangenen Woche sei «unglaublich viel passiert», sagte er mit Blick auf Ausbrüche im Kreis Gütersloh, in Niedersachsen oder Berlin. Darum sei es unangebracht, darüber zu streiten, «ob diese Maßnahmen zuviel oder zu wenig sind» - sondern man müsse «handeln und entscheiden». (dpa)

Von der Leyen schließt Scheitern von Gipfel zu Aufbauplan nicht aus

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hält ein Scheitern des für Mitte Juli geplanten Sondergipfels zum Corona-Wiederaufbauplan für nicht ausgeschlossen. Ob eine Einigung im ersten Anlauf gelinge, müsse man sehen, sagte sie dem «Handelsblatt». Möglicherweise werde man einen zweiten Gipfel brauchen.

Bei einer Videokonferenz vor rund einer Woche hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und etliche ihrer Kollegen zahlreiche Kritikpunkte am Vorschlag der EU-Kommission für ein milliardenschweres Programm zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise geäußert. Länder wie die Niederlande wollen zum Beispiel nicht, dass EU-Hilfsgelder in Form von nicht zurückzahlbaren Zuschüssen vergeben werden. Deutschland kritisiert unter anderem die Kriterien für die Mittelvergabe.

Der aktuelle Vorschlag der EU-Kommission sieht konkret vor, 750 Milliarden Euro an den Finanzmärkten aufzunehmen und das Geld dann in ein Konjunktur- und Investitionsprogramm zu stecken. 500 Milliarden Euro könnten demnach als Zuschüsse an die EU-Staaten fließen, der Rest als Kredite. Die Schulden sollen bis 2058 gemeinsam aus dem EU-Haushalt abbezahlt werden. Verhandelt wird der Plan zusammen mit dem nächsten siebenjährigen EU-Finanzrahmen, für den die Kommission 1,1 Billionen Euro ansetzt. (dpa)

Angeblich Corona-frei - Turkmenistan verheimlicht Corona-Epidemie

In der Corona-Pandemie verheimlicht die zentralasiatische Republik Turkmenistan Menschenrechtlern und Diplomaten zufolge weiter die Ausbreitung des gefährlichen Virus. Die Regierung in dem autoritär geführten Staat an der Grenze zum Iran gefährde mit ihrem Schweigen Menschenleben, teilte die Organisation Human Rights Watch (HRW) am Samstag mit. Nach offiziellen Angaben gibt es in der Ex-Sowjetrepublik, die ähnlich abgeschottet ist wie Nordkorea, keinen einzigen Fall der Lungenkrankheit Covid-19. HRW listet aber zahlreiche Quellen auf, die das Gegenteil belegen, darunter auch mehrere Todesfälle von Ärzten.

Die deutsche Botschaft in der turkmenischen Hauptstadt Aschgabat (auch Aschchabat) hat ihren Betrieb wegen Covid-19 nach Darstellung ihrer Internetseite bereits seit April eingeschränkt. Die US-Botschaft dort berichtet auf ihrer Webseite über das Infektionsgeschehen. Das turkmenische Außenministerium wiederum warf den US-Diplomaten vor, Falschnachrichten zu verbreiten. Unabhängige Medien gibt es in dem Land am Kaspischen Meer nicht. (dpa)

Peru hebt Corona-Ausgangssperre teilweise auf - Argentinien verschärft Maßnahmen

Die Regierung in Peru hat die Aufhebung der strikten Ausgangssperre für den Großraum Lima und mehrere weitere Regionen des Landes am kommenden Dienstag angekündigt. Gemäß einem am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Dekret des Präsidenten sollen die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie jedoch in sieben der insgesamt 25 Provinzen in Kraft bleiben. Argentinien kündigte unterdessen eine drastische Verschärfung der Corona-Beschränkungen für die Hauptstadtregion Buenos Aires an.

Die landesweite Ausgangssperre in Peru gilt bereits seit mehr als hundert Tagen. Nach Regierungsangaben ist das neuartige Coronavirus in der Hauptstadtregion inzwischen auf dem Rückzug - obwohl dort 70 Prozent der mehr als 270.000 landesweit registrierten Infektionsfälle gezählt wurden. (AFP)

Britische Regierung will Quarantänepflicht für Reisende lockern

Die britische Regierung will Reisende aus einer Reihe von Ländern von der umstrittenen Pflicht zur 14-tägigen Isolation befreien. Das berichteten mehrere Medien am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach soll am Montag eine Liste von Staaten vorgelegt werden, die vom 6. Juli an von der Regelung ausgenommen sind. Dazu sollen unter anderem Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und auch Deutschland gehören, so die Berichte. Reisende aus Portugal, Schweden und den USA müssen sich demnach hingegen weiterhin nach Betreten des Landes für zwei Wochen isolieren.

Die Maßnahme war am 8. Juni in Kraft getreten und von verschiedenen Seiten heftig kritisiert worden. Mehrere Fluggesellschaften hatten Klage dagegen eingereicht. Auch in der konservativen Regierungspartei von Premierminister Boris Johnson rumorte es. Kein anderes Land in Europa hat so viele Todesfälle durch die Coronavirus-Pandemie verzeichnet wie Großbritannien. Dort starben bislang mehr als 43.500 Menschen, nachdem sie positiv auf das Virus getestet wurden.(dpa)

Krankenkasse: Wenigste Krankmeldungen in einem Mai seit zehn Jahren

Bei der Techniker Krankenkasse (TK) haben sich im Mai so wenige Arbeitnehmer krank gemeldet, wie in keinem Mai der vergangenen zehn Jahre. Demnach lag der Anteil krankgeschriebener Beschäftigter bei 3,35 Prozent, wie eine Auswertung der Kasse zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 2010 lag der Anteil im Monat Mai bei 3,39 Prozent. Der niedrigste Mai-Krankenstand seit Beginn der Auswertungen wurde nach Angaben der TK 2006 mit 2,92 Prozent gemessen.

Im März hatte der Krankenstand mit 6,88 Prozent noch den höchsten Wert seit 20 Jahren erreicht, eher er im April auf 3,99 Prozent gesunken war. Damals wurde der Anstieg auch mit präventiven Krankmeldungen aufgrund der Corona-Pandemie erklärt. TK-Chef Jens Baas führt den seit April währenden Rückgang unter anderem auf das Ende der Erkältungssaison zurück, die jedes Jahr für hohe Fehlzeiten verantwortlich sei. «Zum anderen kommen da aber sicher auch eine Reihe von Faktoren hinzu: allgemein verbesserte Hygienemaßnahmen, mehr Homeoffice, weniger Sport-, Schul- und Wegeunfälle, aber auch Faktoren wie eine unsicherere Arbeitsmarktsituation», wird Baas zitiert. (dpa)

+++ 26. Juni +++

Abstandhalten am vollen Strand - Gästeansturm an den Küsten

Der Timmendorfer Strand am Freitag
Carsten Rehder/dpa

Nach wochenlangem Corona-Lockdown endlich Urlaub und ab an die Küste: Mit dem Ferienbeginn in mehreren Bundesländern ist es an den deutschen Strandorten endgültig voll geworden. An den Stränden wimmelte es am Freitag von sonnenhungrigen Menschen, und wer etwa in den beliebten Orten an der Lübecker Bucht noch einen Strandkorb ergattern wollte, stand meist vor dem Schild: «Belegt».

In Hamburg, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben die Sommerferien bereits begonnen. In Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen geht es am Wochenende richtig los. Es wird die erste große Reisewelle des Sommers erwartet, der ADAC rechnet mit teils langen Staus auf den Autobahnen.

Der Kieler Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) machte sich am Freitag in Timmendorfer Strand ein Bild von der Lage. «Aus der Ferne betrachtet sieht der Strand schon sehr voll aus, aber wenn man näher ran geht, sieht man, dass die Menschen die nötigen Abstände mehrheitlich einhalten», bilanziert er. (dpa)

«Zweite Phase»: Senat beschließt umfangreiches Corona-Hilfsprogramm 

Berliner Unternehmen und Start-ups, aber auch Vereine und Kulturinstitutionen können mit weiteren Staatshilfen in der Corona-Krise rechnen. Der Senat beschloss am Freitag ein Programm, das insgesamt bis zu 1,8 Milliarden Euro umfasst. Darunter sind 1,3 Milliarden Euro vom Bund und 500 Millionen Euro vom Land.

Ein großer Teil entfällt auf die Wirtschaft, hier speziell auf Unternehmen mit mehr als zehn und bis zu 250 Beschäftigten. Sie sollen erstmals Zuschüsse erhalten können, die sie nicht zurückzahlen müssen. Das hatten Wirtschaftsverbände seit langem gefordert. Allerdings sollen diese Zuschüsse zumeist zielgerichtet ausgezahlt werden, wie Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) erläuterte. So stehen 90 Millionen Euro für Mietzuschüsse zur Verfügung: Den Betrieben werden ihre Gewerbemieten für April und Mai teilweise erstattet, pro Firma fließen bis zu 10.000 Euro. (dpa)

"R"-Zahl deutlich gesunken - Coronavirus in Berlin auf dem Rückzug

Ausbrüche in mehreren Berliner Bezirken haben in den vergangenen Tagen zu steigenden Neuinfektionen geführt. Dennoch stehen alle drei Corona-Warnampeln derzeit auf Grün. Bemerkenswert: Die Reproduktionszahl "R" ist deutlich gesunken und steht nur noch auf einem Wert von 0,48. Dies bedeutet, dass auf zwei Corona-Patienten weniger als eine neuinfizierte Person kommt. Das Coronavirus ist also nach den aktuellen Zahlen der Gesundheitsverwaltung des Senats auf dem Rückzug.

Da der "R"-Wert bei niedriger Neuinfektions-Inzidenz häufig schwankt, berechnet die Gesundheitsverwaltung auch einen sogenannten 7-Tages-"R"-Wert. Auch dieser liegt mit 0,93 unter 1: Selbst unter Einbeziehung der jüngsten Corona-Ausbrüche und gestiegenen Neuinfektionen der vergangenen Tage bleibt das Infektionsgeschehen in Berlin rückläufig.

Derzeit kommen auf 100.000 Berliner 13,58 Infizierte. Die Lage auf den Intensivstationen ist entspannt. 49 neue Corona-Fälle wurden am seit Donnerstag bekannt - damit sind einschließlich aller genesenen Patienten in der Hauptstadt 8144 Fälle offiziell. 128 Corona-Patienten werden derzeit in Berliner Krankenhäusern behandelt, davon 32 intensivmedizinisch. Ein neuer Corona-Todesfall wurde gemeldet, damit beläuft sich die Gesamtzahl der Corona-Toten in der Hauptstadt auf 213. (BK)

Rekord bei Corona-Neuinfektionen in USA - Pence sieht dennoch «bemerkenswerte Fortschritte».

Trotz Rekordzahlen bei Corona-Neuinfektionen in den USA sieht US-Vizepräsident Mike Pence deutliche Erfolge im Kampf gegen das Virus. «Wir haben wirklich bemerkenswerte Fortschritte gemacht», sagte Pence am Freitag in Washington beim ersten Briefing der Coronavirus-Taskforce des Weißen Hauses seit fast zwei Monaten. Zwar steige die Zahl der bestätigten Neuinfektionen besonders in südlichen Bundesstaaten. Die Zahl der Todesopfer sinke aber landesweit. Die Lage sei daher deutlich besser als vor zwei Monaten.

Mit fast 40 000 gemeldeten Fällen hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA am Donnerstag nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität einen neuen Höchststand erreicht. Pence - der der Coronavirus-Taskforce im Weißen Haus vorsteht - sagte: «Wir haben mehr als 126 000 unserer Landsleute an die Krankheit verloren.» Seit Beginn der Pandemie hätten sich mehr als 2,5 Millionen Menschen in den USA nachgewiesenermaßen mit Sars-CoV-2 infiziert - das ist mehr als in jedem anderen Land der Welt. (dpa)

Quarantäne für 1100 Schlachthof-Mitarbeiter und Kontakte in Oldenburg

Nach den Reihentests in einem Putenschlachthof in Wildeshausen im niedersächsischen Kreis Oldenburg ist für alle rund 1100 Mitarbeiter sowie deren Kontaktpersonen eine Quarantäne von zwei Wochen angeordnet worden. Das teilte der Landkreis am Freitag mit. «Die primäre Aufgabe ist es, die Bevölkerung vor weiteren Infektionen zu schützen», sagte Landrat Carsten Harings. Insgesamt gibt es in dem Schlachtbetrieb bei 1183 vorliegenden Testergebnissen 46 positive Fälle einer Covid-19-Infektion. Der Schlachthof Geestland Putenspezialitäten in Wildeshausen fährt nun schrittweise den Betrieb herunter, er wird für zwei Wochen geschlossen. (dpa)

Kein Mundschutz in Tegel - Kretschmann entschuldigt sich via Youtube

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich dafür entschuldigt, dass er trotz der Corona-Vorschriften am Berliner Flughafen Tegel kurz keinen Mundschutz trug.

«Es war ein Fehler, und das tut mir leid. Bitte nehmen Sie das nicht als Vorbild», sagte er in seinem am Freitag auf YouTube veröffentlichten Statement. Journalisten und viele Bürger hätten ihn über die Social-Media-Kanäle erinnert, dass er im Flughafen einmal die Atemmaske abgenommen habe. «Das stimmt. Ich habe in der Wartehalle schnell ein paar Süßigkeiten gegessen und dabei meine Maske abgenommen.» (dpa)

Kostenbescheide: Zurückgeholte Urlauber müssen zwischen 200 und 1000 Euro zahlen

Das Auswärtige Amt hat die ersten tausend Kostenbescheide an Urlauber verschickt, die wegen der Corona-Krise aus dem Ausland zurückgeholt werden mussten. Für die Reisenden gelte eine vierteilige Preisstaffel je nach Reiseland zwischen 200 und 1000 Euro, hieß es am Freitag aus dem Außenministerium. Insgesamt sollen demnach in den kommenden Monaten 67.000 Reisende solche Bescheide erhalten, damit sie sich an den Kosten der Rückholaktion beteiligen.

Darunter seien etwa 56.000 Deutsche und gut 11.000 Bürger anderer Staaten vorwiegend der EU, hieß es weiter. Ausschlaggebend für die stark pauschalisierte Berechnung seien die ungefähren Durchschnittskosten für ein Economy-Ticket sowie die Kosten vergleichbarer Rückholaktionen anderer EU-Staaten. (AFP)

Britischer Gesundheitsminister droht mit Schließung von Stränden

Der Strand von Bournemouth am Mittwoch
Foto: Andrew Matthews/PA Wire/dpa

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hat wegen Missachtung von Corona-Vorschriften mit der Schließung von Stränden gedroht. «Das Letzte, was die Leute wollen, ist, dass das Virus wiederkommt», sagte Hancock dem Sender TalkRadio. Die Vorschriften zur sozialen Distanz müssten eingehalten und eine zweite Pandemie-Welle verhindert werden. Sollten die Fallzahlen wieder steigen, dann werde die Regierung handeln. «Wir dürfen nicht rückwärts gehen. (...) Wir müssen diese Krankheit stoppen.»

Großbritannien ist am schlimmsten in Europa von der Corona-Krise betroffen. Jeder Landesteil hat eigene Vorschriften im Kampf gegen die Pandemie. Premier Boris Johnson hatte schon vor Wochen Tagesausflüge in England erlaubt und war damit auf Kritik gestoßen. (dpa)

Hygieneschutz: Italien verbietet Benutzung von Handgepäckfächern in Flugzeugen

Auf Flugreisen von oder nach Italien ist angesichts der Corona-Pandemie künftig die Benutzung von Handgepäckfächern verboten. Italienische Nachrichtenagenturen veröffentlichten am Freitag eine entsprechende Bestimmung der italienischen Zivilluftfahrtbehörde Enac. Die neue Regelung, die den Fluggesellschaften am Donnerstag angekündigt wurde, ist demnach das Ergebnis einer Regierungsanordnung, der zufolge Passagiere nur noch mit einer kleinen Tasche einsteigen dürfen, die unter den Sitz vor ihnen verstaut werden soll.

Durch das Verbot sollten ein enger Kontakt zwischen den Passagieren und zu viele Bewegungsabläufe in den Flugzeugkabinen vermieden werden. Die Fluggesellschaften dürften von den Reisenden zudem keine zusätzlichen Gebühren verlangen, wenn sie ihre Gepäckstücke im Frachtraum des Flugzeugs verstauen lassen wollen, erklärte Enac weiter. (AFP)

Bezirksregierung: Ausbruch im Kreis Warendorf eingegrenzt

Der Corona-Ausbruch im Tönnies-Werk Rheda-Wiedenbrück beschränkt sich im benachbarten Kreis Warendorf laut Bezirksregierung bislang auf dort wohnende Mitarbeiter. Das bestätigten die bisherigen Testergebnisse, teilte ein Sprecher am Freitag in Münster mit. Das Robert Koch-Institut hatte in der Nacht Zahlen zur Kennziffer der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage im Kreis Warendorf veröffentlicht. Diese Marke war mit 47,9 unter den entscheidenden Wert von 50 gefallen. Am Donnerstag lag dieser Wert noch bei 50,4.

Nach Zahlen der Bezirksregierung (Stand Freitag, 12.30 Uhr) sind im Kreis Warendorf - in Nachbarschaft zum Kreis Gütersloh mit dem Tönnies-Stammsitz - aktuell 218 Menschen mit Corona infiziert (Vortag 217), in der gesamten Corona-Krise wurden 723 Infizierte gezählt, 485 gelten als genesen. Der Kreis Warendorf hat rund 280.000 Einwohner. (dpa)

Polizei will Maskenpflicht in U-Bahnen und Bussen kontrollieren

Wegen der möglichen Bußgelder für Verstöße gegen die Maskenpflicht in U-Bahnen und Bussen will die Berliner Polizei künftig auch dort kontrollieren. Man werde im öffentlichen Personennahverkehr, in Geschäften, Restaurants und Kneipen auf die Einhaltung der Corona-Regeln achten, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Polizisten sollen dazu auch in Bussen und U-Bahnen unterwegs sein. Für die S-Bahnen sei die Bundespolizei zuständig. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen die Fahrgäste mit Aufklebern an allen Türen ihrer Fahrzeuge noch mal auf die Maskenpflicht hinweisen. (dpa)

Umfrage: Jeder vierte Deutsche will Corona-Warn-App auch im Urlaub nutzen

Auch während des Sommerurlaubs haben viele Deutsche die Corona-Pandemie auf dem Schirm: Wie aus einer am Freitag veröffentlichten Umfrage im Auftrag der E-Mail-Anbieter GMX und web.de hervorgehen, will fast jeder vierte Bundesbürger (24 Prozent) die Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts in den Ferien nutzen. Die App des Auswärtigen Amts, um Reisewarnungen zu erhalten, würde jeder Sechste herunterladen. (AFP)

Auch Brandenburg beschließt Beherbergungsverbot

Auch Brandenburg hat ein Verbot für die Unterbringung von Menschen aus Corona-Risikogebieten beschlossen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur verständigte sich das Kabinett am Freitag auf ein Beherbergungsverbot für Menschen aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hatte zuvor darüber berichtet. Nach einem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies im Kreis Gütersloh hatten mehrere Bundesländer Beherbergungsverbote für Gäste aus bestimmten Risikogebieten beschlossen. (dpa)

Zeitpunkt der Anreise entscheidend für Übernachtungsverbot in Bayern

Wer eine Reise nach Bayern plant und aus einem Corona-Hotspot kommt, muss den Tag seiner Anreise genau beachten. Seit Donnerstag gilt im Freistaat ein Beherbergungsverbot für Menschen aus besonders betroffenen Regionen. Betroffen sind Kreise und kreisfreie Städte mit binnen sieben Tagen mehr als 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern.

„Wenn der maßgebliche Inzidenzwert unter 50 gefallen ist, dürfen Bürger aus dem betreffenden Landkreis von bayerischen Beherbergungsbetrieben wieder aufgenommen werden“, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am Freitag. «Sie dürfen dann auch unabhängig von der weiteren Entwicklung der Inzidenz bleiben. Maßgeblich ist insoweit der Zeitpunkt der Anreise.»

Neben Bayern haben auch andere Länder wie Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Baden-Württemberg ein Beherbergungsverbot oder andere Beschränkungen für Menschen aus Corona-Risikogebieten festgelegt. Von dem Verbot im Freistaat ausgenommen sind Menschen, die über einen negativen Corona-Test verfügen und ein ärztliches Attest vorweisen können sowie Gäste, „die zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch veranlasst anreisen“ oder die „einen sonstigen triftigen Reisegrund“ nachweisen können wie den Besuch bei Familienangehörigen oder zur Pflege Schutzbedürftiger. (dpa)

„Deutschlandtrend“: Angst vor Corona-Infektion hat deutlich abgenommen

Die Furcht der Deutschen vor einer Infektion mit dem Coronavirus hat einer Umfrage zufolge deutlich abgenommen. Lediglich noch 24 Prozent der Befragten im neuen ARD-„Deutschlandtrend“ machten sich ernsthaft Sorge wegen einer Ansteckung, wie der WDR in der Nacht zum Freitag mitteilte. Ende März hatten demnach noch 55 Prozent der Befragten gesagt, sie seien in Sorge, dass sie selbst oder ein Familienmitglied sich anstecke.

Vor dem Hintergrund der Pandemie wollen der Erhebung zufolge viele Bürger ihren Urlaub daheim verbringen. 87 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, sie hätten schon über ihre Urlaubspläne entschieden. Davon sagten wiederum 51 Prozent, sie wollten dieses Mal zu Hause bleiben. 35 Prozent wollen demnach innerhalb Deutschlands verreisen, 17 Prozent ins europäische Ausland und lediglich zwei Prozent in ein Land außerhalb Europas. Bei den Reisezielen waren Mehrfachnennungen möglich. (AFP)

477 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 477 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 192.556 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Freitagmorgen meldete (Datenstand 26. Juni, 0 Uhr).

8948 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 21 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 300 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 25. Juni, 0 Uhr, bei 0,59 (Vortag: 0,72). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. (dpa)

Studie: Nur sehr wenige Kinder sterben an Coronavirus-Infektion

Die Sterblichkeitsrate unter mit dem Coronavirus infizierten Kindern ist laut einer europaweiten Studie sehr gering. Weniger als ein Prozent der infizierten Kinder und Jugendlichen sterben an den Folgen der Infektion, geht aus der am Donnerstag von der Fachzeitschrift „The Lancet Child & Adolescent Health“ veröffentlichten Untersuchung hervor.

Bei der großen Mehrheit der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Kinder und Jugendlichen nehme die Erkrankung nur einen „milden“ Verlauf, erklärte der Leiter der Studie, Marc Tebruegge vom University College London.

Für die Untersuchung hatte das europäische Forscherteam die Krankheitsverläufe von 582 Minderjährigen im Alter zwischen drei und 18 Jahren ausgewertet, die in 82 Gesundheitseinrichtungen versorgt worden waren. Alle diese Kinder und Jugendlichen waren positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nur vier von ihnen starben. Zwei der Verstorbenen hatten Vorerkrankungen. (AFP)

+++ 25. Juni +++

Umfrage: Die Meisten ohne große Sorgen über mögliche Corona-Infektion

Lediglich jeder vierte Wahlberechtigte (24 Prozent) sorgt sich einer Umfrage zufolge ernsthaft über eine Infektion mit dem Coronavirus. 75 Prozent der Befragten machen sich darüber keine großen Sorgen, wie der am späten Donnerstagabend vorab veröffentlichte neue Deutschlandtrend im ARD-Morgenmagazin zeigt. Ende März waren nach der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap mit 55 Prozent noch mehr als doppelt so viele Bürger besorgt, sie selbst oder ein Familienmitglied könnten sich anstecken.

Trotz vieler Befragter, die sich keine großen Sorgen über eine mögliche Ansteckung machen, planen die allermeisten keine Sommerreise oder bleiben in Deutschland. Von denjenigen, die sich mit Blick auf den Sommerurlaub schon festgelegt haben, gibt mehr als die Hälfte (51 Prozent) an, zu Hause zu bleiben. Ein gutes Drittel (35 Prozent) plant, eine Urlaubsreise innerhalb Deutschlands anzutreten. 17 Prozent haben demnach vor, ins europäische Ausland zu reisen. Lediglich 2 Prozent können sich vorstellen, ihren Urlaub außerhalb von Europa zu verbringen. (dpa)

CDC: Zehnmal mehr Amerikaner mit Corona infiziert als bekannt

In den USA haben sich nach Schätzungen der Gesundheitsbehörde CDC wohl rund zehnmal mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert als bislang bekannt. «Für jeden Fall, den wir verzeichnet haben, gab es wahrscheinlich zehn weitere Infektionen», sagte CDC-Direktor Robert Redfield bei einer telefonischen Pressekonferenz am Donnerstag. Das sei vor allem auf asymptomatische Infektionen zurückzuführen und darauf, dass in den USA in den ersten Monaten des Ausbruchs deutlich weniger getestet worden sei als jetzt. «Mit den Methoden, die wir im April und Mai benutzt haben, haben wir wahrscheinlich rund zehn Prozent der Infektionen verzeichnet.» (dpa)

75 neue Corona-Fälle in Berlin, alle Ampeln wieder auf Grün

Die Zahl der in Berlin gemeldeten Corona-Patienten ist um weitere 75 Fälle gewachsen, dennoch ist die Reproduktionszahl "R" deutlich gefallen. 8095 Corona-Fälle meldet Berlins Gesundheitsverwaltung des Senats. Es bleibt bei 212 Todesfällen. Derzeit werden 135 Corona-Patienten im Krankenhaus behandelt, davon 34 intensivmedizinisch. 

Nachdem die Reproduktionszahl "R" mehrere Tage hintereinander in Berlin den Wert von 1,2 überschritten hatte, steht sie nunmehr bei 0,76. Das bedeutet, dass ein Erkrankter derzeit weniger als eine weitere Person ansteckt. Trotz Corona-Ausbrüchen in mehreren Bezirken ist das Virus also derzeit im Rückzug. Allerdings liegt der 7-Tage-"R"-Wert etwas höher, bei 1,05. Die entsprechende Warnampel steht nun wieder auf Grün, ebenso wie die anderen beiden Warnampeln. Die eine bezieht sich auf die Inzidenz bei Neuinfektionen: Diese steht nunmehr bei 13,63 Fällen auf 100.000 Einwohner. Würde die Zahl 20 überschreiten, spränge die Warnampeln auf Gelb, bei 30 Fällen auf Rot. Sehr entspannt bleibt die Auslastung der Intensivstationen mit Covid-19-Patienten: Auch diese Warnampel bleibt somit grün. (BK)

Norwegen und Dänemark wollen Reise-Beschränkungen lockern

Norwegen und Dänemark haben weitere Lockerungen ihrer Reise-Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie angekündigt. Ab Samstag dürfen die Dänen wieder in die meisten europäischen Länder reisen, wie die Regierung in Kopenhagen am Donnerstag mitteilte. Voraussetzung für die Aufhebung der Reisewarnung ist vor allem, dass die Zahl der Neuinfektionen im jeweiligen Land unter 20 pro 100.000 Einwohner liegt.

Abgeraten wird den Dänen weiterhin von Reisen nach Großbritannien, Irland, Malta, Portugal, Rumänien und in fast alle Regionen Schwedens. Am 15. Juni hatte Dänemark seine Grenzen bereits wieder für Deutsche, Norweger und Isländer geöffnet. Die erneute Lockerung zeige, dass die Situation in großen Teilen Europas besser sei als noch vor kurzem gedacht, erklärte Außenminister Jeppe Kofod. (AFP)

Drei positive Befunde bei 1655 vorliegenden Corona-Tests im Kreis Güterloh

Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies im Landkreis Gütersloh haben die Behörden einen weiteren Zwischenstand der freiwilligen Tests bei Bürgern des Kreises bekannt gegeben. Von zunächst 1655 vorliegenden Befunden waren drei positiv, wie ein Kreissprecher auf AFP-Anfrage mitteilte. Insgesamt wurden demnach bislang 2521 Abstriche bei den Testungen genommen, die aber noch nicht alle ausgewertet sind. Zwei der drei positiven Testergebnisse werden demnach als schwach positiv eingestuft. In Abstimmung mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) und dem Landeszentrum für Gesundheit würden diese Fälle zu den positiven gezählt, erklärte die Kreisverwaltung. (AFP)

Gemeinden des Großraums Lissabon müssen wieder in den Lockdown

Wegen einer Zunahme der Corona-Infektionen müssen weite Teile des Großraums Lissabon am 1. Juli zwei Wochen lang wieder in den Lockdown. Das gab der portugiesische Ministerpräsident António Costa am Donnerstag bekannt. Die Bewohner der 19 betroffenen Gemeinden im Großraum der Hauptstadt werden demnach nur noch aus dem Haus gehen dürfen, um Einkäufe zu tätigen, zur Arbeit zu fahren oder einen Arzt aufzusuchen. In dieser Zeit werden dort nur Versammlungen von maximal fünf Personen zulässig sein. Die Bezirke im Zentrum Lissabons sind nicht betroffen. (dpa)

USA: 1,4 Milliarden Dollar Corona-Direkthilfe gingen an Verstorbene

Die US-Regierung hat in der Corona-Krise Direkthilfen in Milliardenhöhe an fast 1,1 Millionen Verstorbene ausgestellt. Die Summe der Zahlungen belaufe sich für die Monate März und April auf annähernd 1,4 Milliarden US-Dollar (1,2 Mrd Euro), erklärte der Rechnungshof des US-Kongresses (GAO) am Donnerstag. Die Direkthilfen sind Teil eines Konjunkturpakets, das Schecks über 1200 Dollar für Millionen Amerikaner vorsah. Insgesamt seien 160,4 Millionen Zahlungen im Gesamtwert von 269 Milliarden US-Dollar gemacht worden, berichtete die überparteiliche Kontrollbehörde. (dpa)

Hans: Reisen für Menschen aus Corona-Hotspots bundesweit verbieten

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat sich für ein Verbot von Reisen für Menschen aus Landkreisen mit hohen Corona-Infektionszahlen ausgesprochen. Eine «bundesweit einheitliche Verfahrensweise» gegenüber «Reisenden aus betroffenen Gebieten» sei nötig, teilte er am Donnerstag in Saarbrücken mit. «Damit lokal begrenzte Lockdowns funktionieren, sollten Reisen aus Landkreisen mit hohem Infektionsgeschehen nicht möglich sein.» Zuvor hatten Medien darüber berichtet.

Hans habe dem Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, Markus Söder (CSU), in einem Schreiben vorgeschlagen, «dass Bund und Länder gemeinsam Kriterien und daraus abzuleitende Maßnahmen festlegen». Damit solle «ein Flickenteppich verschiedener Regelungen» vermieden werden. Die Saar-Regierung erwäge «im Geleitzug anderer Länder» einen entsprechenden Passus in einer neuen Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, die am Montag in Kraft treten solle. (dpa)

Hamburger Senat prüft Quarantäneregel für deutsche Corona-Hotspots

Besucher aus deutschen Corona-Hotspots wie dem Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen müssen eventuell in Hamburg künftig mit einer Quarantäne rechnen. Wie ein Sprecher der Gesundheitsbehörde am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur sagte, wird eine entsprechende Anpassung der Verordnung zur Eindämmung der Pandemie derzeit im Senat geprüft. Eine Entscheidung soll am kommenden Dienstag fallen.

Die Corona-Verordnung der Stadt sieht Quarantäneregelungen derzeit ausschließlich für Einreisende aus dem Ausland vor. Wer sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von 14 Tagen vor Einreise in die Hansestadt in einem vom Robert Koch-Institut (RKI) eingestuften Risikogebiet aufgehalten hat, ist verpflichtet, sich direkt in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne zu begeben. Zudem müssen die Behörden unverzüglich informiert werden. (dpa)

Antikörper-Studie: Über 42 Prozent der Bürger Ischgls waren infiziert 

Eine neue Untersuchung liefert Zündstoff zur Rolle von Ischgl in Österreich bei der Verbreitung des Coronavirus. Nach Angaben der Medizinischen Universität Innsbruck haben 42,4 Prozent der in einer umfassenden Studie getesteten Bürger Antikörper auf das Coronavirus gebildet. Das sei der weltweit höchste bisher publizierte Wert, sagte die Direktorin des Instituts für Virologie, Dorothee von Laer, am Donnerstag in Innsbruck.

Zum Vergleich: In einem der ersten Corona-Hotspots in Deutschland, Gangelt im Kreis Heinsberg, waren laut einer Anfang April durchgeführten Studie gut 15 Prozent der Einwohner infiziert oder hatten eine Infektion bereits hinter sich. Den Angaben aus Innsbruck zufolge wiesen vergleichbare Studien für Gröden in Südtirol Werte von 27 Prozent und für Genf von zehn Prozent auf. Antikörper im Blut gelten als Nachweis für eine durchgemachte Infektion. Ischgl mit seinen Après-Skibars gilt als Brennpunkt für die Ausbreitung des Coronavirus in Österreich und Teilen Europas. Nach Angaben österreichischer Behörden waren zeitweise 40 Prozent aller Fälle im Inland auf Ischgl zurückzuführen. Auch viele deutsche Touristen haben sich nach ihrer Überzeugung in Ischgl angesteckt. (dpa)

Zahlreiche Polizisten bei illegaler Party in London verletzt

Mindestens 22 Polizisten sind in London verletzt worden, als sie eine illegale Straßenparty auflösen wollten. Auch Fahrzeuge der Einsatzkräfte wurden bei dem Vorfall in Brixton im Süden der britischen Hauptstadt beschädigt. Die Besucher der Party bewarfen die eintreffenden Polizisten am späten Mittwochabend unter anderem mit Flaschen. Vier Partygäste wurden festgenommen. Anwohner hatten sich zuvor über das Musikfest beschwert. Innenministerin Priti Patel bezeichnete die Eskalation am Donnerstag als «abscheulich». Londons Bürgermeister Sadiq Khan nannte solche illegalen Versammlungen in der Corona-Krise unverantwortlich. (dpa)

SPD lehnt Immunitätsnachweis weiter ab

 Die SPD lehnt einen Immunitätsnachweis für das Coronavirus vorerst weiter ab. Dies sei «völlig undenkbar», solange eine Immunität wissenschaftlich nicht gesichert sei und auch nicht anders als durch gezielte Ansteckung erlangt werden könne, schrieb Parteichefin Saskia Esken am Donnerstag bei Twitter. Fraktionsvize Bärbel Bas sagte: «Eine Immunität ist nach wie vor nicht nachweisbar, sie kann und darf daher auch nicht dokumentiert werden. Alles andere wäre leichtsinnig.»

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte Pläne für einen Corona-Immunitätsnachweis im Mai auch nach Protesten der SPD vorerst zurückgezogen. Er hat den Deutschen Ethikrat um eine Stellungnahme dazu gebeten, der nach einem Bericht der «Neuen Osnabrücker Zeitung» am Donnerstag erstmals darüber beraten wollte. (dpa)

58 000 Studenten beantragen staatliche Corona-Nothilfe

Zehntausende Studenten haben bislang in der Corona-Krise Nothilfen beantragt. Nach Angaben des Deutschen Studentenwerks vom Donnerstag gingen 58 000 Anträge ein. Würden alle bewilligt, käme eine Summe von 24,5 Millionen Euro zusammen. Insgesamt stehen für die Monate Juni, Juli und August 100 Millionen Euro Überbrückungshilfe vom Bund zur Verfügung. Zuerst hatte der «Tagesspiegel» über die Zahlen berichtet.

«Wir gehen nicht von einem progressiven, linearen weiteren Verlauf der Antragsstellung aus», sagte der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde, der Deutschen Presse-Agentur. «Durch die eingeleiteten Lockerungen der Corona-Pandemiemaßnahmen können Studierende möglicherweise klassische Sommersemester-Nebenjobs finden, wenn die Wirtschaft wieder anspringt.» (dpa)

EU: Corona verändert Drogenkonsum - mehr Schnaps und weniger Kokain

Während der Corona-Krise sind europäische Drogenkonsumenten in vielen Ländern von illegalen Rauschmitteln auf Alkohol und auch andere, gefährlichere Substanzen umgestiegen. Die Drogenproduktion sei jedoch in etwa gleich hoch geblieben, so dass Zwischenhändler auf großen Mengen sitzen dürften, berichtete die EU-Drogenbeobachtungsstelle mit Sitz in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon am Donnerstag.

Auch habe sich der Handel stärker ins Internet verlagert, und Dealer hätten die Drogen nach Hause geliefert. Am stärksten sei der Konsum von Kokain und synthetischen Drogen wie Ecstasy zurückgegangen, schrieben die Autoren des 24-seitigen Berichts. Wegen der Ausgehbeschränkungen habe es kein Nachtleben mehr gegeben, wo solche Aufputschmittel am ehesten konsumiert werden. Auch sei der Straßenverkauf kaum noch möglich gewesen. (dpa)

Stopp bei Tönnies: Brandenburger Bauern werden Schweine nicht los

Der Stopp der Produktion nach dem Corona-Ausbruch in einem Werk des Branchenriesen Tönnies in Nordrhein-Westfalen bringt auch Brandenburger Schweinehaltern Probleme. «Tiere müssen länger in den Ställen stehen, ehe sie zur Schlachtung kommen», sagte Heiko Terno, stellvertretender Präsident des Landesbauernverbandes, am Donnerstag auf Anfrage. Die Schweine müssten länger gefüttert werden und brächten mehr Gewicht auf die Waage. Das zahle sich für den Mäster aber nicht aus. Kunden wollten mageres Fleisch, sagte er. (dpa)

EU-Arzneimittelbehörde empfiehlt Remdesivir-Zulassung für Covid-19-Behandlung

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) empfiehlt die Zulassung des Medikaments Remdesivir für die Behandlung von Covid-19-Patienten. Das Medikament solle für Europa eine Marktzulassung unter Auflagen erhalten, teilte die Behörde am Donnerstag in Den Haag mit. Es sei damit "das erste Arzneimittel gegen Covid-19, dessen Zulassung in der EU empfohlen wird". Die Europäische Kommission muss der Zulassung noch zustimmen. Remdesivir wurde von dem US-Hersteller Gilead eigentlich zur Behandlung von Ebola entwickelt. In den USA und Japan erhielt das Medikament bereits Ausnahmegenehmigungen für die Behandlung von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. (AFP)

Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Donnerstag mit 192.079 angegeben - ein Plus von 630 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 192.871 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8927 Todesfälle und damit 13 mehr als am Vortag. Die JHU zählte 8928 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 176.800. (AFP)

Corona-Effekt: Im Mai deutlich weniger Krankmeldungen

Die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie haben nach einer Analyse der Krankenkasse AOK Nordost in diesem Jahr einen Achterbahn-Effekt auf Krankmeldungen gehabt. Schnellten die Zahlen für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern von Mitte März bis Mitte April weit über den Durchschnitt in die Höhe, fielen sie im Mai weit unter die üblichen Mittelwerte. Soziale Distanz habe damit nicht allein die Ausbreitung des Coronavirus stark eingedämmt, sondern auch andere Infektionskrankheiten in Schach gehalten, folgert die Kasse. (dpa)

Corona-Krise in den USA spitzt sich wieder zu

Die Corona-Krise in den USA verschärft sich erneut dramatisch. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Mittwoch wurden binnen 24 Stunden 35.900 neue Infektionsfälle verzeichnet - fast so viele wie zum bisherigen Höhepunkt der Krise im April. Besonders deutlich ist der Anstieg der Zahlen im Süden des Landes. Die Bundesstaaten New York, New Jersey und Connecticut ordneten deshalb an, dass aus mehreren Staaten des Südens kommende Reisende in Quarantäne müssen.

Die Gesamtzahl der registrierten Infektionen in den USA liegt nach Angaben der Universität bei knapp 2,4 Millionen. Die Zahl der verzeichneten Todesopfer stieg um weitere 756 Fälle auf etwa 121.900. Die Vereinigten Staaten sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Seit zwei Wochen verzeichnen sie in rund der Hälfte ihrer 50 Bundesstaaten deutlich steigende Ansteckungsraten. (AFP)

+++ 24. Juni +++

Corona-Warnampel bleibt rot, 46 weitere Corona-Fälle in Berlin

Die Reproduktionszahl "R" ist in Berlin zwar leicht auf den Wert von 1,32 gesunken, dennoch bleibt die entsprechende Corona-Warnampel auf Rot. Auf diese höchste Warnstufe schaltet die Ampel, wenn der "R"-Wert mindestens dreimal in Folge über dem Wert von 1,2 liegt. Dies bedeutet, dass ein Erkrankter derzeit durchschnittlich mehr als eine weitere Person ansteckt. Die anderen beiden Warnampeln bleiben grün. Zwar ist laut Gesundheitsverwaltung des Senats die Inzidenz von Neuinfektionen mit einem Wert von 13,63 je 100.000 Einwohnern weiter hoch - der entsprechende Warnwert liegt jedoch bei 20 (gelb) beziehungsweise 30 (rot). Eine entspannte Lage melden die Intensivstationen: Die Auslastung mit Covid-19-Patienten ist gering.

Mit 46 neu gemeldeten Corona-Fällen steigt die Gesamtzahl auf 8020. 120 Corona-Patienten werden derzeit im Krankenhaus behandelt, davon 35 intensivmedizinisch. Ein weiterer Patient ist verstorben - die Gesamtzahl der Corona-Toten in Berlin beträgt damit 212. (BK)

Bordelle in den Niederlanden dürfen ab 1. Juli wieder öffnen

Nach mehr als dreimonatiger Schließung dürfen die Bordelle in den Niederlanden ab dem kommenden Mittwoch wieder öffnen. Alle Angehörigen von "Kontaktberufen" dürften ab dem 1. Juli ihrer Arbeit wieder nachgehen, sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Mittwoch - die betrifft vor allem Sexarbeiter. Dabei sollten die Prostituierten aber stets vorher fragen, ob ein Kunde Symptome einer Covid-19-Erkrankung habe, erklärte die Regierung. Bisher war die Wiederöffnung der Bordelle für September vorgesehen. Felicia Anna von der Sex-Arbeitergewerkschaft im Amsterdamer Rotlichtbezirk begrüßte die Entscheidung gegenüber der Nachrichtenagentur ANP: "Alle freuen sich sehr. Wir haben kein Geld mehr." (AFP)

Friedrichshain: Wohnblock-Bewohner können zur Quarantäne in Hotels umziehen

Nach dem Corona-Ausbruch in Friedrichshain hat die Gesundheitsverwaltung den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg darauf hingewiesen, dass die unter Quarantäne stehenden Anwohner zur Isolation auch in Hotels umziehen können. Dadurch könne die Situation entschärft werden, dass während der Quarantäne viele Menschen auf engem Raum leben müssen, hieß es.

Zu diesem Zweck hat die Gesundheitsverwaltung 17 Wohneinheiten in Hotels angemietet. Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) sagte am Mittwochabend im rbb, dass es freie Plätze in den Hotels gebe. „Letztendlich liegt die Entscheidung beim zuständigen Gesundheitsamt, ob sie das Angebot annehmen“, so Breitenbach.

In dem Wohnkomplex am Ostbahnhof sind bislang 44 Menschen positiv auf Corona getestet worden. 200 Menschen stehen deshalb unter Quarantäne. Die betroffenen Haushalte werden nun durch das Bezirksamt mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln versorgt. (tn)

Gericht: Bordelle in Berlin bleiben vorerst weiter dicht

Bordelle in der Hauptstadt müssen nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts wegen Corona vorerst weiter geschlossen bleiben. Das Betriebsverbot gelte nach der aktuellen Eindämmungsverordnung des Senats bis zumindest 4. Juli, teilte das Gericht am Mittwoch mit. Damit scheiterte der Eilantrag einer Klägerin aus Berlin-Schöneberg. Sie kann noch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen.

Das Gericht räumte aber ein, dass das Verbot ein schwerwiegender Eingriff in die Berufsfreiheit sei. Dies sei aber bei summarischer Prüfung gegenwärtig noch gerechtfertigt, entschied die 14. Kammer. Mit dem Verbot solle Neuinfektionen mit dem Coronavirus soweit wie möglich vorgebeugt und die Ausbreitung der übertragbaren Krankheit Covid-19 in der Bevölkerung verringert werden. (dpa)

Bayern: Beherbergungsverbot für Gäste aus Risikogebieten ab Donnerstag

Das von Bayern angekündigte Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Risikogebieten tritt an diesem Donnerstag (25. Juni) in Kraft. Das geht aus der nunmehr fertiggestellten Verordnung des Landesgesundheitsministeriums hervor. Demnach dürfen Beherbergungsbetriebe in Bayern keine Gäste aufnehmen, die aus einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt eines anderen Bundeslandes «anreisen oder dort ihren Wohnsitz haben», in dem oder in der die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100 000 Einwohnern lag. Ausgenommen sind Menschen, die über einen negativen Corona-Test verfügen und ein ärztliches Attest vorweisen. (dpa)

Corona-Neuinfektionen in den USA erreichen Tageshöchstwert seit April

Die USA haben einen neuen Höchststand an Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Am Dienstag wurden rund 34 700 neue Infektionen nachgewiesen - der höchste Stand seit Ende April und der dritthöchste Tageswert seit Beginn der Pandemie, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorgeht. Im Vergleich: Am 1. Juni lag der Tageswert bei rund 17 400 Neuinfektionen. Die bisher höchste Zahl (36 400) wurde am 24. April verzeichnet.

Die USA führen mittlerweile deutlich mehr Tests durch als noch vor wenigen Monaten, was US-Präsident Donald Trump wiederholt als Erklärung für die hohen Fallzahlen angeführt hat. Allerdings zeigt die steigende Zahl der Krankenhauseinweisungen, dass sich die Lage in einigen Bundesstaaten wieder zuspitzt. Sorgen bereitet Experten wie dem führenden US-Immunologen Anthony Fauci insbesondere die Entwicklung in Florida, Texas und Arizona. (dpa)

WHO rechnet kommende Woche mit zehn Millionen Corona-Infektionen

In der kommenden Woche könnte nach Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen weltweit auf zehn Millionen steigen. «Wir müssen alles tun, um die Ausbreitung des Virus und weitere Todesfälle zu verhindern», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Bislang seien 9,1 Millionen Corona-Fälle gemeldet worden. Rund 470 000 Menschen seien an oder mit Covid-19 gestorben.

Wichtiges Mittel für die Behandlung von schwer Erkrankten sei die Therapie mit hoch dosiertem medizinischem Sauerstoff. Die Vorräte seien aber knapp. Laut Schätzung der WHO würden aktuell 620 000 Kubikmeter medizinischen Sauerstoffs pro Tag benötigt. «Die Nachfrage übertrifft aktuell das Angebot», so Tedros. Nur wenige Firmen würden 80 Prozent des Weltmarktes dominieren. Die WHO hatte deshalb zuletzt Sauerstoff-Konzentratoren für besonders betroffene Staaten gekauft. Eine Covid-19-Infektion entzieht dem Körper Sauerstoff und kann zu Organversagen und Tod führen. (dpa)

Covid-Erkrankung: Präsident von Honduras mit Sauerstoff behandelt

Knapp eine Woche nach seiner Aufnahme in ein Krankenhaus ist dem an Covid-19 erkrankten Präsidenten von Honduras Sauerstoff zugeführt worden. Eine radiologische Untersuchung des Staats- und Regierungschefs, Juan Orlando Hernández, hatte eine Verschlimmerung seiner Lungenentzündung ergeben, wie das Präsidialamt mitteilte. Auch habe der Verdacht auf eine Venenentzündung bestanden, woraufhin ihm ein neuer intravenöser Zugang gelegt worden sei. Nach einer Sauerstoffbehandlung am Dienstag habe sich sein Zustand deutlich verbessert - Hernández habe weder Fieber noch Atemschwierigkeiten, und die Entzündung sei zurückgegangen. (dpa)

Israels Regierung für erneute Handy-Überwachung im Anti-Corona-Kampf

Nach einem Anstieg der Infektionszahlen hat sich die israelische Regierung dafür ausgesprochen, die umstrittene Handy-Überwachung von Corona-Patienten und deren Kontakten wieder einzuführen. Die israelische Regierung stimmte am Mittwoch nach Medienberichten einstimmig für einen entsprechenden Gesetzesentwurf. Ein Sprecher des für die Überwachung zuständigen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet bestätigte dies. Israels Höchstes Gericht hatte den Einsatz von Überwachungstechnologie im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus Ende April vorerst verboten. Es drang auf eine entsprechende Gesetzgebung. Die Knesset muss das Gesetz nun noch billigen. (dpa)

Trotz Corona-Krise: Briten bevölkern dicht an dicht die Strände

Am bisher heißesten Tag des Jahres in Großbritannien haben trotz Corona-Pandemie die Menschen dicht an dicht an den Stränden gelegen. Besonders beliebt waren am Mittwoch südenglische Badeorte wie Bournemouth und Brighton. Am Flughafen London-Heathrow wurden am Nachmittag fast 33 Grad gemessen. (dpa)

Dicht an dicht wimmeln sich die Menschen am Strand von Bournemouth.
Foto: dpa

Berlin-Marathon endgültig abgesagt

Erstmals seit 1974 wird es in diesem Jahr keinen Berlin Marathon geben; die Traditionsveranstaltung sollte am 26. und 27. September stattfinden. «So sehr wir uns bemühen, es ist derzeit nicht möglich, den BMW Berlin-Marathon mit seinem gewohnt berlinerischen Charme zu veranstalten», heißt es auf der Homepage des Events. Zugleich wurden alle Teilnehmer über den Ausfall informiert. Es sei auch nicht möglich, «die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr durchzuführen», schrieben die Veranstalter. Die Corona-Verordnung in Berlin und zugleich die Unsicherheit, welche Auflagen zu einem späteren Zeitpunkt noch gelten und ob Teilnehmer dann auch international reisen können, gaben den Ausschlag für die Entscheidung. Auch der New York Marathon fällt dieses Jahr aus. (dpa/BK)

Bundesweit 587 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus, R-Wert gesunken

Innerhalb von 24 Stunden haben die lokalen Behörden dem Robert Koch-Institut (RKI) 587 Corona-Infektionen gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 191 449 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Mittwochmorgen mitteilte (Datenstand 24.06., 0 Uhr). 

Vor allem der Ausbruch in der Schlachtfabrik der Firma Tönnies im Kreis Gütersloh trieb die bundesweiten Zahlen nach oben. Allein im Kreis Gütersloh gibt es aktuell laut RKI 1879 Corona-Infektionen. Dort und im benachbarten Kreis Warendorf wird der von Bund und Ländern vereinbarte Grenzwert von 50 Neuinfektionen binnen einer Woche je 100 000 Einwohner klar überschritten. Seit Mitternacht gelten in beiden Kreisen für eine Woche massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Mit Inkrafttreten der strengen Regeln werden dort zudem die Corona-Tests deutlich ausgeweitet.

In Berlin kamen über Nacht 59 neue Fälle hinzu. Damit lag die Reproduktionszahl (R-Wert) bei 1,96 und zum dritten Mal in Folge bei einem Wert von 1,2 oder höher. Die Zahl gibt die Dynamik des Infektionsgeschehens an - und in den vergangenen beiden Wochen war ein deutlicher Anstieg der Neuinfektionen beobachtet worden. In ganz Deutschland lag die Reproduktionszahl nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 24.6., 0.00 Uhr, bei 0,72 und damit deutlich unter dem Wert des Vortags von 2,02. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. (dpa)

Zunächst keine Corona-Nachweise bei Massentest im Kreis Gütersloh

Bei der freiwilligen Massentestung der Bewohner des Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen ist zunächst kein weiterer Infizierter gefunden worden. Von den ersten 230 Befunden sei noch ein Ergebnis fraglich, alle anderen seien negativ, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) in einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag im Kreishaus in Gütersloh. Insgesamt seien bislang 600 Abstriche genommen worden. Der Kreis hatte am Dienstagnachmittag das erste Diagnosezentrum an einem Berufskolleg in Gütersloh in Betrieb genommen. Dort können ohne Anmeldung Abstriche gemacht werden. Laut Adenauer sollen in den kommenden Tagen noch zwei weitere Diagnosezentren im Kreis eingerichtet werden. (dpa)

Dutzende Menschen infiziert: Corona-Warn-App alarmiert erste Nutzer

Rund eine Woche nach Einführung der Corona-Warn-App hat die Anwendung erste Nutzer gewarnt, die sich in der Nähe von infizierten Personen aufgehalten haben. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurden die anonymen Identifikationsnummern an die Nutzer verschickt. Zuvor hatten sich am Dienstag zwischen 20 und 30 Menschen in der App als infiziert eingetragen, schätzt einer der beteiligten Entwickler, Malte Janduda, auf Twitter. Bei App-Nutzern, die mit den Infizierten über einen gewissen Zeitraum Kontakt hatten, wird am Mittwoch eine entsprechende Warnung angezeigt.

Dass Nutzern am Mittwoch ein Warnhinweis angezeigt wird, lässt sich nachvollziehen, da einige Daten der Schnittstelle für die Entwickler einsehbar sind. Sie können aber weder erkennen, wer eine Benachrichtigung erhalten hat, noch, wo sich Infizierte aufhalten oder mit wem sie Kontakt hatten. Auch, wie viele Personen einen Warnhinweis bekommen, lässt sich nicht genau sagen.

Die App zeichnet mit der Bluetooth-Technologie auf, wann und wie lange sich jemand in der Nähe eines anderen Smartphone-Nutzers aufgehalten hat, der ebenfalls die App aktiviert hat. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie nachträglich anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich freiwillig – auch ohne Symptome – auf Kassenkosten testen lassen. Kontaktdaten werden nicht zentral gespeichert, sondern nur jeweils auf den Smartphones. (tn)

Experte vermutet: Luftumwälzung in der Fleisch-Zerlegung ist ein Problem

Der Corona-Ausbruch im Fleischbetrieb Tönnies könnte auf die Luftkühlung im Zerlegebetrieb zurückgehen. Das ist eine erste Einschätzung des Bonner Hygiene-Experten Martin Exner. In dem Bereich würde die Luft auf sechs bis zehn Grad Celsius heruntergekühlt, während die Arbeiter bei hohem Tempo und harter, körperlicher Belastung die geschlachteten Schweine zerlegen, sagte der Professor am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Kreishaus in Gütersloh. Um die Luft zu kühlen, werde diese aus dem Raum gezogen, gekühlt und zurück in den Raum gebracht. Um zu verhindern, dass Viren über dieses System verteilt werden, schlug Exner Hochleistungsfilter und UV-Strahlen als Lösung vor. In Krankenhäusern würden in Operationssälen diese Hochleistungsfilter bereits eingesetzt. (dpa)

Zahl der Corona-Toten weltweit in knapp zwei Monaten auf 477.000 verdoppelt

Binnen weniger als zwei Monaten hat sich die Zahl der Corona-Todesopfer weltweit verdoppelt. Mittlerweile starben mehr als 477.000 Infizierte, davon mehr als 100.000 in Lateinamerika, wie eine AFP-Zählung auf Grundlage von Behördenangaben am Mittwoch ergab. Der US-Chefvirologe Anthony Fauci erklärte unterdessen, die USA befänden sich in einer entscheidenden Phase bei der Eindämmung der Pandemie. Auf 477.117 stieg die Zahl der Corona-Todesopfer weltweit bis Mittwoch. Rund um den Globus wurden 9.263.743 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert. Am 1. Mai lag die Zahl der Corona-Toten weltweit bei rund 235.000. (AFP)

EU-Kreise: Einreisestopp dürfte weiter für USA und Russland gelten

Für Bürger aus stark vom Coronavirus betroffenen Ländern wie den USA, Brasilien oder Russland zeichnet sich keine Lockerung des EU-Einreiseverbots ab. Die EU-Botschafter der EU-Staaten berieten am Mittwoch über Kriterien für jene Länder, aus denen die Einreise in die EU ab Juli wieder erlaubt sein soll. Oberstes Kriterium soll die epidemiologische Lage vor Ort sein. Die Diskussion soll am Freitag fortgesetzt werden.

Wie es aus EU-Kreisen hieß, soll die Infektionszahl pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen zwei Wochen ein wichtiges Kriterium sein und einen bestimmten Wert nicht übersteigen dürfen. Dieser Wert könnte bei 16 Infektionen liegen, wie die «New York Times» zuvor berichtet hatte und mehrere EU-Beamte bestätigten - allerdings auch höher. Dies ist EU-Diplomaten zufolge derzeitiger EU-Durchschnitt. Auch über andere Kriterien wie einen stabilen oder rückläufigen Trend der Infektionen wurde demnach beraten. Voraussetzung könnte zudem sein, dass die jeweiligen Drittstaaten EU-Bürger einreisen lassen, wie es aus EU-Kreisen hieß. Zudem soll die Glaubwürdigkeit der vorgelegten Daten berücksichtigt werden. «Wir müssen sehr vorsichtig sein und brauchen starke, wissenschaftliche und objektive Kriterien - auch hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf den Schengenraum», sagte ein EU-Diplomat am Mittwoch. (dpa)

Spahn warnt vor bundesweiter Gefahr durch regionale Corona-Ausbrüche

Angesichts des Corona-Massenausbruchs im ostwestfälischen Kreis Gütersloh haben führende Politiker vor der unverändert großen Gefahr durch das Virus gewarnt. Gesundheitsminister Jens Spahn mahnte am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin", wenn man es "diesem Virus zu leicht macht, dann breitet es sich auch ganz schnell wieder aus". NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) maß der Infektionsserie beim Tönnies-Fleischkonzern nahe Gütersloh ein "enormes Pandemierisiko" bei. Spahn verwies auf den Corona-Ausbruch vom Februar im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg, der als ein Ausgangspunkt für die deutschlandweite Verbreitung des Coronavirus zu Jahresbeginn gilt. Damals sei erkennbar geworden, "wie schnell aus lokalem Geschehen dann auch bundesweites werden kann". (AFP)

Corona: Erstattungsanspruch auch bei abgebrochener Reise

Sie sind in den Urlaub geflogen, doch wegen der Corona-Pandemie musste die Reise abgebrochen werden: So ist es in diesem Frühjahr vielen Menschen ergangen. Pauschalurlauber bekommen jedoch auch in diesem Fall einen Teil ihres Geldes zurück: Nicht in Anspruch genommene Reisetage müssten vollständig erstattet werden, erklärt die Verbraucherzentrale Brandenburg.

Der Reiseveranstalter trage das Risiko, wenn während der Reise unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände eintreten. Er kann sich gerade nicht auf solche Umstände berufen, um Rückzahlungen zu verweigern. Diese Behauptung entspreche nicht der Rechtslage und sei schlicht falsch, betont Robert Bartel, Rechtsexperte bei der Verbraucherzentrale. Urlauber können vielmehr Mängelansprüche geltend machen. Das schreibt das Pauschalreiserecht vor. (dpa)

Heil: Zweite Welle der Pandemie mit Zusammenarbeit vermeiden

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat Bundes- und Landesbehörden zur Zusammenarbeit aufgerufen, um die Ausbreitung des Coronavirus nach dem Ausbruch in einem Fleischbetrieb der Firma Tönnies zu verhindern. «Das ist etwas, was uns mit großer Sorge umtreibt», sagte Heil nach der Kabinettssitzung in Berlin. «Deshalb müssen wir auch ein Auge auf andere Standorte der Fleischindustrie haben.»

Er erwarte, dass die Gesundheits- und Arbeitsschutzbehörden der Länder und Kommunen auch mit dem Zoll als Bundesbehörde kooperieren. Das biete man an. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) habe in den vergangenen Tagen bereits Razzien in diesem Bereich durchführen lassen. «Das muss gemeinsam und konzertiert gelingen, damit wir tatsächlich eine zweite Welle der Pandemie, die sich lokal ausbreiten kann, vermeiden.» (dpa)

28 Migranten von «Sea-Watch 3» positiv auf Coronavirus getestet

Wenige Tage nach ihrer Ankunft mit dem deutschen Rettungsschiff «Sea-Watch 3» in Sizilien sind 28 von rund 210 Migranten an Bord positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das bestätigte der sizilianische Regionalpräsident Nello Musumeci am Mittwoch. Die Migranten sind auf der italienische Quarantänefähre «Moby Zazà» untergebracht, das vor Porto Empedocle liegt. Die Infizierten würden auf der Fähre nun in einer «roten Zone» versorgt, hieß es aus dem Innenministerium in Rom. Die gesundheitliche Sicherheit des Landes sei jederzeit garantiert. (dpa)

Brasilien meldet 1374 Corona-Tote binnen eines Tages

Brasilien hat 1374 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden registriert. Dies teilte das Gesundheitsministerium in Brasília am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Dem Portal «G1» zufolge ist es - nach 1470 Toten am 4. Juni - die zweithöchste für einen 24-stündigen Zeitraum registrierte Zahl seit Beginn der Pandemie. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten in Brasilien auf 52 645. Neu-Infizierte kamen 39 436 dazu. Insgesamt haben sich mehr als eine Million Menschen in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas nach den offiziellen Daten mit dem Coronavirus infiziert.

Nur in den USA wurden bislang mehr Infektionen und Tote verzeichnet. Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen von Organisationen legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bislang bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 mal so groß wie Deutschland. (dpa)

Experten schlagen Corona-Experiment in kompletter Stadt vor

Britische Wissenschaftler wollen mit einem ungewöhnlichen Experiment zur Eindämmung der Corona-Pandemie beitragen. Ihr Vorschlag: Jegliche Ausgangsbeschränkungen sollten in einer «mittelgroßen Stadt» aufgehoben werden, um festzustellen, ob das Virus nur durch wöchentliche Tests aller Einwohner, Warn-Apps und Selbstisolation bei ersten Covid-19-Anzeichen bekämpft werden kann.

Ihre Idee veröffentlichten die Forscher in der Zeitschrift «Open Science» der britischen Royal Society. Für die vielen notwendigen Corona-Tests sollten Speichelproben untersucht werden, schrieb das Team unter Leitung des Epidemiologen Julian Peto von der London School of Hygiene and Tropical Medicine. Neue Spucke-Schnelltests ermöglichten rasche Untersuchungen großer Bevölkerungsgruppen. Erste Tests mit diesem sogenannten RT-LAMP-Verfahren sollen bald in Southampton starten. (dpa)

Behörden: Neuer Coronavirus-Ausbruch in Peking weitgehend unter Kontrolle

Der neue Coronavirus-Ausbruch in Peking ist nach Angaben der Behörden mittlerweile weitgehend "unter Kontrolle". Der Ausbruch, der offenbar auf den Xinfadi-Markt in der chinesischen Hauptstadt zurückzuführen sei, sei "im Grunde unter Kontrolle", sagte der Sprecher der Pekinger Stadtverwaltung, Xu Hejian, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Zugleich hätten die Behörden allerdings "Infektionscluster in Haushalten und an Arbeitsplätzen und Fälle von Ansteckungen innerhalb von Gemeinschaften entdeckt".

"Die Prävention und Kontrolle bleibt kompliziert, wir dürfen nicht im Mindesten nachlassen", sagte der Behördensprecher über die Bekämpfung der Pandemie. Seit dem 11. Juni wurden in Peking nach Behördenangaben 256 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen. In 253 Fällen wurde der Xinfadi-Markt als Infektionsquelle ermittelt, bei den drei übrigen Fällen dauert die Ursachensuche noch an. (AFP)

Berlin plant vorerst keine Maßnahmen gegen Besucher aus Gütersloh

Die deutsche Hauptstadt will dem Beispiel anderer Bundesländer im Umgang mit Gästen aus dem Corona-Hotspot im Raum Gütersloh vorerst nicht folgen. „Berlin plant aktuell keine Beherbergungsverbote für Besucher oder Urlauber aus dem Kreis Gütersloh“, sagte Senatssprecherin Melanie Reinsch am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Auch spezielle Quarantäneregelungen sind bisher nicht geplant.“

Berlin fährt damit einen anderen Kurs als Urlaubsländer wie Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern oder Bayern. Diese wollen Besucher oder Touristen aus den nordrhein-westfälischen Landkreisen Gütersloh und Warendorf nur noch unter strengen Auflagen einreisen lassen. Hintergrund ist der massive Corona-Ausbruch rund um die Fleischfabrik Tönnies in NRW. (dpa)

Österreich spricht wegen Tönnies partielle Reisewarnung für NRW aus

Wegen des Coronavirus-Ausbruchs beim Schlachtbetrieb Tönnies hat Österreich eine partielle Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen ausgesprochen. Für das westdeutsche Bundesland gelte eine partielle Reisewarnung der Stufe fünf, teilte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Mittwoch in Wien mit. Dies bedeute, dass vor Reisen nach NRW gewarnt werde und Österreicher, die sich bereits dort befinden, Kontakt zu ihrer Botschaft aufnehmen sollten. Zudem wird es vorerst keine direkten Flüge zwischen Österreich und Nordrhein-Westfalen geben. Die Skala des österreichischen Außenministeriums reicht von eins "guter Sicherheitsstandard" bis sechs "Reisewarnung" für ein ganzes Land. (AFP)

Experten warnen vor neuer Coronavirus-Welle in Großbritannien

Gesundheitsexperten warnen eindringlich vor einer zweiten Corona-Infektionswelle in Großbritannien. Es bestehe ein „echtes Risiko“, schrieben sie in einem am Mittwoch vom „British Medical Journal“ veröffentlichten Brief. Sie kritisierten damit die bisher umfangreichste Lockerung der Pandemie-Maßnahmen in England. Premier Boris Johnson hatte sie am Vortag bekanntgegeben.

Es müsse nun schnell gehandelt werden, um noch mehr Todesopfer und Verluste für die Wirtschaft zu verhindern, fordern die Experten in einem offenen Brief an die Parteispitzen. Den Appell unterschrieben unter anderem die Präsidenten medizinischer Fachgesellschaften.

Pubs, Restaurants, Hotels, Museen, Galerien, Kinos, Bibliotheken, Friseursalons und Kirchen dürfen unter bestimmten Auflagen ab 4. Juli wieder in England öffnen. Gleichzeitig hatte Johnson angekündigt, die Abstandsregel von zwei Metern auf einen Meter zu verringern. Die neuen Maßnahmen gelten nur für England. Jeder Landesteil in Großbritannien bestimmt über seine eigenen Maßnahmen. (dpa)

Experte hält volle Stadien in der nächsten Saison für „ausgeschlossen“

Für den Pharmakologen Fritz Sörgel sind volle Fußball-Stadien auch in der kommenden Bundesliga-Spielzeit unrealistisch. „Dass irgendwann in der nächsten Saison wieder 80.000 Zuschauer im Dortmunder Stadion sind, halte ich für nahezu ausgeschlossen. Ich denke, wir müssen mit dem Coronavirus für immer in irgendeiner Form leben“, sagte der 69-Jährige im Interview mit dem Tagesspiegel.

Der Start der neuen Saison kann frühestens am 11. September erfolgen, „dann geht wieder die Grippe- und wohl auch die Coronasaison los. Es dürfte wieder mehr Coronavirus-Fälle geben“, befürchtet Sörgel.

Eine schrittweise Wiederzulassung von Zuschauern, wie von den Klubs und der Deutschen Fußball Liga (DFL) erhofft, hält Sörgel indes für praktikabel. In seiner Heimatstadt Nürnberg etwa, wo das Max-Morlock-Stadion bis zu 50.000 Zuschauer fasst, seien Spiele vor 5000 bis 7500 Fans denkbar. „Dann kann man auch Erfahrungswerte sammeln“, so Sörgel.

Das Problem seien „die Superspreader“, die das Virus besonders stark verbreiten: „Die Gefahr, dass sie sich im Stadion befinden, besteht natürlich immer. Und je mehr Leute im Stadion sind, desto größer ist diese Gefahr. Sie ist aber auch schon bei viel weniger als 10.000 Zuschauern da.“ (AFP)

Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Mittwoch mit 191.449 angegeben - ein Plus von 587 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 192.480 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8914 Todesfälle und damit 19 mehr als am Vortag. Die JHU zählte 8914 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 176.300. (AFP)

Fernbusreisen mit Blablabus wieder möglich

Nach rund dreimonatiger Corona-Pause steht Verbrauchern ab diesem Mittwoch eine weitere Reisemöglichkeit zur Verfügung: Das Unternehmen Blablabus nimmt zum Auftakt der Sommerferien unter anderem in Berlin seine Fernbusreisen wieder auf, wie das Unternehmen mitteilte.

Vorerst würden elf deutsche Städte angefahren, darunter bis zu 17 Mal am Tag Hamburg und die Hauptstadt. Ab dem 9. Juli sollen dann weitere Ziele in Deutschland und auch im europäischen Ausland hinzukommen, etwa Amsterdam, Prag und Paris. Um die Hygienevorschriften einzuhalten, ist pro Bus zunächst lediglich jeder zweite Sitz buchbar. (dpa)

+++ 23. Juni +++

"R"-Wert bei 1,96 - Corona-Warnampel wieder auf Rot

Nach zahlreichen Neuinfektionen in mehreren Berliner Bezirken ist erneut eine der drei Corona-Warnampeln auf Rot gesprungen: Die Reproduktionszahl "R" steht laut Gesundheitsverwaltung des Senats den dritten Tag in Folge über dem Wert von 1,2. Dies führt dazu, dass die entsprechende Warnampel auf Rot schaltet. Die aktuelle Reproduktionszahl in Berlin liegt bei 1,96. Dies bedeutet, dass ein Infizierter im Schnitt fast zwei Personen ansteckt. Auf sieben Tage berechnet beträgt die Reproduktionszahl 1,46. Deutlich zugenommen hat die Inzidenz der Neuinfektionen: Sie liegt nun bei 13,55 je 100.000 Einwohnern. Überschreitet sie den Wert von 20, würde diese Warnampel auf Gelb springen, bei 30 auf Rot. Entwarnung gibt der Senat bei der Belegung von Intensivbetten - hier ist die Lage entspannt.

Seit Montag wurden in Berlin 59 neue Corona-Infektionen, aber kein neuer Todesfall gemeldet. Insgesamt haben sich demnach in Berlin 7974 Personen mit Corona infiziert. 130 Corona-Patienten werden im Krankenhaus behandelt, davon 39 Personen intensivmedizinisch. (BK)

Drosten warnt vor zweiter Welle - «Alle Alarmsensoren anschalten»

Der Virologe Christian Drosten befürchtet nach Corona-Ausbrüchen unter anderem in Nordrhein-Westfalen eine unbemerkte Ausbreitung des Coronavirus in die Bevölkerung. Die Verbreitung über die Gegend hinaus zu verhindern, sei jetzt das Entscheidende, sagte der Charité-Wissenschaftler am Dienstag im NDR-Podcast. Generell gebe es aktuell in mehreren Orten, darunter auch in Berlin, eindeutige Anzeichen, dass Sars-CoV-2 wieder komme. Schon jetzt ist aus Sicht des Virologen große Vorsicht geboten, dass sich keine zweite Welle entwickelt. Er verwies auf die Lage in den Südstaaten der USA, wo sich trotz hoher Umgebungstemperaturen eine «furchtbare Situation» entwickle. Dort sei zu früh gelockert worden.

«Ich bin nicht optimistisch, dass wir in einem Monat noch so eine friedliche Situation haben wie jetzt, was die Epidemietätigkeit angeht» sagte Drosten. «In zwei Monaten, denke ich, werden wir ein Problem haben, wenn wir nicht jetzt wieder alle Alarmsensoren anschalten.» Die Bevölkerung müsse einsehen, dass die Gesundheitsbehörden Unterstützung und Konsens bräuchten. (dpa)

Bericht: EU könnte US-Bürgern wegen Corona weiterhin Einreise verweigern

Die Europäische Union erwägt einem Medienbericht zufolge, US-Bürgern nach einer schrittweisen Öffnung der EU-Außengrenzen ab dem 1. Juli wegen der Coronavirus-Krise weiterhin die Einreise zu verwehren. Die "New York Times" berichtete am Dienstag, auf einer vorläufigen Liste mit Ländern, für die ab Anfang Juli weiter Einreiseverbote gelten sollten, stünden unter anderem die USA, Russland und Brasilien. Grund für die Überlegungen ist demnach die anhaltende Ausbreitung des Coronavirus in den USA. In den Vereinigten Staaten sind bereits mehr als 2,3 Millionen Coronavirus-Infektionen und mehr als 120.000 Tote registriert worden - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Während die Corona-Beschränkungen bereits wieder gelockert werden, steigt die Zahl der Infektionen in zahlreichen US-Bundesstaaten derzeit stark an. (AFP)

Österreich will wieder Zuschauer in die Stadien lassen

Österreich will offenbar ab dem 1. August wieder Zuschauer in begrenzter Anzahl in die Stadien lassen. Ab dem 1. August sollen bis zu 1250 Fans pro Spiel erlaubt sein. Ab dem 1. September soll dann die Maximalkapazität auf 5000 bis 10 000 Fans pro Spiel angehoben werden. Das sagte Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler der «Kleinen Zeitung» (Mittwoch-Ausgabe). Aktuell finden die Spiele in Österreich wegen der Coronavirus-Pandemie ohne Zuschauer statt. Demnach soll es eine allgemeine Obergrenze für Veranstaltungen geben, dabei werde auch zwischen Freiluft- und Hallen-Events unterschieden. Auch die Infrastruktur der Stadien sei entscheidend für die zulässige Höchstgrenze. Die genauen Regeln sollen laut Kogler noch im Juni bekanntgegeben werden. (dpa)

Finnland lockert Reisebeschränkungen zum 13. Juli

Finnland will die in der Corona-Krise erlassenen Reisebeschränkungen Mitte Juli für eine Reihe von europäischen Ländern wieder aufheben, darunter voraussichtlich auch Deutschland. Die Möglichkeit zur Einreise hänge dann vom Infektionsgeschehen im jeweiligen Land ab, gaben Innenministerin Maria Ohisalo und Außenminister Pekka Haavisto am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Helsinki bekannt. Ab dem 13. Juli sollen demnach Reisen aus Ländern wieder möglich sein, die innerhalb einer Zwei-Wochen-Periode weniger als acht neue Corona-Fälle pro 100 000 Einwohner verzeichnet haben. Nach heutigem Stand fielen darunter neun Staaten des EU- und Schengenraumes, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz - Finnlands wichtigstes Nachbarland Schweden dagegen nicht. Bereits Mitte Juni hatte Finnland seine Grenzen für Reisende aus dem Baltikum, Norwegen, Dänemark und Island aufgehoben. (dpa)

Brandenburg plant weitere Corona-Lockerungen - Fußball für Erwachsene

In Brandenburg sollen weitere Corona-Einschränkungen fallen - vor allem für Amateursportler und Reisende. Das kündigte Regierungssprecher Florian Engels am Dienstag in Potsdam an. Fußball, Handball oder Judo solle bald auch für Erwachsene möglich sein - bisher ist das nur für Kinder und Jugendliche der Fall. An Deck von Passagierschiffen soll künftig auf den Mund-Nasen-Schutz verzichtet werden. Der Mindestabstand von 1,5 Metern in Reisebussen solle wegfallen, aber der Mund-Nasen-Schutz wie in öffentlichen Bussen und Bahnen Pflicht werden. Die Landesregierung wolle über die Erleichterungen und den Zeitplan am kommenden Dienstag entscheiden, sagte Engels. Darauf habe sich das Kabinett verständigt. (dpa)

Bayern und Mecklenburg-Vorpommern schicken Urlauber aus Corona-Hotspots zurück

Bayern und Mecklenburg-Vorpommern wollen Touristen aus Corona-Hotspots nicht mehr im Land übernachten lassen. Von der Ostseeinsel Usedom musste bereits ein Ehepaar aus Gütersloh abreisen, wie ein Sprecher des Kreises Vorpommern-Greifswald berichtete. In Bayern dürfen Beherbergungsbetriebe künftig keine Menschen mehr aufnehmen, die aus einem Kreis einreisen, in dem die Zahl der Neuinfektionen in den zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohner liegt. Ausnahmen gebe es nur für Menschen, die einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen könnten, teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) mit. (dpa)

Corona-Infektionen auch bei Mitarbeitern von Schlachthof in Niedersachsen

Auch in einem Schlachthof im niedersächsischen Wildeshausen gibt es Corona-Infektionen unter Beschäftigten. Wie ein Sprecher des Landkreises Oldenburg am Dienstag mitteilte, fielen im Zuge einer Reihentestung der Mitarbeiter 23 von bislang 50 Tests positiv aus. Am Mittwoch sollen die Corona-Tests aller 1100 Beschäftigten an dem Standort der PHW-Unternehmensgruppe demnach fortgesetzt werden. Die PHW-Gruppe gehört zu den großen Fleischkonzernen und vertreibt Geflügelprodukte unter dem Markennamen Wiesenhof. Im Mai hatte die niedersächsische Regierung nach ersten größeren Corona-Ausbrüchen in der Branche obligatorische Reihentestungen für alle Betriebe im Land angeordnet. Nach Angaben des Kreissprechers sollen abhängig vom Infektionsausmaß außerdem weitere Maßnahmen ergriffen werden. (AFP)

NRW-Behörden ordnen Lockdown wegen Corona in Kreisen Gütersloh und Warendorf an

Erstmals sind in zwei deutschen Landkreisen die Corona-Lockerungen der vergangenen Wochen wieder in weiten Teilen zurückgenommen worden: Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies im nordrhein-westfälischen Kreis Gütersloh und gestiegenen Infektionszahlen auch im Nachbarkreis Warendorf gelten in beiden Kreisen nun erneut weitgehend Beschränkungen des öffentlichen Lebens wie zuletzt im März. Dies teilte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag in Düsseldorf mit. 

In den Kreisen Gütersloh und Warendorf gelten nun unter anderem wieder strenge Kontaktbeschränkungen. Freizeitaktivitäten in geschlossenen Räumen sind nicht mehr gestattet, Ausstellungen und Museen müssen wieder schließen, ebenso Bars, Fitnessstudios und Saunen. Geschäfte sowie Restaurants und Speisegaststätten können dagegen geöffnet bleiben, letztere aber nur noch für Menschen aus einem Hausstand.(AFP)

Göttingen lockert Corona-Quarantäne für 350 Bewohner von isoliertem Hochhaus

Im niedersächsischen Göttingen wird die Corona-Quarantäne für etwa die Hälfte der Bewohner eines komplett isolierten Hochhauskomplexes nach negativen Tests vorzeitig gelockert. Knapp 350 der rund 700 dort lebenden Menschen könnten die Gebäude nun wieder zeitlich unbegrenzt verlassen, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit. Für die übrigen gelten die nach einem massiven Corona-Ausbruch angeordneten Quarantänemaßnahmen weiter bis zunächst Donnerstag. (AFP)

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat während eines Besuchs in Valencia an deutsche Urlauber in Spanien appelliert, sich an die vor Ort geltenden Corona-Schutzmaßnahmen zu halten. Nach der Öffnung der spanischen Grenzen müssten deutsche Touristen "Vernunft und Verantwortung" zeigen, um zu verhindern, dass es zu einem Neuanstieg der Infektionszahlen komme, sagte Maas nach einem Treffen mit seiner spanischen Kollegin Arancha González Laya. Beide Politiker warben auch für eine schnelle Verabschiedung des Wiederaufbaufonds zur wirtschaftlichen Erholung Europas. (AFP)

Tennis-Star Djokovic positiv auf COVID-19 getestet

Der Tennis-Weltranglistenerste Novak Djokovic ist positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Das gab der 33 Jahre alte Serbe am Dienstag bekannt. Betroffen ist auch seine Ehefrau Jelena, die Tests seiner beiden Kinder seien negativ, teilte Djokovic mit. Er werde sich nun für 14 Tage in Isolation begeben und den Corona-Test in fünf Tagen wiederholen.

Er ist damit der vierte Spieler, der sich bei der von ihm selbst organisierten Adria-Tour in Belgrad und Zadar/Kroatien angesteckt hat. Zuvor waren bereits die positiven Fälle von Grigor Dimitrow (Bulgarien), Borna Coric (Kroatien) und Viktor Troicki (Serbien) bekannt geworden. Die Show-Turnierserie war wegen mangelnder Sicherheitsvorschriften stark kritisiert worden. Alexander Zverev (Hamburg) hatte am Montag mitgeteilt, negativ getestet worden zu sein. (sid)

Pubs, Hotels, Kinos: Johnson kündigt trotz Kritik Lockerungen an 

Trotz Kritik unabhängiger Wissenschaftler dürfen Pubs, Restaurants, Hotels und viele andere Einrichtungen in England vom 4. Juli an wieder öffnen. Das kündigte der britische Premierminister Boris Johnson am Dienstag im Parlament in London an.

Gleichzeitig werde die Abstandsregel von zwei Metern auf einen Meter reduziert, sofern andere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus getroffen werden. Unter anderem müssen Besucher beim Betreten ihre Kontaktdaten hinterlassen. Auch Kinos, Museen, Bibliotheken, Friseursalons und Gotteshäuser dürfen unter Auflagen wieder aufmachen. Die neue Regelung gilt nur für England. Schottland, Wales und Nordirland legen ihre eigenen Maßnahmen fest. (dpa)

Razzia wegen Betrugs bei Corona-Soforthilfen 

Wegen des Verdachts des Subventionsbetrugs bei Corona-Soforthilfen sind in Berlin erneut mehrere Objekte durchsucht worden. Der Tatverdacht richte sich gegen zwei Männer aus der islamistischen Szene, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Dienstagmorgen per Twitter mit. Nach ersten Angaben der Polizei wurden drei Objekte seit 7.00 Uhr durchsucht, darunter eine Moschee in Berlin-Tempelhof. Rund 250 Einsatzkräfte seien an dem Einsatz beteiligt, hieß es.

In den vergangenen Wochen war es bereits mehrfach zu Durchsuchungen in der salafistischen Szene gekommen wegen des Verdachts des Subventionsbetrugs bei Corona-Soforthilfen. (dpa)

503 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland 

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 503 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 190 862 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Dienstagmorgen meldete (Datenstand 23.06., 0 Uhr). (dpa)

Seit Corona-Pause: Deutlich weniger Heimsiege in der Bundesliga 

Seit der rund zweimonatigen Corona-Pause sind Heimsiege in der Fußball-Bundesliga statistisch gesehen deutlich seltener geworden. Hatten vor der durch die Pandemie bedingten Unterbrechung 43,3 Prozent der Teams ihre Heimspiele in der höchsten deutschen Spielklasse gewonnen, sind es seit der Wiederaufnahme Mitte Mai nur noch 27,4 Prozent der Mannschaften. Wegen des Virus hat die Bundesliga ihren Spielbetrieb ohne Zuschauer fortgesetzt.

Der Unterschied zwischen Vor- und Nach-Corona-Pause lässt sich auch an den erzielten Toren messen. Insgesamt wurden in der laufenden Bundesliga-Spielzeit 488 Heimtore und 460 Auswärtstore erzielt. Während es in der Phase mit Publikum vor der Unterbrechung ein klares Plus für die Heimtore (391) im Vergleich zu den Auswärtstoren (337) gab, schießen seit dem Wiederbeginn die Auswärtsmannschaften (123) mehr Tore als die jeweiligen Heimteams (97). (dpa)

+++ 22. Juni +++

Berlin: 83 neue Corona-Fälle - alle Ampeln auf Grün

In Berlin sind 83 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Damit steigt die Gesamtzahl der Infizierten in der Hauptstadt seit Beginn der Pandemie auf 7915, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Abend mitteilte. Am Montag wurde kein neuer Todesfall verzeichnet. Insgesamt sind 211 Menschen mit dem Coronavirus in Berlin verstorben. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden derzeit 146 Infizierte, davon liegen 41 auf der Intensivstation. 6920 Menschen gelten als genesen. Damit sind 995 Menschen aktiv infiziert - in der Vorwoche waren es noch 457.

Die Berliner Corona-Ampel steht für den Bereich der Reproduktionszahl mit 2,06 weiter auf Grün. Die Werte für Neuinfektionen und die freien Intensivbetten stehen ebenfalls auf Grün. (BK)

Knapp zwölf Millionen Downloads bei Corona-Warn-App

Die im Auftrag der Bundesregierung entwickelte Corona-Warn-App ist bis Montag von 11,7 Millionen Menschen heruntergeladen worden. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin mit. Dies sei innerhalb von nur sechs Tagen seit der Freischaltung der App „ein sehr erfreulicher Start“.

Seibert wies auch darauf hin, dass die App von Nutzern sehr positive Bewertungen in den Playstores erhalte. Er wertete dies als Bestätigung für das gewählte Konzept. Entstanden sei eine „App, der die Menschen vertrauen können“.

Die Corona-Warn-App zeichnet auf, wann und wie lange sich jemand in der Nähe eines anderen Smartphone-Nutzers aufgehalten hat, der ebenfalls die App aktiviert hat. Wird jemand positiv auf das Coronavirus getestet, kann er über die App anonym die Nutzer warnen, mit denen er Kontakt hatte. Die App soll demnächst auch in weiteren Sprachen verfügbar sein. (AFP)

WHO: Corona-Pandemie ausgeweitet - Neuer Tagesrekord bei Infektionen

Die Verbreitung des Coronavirus schreitet fort. Binnen eines Tages sei mit 183.000 Infektionen ein neuer düsterer Rekord aufgestellt worden, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Montag in Genf. Die Zahl der Fälle weltweit liege nun bei 8,8 Millionen. 465.000 Menschen seien bisher an oder mit Covid-19 gestorben.

Die meisten Infektionen werden in Nord- und Südamerika verzeichnet. Die Situation in Afrika sei unterschiedlich, sagte WHO-Experte Michael Ryan. Einige Länder wie Südafrika hätten deutliche Zuwachsraten. Es gebe aber auch Anzeichen, dass die Sterblichkeit in Afrika geringer sei als anderswo.

Es sei weiterhin die zentrale Aufgabe, dass die Staaten eine Balance fänden zwischen dem Schutz der Bevölkerung und dem Hochfahren der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens, mahnte Tedros. „Es ist nicht die Wahl zwischen Leben und Lebensunterhalt. Länder können beides erreichen“, so der WHO-Chef. Er bezeichnete das Medikament Dexamethason erneut als große Hoffnung für die Schwerkranken. Jetzt komme es darauf an, dass es in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden könne. (dpa)

Zahl der Corona-Nachweise von Tönnies-Mitarbeitern gestiegen

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies im Werk Rheda-Wiedenbrück ist die Zahl der nachweislich Infizierten weiter gestiegen. Es gebe 1553 positive Befunde von den Personen, die unmittelbar im Werk tätig sind, sagte der Leiter des Krisenstabes im Kreis Gütersloh, Thomas Kuhlbusch, am Montagabend bei einer Pressekonferenz in Gütersloh. Insgesamt seien 6650 Proben genommen worden. Zuvor hatten die Behörden von 1331 bestätigen Corona-Fällen (Stand Sonntag) in der Tönnies-Belegschaft berichtet. (dpa)

Staatsoper mit Alternativ-Spielplan - zunächst nur 370 Plätze

Die Staatsoper Unter den Linden geht in der kommenden Saison mit einem alternativen Spielplan an den Start. Im August und September sollen angesichts der Corona-Einschränkungen nur rund 370 der etwa 1300 Sitzplätze im großen Saal belegt werden, teilte die Staatsoper am Montag mit. In Absprache mit den Behörden solle dafür ein Hygienekonzept erarbeitet werden. Der Vorverkauf für den Großteil der Veranstaltungen startet am 1. Juli.

Eröffnet wird die Spielzeit am 31. August mit dem Beginn der Aufführung der Symphonien von Ludwig van Beethoven unter der Leitung von Generalmusikdirektor Daniel Barenboim. Am 11. September feiert die Staatskapelle Berlin dann ihren 450. Geburtstag mit einem Konzert, ebenfalls unter Barenboims Leitung. Am 26. und 27. September spielt die Geigerin Anne-Sophie Mutter Beethovens Violinkonzert D-Dur. Die erste Opernproduktion - Richard Strauss' „Ariadne auf Naxos“ - steht am 13. September in der Inszenierung von Hans Neuenfels aus dem Jahr 2018 auf dem Programm.

Die Staatsoper will flexibel auf Änderungen der Abstandsregeln reagieren. Karten für die Vorführungen ab 1. Oktober sollen ab Anfang Juli zunächst als verbindliche Reservierungen angeboten werden. (dpa)

Auch Verleihung der Golden Globes 2021 später

Nach der Oscar-Gala soll auch die Verleihung der Golden Globes wegen der Coronavirus-Pandemie im kommenden Jahr später als bislang üblich stattfinden. Die feierliche Vergabe der Filmpreise sei für den 28. Februar 2021 geplant, teilten die Veranstalter am Montag in Los Angeles mit. Bislang waren die Golden Globes stets Anfang Januar verliehen worden.

Die glänzenden Weltkugeln, die in diesem Januar zum 77. Mal ausgegeben worden waren, sind nach den Oscars Hollywoods bedeutendste Filmpreise. Sie werden von der Hollywood Foreign Press Association (HFPA), dem Verband der Auslandspresse, in 25 Film- und Fernseh-Kategorien verliehen.

Zuvor war bereits bekannt gegeben worden, dass die Oscars 2021 wegen der Coronavirus-Pandemie erst am 25. April vergeben werden - acht Wochen später als geplant. Die Independent Spirit Awards, die traditionell einen Tag vor der Oscar-Gala verliehen werden, wurden auf den 24. April verschoben. (dpa)

Corona-Ausbruch: Lauterbach warnt vor Reisen nach und aus der Region Gütersloh

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor einem freien Reiseverkehr der Menschen aus der Region Gütersloh. „Ich bin sicher, dass deutlich mehr Menschen außerhalb der Mitarbeiterschaft inzwischen infiziert sind“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“ (Dienstag). Das Virus könnte sich so potenziell sehr weit verteilen, sagte der studierte Epidemiologe.

Bislang gilt im Kreis Gütersloh für die Angestellten, Arbeiter und deren Angehörige des betroffenen Fleischkonzerns Tönnies in Rheda-Wiedenbrück eine Quarantäne. 1331 waren positiv auf das Corona-Virus getestet worden (Stand Sonntag).

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) schließt einen Lockdown für den ganzen Kreis zwar weiterhin nicht aus - bislang aber gibt es keinen, weil der Ausbruchsherd lokal eingrenzbar sei. Daran übte Lauterbach scharfe Kritik: „Es ist falsch, dass es jetzt keinen kurzen Lockdown mit einem massiven Testaufgebot gibt, um das tatsächliche Infektionsgeschehen in der Region anhand genügend großer Stichproben genau einschätzen zu können.“ (dpa)

Deutschland: Nüchtern durch die Krise

Die Deutschen bleiben in der Corona-Krise offenkundig häufiger nüchtern als üblich. In diesem Frühjahr wurde deutlich weniger Alkohol verkauft als sonst. Nach der Steuerstatistik gingen der Absatz von Bier kräftig zurück, im Mai sogar um 62 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dafür wurden etwas mehr Spirituosen verkauft.

Demnach brachte Bier im Mai noch rund 21 Millionen Euro an Steuern ein - ein Jahr zuvor waren es noch knapp 56 Millionen Euro gewesen. Sekt und andere Schaumweine legten unterdessen leicht zu, ebenso Spirituosen. Doch auch Schnaps verkaufte sich trotz leichter Zuwächse im Mai in diesem Frühjahr nicht ganz so gut wie in den Vorjahren.

„Neben dem Zusammenbruch der Exportmärkte hat die dramatische Situation des Gastgewerbes in einem Dominoeffekt auf die Brauwirtschaft übergegriffen und den Fassbierabsatz über Wochen vollständig einbrechen lassen“, erklärte der Brauer-Bund. Marktdaten deuteten daraufhin, das die Menschen also insgesamt nicht mehr, sondern tendenziell weniger Alkohol in Krisenzeiten konsumieren.

Auch eine internationale Umfrage im Auftrag von Bier-, Wein- und Spirituosenherstellern legen diesen Schluss nahe. Jeder vierte Deutsche gab darin an, in der Corona-Krise deutlich weniger oder gar nicht mehr Alkohol zu trinken. Nur sechs Prozent der Befragten griffen jetzt häufiger zum Glas. (dpa)

Wegen Corona: Abizeugnis per Drive-in

Nicht feierlich in der Schulaula, sondern per Drive-in haben Schüler des Louise-Henriette-Gymnasiums in Oranienburg (Oberhavel) ihr Abiturzeugnis entgegengenommen. Auf dem Gelände der TÜV Rheinland Akademie GmbH in Lehnitz wurde ihnen das Dokument am Samstag von Direktorin Gabriele Schiebe durch die Fensterscheibe des Autos gereicht.

Bei strömendem Regen ging die Direktorin von Fahrzeug zu Fahrzeug - in sicherem Abstand voneinander wegen der coronabedingten Hygieneregelungen geparkt. Sie übergab das Zeugnis, einen Schirm, eine Mund-Nasen-Maske und eine Rose. Die Schüler wurden von Verwandten begleitet, die mit Hupen die jungen Leute beglückwünschten.

Die Autos waren mit Luftballons geschmückt, viele hatten auch Schilder mit der Aufschrift „Abi 2020“. Die Abiturienten selbst zeigten sich trotz der ungewohnten Situation festlich herausgeputzt: Mädchen mit langen Ballkleidern und toll frisiert, die Jungen in Anzug und meist mit Krawatte. (dpa)

Arbeitsminister Heil will Tönnies für Corona-Ausbruch zur Kasse bitten 

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will den Fleischkonzern Tönnies für die Schäden durch den Coronavirus-Ausbruch zur Kasse bitten. Der Konzern habe mit Verstößen gegen die Corona-Regeln „eine ganze Region in Geiselhaft genommen“ und müsse deswegen die „zivilrechtliche Haftung“ übernehmen, sagte Heil. In der Fleischbranche sei insgesamt etwas „umzukrempeln und aufzuräumen“, sagte Heil am Montag in der ARD. Er zeigte sich bereit, das für den Jahreswechsel geplante Verbot von Werksverträgen vorzuziehen.

Sein Vertrauen in die Firma Tönnies sei „gleich null“, sagte Heil sagte in der „Bild“-Internetsendung „Die richtigen Fragen“. Der Konzern habe nicht nur die eigenen Beschäftigten, sondern die „öffentliche Gesundheit“ gefährdet. Er erwarte, dass die Firma für die Schäden gerade stehe.

In der ARD mahnte Heil am Montag grundsätzliche Veränderungen in der Fleischindustrie an: Das Bundeskabinett hatte bereits im Mai neue Auflagen für die Fleischindustrie auf den Weg gebracht. Vorgesehen ist unter anderem ein Verbot von Werkverträgen, das ab dem 1. Januar 2021 gelten soll. Danach sollen nur Angestellte des eigenen Betriebs Tiere schlachten und zerlegen dürfen.

Heil plädierte nun dafür, die Verabschiedung und das Inkrafttreten des Gesetzes vorzuziehen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, dass Veränderungen in der Fleischindustrie für die ganze Bundesregierung „sehr wichtig“ seien. Die geplanten Änderungen würden nun „mit Dringlichkeit vorangetrieben“. Das Bundesfinanzministerium teilte mit, dass der Zoll angewiesen worden sei, die Prüfungen des Arbeitsschutzes schon jetzt zu „intensivieren“. (AFP)

Innensenator Geisel: Corona-Neuinfektionen in Berlin stark angestiegen

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt derzeit in der Hauptstadt laut dem Senat wieder stark an. Das sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Montag bei einer Pressekonferenz. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) habe am Morgen bei einer Telefonkonferenz des Senats von den aktuellen Zahlen berichtet, sagte Geisel. Er sprach von „stark ansteigenden“ Werten. „Wir werden das morgen in der Senatssitzung noch mal auswerten und die Beschlüsse, die wir fassen wollen, miteinbeziehen. Aber es ist klar, dass die Pandemie weitergeht, dass die Situation noch nicht bewältigt ist.“

Der Senat will morgen laut den Ankündigungen zahlreiche Lockerungen der Corona-Einschränkungen beschließen.
In Berlin sind nach dem Stand von Sonntag 7832 Infektionsfälle aus den vergangenen knapp vier Monaten bekannt. Die meisten dieser Menschen sind wieder genesen. Allerdings kamen in der vergangenen Woche von Mittwoch bis Sonntag 358 neue Infektionsfälle dazu. An zwei Tagen gab es jeweils deutlich mehr als 100 gemeldete Neuinfektionen. (dpa)

Zahl der Corona-Toten in Brasilien steigt auf mehr als 50.000 

In Brasilien hat die Zahl der gemeldeten Todesopfer durch die Corona-Pandemie die Marke von 50.000 überschritten. Mit weiteren 641 Todesfällen binnen 24 Stunden stieg die Gesamtzahl auf 50.617, wie das Gesundheitsministerium in Brasília mitteilte. Die offizielle Zahl der Infektionen im größten und bevölkerungsreichsten lateinamerikanischen Land lag bei 1,085 Millionen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet derweil jahrzehntelange Auswirkungen der weltweiten Corona-Krise.

Brasilien ist nach den USA das am zweitstärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt, wo bis Sonntag fast 120.000 Todesfälle und mehr als 2,2 Millionen Infektionsfälle verzeichnet wurden. Experten gehen allerdings davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen in Brasilien deutlich höher liegen, da dort relativ wenig getestet wird.

Weltweit wurden bislang fast neun Millionen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet, mehr als 465.000 Menschen starben. Besonders betroffen sind derzeit Nord- und Südamerika sowie Teile Asiens. In Europa wurden dagegen viele Beschränkungen zum Schutz vor der Ausbreitung bereits wieder gelockert. (AFP)

Frankreich lockert coronabedingte Beschränkungen weiter 

In Frankreich sind die coronabedingten Einschränkungen weiter gelockert worden. Nach gut drei Monaten der Schließung durften am Montag Kinos wieder öffnen. In den rund 2000 Lichtspielhäusern müssen weiterhin Vorgaben zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie umgesetzt werden. Angestellte und Besucher müssen Schutzmasken tragen und Abstand voneinander halten, wie die Vereinigung der französischen Kinos in ihren Gesundheitsrichtlinien erklärte.

Im Laufe der Woche sollten weitere Kulturangebote folgen. Das Kunstmuseum Musée d'Orsay soll diesen Dienstag seine Türen wieder öffnen, ab Donnerstag soll der Eiffelturm wieder für Besucher zugänglich sein.

Auch für die französischen Schüler gab es ab Montag Änderungen. Für Grund- und Mittelschüler ist der Unterrichtsbesuch nun wieder verpflichtend. Die Beschränkungen bei der Anzahl der Schüler je Klassenraum und den Abstandsregeln wurden gelockert. Der Unterricht ist zunächst für zwei Wochen angesetzt - dann beginnen in Frankreich die Sommerferien. Weiterführende Schulen sind weiterhin nur teilweise geöffnet. (dpa)

Nach positiven Corona-Tests: Berliner Tennis-Organisatoren warten ab

Die Veranstalter des Tennis-Showevents in Berlin wollen nach den positiven Corona-Tests bei der Adria-Tour vor einer möglichen Reaktion die weitere Entwicklung abwarten. Falls es notwendig wäre, würde man sich nach neuen Teilnehmern umschauen, sagte ein Sprecher am Montag. Wie bei der Adria-Tour, die vom serbischen Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic initiiert worden war, sollen in Berlin ab dem 13. Juli auch der Hamburger Alexander Zverev und der Österreicher Dominic Thiem mitspielen.

Bei dem Show-Turnier mit Stationen in mehreren Städten hatte es zuvor positive Corona-Fälle gegeben. Der bulgarische Tennisprofi Grigor Dimitrow und der Kroate Borna Coric waren positiv getestet worden.
Für die Teilnahme in Berlin sieht das Konzept den Nachweis eines negativen Corona-Tests vor. Die Hygiene-Konzepte für die Show-Wettkämpfe sind nach Angaben des Sprechers von den lokalen Behörden genehmigt worden. Ein Konzept für Events mit Zuschauern sei noch in der Prüfung.

Vom 13. bis 15. Juli und vom 17. bis 19. Juli sollen im Steffi-Graf-Stadion und auf dem Tempelhofer Feld zwei Kurz-Turniere stattfinden. Zu den Teilnehmern gehören neben Zverev unter anderen auch Julia Görges und Andrea Petkovic. (dpa)

537 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 537 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 190 359 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Montagmorgen meldete (Datenstand 22.06., 0 Uhr).

8885 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag. Etwa 175 300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, stieg nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 21.6., 0.00 Uhr, auf 2,88 (Vortag: 1,79). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel zwischen zwei und drei weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Der Wert reagiere auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen, verursacht etwa durch einzelne Ausbrüche, empfindlich, wie das RKI erläutert. Insbesondere bei einer insgesamt kleinen Anzahl von Neuerkrankungen könne dies zu verhältnismäßig großen Schwankungen führen.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen stieg dieser Wert mit Datenstand 21.6., 0.00 Uhr, auf 2,03 (Vortag: 1,55). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

+++ 21. Juni +++

29 weitere Corona-Fälle in Berlin, kein Todesfall

In Berlin sind 29 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Damit steigt die Gesamtzahl der Infizierten in der Hauptstadt seit Beginn der Pandemie auf 7832, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Abend mitteilte. Am Sonntag wurde kein neuer Todesfall verzeichnet. Insgesamt sind 211 Menschen mit dem Coronavirus in Berlin verstorben. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden derzeit 146 Infizierte, davon liegen 42 auf der Intensivstation.

Alle drei Berliner Corona-Ampel stehen derzeit auf Grün. (BK)

Offenbar illegale Partys in der Hasenheide seit März

In der Hasenheide laufen trotz des Corona-Verbots offenbar regelmäßig nächtliche Partys mit bis zu 500 Teilnehmern. Das berichtet der RBB in der Abendschau. In dem Beitrag erzählt ein Mann, dass es die illegalen Partys seit März gebe, also seit Beginn der Kontaktbeschränkungen. „Corona ist hier in der Hasenheide kein Ding mehr“, sagt der Partygast. (BK)

Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh - Mobile Teams nehmen Proben

Im Kreis Gütersloh werden am Sonntag weitere Proben von möglicherweise coronainfizierten Tönnies-Mitarbeitern genommen. Geplant sei der Einsatz von 40 mobilen Teams, sagte die stellvertretende Pressesprecherin des Kreises Gütersloh, Beate Behlert, am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. An den Teams beteiligt seien jeweils Mitarbeiter des Ordnungsamtes, des Deutschen Roten Kreuzes und der Bundeswehr. Auch Dolmetscher seien dabei. Einige Teams würden von Polizisten begleitet. (dpa)

+++ 20. Juni +++

Corona-Notstand in Spanien endet

Im früheren Corona-Hotspot Spanien endet am Sonntag (00.00 Uhr) der Notstand. Damit dürfen sich die 47 Millionen Bürger erstmals seit 14 Wochen wieder im ganzen Land frei bewegen. Auch die Grenzen für Urlauber aus Schengenstaaten sind dann wieder offen. Nur die Grenze zu Portugal bleibt auf Wunsch der Regierung in Lissabon noch bis zum 1. Juli für die meisten Reisenden geschlossen. Mit mehr als 28.000 Toten im Zusammenhang mit Covid-19 und mehr als 245.000 Infizierten ist Spanien eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Inzwischen sind die Corona-Zahlen stark gesunken.

Regierungschef Pedro Sánchez mahnte seine Landsleute am letzten Tag des Notstands in einer Fernsehansprache noch einmal eindringlich, auch in Zukunft vorsichtig zu sein. Das Virus könne jederzeit zurückkehren und das Land von einer zweiten Infektionswelle erfasst werden.

Auch nach dem Ende des Notstandes wird es in der sogenannten neuen Normalität im öffentlichen Leben Spaniens weitgehende Maskenpflicht und viele Einschränkungen geben, um ein Wiederaufflammen der Pandemie zu verhindern. Ähnlich wie in Deutschland gibt es Unterschiede von Region zu Region, weil die einzelnen Landesteile über viele Maßnahmen selbst entscheiden können. (dpa)

601 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 601 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Bereits am Vortag hatte die Zahl mit 770 Fällen merklich höher gelegen als an den Vortagen. Die Zunahme der Fallzahlen sei insbesondere auf größere Ausbrüche in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Berlin zurückzuführen, hieß es vom RKI.

Wegen eines Ausbruchs in einem Fleischereibetrieb überschreitet der ostwestfälische Kreis Gütersloh den von Bund und Ländern vereinbarten Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen binnen einer Woche je 100.000 Einwohner derzeit klar. (dpa)

Bislang 1029 Tönnies-Mitarbeiter positiv auf Corona getestet

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies sind mittlerweile 1029 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden. Dies teilte der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer, am Sonnabend in Gütersloh mit. Insgesamt 3127 Befunde lägen mittlerweile vor. Adenauer betonte: „Wir haben keinen signifikanten Eintrag von Corona-Fällen in die allgemeine Bevölkerung.“ Die Corona-Reihenuntersuchungen auf dem Gelände der Fleischfabrik im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück wurden am Samstag fortgesetzt. Seit Freitag unterstützen Bundeswehrsoldaten die Maßnahmen. (dpa)

Berlins SPD-Fraktionschef fordert Bußgeld für Maskenmuffel

Berlins SPD-Fraktionschef Raed Saleh fordert ein strengeres Vorgehen gegen Fahrgäste, die im Nahverkehr keine Mund-Nase-Masken tragen. „Wer in Bus oder U-Bahn steigt und keine Maske aufsetzt, handelt verantwortungslos für sich und andere“, sagte Saleh dem „Tagespiegel“ (Sonnabend). „Hartnäckige Verweigerer müssen mit Sanktionen rechnen.“ Er gehe davon aus, dass die Koalitionspartner das unterstützen. 

Der rot-rot-grüne Senat will am Dienstag darüber diskutieren, ob ein Bußgeld eingeführt wird. Anders als etwa die Gewerkschaft der Polizei sieht Saleh kein Problem bei der Kontrolle der Maskenpflicht. Innensenator Andreas Geisel (SPD) habe angekündigt, mit der Polizei über entsprechende Schwerpunktkontrollen in Nahverkehr und Gastronomie zu reden - ähnlich den Raserkontrollen.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hatten erklärt, sie seien für das Durchsetzen der Maskenpflicht nicht zuständig. Sie seien ein Verkehrsunternehmen, aber keine Ordnungsmacht. (dpa)

Vereinssport für Kinder in Brandenburg wieder ohne Abstand erlaubt

In Brandenburg dürfen Kinder und Jugendliche unter bestimmten Voraussetzungen wieder Sportarten ausüben, bei denen der Mindestabstand von 1,50 Metern unterschritten wird. Dazu gehören zum Beispiel Fußball, Rudern oder Volleyball. Für die Kinder- und Jugendarbeit, in den Kindertagesstätten und ab dem 25. Juni auch in den Schulen sei die Abstandsregelung aufgehoben, teilte das Bildungsministerium in Potsdam am Sonnabend mit. Die Regelung gelte demnach auch für den Vereinssport.

„Junge Menschen können ihren Spiel- und Sportmöglichkeiten wieder vollumfänglich nachgehen“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) laut Mitteilung. Der Infektionsschutz sollte so beachtet werden, wie es praktisch möglich sei. (dpa)