Die Spice Girls. Von links: Victoria Beckham, Emma Bunton, Mel B, Geri Halliwell und Mel C. Foto: Spice Girls PR

„Friendship never ends“ – Freundschaft endet nie. Davon singen die Spice Girls in ihrem bekanntesten Song „Wannabe“. Doch wie Melanie jetzt in einem Interview mit der britischen Zeitung „The Guardian“ verrät, herrschte innerhalb der Frauengruppe nicht immer Freundschaft. Das Resultat: Depressionen.

Vor allem zwischen ihr und Victoria Beckham, 45, soll es sehr schwierig gewesen sein. Mel C, Melanie C, oder wie viele sie auch kennen „Sporty Spice“: Melanie Chisholm, 42, wie sie gebürtig heißt, hat viele Namen. Mit der Band Spice Girls feiert sie in den 90er-Jahren unglaubliche Erfolge. Doch die Schattenseite dieses Erfolgs sehen nur wenige. Jetzt spricht Mel C über die Zeit als Spice Girl und ihre schwierige Selbstfindung nach dem Ruhm.

„Ich war oft sehr traurig und hatte andauernd Stimmungsschwankungen. Ich kam tagelang nicht aus dem Bett und weinte die ganze Zeit“, sagte die 46-Jährige. „Zudem geriet mein Essverhalten völlig außer Kontrolle und ich hatte durchgehend Angst. Das Einzige, das ich noch kontrollieren konnte, war, was ich aß und wie oft ich trainierte.“ Anfeindungen zwischen den Mädels, der volle Terminplan, strenge Diät und ein hohes Sportpensum bringen sie an ihre Grenzen. Die Britin ließ sich medizinisch behandeln. „Ich machte dann Gesprächstherapien und nahm für eineinhalb Jahre Antidepressiva, das war mein Weg, um wieder gesund zu werden.“

Bereits im Jahr 2000 wurde über Depressionen bei Mel C. berichtet

Die Spice Girls hatten in den 90er-Jahren riesige Erfolge mit Hits wie „Viva Forever“ und „Wannabe“. Bereits 1998 verabschiedete sich Geri Halliwell (43) aus der Gruppe. Anfang 2001 gaben die anderen vier bekannt, sich künftig um ihre Solokarrieren kümmern zu wollen. Im vergangenen Jahr waren die Spice Girls nach langer Pause wieder zusammen aufgetreten und hatten 13 Stadionkonzerte in Großbritannien und Irland gegeben. Bereits im Jahr 2000 war über die Depressionen von Mel C. berichtet worden.

Melanie C. bei der Verleihung der Brit Awards 2020 in London. Foto: Ian West/dpa

Der Streit mit Victoria Beckham sei damals so weit gegangen, dass Melanie fast die Band verlassen musste. Dann lernte sie die Konflikte zu meiden, sich ruhig zu verhalten. Bezeichnet sich selbst als „Diplomat“, der immer die andere Seite versucht zu verstehen. Für einige Momente, sogar Monate funktioniert das. Doch ihre Psyche leidet unter den Umständen und der medialen Aufmerksamkeit.

Heute scheint Mel C. diese Zeit überwunden zu haben. „Ich bin mir jetzt genug. Es ist Zeit, wirklich jedes kleine Stück von mir zu akzeptieren.“ Das kann sie heute über sich selbst und ihr damaliges Ich sagen. „In den 40ern zu sein“, sagt sie, „fühlt sich für mich wie eine neue Gelegenheit an, es wirklich wieder mit dem Leben zu versuchen und es einfach zu genießen.“