Schwer bewaffnete Polizisten patrouillieren am Tatort.
Schwer bewaffnete Polizisten patrouillieren am Tatort. AFP/Spencer Platt/Getty Images

Bei Schüssen in einer U-Bahn-Station in der US-Millionenstadt New York sind nach Angaben der Feuerwehr mindestens 13 Menschen verletzt worden. Berichten zufolge seien mindestens 16 Menschen verletzt worden. Acht von ihnen hätten Schussverletzungen erlitten, berichteten US-Medien. Feuerwehr und Polizei erklärten am Dienstag, bei dem Vorfall im Stadtteil Brooklyn seien „mehrere“ Menschen von Kugeln getroffen worden. US-Medien sprachen von fünf durch Schüsse verletzten Menschen. Die Hintergründe waren zunächst unklar.

„Als der Zug in den Bahnhof einfuhr, setzte der Verdächtige eine Gasmaske auf und öffnete einen Kanister, der sich in seiner Tasche befand, woraufhin sich der Waggon mit Rauch füllte und er zu schießen begann“, sagte die New Yorker Polizeichefin Keechant Sewell bei einer Pressekonferenz.

Der Stadtteilbürgermeister von Brooklyn, Mark Levine, schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, der mutmaßliche Schütze sei noch auf der Flucht. Medienberichten zufolge suchte die Polizei nach einem Mann, der möglicherweise eine Gasmaske und eine orangefarbene Arbeiterweste trug.

New York: Einsatzkräfte am Tatort in Brooklyn.
New York: Einsatzkräfte am Tatort in Brooklyn. dpa/John Minchillo

Verwirrung um mutmaßliche Sprengsätze - Bevölkerung soll die Gegend meiden

Auf Online-Plattformen veröffentlichte Videos und Fotos zeigten eine mit Rauch gefüllte U-Bahn, die in eine Station einfährt, außerdem Verletzte und Blut auf dem Boden. Ein Augenzeuge sagte dem Nachrichtensender CNN, in dem Zug sei vor der Einfahrt in die U-Bahn-Station 36th Street eine Rauchgranate detoniert.

Ein Feuerwehrsprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, vor Ort seien mehrere „nicht detonierte“ mutmaßliche Sprengsätze gefunden worden. Die Polizei der Millionenstadt betonte auf Twitter aber, es seien „keine aktiven Sprengsätze“ entdeckt worden. Polizei und Rettungskräfte eilten mit einem Großaufgebot zu der U-Bahn-Station. Auch schwerbewaffnete Polizisten waren im Einsatz. Die Polizei rief die Bevölkerung auf, die Gegend zu meiden.

Der Vorfall ereignete sich während der morgendlichen Hauptverkehrszeit. „Die Polizei hat um 8.27 Uhr auf den Notruf einer Person geantwortet, die in der U-Bahn angeschossen wurde“, sagte eine Polizeisprecherin AFP. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul erklärte, sie lasse sich über den Stand der Ermittlungen auf dem Laufenden halten. Nach Angaben des Weißen Hauses wurde auch US-Präsident Joe Biden unterrichtet.

Während des Vorfalls haben die in der Station installierten Überwachungskameras nach Angaben von Bürgermeister Eric Adams ersten Erkenntnissen zufolge nicht funktioniert. „Die vorläufige Untersuchung ergab, dass es in dieser speziellen Station so scheint, als ob es eine Störung mit dem Kamerasystem gab“, sagte Adams am Dienstag in einem Radio-Interview. Nähere Details lägen dazu noch nicht vor.

Noch am am Dienstagabend (Mittwochmorgen MESZ) ist eine Belohnung von 50.000 Dollar (rund 46.000 Euro) für Hinweise zur Festnahme des Tatverdächtigen ausgelobt worden. „Wir tun alles, was wir können, um den Mann zu fassen, der für diesen abscheulichen Angriff auf unsere Fahrgäste verantwortlich ist“, sagte der Chef der New Yorker Verkehrsbetriebe (MTA), Janno Lieber, in einer Stellungnahme.

New York verzeichnet seit geraumer Zeit einen Anstieg der Schusswaffengewalt. Beobachter führen das unter anderem auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurück. Der neue New Yorker Bürgermeister Eric Adams war unter anderem mit dem Versprechen angetreten, die Kriminalität in der Millionenstadt zu bekämpfen.