Remdesivir wurde gegen Ebola entwickelt, ist als Medikament noch nicht zugelassen. In Studien zeigen sich Erfolge bei der Behandlung von Covid-Patienten. Foto: Ulrich Perrey/dpa-POOL/dpa

Remdesivir gilt als Hoffnung in der Bekämpfung der Corona-Erkrankung. Das Medikament, das ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt wurde, ist allerdings noch nicht zugelassen und wird nur mit Ausnahmegenehmigungen eingesetzt. Jetzt wird der Einsatz erweitert.

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Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat ihr Okay gegeben, dass Remdesivir zusätzlich bei bestimmten stationären Patienten angewandt werden kann, die nicht auf Beatmungsgeräte angewiesen seien. Eine klinische Studie aus den USA hatte darauf hingewiesen, dass die Verabreichung bei Covid-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung um mehrere Tage verkürzen könnte. Auch in Deutschland, wo das Mittel bereits innerhalb eines vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte bestätigten Härtefallprogrammes zugänglich ist und in klinischen Studien getestet wird, zeigen sich Erfolge.

Man sei „in einem sehr weit fortgeschrittenen Stadium“, berichtete Gerd Fätkenheuer von der Infektiologie am Uniklinikum Köln dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Fätkenheuer ist der deutsche Studienleiter eines internationalen Konsortiums zur Erforschung von Remdesivir, dem „abgelegten“ Ebola-Präparat. „Wir können sagen: Remdesivir wirkt. Wir haben nachgewiesen, dass das Medikament bei einer Covid-19-Erkrankung den schweren Verlauf abmildert und verkürzt.“ Wesentliche Nebenwirkungen seien bislang nicht bekannt, müssten aber – ebenso wie der bestmögliche Einsatz von Remdesivir bei Covid-19 - noch weiter untersucht werden.

Remdesivir sollte laut Fätkenheuers einfach und günstig herstellbar sein: „Nach Berechnungen eines britischen Kollegen würde der Selbstkostenpreis mit einem kleinen Aufschlag bei etwa zehn Euro für eine zehntägige Behandlung liegen. Wie teuer es dann verkauft werden wird, ist eine andere Frage.“