Blutentnahmeröhrchen mit der Aufschrift Covid-19 und einer Spritze (Symbolfoto)  Foto: imago images
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Der Berliner Senat betreibt unter (030)-9028-2828 zwischen 8 und 20 Uhr eine Hotline für Bürger, die den Verdacht haben, sie könnten infiziert sein. Alternativ können Sie auch die Nummer des Patientenservice anrufen 116117. Bei beiden Nummern ist mit langen Wartezeiten zu rechnen.

Schutz gegen Corona- und andere Viren

Hände waschen: Eine wichtige Maßnahme, um Virusinfektionen zu vermeiden, ist es, die Hände regelmäßig und gründlich mit Seife zu waschen. Gründliches Händewaschen dauert 20 bis 30 Sekunden. In öffentlichen Toiletten ist es ratsam, den Wasserhahn mit einem Einweghandtuch oder dem Ellenbogen zu schließen.

Hygiene: Mit ungewaschenen Händen sollte man sich nicht an Mund, Augen oder Nase fassen. Wer krank ist, sollte Abstand zu anderen halten, sich zu Hause auskurieren und enge Körperkontakte zu seinen Mitmenschen vermeiden. Geschlossene Räume sollten mehrmals täglich für einige Minuten gelüftet werden.

Husten und Niesen: Dabei wird geraten, Abstand von anderen zu halten und sich wegzudrehen. Am besten ist es, ein Taschentuch zu benutzen oder sich die Armbeuge vor Mund und Nase halten.

+++ 8. Juli +++

Mehr als 8500 bestätigte Corona-Infektionen in Berlin

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen ist in Berlin um 35 auf 8536 gestiegen. Im Krankenhaus würden derzeit noch 87 Patienten behandelt, davon 29 auf der Intensivstation, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwochabend mit. Im Zusammenhang mit Covid-19 starben den Angaben zufolge seit März 216 Menschen, womit sich die Zahl um einen erhöhte. 7828 Infizierte sind inzwischen genesen. Die Corona-Ampel steht laut Gesundheitsverwaltung weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün. (dpa)

Spahn: Maskenpflicht "lieber drei Wochen zu spät" aufheben

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erneut vor zu frühen Lockerungen beim Tragen von Alltagsmasken in der Corona-Krise gewarnt. Um das Risiko zu reduzieren, gebe es in bestimmten Situationen eine Maskenpflicht, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in Berlin bei einer Online-Diskussion. Dafür gelte aus seiner Sicht: "Lieber drei Wochen zu spät aufgehoben als drei Wochen zu früh." Masken zu tragen sei nicht immer angenehm, es sei aber im Vergleich zu anderen Beschränkungen ein "relatives mildes Mittel". Wichtig sei dies vor allem, wenn Abstände nicht einzuhalten seien wie etwa im öffentlichen Nahverkehr oder beim Einkaufen. (dpa)

Sterne-Koch Raue: Berlin muss wieder vibrieren

Berlin müsse aufpassen, nicht hinten runterzufallen, "denn wir haben eine einzigartige Atmosphäre gehabt", so der Sternekoch. 
Foto: picture alliance/dpa

Berlin muss aus Sicht von Sterne-Koch Tim Raue auch in der Corona-Krise zu seinen Szene-Werten zurückfinden. "Die Stadt ist immer deswegen in den letzten Jahren und Jahrzehnten gewachsen, weil es ein Ort war, der vibriert hat", sagte Raue am Mittwoch in Berlin. Für die Einzigartigkeit und gelebte Diversität müssten entsprechend Orte geöffnet werden.

Es kämen nicht so viele Menschen wie für den Sommer erwartet nach Berlin, "weil die Stadt im Moment einfach nicht vibriert". Die "sozialen Orte" fehlten. "Wir müssen diese Orte wiederbeleben. Das ist der Unterschied, den diese Stadt ausgemacht und das Wachstum ermöglicht hat", sagte Raue. Die Räume seien entscheidend, damit die Menschen sich auf besondere Art und Weise entfalten könnten. "Wenn wir diese Plätze nicht zur Verfügung stellen, gehen die Menschen woanders hin." Berlin müsse aufpassen, nicht hinten runterzufallen, "denn wir haben eine einzigartige Atmosphäre gehabt".

Raue hatte sich gemeinsam mit einem Bündnis beispielsweise aus Musikern, DJs, Club- und Festivalbetreibern, Messeveranstaltern, Hoteliers und Gastronomen in einem offenen Brief an Senat und Abgeordnete ("außer AfD") stark gemacht für "strukturelle Änderungen und Erleichterungen, die das urbane Leben Berlins nach der Pandemie aus einem tödlichen Eindämmungsschlaf erwecken" (dpa)

USA verzeichnen erstmals mehr als 60.000 Corona-Neuinfektionen am Tag

Die USA haben erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 60.000 Neuinfektionen an einem einzelnen Tag verzeichnet. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Mittwoch lag die Zahl der am Vortag registrierten Neuansteckungen bei 60 021. Den zuvor höchsten Wert verzeichnete JHU mit gut 54.000 Fällen am vergangenen Donnerstag. Bis November könnten nach einem weithin beachteten Modell des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle in den USA insgesamt rund 208.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus sterben.

Der deutliche Anstieg der täglichen Fallzahl könnte auch auf eine verzögerte Meldung von Fällen nach dem langen Feiertags-Wochenende zurückzuführen sein, am Vortag waren noch rund 45.000 Neuinfektionen registriert worden. Das gilt auch für die Zahl der Toten, die am Dienstag der JHU zufolge sprunghaft von 325 auf 1195 anstieg. (dpa)

Bislang 324 Testungen nach Corona-Fall in Neuruppiner Kita

Im Zusammenhang mit dem Corona-Fall in einer Neuruppiner Kita (Ostprignitz-Ruppin) sind bislang 324 Menschen getestet worden. Sieben positive Fälle seien dabei festgestellt worden, teilte der Landkreis am Mittwoch mit. Rund 350 Kontaktpersonen konnten ermittelt werden. Das Ende der Fahnenstange sei damit aber noch nicht erreicht, hieß es. Es würden weitere Kontakte gesucht.

Am 1. Juli war die Infektion einer Mitarbeiterin der Kita bekannt geworden. Inzwischen sind nach den Angaben zwei Kinder und fünf Erwachsene mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Der jüngste Patient ist zwei Jahre alt, der älteste 64 Jahre. Die Kindertagesstätte bleibt vorerst geschlossen. (dpa)

Italien: Krankenhaus in Bergamo erstmals ohne Covid-Fälle auf Intensivstation

Es war emotional und symbolträchtig: In Bergamo hat das Krankenhaus Papa Giovanni XXIII nach rund dreieinhalb Monaten Corona-Krise den ersten Tag ohne Covid-19-Patienten auf der Intensivstation gefeiert. Dafür gab es beim Personal "befreienden Applaus", aber auch eine Gedenkminute für die Toten, wie italienische Medien am Mittwoch schrieben. Die Stadt Bergamo in der Lombardei stand seit Februar im Zentrum des Virus-Ausbruchs in Italien. Das große Hospital Papa Giovanni XXIII gehört zu den symbolischen Orten für die Corona-Krise in dem Land. Drastische Bilder von Covid-19-Kranken in überfüllten Sälen und Gängen gingen um die Welt. (dpa)

Katalonien führt ungewöhnlich strenge Maskenpflicht ein

Katalonien hat wegen lokaler Corona-Ausbrüche eine ungewöhnlich strenge Maskenpflicht angeordnet. Von diesem Donnerstag an müssen in der nordostspanischen Region alle Personen ab dem Alter von sechs Jahren in der Öffentlichkeit selbst dann einen Mund- und Nasenschutz tragen, wenn der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann. Das teilte Regionalpräsident Quim Torra am Mittwoch in der Regionalhauptstadt Barcelona mit. Bei Verstößen wird ein Bußgeld von 100 Euro fällig.

Ob Katalanen und Besucher der Region zum Beispiel auch in Cafés und Restaurants Maske tragen müssen, blieb zunächst unklar. Die regionale Gesundheitsministerin Alba Vergés sagte, die Maskenpflicht entfalle nur dort, wo sie sich nicht mit einer Tätigkeit vereinbaren lasse. Als Beispiel nannte sie Sport oder den Strand. Aber auf dem Weg ans Meer oder zum Sport müsse eine Maske getragen werden. Eine zeitliche Limitierung der Maßnahme wurde nicht bekannt. (dpa)

Drei Koblenzer Studentenwohnheime wegen Corona unter Quarantäne

Wegen einiger Corona-Fälle sind drei Koblenzer Studentenwohnheime unter Quarantäne gestellt worden. Drei Bewohner hätten Symptome gespürt und sich ins Krankenhaus begeben, ein Schnelltest sei positiv ausgefallen, teilte die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz am Mittwoch mit. Auch Kontaktpersonen zeigten nach den Angaben Symptome und wurden getestet. Die Ergebnisse lagen vorerst noch nicht vor.

Zwei nachweislich Infizierte leben in einem Wohnheim, der dritte in einem anderen. Das dritte Wohnheim sei wegen Kontakten von Bewohnern zu den anderen beiden Gebäuden ebenfalls unter Quarantäne gestellt worden. (dpa)

Oberverwaltungsgericht NRW: Clubs und Diskotheken bleiben geschlossen

Das aktuelle Betriebsverbot für Clubs und Diskotheken in Nordrhein-Westfalen zum Schutz vor Corona ist laut dem Oberverwaltungsgericht des Landes rechtmäßig. Das entschied das OVG am Mittwoch nach der Klage einer Kölner Diskothek-Betreiberin, wie das Gericht mitteilte. Es sei nicht zu beanstanden, wenn das Land annehme, dass in Clubs und Diskotheken ein erhöhtes Infektionsrisiko bestehe. Besucher hielten sich dort dicht aneinander gedrängt auf oder tanzten - und das in üblicherweise schlecht belüfteten Räumen und bei häufig wechselnden Gästen.

Das OVG geht auch nicht davon aus, dass die Einhaltung des Mindestabstands und das Tragen einer Gesichtsmaske bei einer Öffnung von Clubs und Diskotheken realistisch wäre. Die branchenweite Untersagung des Betriebs nach der Coronaschutzverordnung NRW sei daher rechtlich nicht zu beanstanden. Die Antragstellerin hatte argumentiert, dass die fortdauernde Anordnung der Betriebsschließung ohne angemessenen finanziellen Ausgleich rechtswidrig sei. Der OVG-Beschluss ist nicht anfechtbar. (dpa)

Merkel wirbt in Brüssel für umstrittenen EU-Wiederaufbauplan

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei ihrem Besuch im Europaparlament in Brüssel das Programm der deutschen EU-Ratspräsidentschaft vorgestellt. Nach der Begrüßung durch Parlamentspräsident David Sassoli betonte die Kanzlerin am Mittwoch, die EU stehe durch die Corona-Krise "vor einer nicht gekannten Situation des wirtschaftlichen Einbruchs". Der nun geplante Corona-Hilfsfonds dürfe aber nicht nur dazu dienen, den früheren Zustand wieder herzustellen, sondern müsse auch genutzt werden, um "einen Schritt in die Zukunft zu gehen".

Merkel warb in diesem Zusammenhang noch einmal um einen ambitionierten Wiederaufbauplan. Das Geld, das man jetzt dafür wolle, solle nicht einfach investiert werden, um wieder hinzukommen, wo man gewesen sei, "sondern um auch einen Schritt in die Zukunft zu gehen". Als Beispiele nannte sie den Klimawandel und die Digitalisierung.

Am Abend ist ein Gespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Ratspräsident Charles Michel und Parlamentspräsident David Sassoli geplant. Dabei geht es um die Vorbereitung des EU-Sondergipfels Mitte Juli, bei dem eine Einigung über den nächsten Sieben-Jahres-Haushalt der EU und den milliardenschweren Hilfsplan zur Überwindung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise angestrebt wird. (AFP)

Dänemark führt Corona-Pass für Reisende ein

Touristen aus Dänemark haben von nun an die Möglichkeit, sich vor der Abreise eine coronafreie Gesundheit bescheinigen zu lassen. Mit Hilfe eines sogenannten Covid-19-Passes sollen die Dänen für den Fall gewappnet sein, wenn sie auf Reisen ins Ausland einen negativen Corona-Test vorweisen müssen, um zum Beispiel einer Quarantäne nach der Einreise aus dem Weg zu gehen. Wie das dänische Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, ist es möglich, sich vor der Abreise aus Dänemark in einem Zentrum testen zu lassen, um eine entsprechende offizielle Dokumentation auf Reisen bei sich haben zu können. (dpa)

Covid-19-Studien: Infektion bedeutet wohl nicht automatisch Immunität

Mehrere Studien nähren Zweifel daran, dass eine Corona-Infektion zwangsläufig Immunität gegen eine neue Erkrankung zur Folge hat. Gerade bei Menschen, die nur wenige oder gar keine Symptome hatten, waren schon bald nach einer Infektion keine Antikörper im Blut mehr nachweisbar. die Beobachtungen wecken Zweifel an der Aussagekraft von Antikörper-Tests und an den derzeit diskutierten Immunitätspässen. Auch für die Entwicklung eines Impfstoffs wäre ein möglichst genaues Verständnis der Immunantwort auf Sars-CoV-2 zentral.

Die Immunantwort scheint bei Menschen uneinheitlich auszufallen. Grundsätzlich kann das Immunsystem etwa mit sogenannten T-Zellen auf Krankheitserreger reagieren. Manche T-Zellen aktivieren B-Zellen, die dann Antikörper bilden. Antikörper binden an bestimmte Merkmale von Erregern und können diese so inaktivieren.

Auf den ersten Blick scheint das Vorhandensein spezieller Antikörper ein guter Hinweis auf eine frühere Infektion zu sein. Allerdings fand eine Untersuchung des Universitätsspitals Zürich bei Menschen mit milden oder asymptomatischen Verläufen keine sogenannten IgG-Antikörper im Blut. Diese sind wichtig für das Immungedächtnis - damit das Immunsystem bei erneutem Kontakt mit dem Erreger stärker und schneller reagiert. Die Studie ist bislang nur ein Preprint - ist also weder von Experten begutachtet noch in einem Fachjournal publiziert.

Eine weitere als Preprint veröffentlichte Untersuchung des Lübecker Gesundheitsamts fand bei 30 Prozent von 110 Corona-Infizierten mit ebenfalls höchstens mäßigen Covid-19-Symptomen keine Antikörper. Und im Fachblatt "Nature Medicine" berichten Forscher aus China, dass bei Infizierten ohne Symptome die Antikörper-Konzentration im Blut bereits nach kurzer Zeit deutlich sank. (BK/dpa)

EU genehmigt Corona-Stabilisierungsfonds des Bundes

Die EU-Kommission hat den von der Bundesregierung eingerichteten Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) zur Unterstützung von Unternehmen in der Corona-Krise genehmigt. Der Fonds erfülle die Voraussetzungen für die wegen der Pandemie gelockerten EU-Bestimmungen für staatliche Beihilfen, teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit. Die Bundesregierung hat den Fonds bereits für das Unterstützungspaket für die Lufthansa genutzt.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) begrüßte die Zustimmung der EU-Kommission. Der WSF sei ein "wichtiger Baustein" im Corona-Hilfsprogramm der Bundesregierung, erklärte Scholz. "Der Fonds ist mit der nötigen Finanzkraft ausgestattet, um unsere Volkswirtschaft, Arbeitsplätze und Unternehmen zu schützen." Das sei eine "gute Nachrichten" für alle Unternehmen und deren Beschäftigte, die durch die Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten sind.

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds richtet sich an große Unternehmen, die entsprechend umfassende Hilfspakete benötigen. Er enthält 100 Milliarden Euro für Kapitalmaßnahmen - etwa stille Beteiligungen oder der Erwerb von Anteilen an Unternehmen - sowie 400 Milliarden Euro für Bürgschaften. (AFP)

Kärnten: Maskenpflicht in Touri-Hotspots - Angst vor "Sommer-Ischgl"

Das auch bei deutschen Urlaubern beliebte österreichische Bundesland Kärnten verhängt eine abendliche Maskenpflicht in Tourismus-Hotspots. An stark besuchten Orten wie Velden oder dem Wörthersee soll im öffentlichen Raum jede Nacht von 21.00 Uhr bis 2.00 Uhr ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die Verordnung wird noch ausgearbeitet und soll am Freitag in Kraft treten, wie die Landesregierung am Mittwoch ankündigte. "Velden soll nicht zum Sommer-Ischgl werden", sagte Tourismus-Landesminister Sebastian Schuschnig (ÖVP) gegenüber Medien.

Das für seine Seen bekannte Bundesland mit rund 560.000 Einwohnern und aktuell nur 14 Corona-Fällen verzeichnet seit Mai wieder einen zunehmenden Touristenandrang. Seit Wochen gibt es Sorgen über damit einhergehende Gesundheitsrisiken. Appelle hätten nicht ausgereicht, um Ansammlungen ohne Abstands- und Hygienemaßnahmen zu verhindern, sagte Schuschnig. Sowohl die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden als auch die Vertreter der Gastronomie stünden hinter dem Plan. (dpa)

Eine neue Corona-Infektion in Brandenburg

Die Zahl der Corona-Infektionen in Brandenburg ist um einen bestätigten Fall gestiegen. Zwar seien drei neue Infektionen hinzugekommen, je ein Fall in den Kreisen Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und Potsdam-Mittelmark, berichtete das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Potsdam. Im Kreis Märkisch-Oderland würden aber zwei Infektionen als Korrektur abgezogen, so dass von Dienstag auf Mittwoch rechnerisch ein Fall hinzukam. Solche Korrekturen treten öfter auf, zum Beispiel, wenn sich herausstellt, dass jemand doch nicht infiziert ist oder nicht aus dem jeweiligen Kreis stammt, dem er anfangs zugeordnet wurde.

Seit Anfang März hat Brandenburg 3502 bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 erfasst. Seitdem starben 172 Corona-Patienten, diese Zahl hat sich seit mehreren Tagen nicht mehr erhöht. Als genesen gelten rund 3240 Menschen, 10 mehr als am Vortag. Die rechnerische Zahl der Erkrankten liegt bei rund 90 nach 100 zuvor. (dpa)

FDP will Ende der Einreisebeschränkungen für Partner aus Drittstaaten

FDP-Innenpolitiker haben Bundesinnenminister Horst Seehofer aufgefordert, die coronabedingten Einreisebeschränkungen für Partnerinnen und Partner aus Drittstaaten aufzuheben. Täglich erhielten sie Nachrichten von Menschen, die noch immer von ihren Partnerinnen oder Partnern getrennt seien, weil eine der Personen über keine Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedslandes verfüge oder weil das Paar keinen offiziellen Familienstand habe, schrieben der Bundestagsabgeordnete Konstantin Kuhle und der Europaabgeordnete Moritz Körner an den CSU-Politiker.

«Diese Menschen können nicht füreinander da sein, obwohl sie es dringend möchten. Dieser Zustand muss beendet werden», heißt es in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Die FDP-Politiker appellieren an die Bundesregierung, bei der nächsten Stufe der schrittweisen Aufhebung der Einreisebeschränkungen für Drittstaaten dem dänischen Weg zu folgen und ähnliche Regelungen für Deutschland zu beschließen. In Dänemark dürften auch nicht verheiratete Partnerinnen und Partner einreisen, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegten und eine Mindestdauer ihrer Beziehung von drei Monaten vorweisen könnten. (dpa)

Österreich warnt nun auch vor Reisen nach Bulgarien und Rumänien

Österreich spricht mit Blick auf die Corona-Infektionen nun auch für Bulgarien, Rumänien und Moldau eine Reisewarnung aus. Die Maßnahme gelte ab sofort, sagte Außenminister Alexander Schallenberg am Mittwoch in Wien. Die Grenzkontrollen zu Ungarn und Slowenien würden deutlich verstärkt, erklärte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Dabei kämen 1800 Polizisten zum Einsatz. Reisebusse würden ausnahmslos kontrolliert. "Bitte reisen Sie nicht in diese Länder", so der Regierungschef. Wer von dort zurückkehre, müsse in eine 14-tägige Quarantäne oder einen negativen Coronatest vorweisen.

Österreich reagiert mit diesem Schritt auf die im nahen Ausland steigenden Infektionszahlen. Vor einer Woche hatte Wien bereits eine Reisewarnung für die sechs Staaten des Westbalkans ausgesprochen. Es habe sich herausgestellt, dass in jüngster Zeit mindestens 170 Fälle von Corona-Infektionen in Österreich auf Heimkehrer aus diesen Regionen zurückzuführen seien, hieß es. Kurz warnte eindringlich davor, die Quarantäne nicht einzuhalten. Wer trotz positiven Tests aus dem Haus gehe, begehe eine Straftat. (dpa)

Pläne in Sachsen "nicht verantwortbar": Lauterbach warnt vor Fans im Stadion

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat wegen der Corona-Pandemie davor gewarnt, zu früh wieder Fans in den Stadien zuzulassen. "Fußball-Bundesliga-Spiele mit Zuschauern halte ich für nicht verantwortbar", sagte Lauterbach dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch) und betonte: "Auch andere Großveranstaltungen ohne Grenze nach oben sind durch Hygienekonzepte nicht wirklich sicher zu machen. Denn die Kontaktverfolgung wird bei diesen Menschenmengen natürlich nicht gelingen."

Es werde "einfach auf Risiko gespielt in der Hoffnung, es werde noch gut gehen", sagte der 57-Jährige. Solche Maßnahmen könnten "die perfekte Vorbereitung einer zweiten Welle im Herbst sein". Zuvor waren in Sachsen Überlegungen publik geworden, wonach vom 1. September an wieder Zuschauer in den Fußballstadien und Hallen zugelassen werden könnten. Demnach würden dann Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern möglich sein, allerdings unter Einhaltung von Hygieneregeln und der Kontaktverfolgung, wie es Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden ausführte. (dpa)

Lage in Belgrad nach Ausschreitungen wegen Corona-Sperre wieder ruhig

In der serbischen Hauptstadt Belgrad hat sich die Lage nach Ausschreitungen wegen einer neuen Corona-Ausgangssperre wieder beruhigt. In den frühen Morgenstunden hatte die Polizei die Demonstranten aus der Umgebung des Parlaments verdrängt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tanjug am Mittwoch berichtete.

Am späten Dienstagabend hatten Einsatzkräfte Tränengas eingesetzt, nachdem eine Gruppe von rund 100 gewalttätigen Demonstranten kurzzeitig ins Parlamentsgebäude eingedrungen war. Mehrere tausend Menschen hatten vor dem Gebäude gegen die Ankündigung neuer Ausgangssperren wegen der Corona-Pandemie protestiert. An der Auflösung der Menge war auch berittene Polizei beteiligt. Nach Angaben der Rettungsdienste wurden 13 Polizisten und sieben Demonstranten verletzt.

Präsident Aleksandar Vucic hatte wenige Stunden zuvor erklärt, dass seine Regierung über das kommende Wochenende wieder eine generelle Ausgangssperre verhängen werde. Diese werde von Freitagabend bis Montagmorgen gelten. Es ist die erste Ausgangssperre seit Aufhebung des Ausnahmezustands im Mai. Vucic begründete die Maßnahme mit den zuletzt gestiegenen Infektionszahlen. Die Krankenhäuser seien wegen der vielen Neuerkrankungen voll und an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit, sagte er. (dpa)

Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh sinkt weiter

(dpa) Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner im Kreis Gütersloh ist weiter gesunken und nähert sich den Werten anderer Regionen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 28,6. Als Grenzwert für neuerliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens gilt der Wert 50. Am Vortag lag diese Infektions-Kennziffer noch bei 35,4. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs beim Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück lag der Wert bei 270,2. (dpa)

Umfrage: 54 Prozent lehnen Abschaffung der Maskenpflicht im Handel ab

Jeder Zweite in Deutschland lehnt laut einer Umfrage die Abschaffung der Maskenpflicht im Handel ab - auch wenn es im jeweiligen Bundesland nur wenige Corona-Infizierte gibt und ein Mindestabstand eingehalten werden kann. Wie das Meinungsforschungsinstitut YouGov mitteilte, sind 54 Prozent gegen die Abschaffung, 37 Prozent befürworten dagegen solche Pläne. Neun Prozent der Befragten enthielten sich einer Aussage. Bei Menschen ab 55 Jahren ist die Ablehnung der Pläne stärker (61 Prozent), während sich bei den 18- bis 24-Jährigen nur 36 Prozent dementsprechend äußerten. (dpa)

397 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 397 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 197.341 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 8.7., 0.00 Uhr). 9036 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag. Bis Montag hatten etwa 182.700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen inzwischen überstanden. Das waren etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 7.7., 0.00 Uhr, bei 0,81 (Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. (dpa)

Katalonien will strenge Maskenpflicht auch im Freien einführen

Die spanische Region Katalonien will nach einer Zunahme der Corona-Infektionen eine Maskenpflicht auch im Freien einführen, die praktisch überall und unter allen Umständen gelten soll. Die genaue Ausgestaltung der Anordnung solle der regionale Zivilschutz am Mittwoch beschließen, teilte die katalanische Regierungssprecherin Meritxell Budó am Dienstag in Barcelona mit. "Die Idee ist aber, dass die Pflicht immer und überall gelten soll, unabhängig vom Abstand zwischen den Menschen", sagte Budó.

Nach dem derzeit landesweit geltenden Dekret der "neuen Normalität" der Madrider Zentralregierung gilt eine Maskenpflicht in ganz Spanien im Freien nur dann, wenn ein Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. (dpa)

Ab September höhere Maskenproduktion in Deutschland

Von September an soll Deutschland in der Lage sein, innerhalb eines Jahres 2,5 Milliarden zusätzliche Masken zu produzieren. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin auf Anfrage der "Rheinischen Post" (Mittwoch) mit. Bis Ende Juni 2021 sollen Produzenten in Deutschland bis zu sieben Milliarden Masken jährlich in zertifizierter Qualität zusätzlich herstellen können. Dazu zählen dem Bericht zufolge FFP2, FFP3 und medizinische Gesichtsmasken.

Das Wirtschaftsministerium investiere dafür 60 Millionen Euro an Fördermitteln, hieß es weiter. Gefördert werden laut Bericht zudem Anlagen, die das sogenannte Filtervlies für die Masken produzieren, durch das Viren abgehalten werden. Zu den aktuellen Produktionskapazitäten in Deutschland machte das Ministerium aber demnach keine Angaben. (dpa)

Trump drängt auf Öffnung der Schulen in den USA nach Sommerferien

Trotz dramatisch hoher Coronavirus-Fallzahlen will US-Präsident Donald Trump Druck auf die US-Bundesstaaten ausüben, damit dort die Schulen nach den Sommerferien wieder öffnen. "Wir wollen, dass unsere Schulen im Herbst geöffnet sind", sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) bei einem Runden Tisch zu dem Thema im Weißen Haus. Das sei sehr wichtig sowohl für das Land als auch für das Wohlbefinden von Schülern und deren Eltern. "Wir werden Druck auf die Gouverneure und alle anderen ausüben, die Schulen zu öffnen."

Der Republikaner warnte davor, Schulen aus politischen Erwägungen geschlossen zu halten. Er spielte damit auf demokratische Gouverneure von Bundesstaaten an, die sich in großer Zahl gegen Trumps Drängen auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität wehren. Trump spielte die Lage in den USA erneut herunter. "Weil wir mehr testen, haben wir mehr Fälle. Wenn wir die Hälfte der Tests machen würden, hätten wir viel weniger Fälle", sagte er. Die Zahl der neuen Fälle steigt seit Mitte Juni allerdings proportional stärker an als die der Tests. (dpa)

+++ 7. Juli +++

WHO: Zunehmende Hinweise auf Corona-Übertragung in der Luft über mehrere Meter

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht zunehmende Indizien dafür, dass sich das neuartige Coronavirus auch über mehrere Meter hinweg in der Luft übertragen kann. WHO-Expertin Benedetta Allegranzi sprach am Dienstag von möglichen Beweisen für diese These. Sie forderte die Mitgliedstaaten auf, "offen" für diese Erkenntnisse zu sein - und für "die Vorsichtsmaßnahmen, die getroffen werden müssen".

Eine Gruppe aus 239 internationalen Wissenschaftlern hatte zuvor angesichts der weltweiten Lockerungen bei den Corona-Einschränkungen Alarm geschlagen und auf Studien verwiesen, wonach sich das neuartige Coronavirus auch über einen Abstand von mehr als zwei Metern in der Luft übertragen kann.

In einem am Montag in der Fachzeitschrift "Clinical Infectious Diseases" veröffentlichten Artikel warnten die Experten davor, dass sich das Virus über "kleine bis mittlere Distanzen" in der Luft übertragen könne. Diese Distanzen reichten von "mehreren Metern bis zur Größe eines Raums". Zwar seien häufiges Händewaschen und Abstandsregeln "angemessene" Maßnahmen, schrieben die Wissenschaftler. Zugleich seien sie aber unzureichend, um ausreichenden Schutz vor Mikrotröpfchen zu gewährleisten, die als Aerosole in der Luft schweben und das Virus in sich tragen können.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte am Dienstag erneut davor, die Corona-Pandemie zu verharmlosen. "Der Ausbruch beschleunigt sich, und wir haben eindeutig noch nicht den Höhepunkt der Pandemie erreicht", sagte er. (dpa)

40 neu registrierte Corona-Infektionen in Berlin

In Berlin gibt es 40 neue registrierte Corona-Infektionen. Damit stieg die Zahl der bestätigten Fälle seit März auf 8501, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Dienstagabend mitteilte. Im Krankenhaus behandelt werden derzeit noch 109 Patienten, 31 von ihnen auf der Intensivstation. 215 Corona-Patienten sind seit März in der Hauptstadt gestorben. Somit kam seit Montag kein weiterer Todesfall hinzu. Die Corona-Ampel steht weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün.

Bei den Indikatoren geht es um die Reproduktionszahl - sie zeigt die Dynamik des Infektionsgeschehens - sowie um Neuinfektionen und um den benötigte Platz für Covid-Patienten auf Intensivstationen.

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen dann Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Serbien verhängt erneut Ausgangssperre wegen Corona-Pandemie

Angesichts steigender Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus kehrt Serbien am Wochenende zu einer vorübergehenden Ausgangssperre zurück: "Von Freitag bis Montag werden wir eine lange Ausgangssperre haben", sagte der serbische Präsident Aleksandar Vucic am Dienstag bei einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Der Krisenstab der Regierung werde entscheiden, ob die Beschränkungen nur für die Hauptstadt Belgrad oder landesweit gälten.

Die Ankündigung der Ausgangssperre erfolgte unmittelbar nach Bekanntwerden eines neuen Corona-Infektionsrekords in dem südosteuropäischen Land. Wie die Behörden mitteilten, starben zuletzt binnen 24 Stunden 13 Menschen an den Folgen ihrer Corona-Infektion - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

In Serbien war erstmals am 6. März eine Corona-Infektion nachgewiesen worden. Seitdem wurden in dem Balkanstaat rund 330 Todesfälle durch das Coronavirus gezählt. Kritiker werfen den Behörden vor, die tatsächliche Todesfallzahl zu verschleiern, was die Regierung in Belgrad jedoch bestreitet. Bereits im März hatte die Regierung landesweit strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt, die jedoch im Juni gelockert wurden - nicht zuletzt mit Blick auf die Parlamentswahl, bei der Vucics Fortschrittspartei einen klaren Sieg errang.

Nach Angaben Vucics werden derzeit fast 4000 Corona-Patienten in Krankenhäusern behandelt. "Niemand kann diese Zahlen aushalten", sagte der Präsident. "Wir wollen nicht unsere Ärzte töten." (dpa)

Sachsen erwägt Zulassung von Zuschauern in Stadien ab September

In Sachsen könnten vom 1. September an wieder Zuschauer in den Fußballstadien und Hallen zugelassen werden. Das sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden. Demnach würden dann Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern möglich sein, allerdings unter Einhaltung von Hygieneregeln und der Kontaktverfolgung. «Was noch nicht gelten wird ist, dass das Stadion voll ist», sagte die Ministerin. Beschlossene Sache ist das jedoch noch nicht.

Für den Fall des Beschlusses der neuen Schutzverordnung würden neben Bundesligist und Champions-League-Viertelfinalist RB Leipzig auch die anderen sächsischen Vereine profitieren, die zum großen Teil von Zuschauereinnahmen abhängig sind. Das betrifft in erster Linie die Drittliga-Clubs Dynamo Dresden und FSV Zwickau.

Bei RB Leipzig ist man darauf bereits vorbereitet. «Wir haben ein Konzept für Spiele mit Zuschauern für die neue Saison entwickelt und dies mit dem Gesundheitsamt Leipzig diskutiert», hatte Ulrich Wolter, Director Operations bei RB, in der vergangenen Woche angekündigt. Demnach trägt das Gesundheitsamt das Konzept, was zunächst mit etwa der Hälfte der Zuschauer beginnen würde, grundsätzlich mit, wenn sich die Pandemielage weiter so positiv entwickelt. Für die Red Bull Arena entspräche das einer Kapazität von etwa 21 000 Zuschauern. (dpa)

390 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 390 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 196.944 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete. 7.7., 0.00 Uhr).

9024 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 8 im Vergleich zum Vortag. Etwa 182 700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen inzwischen überstanden; 500 mehr als am Tag zuvor. Aus 112 Landkreisen wurden in den letzten 7 Tagen keine Fälle übermittelt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 0,81 (Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 7.7., 0.00 Uhr, bei 0,84 (Vortag: 0,89). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Im Streit um Corona: USA machen Austritt aus Weltgesundheitsorganisation offiziell

US-Präsident Donald Trump hat im Streit um die Coronavirus-Pandemie offiziell den Austritt seines Landes aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingeleitet. Wie ein US-Regierungsvertreter am Dienstag sagte, wurde UN-Generalsekretär António Guterres formell über den geplanten Austritt informiert. Der Austritt würde damit in einem Jahr wirksam.

Ein Guterres-Sprecher in New York bestätigte, das Dokument zum US-Austritt aus der WHO sei am Montag eingegangen. Er betonte, eine der Bedingungen für einen Austritt sei, dass alle Beiträge für die Organisation beglichen seien. Guterres prüfe derzeit gemeinsam mit der WHO, ob alle Bedingungen erfüllt würden. Der Rückzug würde dann am 6. Juli 2021 in Kraft treten.

Trump wirft der UN-Unterorganisation seit Monaten Fehler in der Corona-Krise sowie Einseitigkeit zugunsten Chinas vor. Er kündigte deswegen zunächst einen Stopp der Beitragszahlungen an die WHO und schließlich den Bruch mit der Organisation an.

International stieß dies auf Empörung. Kritiker werfen Trump vor, mit seinen Angriffen auf die WHO von eigenen Fehlern im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie ablenken zu wollen. In den USA sind bereits mehr als 130.000 Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben - die mit Abstand höchste Zahl weltweit. Mit 2,96 Millionen bestätigten Infektionen wurden zudem mehr Corona-Fälle registriert als in jedem anderen Land der Welt. (AFP)

WHO: Ausmaß von Luftübertragung von Coronaviren noch unklar

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sehr zurückhaltend auf einen Vorstoß von Experten reagiert, die das Übertragungsrisiko des Coronavirus in der Luft für unterschätzt halten. Die WHO sei aufgeschlossen gegenüber neuen Datenlagen in diesem Feld, müsse aber sehr behutsam vorgehen, bevor sie Schlüsse ziehe, sagte die WHO-Expertin Benedetta Allegranzi auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend in Genf.

Es gebe nichts zu rütteln an den bestehenden Empfehlungen, die Abstand vorsehen sowie das Tragen von Masken, wenn dieser nicht einzuhalten sei. Die Organisation sichtet laut Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan im Durchschnitt täglich 500 Publikationen unterschiedlicher Qualität.

Rund 240 Wissenschaftler, darunter auch Ingenieure, hatten Anfang der Woche ein Schreiben in einer Fachzeitschrift veröffentlicht. Sie werfen darin Gesundheitsbehörden, darunter der WHO, vor, in ihren Empfehlungen das Ansteckungsrisiko durch kleinste Teilchen, sogenannte Aerosole, in der Luft zu vernachlässigen. „Wir sollten genauso viel Betonung auf Masken und Belüftung legen wie auf das Händewaschen“, sagte eine beteiligte Forscherin, die Aerosol-Expertin Linsey Marr, der „New York Times“. „Soweit wir das beurteilen können, ist das genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger.“

Studien ließen kaum Zweifel daran, so schreiben die Wissenschaftler weiter, dass Sars-CoV-2 sich genauso wie bereits erforschte verwandte Viren durch Atmen und Sprechen in winzigsten Tröpfchen in der Luft verteile. Besonders volle, unzureichend durchlüftete Räume, in denen Menschen sich lange aufhalten, seien demnach ein Risiko. Die Übertragung über Aerosole sei die einzige Erklärung für mehrere Ausbrüche, bei denen einzelne Infizierte viele Menschen ansteckten - teils trotz Einhaltung der Hygieneregeln, die die Ansteckung durch größere Tröpfchen oder im direkten Kontakt verhindern sollten.

Die Experten empfehlen deshalb neben der Vermeidung von hoher Menschendichte, etwa in öffentlichen Gebäuden, Schulen, Arbeitsplätzen oder Krankenhäusern vor allem auf Durchlüftung mit frischer Außenluft zu achten. Auch hocheffiziente Luftfilter oder UV-Lampen, die Erreger abtöten, sollten genutzt werden. (dpa)

Landrat will Tönnies Kosten von Corona-Ausbruch in Rechnung stellen

Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer will das Unternehmen Tönnies für die entstandenen Kosten durch den massiven Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Rheda-Wiedenbrück in die Pflicht nehmen. Immerhin habe das Unternehmen von Clemens Tönnies viele Kosten im Kreis Gütersloh verursacht. "Irgendwann wird ihm diese Rechnung auch präsentiert werden, zumindest das, was wir als Kreisverwaltung an Kosten hatten", sagte der CDU-Politiker ohne eine Summe zu beziffern am Dienstag. "Herr Tönnies hat sich ja bereit erklärt, die Kosten für die Testungen zu übernehmen. Der Deckel wird mit Sicherheit größer werden", sagte Adenauer. Auch eine gerichtliche Auseinandersetzung über die Kostenübernahme schloss der Landrat nicht aus.

Seit Anfang der Woche beraten Behördenvertreter des Kreises wie der Stadt Rheda-Wiedenbrück sowie der Bezirksregierung Detmold mit Fachleuten und dem Unternehmen über das von Tönnies vorgelegte Hygienekonzept zur schrittweisen Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs. Am Dienstag fanden dazu Begehungen auf dem Werksgelände statt. "Wir wollen wirklich in jeden Winkel hineinschauen", erklärte der Landrat. Auch das Amt für Arbeitsschutz, das Gesundheitsamt und Veterinäre seien dabei. (dpa)

UN: Corona-Krise vernichtet weltweit jahrzehntelangen Fortschritt

Die weltweite Corona-Pandemie wirft die Menschheit in Armutsbekämpfung, Gesundheitswesen und Bildung nach einem neuen UN-Bericht um Jahrzehnte zurück. Bereits Ende des vergangenen Jahres habe die Menschheit beim Erreichen der bis 2030 definierten UN-Nachhaltigkeitsziele hinterhergehangen, erklärten die Vereinten Nationen am Dienstag. „Wegen Covid-19 bedroht nun eine nie gesehene Gesundheits-, Wirtschafts- und Gesellschaftskrise Leben und Existenzgrundlagen, was das Erreichen der Ziele noch mehr zur Herausforderung macht“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres am Dienstag.

Unter anderem würden voraussichtlich 71 Millionen Menschen in diesem Jahr wieder in Armut zurückfallen, heißt es in der neuesten Ausgabe des jährlichen UN-Berichts zu den 17 Nachhaltigkeitszielen, die sich die Weltgemeinschaft 2015 gegeben hatte. Es wäre der erste Anstieg seit 1998. Auch bei der Kinderarbeit könnte es erstmals seit Jahrzehnten wieder einen Anstieg geben. Die UN sagen zudem weltweit Hunderttausende Tote durch Probleme bei Gesundheits- und Impfversorgung voraus. Überproportional oft seien weltweit Arme, Menschen mit Behinderungen und häufig auch Frauen von der Corona-Krise betroffen.

Mehr als eine Milliarde Menschen in Slums würden die Krise wegen fehlenden Wasseranschlüssen daheim, wegen geteilter Toiletten und überfülltem öffentlichen Verkehrsmitteln besonders spüren. Schulschließungen hätten 90 Prozent aller Schüler weltweit betroffen, rund 1,57 Milliarden Kinder und Jugendliche. 370 Millionen davon haben deshalb auch für sie lebensnotwendiges Schulessen verpasst. (dpa)

Corona: Gericht bemängelt Unterbringung in Gemeinschaftsunterkunft

Das Landgericht Frankfurt (Oder) hat die Unterbringung eines Asylbewerbers in einer brandenburgischen Gemeinschaftsunterkunft mit Blick auf das Corona-Abstandsgebot bemängelt. Seine Wohnverhältnisse ständen nicht in Einklang mit der derzeit gültigen brandenburgischen Sars-CoV-2-Umgangsverordnung, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Beschluss.

Durch «den Verbleib in einem Gemeinschaftszimmer mit beliebigen Dritten, in dem das Abstandsgebot (...) nicht einzuhalten ist», sei der Mann in der Unterkunft in Müncheberg (Märkisch-Oderland) «einem erhöhten Risiko» ausgesetzt, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Über den Fall hatte zuvor die «Märkische Oderzeitung» (Dienstag) berichtet.

Der alleinreisende Geflüchtete lebt gemeinsam mit zwei anderen Bewohnern in einem 24,38 Quadratmeter großen Zimmer, das noch zwei weitere Bewohner als Durchgangszimmer nutzen. Der Mann hatte sich vor Gericht gegen die Wohnsitzauflage gewendet und wollte während der Corona-Pandemie außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft untergebracht werden. Darauf besteht jedoch laut Gericht kein Anspruch - der Antrag des Mannes wurde abgelehnt. Er könne jedoch eine Einzelunterbringung beantragen, so der Hinweis des Richters. Das Sozialministerium will jetzt den Beschluss prüfen, in erster Linie sei jedoch die Kommune zuständig. (dpa)

US-Biotech-Unternehmen Novavax bekommt 1,6 Milliarden Dollar für Corona-Impfstoff

Die US-Regierung zahlt dem Biotech-Unternehmen Novavax 1,6 Milliarden Dollar für die Entwicklung und Herstellung eines neuen Coronavirus-Impfstoffs. Die Regierung sichert sich damit 100 Millionen Impfdosen, wie das Gesundheitsministerium in Washington am Dienstag mitteilte. Erste klinische Versucht mit dem experimentellen Impfstoff namens NVX-CoV2373 hatten im Mai begonnen. Die entscheidende dritte Phase soll im Herbst beginnen.

Die US-Regierung fördert mit dem milliardenschweren Programm „Operation Warp Speed“ eine Reihe von Biotech-Unternehmen und Pharmakonzernen, die an der Entwicklung von Coronavirus-Impfstoffen arbeiten. Ziel ist die Produktion von 300 Millionen Impfdosen.

Aus dem Fördertopf gingen bereits 1,2 Milliarden Dollar an den Pharmakonzern AstraZeneca, der bei der Entwicklung eines Impfstoffes mit der Oxford-Universität kooperiert, 483 Millionen Dollar an das Biotech-Unternehmen Moderna und 456 Millionen Dollar an den Pharmakonzern Johnson & Johnson. Nun wurde das in Gaithersburg im US-Bundesstaat Maryland ansässige Biotech-Unternehmen Novavax in das Programm aufgenommen - und erhielt mit 1,6 Milliarden Dollar (rund 1,4 Milliarden Euro) die bislang größte Summe.

Das US-Gesundheitsministerium gab am Dienstag zudem eine Förderung von 450 Millionen Dollar für das US-Biotech-Unternehmen Regeneron für das experimentelle Covid-19-Medikament REGN-COV2 bekannt. Damit sichert sich die Regierung die künftige Produktion des Mittels, das auf Antikörpern basiert. Das Medikament wird derzeit noch getestet. (AFP)

Rund 1000 Menschen im nordrhein-westfälischen Euskirchen in Corona-Quarantäne

Nach einem Corona-Ausbruch in einer mennonitischen Großfamilie im nordrhein-westfälischen Landkreis Euskirchen haben die Behörden rund 1000 Menschen in häusliche Quarantäne geschickt. Betroffen seien alle Mitglieder der örtlichen Mennoniten-Gemeinde und deren Kinder, wie das Landratsamt am Dienstag mitteilte. Die Schule der Gemeinde sei geschlossen worden, auch Gottesdienste seien zunächst verboten. Noch diese Woche sollen alle Betroffenen getestet werden.

Die Maßnahmen wurden demnach angeordnet, weil die Mitglieder der Großfamilie in den Tagen vor dem Bekanntwerden ihrer Ansteckungen noch Gottesdienste sowie die Gemeinde-Schule besuchten. Es könne daher nicht ausgeschlossen werden, dass sich weitere Menschen angesteckt hätten, erklärte der Landkreis. Alle Beteiligten und die Gemeinde verhielten sich kooperativ und unterstützten das Vorgehen „aktiv“.

Von dem Ausbruch betroffen war eine kinderreiche Familie von Mitgliedern der evangelischen freikirchlichen Gemeinde. Die Mutter muss laut Behörden in einem Krankenhaus behandelt werden. Weitere elf Familienangehörigen sind infiziert, zeigen allerdings keine oder nur leichte Symptome. Zunächst war das Virus demnach bei der Mutter festgestellt worden. Anschließende Tests ergaben, dass auch fast alle anderen Familienmitglieder angesteckt waren. (AFP)

Thüringen verlängert Maskenpflicht und Anti-Corona-Maßnahmen bis Ende August

Die Maskenpflicht und ein Großteil der Anti-Corona-Maßnahmen sollen in Thüringen bis Ende August verlängert werden. Darauf verständigte sich das Kabinett, wie ein Sprecher der Thüringer Staatskanzlei am Dienstag mitteilte. Auch das Abstandsgebot von 1,5 Metern soll bestehen bleiben. Kleinere Änderungen sieht die neue Grundverordnung aber vor. So ist unter anderem geplant, dass Geschäfte und Kultureinrichtungen Menschen mit Erkältungssymptomen den Zutritt nicht mehr verweigern müssen.

Außerdem entfällt für Gastwirte die Pflicht, auch im Außenbereich ihrer Wirtschaft die Kontaktdaten der Gäste einzusammeln. Für geschlossene Räume bleibt diese Pflicht bestehen. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sollen künftig zwei Besucher pro Patient oder Bewohner möglich sein. (dpa)

Brandenburg: Verbot von Großveranstaltungen verlängert

Brandenburgs Landesregierung hat das Verbot von Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern entsprechend einer Vereinbarung von Bund und Ländern vorerst bis Ende Oktober verlängert. Darauf habe sich das Kabinett am Dienstag verständigt, teilte die Staatskanzlei mit.

Starker Corona-Anstieg: Erstes Bundesland in Österreich führt Maskenpflicht wieder ein

In Österreich führt als erstes Bundesland Oberösterreich nach einem spürbaren Anstieg der Corona-Infektionen die Maskenpflicht wieder ein. Von Donnerstag an müssten die Bürger wieder einen Mund-Nasen-Schutz unter anderem beim Betreten von Läden und in Lokalen auf dem Weg zum Tisch tragen, sagte Landeschef Thomas Stelzer (ÖVP) am Dienstag in Linz. Die Gäste von Lokalen würden auf freiwilliger Basis gebeten, ihre Kontaktdaten zu hinterlassen. «Es ist ein Anstieg, der uns besorgt und uns natürlich auch nicht tatenlos zusehen lässt», sagte Stelzer.

Im Bundesland seien aktuell 427 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Laut Behörden sind rund 3000 Menschen unter Quarantäne. Die Reproduktionszahl, die angibt, wie viel Personen durch einen Infizierten angesteckt werden, liege bei 2,0. «Das ist einfach zu viel», sagte Stelzer. In ganz Österreich liegt dieser Wert laut Stelzer bei 1,37. Oberösterreich ist mit knapp 1,5 Millionen Einwohnern bevölkerungsmäßig das drittgrößte Bundesland. (dpa)

Bayern erlaubt etwas größere Versammlungen - Kneipen bleiben zu

In Bayern sind von diesem Mittwoch an wieder etwas größere private Veranstaltungen und Familienfeiern erlaubt. Bars und Kneipen müssen dagegen auch weiterhin geschlossen bleiben. Das teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in München mit. Private Veranstaltungen, Parteiversammlungen, Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und ähnliches dürfen demnach nun mit doppelt so vielen Teilnehmern stattfinden wie bisher: also mit bis zu 100 Personen in geschlossenen Räumen und mit bis zu 200 Personen im Freien. Auch Schulabschlussfeiern können in dieser Größenordnung stattfinden. (dpa)

Weiter Kritik an Beschränkung des Corona-Bonus auf Altenpflege

Dass nur Personal in der Altenpflege einen Bonus für die besonderen Belastungen in der Corona-Krise bekommen soll, sorgt weiter für Kritik. „Die Betroffenen empfinden es zu Recht als ungerecht, dass der Pflegebonus nicht in der Krankenpflege ankommt“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag). Der Linke-Politiker Harald Weinberg forderte eine Ausweitung auf alle nichtärztlichen Berufe im Gesundheitswesen. „Enttäuschung und Ärger in der Kranken- und Behindertenpflege sind mehr als verständlich.“ Die Bundesregierung verweist zur Begründung auch auf ein generell niedrigeres Lohnniveau in der Altenpflege.

Der Bundestag hatte den steuerfreien Corona-Bonus von bis zu 1000 Euro Mitte Mai beschlossen. Bekommen sollen ihn alle Mitarbeiter in der Altenpflege - also neben Pflegekräften auch Auszubildende und andere Beschäftigte in den Einrichtungen. Die Höhe der gestaffelten Prämie richtet sich nach Funktion und Arbeitszeit. Länder oder die Arbeitgeber können den Bonus auf bis zu 1500 Euro aufstocken, die steuerfrei bleiben würden. Die Kosten für den Bund werden mit rund einer Milliarde Euro veranschlagt - tragen soll dies vorerst die Pflegeversicherung, der Bund hat aber einen Zuschuss angekündigt. (dpa)

In Mecklenburg-Vorpommern wieder Treffen ohne Vorgabe erlaubt

In Mecklenburg-Vorpommern dürfen sich die Menschen von Freitag an wieder ohne strenge Kontaktbeschränkungen treffen. Für Veranstaltungen gelten höhere Teilnehmerzahlen und mit Busreisegruppen dürfen erstmals seit März auch wieder Tagestouristen ins Land. Die Landesregierung habe die in der Vorwoche beschlossenen Lockerungen in einer neuen Verordnung verankert, die nun zum 10. Juli wirksam werde, teilte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Schwerin mit.

Jeder könne nun entscheiden, mit wem er sich im öffentlichen Raum treffen wolle, sei zugleich aber gehalten, die coronabedingten Hygieneregeln zu beachten. «Wir setzen auf die Vernunft aller, egal ob Einheimischer oder Urlauber», sagte der Vize-Regierungschef, der die Beratung wegen des Urlaubs von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) geleitet hatte. Bislang galt für Treffen eine Obergrenze von zehn Personen. (dpa)

Oberverwaltungsgericht: Maskenpflicht zur Corona-Bekämpfung ist rechtmäßig

Die zur Corona-Bekämpfung angeordnete Maskenpflicht ist laut Gerichtsurteil rechtmäßig. Diese Pandemie stelle eine erste Gefahr dar, die das Einschreiten des Staates weiterhin gebiete, teilte das Oberverwaltungsgericht in Koblenz am Dienstag seinen Beschluss mit (Az. 6 B 10669/20.OVG). Zwar sei die Zahl der festgestellten Neuinfektionen rückläufig, es bestehe aber weiter die Gefahr einer Verbreitung und damit einer Überlastung des Gesundheitswesens. Die Gefährdung für die Bevölkerung werde weiterhin als hoch eingeschätzt. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gehöre zu den zentralen Instrumenten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Ein Mann aus dem Kreis Mayen-Koblenz hatte sich mit einem Eilantrag gegen die entsprechende Verordnung gewandt, das Verwaltungsgericht lehnte seinen Antrag ab. Die Beschwerde gegen diese Entscheidung wies nun das Oberverwaltungsgericht zurück. (dpa)

Zwei neue Corona-Infektionen in Brandenburg

Die Zahl neuer Corona-Infektionen in Brandenburg wächst weiter leicht. Von Montag auf Dienstag seien zwei neue bestätigte Fälle gezählt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. Allerdings kamen insgesamt fünf neue Fälle hinzu - drei im Landkreis Märkisch-Oderland und je zwei in den Landkreisen Oder-Spree und Teltow-Fläming. Weil aber drei Infektionen im Kreis Dahme-Spreewald bei einer Korrektur abgezogen wurden, erhöhte sich die Zahl unterm Strich um zwei Fälle. (dpa)

Iran: 200 Corona-Tote am Tag - Minister warnt vor «Corona-Bombe»

Im Iran sind erstmals seit Beginn der Corona-Krise Ende Februar an nur einem Tag 200 Todesfälle bei mit dem Virus infizierten Patienten gemeldet worden. Das gab die Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Dienstag bekannt. Im gleichen Zeitraum wurden über 2600 Neuinfektionen erfasst. Damit liege die Zahl der Todesopfer aktuell bei 11 931, die der bisher nachgewiesenen Infektionen bei 245 688, so Sprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen.

In Anbetracht der erneut gestiegenen Fallzahlen gab Gesundheitsminister Saeid Namaki eine deutliche Warnung aus. «Wenn das so weitergeht, gehen wir k.o.», sagte der Minister. Ziel sei es gewesen, die Zahl der Corona-Toten pro Tag unter 30 zu halten. Nun liege der Wert bei mehr als dem Sechsfachen. (dpa)

Touristen aus dem Kreis Gütersloh dürfen wieder nach MV kommen

Nachdem im Kreis Gütersloh die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner deutlich unter den Grenzwert von 50 gesunken ist, dürfen Touristen aus diesem Kreis ohne Auflagen wieder nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Dies geht aus dem täglichen Bericht des Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Hintergrund dafür sind Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI), nach denen in diesem Kreis die Zahl der Neuinfektionen unter die Grenze gesunken ist, die als Maß für das Verbot der Einreise zum Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern gilt. Das bedeutet, dass die Bewohner aus dem Kreis Gütersloh keinen Beleg mehr dafür brauchen, dass sie negativ auf eine Corona-Infektion getestet wurden. (dpa)

Deutsche Kliniken sehen sich für mögliche zweite Corona-Welle gut gerüstet

Die deutschen Krankenhäuser sehen sich für eine mögliche zweite Corona-Welle gut gerüstet. Allerdings dürfe es nicht mehr zu Problemen bei der Beschaffung von Material wie Schutzmasken und Schutzkittel wie am Anfang der Pandemie im März kommen, erklärte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) am Dienstag in Berlin.

Eine Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) unter bundesweit 724 Kliniken bestätigte demnach Beschaffungsprobleme in vielen Krankenhäusern bei Ausbruch der Pandemie. Im Zuge der Corona-Krise habe sich nach Auffassung der Kliniken zudem die Produktqualität teilweise verschlechtert. (AFP)

Neuer Corona-Anstieg in Australien: Millionen Menschen kehren sechs Wochen zurück in den Lockdown

Wegen eines erneuten starken Anstiegs von Coronavirus-Infektionen hat Australien eine Ausgangssperre über Melbourne verhängt. Mehr als fünf Millionen Bewohner der zweitgrößten Stadt des Landes müssen zu Hause bleiben, wie der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, am Dienstag mitteilte. Die Ausgangssperre trete um Mitternacht in Kraft und gelte für mindestens sechs Wochen. "Wir können nicht so tun, als ob die Coronavirus-Krise vorbei sei", sagte Andrews. In den vergangenen 24 Stunden seien 191 neue Fälle registriert worden. Das Virus könne angesichts dieser Zahl nicht zurückverfolgt werden. Für Schulkinder in Melbourne bedeutet dies eine Rückkehr zum Lernen von zu Hause aus. Restaurants und Cafés dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen verkaufen.

Auch wenn die Ausgangssperre die Metropolregion Melbourne betrifft, ist praktisch der ganze Bundesstaat Victoria vom Rest des Landes abgeriegelt, da ebenfalls um Mitternacht die Grenzen des Bundesstaates geschlossen werden. Dies hatte die australische Regierung bereits am Montag angekündigt. Für Teile von Melbourne galt wegen neuer Infektionsherde in mehreren Hochhäusern bereits eine Ausgangssperre bis Ende Juli. Australiens Behörden haben bisher fast 9000 Corona-Fälle und 106 Tote registriert. In den meisten anderen Regionen des Landes wurden die Corona-Regeln inzwischen wieder gelockert. (AFP)

FDP: Maskenpflicht unter Umständen nicht mehr verhältnismäßig

Nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster zu den coronabedingten strengen Auflagen im Kreis Gütersloh fordert die FDP im Bundestag ein Überprüfen aller Beschränkungen in Deutschland. Bundesregierung und Landesregierungen müssten alle Maßnahmen erneut auf ihre Verhältnismäßigkeit abklopfen, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Michael Theurer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Das gelte auch für die Maskenpflicht.

«Das Urteil macht nochmals deutlich, dass alle Einschränkungen von Grundrechten verhältnismäßig und nachvollziehbar sein müssen», sagte Theurer . «Wo es regional über einen längeren Zeitraum gar kein akutes Infektionsgeschehen gibt, ist sogar der sehr geringfügige Eingriff einer Maskenpflicht nicht mehr verhältnismäßig.» Dagegen hatten die 16 Ländergesundheitsminister erst am Montag beschlossen, an der Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in Geschäften sowie in Zügen und Bussen vorerst festzuhalten. (dpa)

EU-Kommission: Wirtschaft bricht noch stärker ein als erwartet

(dpa) Die Rezession wegen der Corona-Pandemie wird nach der neuesten Prognose der EU-Kommission in diesem Jahr noch stärker ausfallen als angenommen. Die Wirtschaftsleistung in der Eurozone könnte demnach 2020 um 8,7 Prozent einbrechen, zuvor lag die Prognose bei minus 7,7 Prozent, wie die Brüsseler Behörde am Dienstag mitteilte. (dpa)

Mögliche Biden-Vize-Kandidatin: Atlanta-Bürgermeisterin Buttoms Corona-positiv

Die Bürgermeisterin der US-Metropole Atlanta, Keisha Lance Bottoms, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Covid-19 hat buchstäblich bei uns zuhause eingeschlagen. Ich hatte keine Symptome und bin positiv getestet worden", erklärte Bottoms am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Die 50-jährige Politikerin gilt als mögliche Vize-Kandidatin des designierten demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden. (AFP)

Mehrere britische Pubs wegen Coronavirus-Infektionen dicht

Kurz nach der Wiederöffnung sind mehrere Pubs in England wegen Coronavirus-Infektionen von Gästen wieder geschlossen worden. Betroffen sind mindestens drei Kneipen in Burnham-on-See an der Südwestküste, in Batley im nördlichen England und in Alverstoke im Süden. Die Pubs seien gründlich gereinigt und die Mitarbeiter getestet worden, teilten die Betreiber in sozialen Medien mit.

Nach mehr als dreimonatiger Schließung wegen der Pandemie durften am vergangenen Samstag die beliebten Kneipen im größten Landesteil Großbritanniens wieder öffnen. Es gelten strenge Auflagen, beispielsweise müssen Pub-Besucher ihre Kontaktdaten hinterlassen. Bestellungen dürfen nur am Tisch oder per App aufgenommen werden. (dpa)

Griechenland: Touristen positiv auf Coronavirus getestet

Zum ersten Mal seit Wochen sind in Griechenland wieder mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt wurden 43 Fälle registriert. Davon waren nach Angaben der zuständigen Gesundheitsbehörde 36 Touristen. Die meisten davon (20) waren nach Informationen des griechischen Staatsrundfunks (ERT) Urlauber aus Serbien. Weitere 16 Touristen stammen aus verschiedenen Staaten, hieß es. Ob darunter auch Deutsche waren, blieb zunächst unklar. Die meisten Fälle wurden an der Grenze zu Bulgarien registriert. Seit dem 1. Juli sind nach Schätzungen griechischer Medien mehr als 100 000 Urlauber über den Grenzübergang Promachonas/Kulata nach Griechenland gekommen. Griechenland hat seit Montagmorgen wegen erhöhter Coronavirusinfektionen in Serbien seine Grenzen für Reisende aus diesem Balkanland geschlossen. (dpa)

390 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 390 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 196.944 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Datenstand 7.7., 0.00 Uhr).

9024 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 8 im Vergleich zum Vortag. Bis Sonntag hatten etwa 182 200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das waren etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 6.7., 0.00 Uhr, bei 0,97 (Vortag: 0,96). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel in etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. (dpa)

Bolsonaro erneut auf Coronavirus getestet

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat sich erneut auf das Coronavirus testen lassen. Er habe zuletzt unter möglichen Symptomen des Coronavirus gelitten, darunter Fieber von 38 Grad, sagte Bolsonaro am Montag dem brasilianischen Programm des Nachrichtensenders CNN. Die Testergebnisse erwartet er für Dienstag. Bolsonaro hat die Gefahr durch die Corona-Pandemie wiederholt kleinzureden versucht. Die von dem Erreger ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 bezeichnete er in der Vergangenheit als "kleine Grippe".

Bolsonaro befinde sich derzeit "in gutem Gesundheitszustand" und halte sich in seiner Residenz auf, teilte das Pressebüro des Staatschefs mit. Weitere Details nannte es nicht. Laut Berichten brasilianischer Medien sagte Bolsonaro alle seine Termine für die Woche ab. (AFP)

Institut: Mögliche Nebenwirkungen von mRNA-Impfstoffen noch unklar

Im Rennen um sogenannte mRNA-Impfstoffe gegen das Coronavirus gibt es derzeit noch kaum Informationen über mögliche Nebenwirkungen. Da es noch keinen zugelassenen mRNA-Impfstoff für Menschen gebe, sei die Frage nach Nebenwirkungen eine der ganz wichtigen, die jetzt mit den laufenden klinischen Prüfungen geklärt werde, hieß es vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das unter anderem für die Genehmigung von Arzneimitteln zuständig ist.

Dass Menschen nach Impfungen vorübergehende Nebenwirkungen verspüren, sei im Allgemeinen normal, sagte der Geschäftsführer Forschung des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (VFA), Siegfried Throm. «Impfungen trainieren den Körper, ehe echte Erreger eindringen.» Dafür würden bei den herkömmlichen Impfstoffen geringe Mengen von Erregerbestanteilen oder abgeschwächten Viren gespritzt oder als Schluckimpfung verabreicht. Der Körper versuche, die Eindringlinge abzuwehren. Bei vielen Menschen rufe die eigentlich erwünschte Abwehrreaktion die Symptome hervor. (dpa)

Quarantäne-Zentren voll: Neuseeland schränkt internationale Flüge ein

Damit die Quarantäne- und Isolationszentren des Landes in der Corona-Pandemie nicht an ihre Kapazitätsgrenzen geraten, hat die neuseeländische Regierung vorübergehend die Buchung internationaler Flüge eingeschränkt. Die nationale Fluglinie Air New Zealand habe einem kurzfristigen Buchungsstopp zugestimmt, teilte Wohnungsministerin Megan Woods am Dienstag mit. Mit der Maßnahme solle sichergestellt werden, dass für alle Heimkehrer genügend Plätze für eine geordnete Isolation oder Quarantäne zur Verfügung stünden, sagte sie zur Begründung.

Neuseeland hat seine Grenze wegen der Corona-Pandemie seit März geschlossen. Nur Bürger und Einwohner des Landes dürfen noch einreisen. Mit der Ausbreitung des Coronavirus weltweit sei die Zahl der Heimkehrer jüngst rapide angestiegen, sagte Woods weiter. "Unsere erste Priorität ist es, das Virus an der Grenze zu stoppen. Deshalb muss sich jeder einer Quarantäne oder einer geleiteten Isolation unterziehen", so Woods. Dafür müssten ausreichend Plätze zur Verfügung stehen.

Offiziellen Angaben zufolge befinden sich in Neuseeland derzeit knapp 6000 Menschen in 28 Isolationszentren. Seit dem 26. März hätten bereits mehr als 26 400 Menschen eine Isolation oder Quarantäne durchlaufen. Neuseeland hatte am 8. Juni die erste Coronavirus-Welle für überstanden erklärt. Auf den beiden Inseln gab es bisher rund 1530 bestätigte und mögliche Infektionsfälle. 22 Menschen starben in Zusammenhang mit Covid-19. (dpa)

+++ 6. Juli +++

11 neu registrierte Corona-Infektionen in Berlin

In Berlin gibt es 11 neue registrierte Corona-Infektionen. Damit stieg die Zahl der bestätigten Fälle seit März auf 8461, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Montagabend mitteilte. Im Krankenhaus behandelt werden derzeit noch 116 Patienten, 30 von ihnen auf der Intensivstation. 215 Corona-Patienten sind seit März in der Hauptstadt gestorben. Somit kam kein weiterer Todesfall hinzu.

Die Corona-Ampel steht weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün. Bei den Indikatoren geht es um die Reproduktionszahl - sie zeigt die Dynamik des Infektionsgeschehens - sowie um Neuinfektionen und um den benötigte Platz für Covid-Patienten auf Intensivstationen. Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen dann Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Merkel will an Maskenpflicht festhalten - AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla fordert Abschaffung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einer Abschaffung der coronabedingten Maskenpflicht in Geschäften eine klare Absage erteilt. Sie hat dabei breite Unterstützung aus den Parteien und den Ländern. "Überall dort, wo im öffentlichen Leben der Mindestabstand nicht gewährleistet sein kann, sind Masken ein wichtiges und aus heutiger Sicht auch weiter unverzichtbares Mittel", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Dies sei nötig, um die Infektionszahlen niedrig zu halten und um die Mitmenschen und sich selbst zu schützen. "Also: Ob im Bus, in der U-Bahn oder im Einzelhandel soll es bei der Pflicht bleiben, Masken zu tragen.

Diese Position wird über Partei- und Ländergrenzen hinweg geteilt. So sprachen sich unter anderem die CDU-Spitze sowie die Vorsitzenden von CSU und SPD - Markus Söder und Saskia Esken - sowie verschiedene Landesregierungen gegen eine Aufhebung der Maskenpflicht aus. Einen solchen Schritt hatte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) in der "Welt am Sonntag" für sein Land angeregt.

Nur der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla forderte, die Maskenpflicht endlich abzuschaffen. "Die Wirkung von Mund-Nasen-Masken ist nicht nur medizinisch umstritten, die Masken sind auch eine zunehmende Gefahr für den lokalen Einzelhandel", argumentierte er am Montag. Er könne es gut nachvollziehen, dass viele Bürger mit Maske ungern ihre Einkäufe erledigten. Die Umsätze würden dann im Internet generiert. Ein Sprecher des Handelsverbandes HDE stützte diese Argumentation: "Wir stellen fest, dass Masken die Shoppinglust der Kunden hemmen", sagte er vergangene Woche der "Rheinischen Post". (dpa)

Gericht hebt Corona-Einschränkungen im Kreis Gütersloh auf 

Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht hat die Corona-Beschränkungen für das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh vorläufig außer Vollzug gesetzt. Das Land Nordrhein-Westfalen hätte nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies inzwischen eine differenziertere Regelung erlassen müssen - ein Lockdown für den ganzen Kreis sei nicht mehr verhältnismäßig, teilte das Gericht am Montag mit. Die Entscheidung ist rechtskräftig. (dpa) 

Nach Schlachthof-Schließungen: Tierärzte warnen vor überfüllten Ställen

Tierärzte warnen angesichts geschlossener Schlachthöfe und verringerter Schlachtkapazitäten in der Corona-Krise vor überfüllten Ställen und längeren Transporten für die Tiere. Durch den Wegfall von mehreren zehntausend Schlachtungen pro Tag ergäben sich "große Tierschutzprobleme", teilte die Bundestierärztekammer am Montag mit. Enger besetzte und überfüllte Ställe könnten besonders bei sommerlichen Temperaturen zu Kreislaufbelastung für Tiere führen. "Es ist nicht auszuschließen, dass dadurch vermehrt Tiere verenden", warnten die Experten. Die Transportwege zu anderen Schlachtstätten würden "deutlich länger".

Nachdem sich Corona-Infektionen in mehreren Schlachthöfen gehäuft hatten, sind Betriebe teils geschlossen. In anderen sollen die Mitarbeiter nun häufig auf das Virus getestet werden. (dpa)

Weitere Testungen nach Corona-Infektion in Neuruppiner Kita

Im Umfeld der Neuruppiner Kita, wo die Corona-Infektion einer Mitarbeiterin am vergangenen Mittwoch bekannt geworden war, werden die Testungen ausgeweitet. Nachdem bereits 100 Menschen - vor allem Kinder und ihre Angehörigen - getestet wurden, müssen sich nun weitere 120 Kontaktpersonen Tests unterziehen, teilte der Landkreis Ostprignitz-Ruppin am Montag mit.

Vom Gesundheitsamt des Landkreises sind nach den Angaben bislang rund 300 Kontaktpersonen ermittelt worden. Gut 100 Bescheide über eine angeordnete häusliche Isolation wurden bereits ausgestellt. Darunter sind alle 41 Kinder und ihre Betreuungspersonen sowie die Beschäftigten der Kita. Sie müssen in 14-tägiger häuslicher Isolation bleiben.

Bei den Testungen wurden nach den Angaben bislang sechs Covid-19-Fälle festgestellt: bei zwei Kindern und vier Erwachsenen. Die Kita bleibt bis auf weiteres geschlossen. (dpa)

Urlaubsinsel Bali will im September für ausländische Touristen öffnen

Corona-Lockdown voraussichtlich im September wieder ausländische Touristen empfangen. Die im Zuge der Pandemie geschlossenen Tempel, Märkte und andere Sehenswürdigkeiten sollen in einer ersten Lockerungsphase sogar bereits am Donnerstag wieder öffnen, teilte die örtliche Regierung am Montag mit.

Ende Juli dürfen dann zunächst Urlauber aus anderen Teilen Indonesiens wieder nach Bali einreisen. "Die dritte Phase, in der der Tourismussektor noch weiter geöffnet wird und die auch ausländische Besucher beinhalten wird, startet am 11. September", hieß es. Es sei aber wichtig, dass die geltenden Regeln in allen Phasen der Öffnung weiter befolgt würden, darunter Abstandhalten und Tragen eines Mund-Nase-Schutzes, sagte der Gouverneur von Bali, Wayan Koster.

In Indonesien wurden am Montag mehr als 1200 neuen Corona-Infektionen registriert. Die Gesamtzahl in dem südostasiatischen Inselstaat ist damit auf fast 65.000 gestiegen, bei rund 3200 Todesopfern. Auf Bali wurden bislang 1900 Fälle von Sars-CoV-2 gezählt, 23 Menschen starben auf der Insel im Zusammenhang mit dem Virus. (dpa)

Berliner Fluggastzahlen im Juni mehr als verdreifacht

Im Juni haben sich die Fluggastzahlen an den beiden Hauptstadtflughäfen Tegel und Schönefeld im Vergleich zum Vormonat mehr als verdreifacht. Insgesamt reisten im vergangenen Monat rund 168.900 Passagiere über Berlin, wie die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) am Montag mitteilte. Im Mai waren es lediglich knapp 52.000 Menschen. "Im Juni haben viele Fluggesellschaften ihre Verbindungen insbesondere innerhalb Europas langsam wieder aufgenommen", teilte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup mit. "Dieser Trend hat sich im Juli deutlich verstärkt, so dass jetzt wieder 20 Prozent des Vorjahresniveaus erreicht werden." (dpa)

Broadway-Star verliert Kampf gegen Covid-19

Nach einem monatelangen Kampf gegen die Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus ist der Broadway-Schauspieler Nick Cordero am Sonntag im Alter von 41 Jahren in Los Angeles gestorben. «Ich kann es nicht glauben und es schmerzt überall», schrieb seine Frau Amanda Kloots in einem Posting auf Instagram. Ihm war seit der Diagnose der Erkrankung an Covid-19 Ende März unter anderem das rechte Bein abgenommen worden und er hatte zwei Lungen transplantiert bekommen, 95 Tage lang lag er im Krankenhaus, wie seine Frau im April öffentlich machte. Prominente wie Zack Braff («Scrubs», «Garden State»), Viola Davis («Fences») und Lin-Manuel Miranda («Hamilton») drückten in emotionalen Tweets ihr Beileid aus.

Der in Kanada geborene Cordero spielte unter anderem in «Rock of Ages» und «Waitress», für seine Rolle in «Bullets over Broadway» war er 2014 für den Theaterpreis Tony nominiert. Er hinterlässt einen einjährigen Sohn. Eine seit April laufende Spendensammlung für die Familie kam bis Montagvormittag (Ortszeit) auf fast 800.000 Dollar. (dpa)

Urlaubsinsel Bali will im September für ausländische Touristen öffnen

Corona-Lockdown voraussichtlich im September wieder ausländische Touristen empfangen. Die im Zuge der Pandemie geschlossenen Tempel, Märkte und andere Sehenswürdigkeiten sollen in einer ersten Lockerungsphase sogar bereits am Donnerstag wieder öffnen, teilte die örtliche Regierung am Montag mit.

Ende Juli dürfen dann zunächst Urlauber aus anderen Teilen Indonesiens wieder nach Bali einreisen. "Die dritte Phase, in der der Tourismussektor noch weiter geöffnet wird und die auch ausländische Besucher beinhalten wird, startet am 11. September", hieß es. Es sei aber wichtig, dass die geltenden Regeln in allen Phasen der Öffnung weiter befolgt würden, darunter Abstandhalten und Tragen eines Mund-Nase-Schutzes, sagte der Gouverneur von Bali, Wayan Koster.

In Indonesien wurden am Montag mehr als 1200 neuen Corona-Infektionen registriert. Die Gesamtzahl in dem südostasiatischen Inselstaat ist damit auf fast 65.000 gestiegen, bei rund 3200 Todesopfern. Auf Bali wurden bislang 1900 Fälle von Sars-CoV-2 gezählt, 23 Menschen starben auf der Insel im Zusammenhang mit dem Virus. (dpa)

Berliner Fluggastzahlen im Juni mehr als verdreifacht

Im Juni haben sich die Fluggastzahlen an den beiden Hauptstadtflughäfen Tegel und Schönefeld im Vergleich zum Vormonat mehr als verdreifacht. Insgesamt reisten im vergangenen Monat rund 168.900 Passagiere über Berlin, wie die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) am Montag mitteilte. Im Mai waren es lediglich knapp 52.000 Menschen. "Im Juni haben viele Fluggesellschaften ihre Verbindungen insbesondere innerhalb Europas langsam wieder aufgenommen", teilte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup mit. "Dieser Trend hat sich im Juli deutlich verstärkt, so dass jetzt wieder 20 Prozent des Vorjahresniveaus erreicht werden." (dpa)

Bundestagsabgeordnete fordern Ende der US-Visabeschränkungen

Zahlreiche Bundestagsabgeordnete fordern ein Ende der US-Visabeschränkungen für Arbeitskräfte, die Washington wegen der Corona-Pandemie erlassen hat. Die geltenden Visabeschränkungen für deutsche Arbeitskräfte müssten überdacht werden, auch um wirtschaftliche Schäden zu verhindern, forderte der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Heider, Vorsitzender der Parlamentariergruppe USA des Bundestages und Stellvertretender Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, am Montag. Nach Angaben seines Büros übergab er dem US-Gesandten Robin S. Quinville im Namen der 106-köpfigen Parlamentariergruppe ein entsprechendes Schreiben.

"Es kann nicht sein, dass unseren deutschen Unternehmen, die immerhin 700.000 Arbeitsplätze in den USA schaffen, derzeit solche Steine in den Weg gelegt werden", erklärte Heider dazu. Die transatlantische Partnerschaft beruhe auch auf engen und guten Wirtschaftsbeziehungen. (dpa-AFX)

Erstmals wieder mehr als 1000 aktive Corona-Fälle in Österreich

In Österreich sind erstmals seit Mai wieder mehr als 1000 Menschen akut mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl stieg am Montag auf 1012, wie das Gesundheitsministerium in Wien mitteilte. Für eine spürbare Zunahme sorgt weiterhin der regionale Ausbruch rund um Linz in Oberösterreich, wo die Zahl der Fälle seit Sonntag um 57 auf 414 stieg. 347 aktive Fälle waren aus der Hauptstadt Wien gemeldet. Vier der neun Bundesländer in Österreich wiesen dagegen keine Neuinfektionen auf.

Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) teilte mit, dass es sich um deutlich abgegrenzte regionale Ausbreitungen handle, die gut nachverfolgt werden könnten. Es liege bislang kein einziger Cluster ohne Klarheit über Entstehung und Hintergrund vor. Zuletzt hatten die Behörden am 20. Mai gemeldet, dass die Zahl der aktiv Erkrankten unter die Marke von 1000 gesunken war. (dpa-AFX)

Pop: Senat setzt weiter auf Maske und Mindestabstand

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne).
Foto: imago images/Reiner Zensen

Der Senat in Berlin will ungeachtet der aktuellen Diskussion über Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie an Mindestabstand und Maskenpflicht festhalten. Gerade die Maske sei das wirksamste Mittel, um andere nicht zu gefährden, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) am Montag in einem Interview mit dem RBB-Inforadio. Auch wenn sich die Ansteckungszahlen positiv entwickelten, sei die Pandemie noch lange nicht vorbei. "Zwar mag sich die Maske für manchen ein bisschen lästig anfühlen", sie sei aber ein "sehr, sehr wirksamer Schutz gegen weitere Ansteckungen".

Auch mit Blick auf den öffentlichen Nahverkehr verteidigte die Wirtschaftssenatorin die Maskenpflicht: "Jeder der sagt, ich hab' doch nichts und ich fahre einfach mal U-Bahn ohne Maske, derjenige gefährdet alle in seinem Umfeld und das finde ich unverantwortlich." Seit einer guten Woche können in Berlin Verstöße gegen die Maskenpflicht mit einem Bußgeld geahndet werden.

Mehrere Länderminister hatten am Sonntag für ein baldiges Ende der Maskenpflicht in Geschäften plädiert. "Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten", hatte beispielsweise Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) der "Welt am Sonntag" gesagt. Er gehe davon aus, dass das Kabinett in Schwerin am 4. August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen werde. (dpa)

Corona-Warn-App erreicht 15 Millionen Downloads

Die deutsche Corona-Warn-App hat nach knapp drei Wochen die Schwelle von 15 Millionen Downloads erreicht, wie das Robert Koch-Institut auf Twitter mitteilte. Die App soll helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Außerdem kann sie dazu beitragen, dass Menschen nach einem Coronavirus-Test möglichst schnell ihr Testergebnis digital erhalten und über die App anonym mögliche Kontaktpersonen warnen können, wenn diese auch die App installiert haben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bezeichnete die App zuletzt als "ein Werkzeug von vielen, um neue Ausbrüche einzudämmen". Sie sei aber kein Allheilmittel. "Wir müssen trotzdem weiter aufeinander achtgeben, Abstand halten, Alltagsmaske tragen, Hygieneregeln einhalten." (dpa)

Gezielte Corona-Tests: CDU-Spitze stellt sich hinter Spahn-Strategie

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert, anstatt flächendeckender Maßnahmen, gezielte Corona-Tests durchzuführen.
Foto: imago images/Christian Spicker

Die CDU-Spitze hat sich hinter die Strategie von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für gezielte Corona-Tests gestellt - und damit gegen CSU-Forderungen nach Tests für alle. Aus Teilnehmerkreisen der CDU-Präsidiumsschalte erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag in Berlin, die Runde habe einstimmig dafür gestimmt, die Nationale Teststrategie des Bundes beizubehalten. Spahn habe sein Vorgehen im Präsidium erläutert. Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer habe daraufhin vorgeschlagen, dies mit einem Beschluss zu unterstützen.

Zuletzt hatte auch Innenminister Horst Seehofer (CSU) bundesweite kostenfreie Corona-Tests für alle befürwortet, wie sie in Bayern bereits geplant sind. "Markus Söder hat recht", hatte Seehofer der "Welt am Sonntag" mit Blick auf den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden gesagt. "Wir müssen bei der Bekämpfung einer potenziell lebensgefährlichen Infektion konsequent vorgehen. Bislang haben wir keine Klarheit über das tatsächliche Infektionsgeschehen im Land." (dpa)

Corona: Australien schließt Grenze zwischen Bundesstaaten

Wegen zunehmender Corona-Fälle wird in Australien die Grenze zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Bundesstaaten geschlossen. Die Schließung des Verkehrs zwischen Victoria und New South Wales tritt am Mittwoch in Kraft, wie der Premierminister von Victoria, Daniel Andrews, am Montag mitteilte. Am Sonntag waren in Victoria 127 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Das ist die höchste Zahl seit Beginn der Pandemie. Davor hatte der Bundesstaat mit rund 7,5 Millionen Einwohnern täglich fast drei Wochen lang zweistellige Zahlen von Neuinfektionen erfasst. Im Rest des Landes hatte es zuletzt nur wenige bekannte Fälle gegeben.

Die steigende Zahl sei eine Herausforderung, sagte Andrews. Er sei sich einig mit dem australischen Premierminister Scott Morrison und der Premierministerin von New South Wales, Gladys Berejiklian, dass es das Beste sei, die Grenze zu schließen. Zwischen anderen Bundesstaaten und Regionen hatte es bereits Schließungen gegeben.

Wie lange die Maßnahme andauern soll, gaben die Behörden zunächst nicht bekannt. Für Menschen, die dringende Gründe für eine Reise haben, soll es Sondererlaubnisse geben. Mit der Schließung kommt auch der Verkehr zwischen den beiden größten Städten Australiens, Sydney (New South Wales) und Melbourne (Victoria), zum Erliegen. Die Flugroute zwischen den beiden Städten gehört eigentlich zu meistfrequentierten der Welt. Australien (etwa 25 Millionen Einwohner) ist mit rund 8500 Corona-Fällen und 105 Todesopfern weniger stark von der Pandemie betroffen als viele andere Länder. (dpa)

Spanien: Industrieproduktion erholt sich von Corona-Einbruch

Die spanische Industrieproduktion ist im Mai kräftig gestiegen und hat einen Teil des Einbruchs in der Corona-Krise wieder wettgemacht. Die Produktion legte im Monatsvergleich um 14,7 Prozent zu, teilte das Statistikamt INE am Montag in Madrid mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem noch stärkeren Anstieg um 16,9 Prozent gerechnet.

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat sank die Produktion im Mai saisonbereinigt um 24,5 Prozent und damit deutlich schwächer als noch im April. Spaniens Regierung hatte am 15. März eine strikte Ausgangssperre eingeführt. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone wurde von den Folgen der Einschränkungen massiv getroffen. Die Maßnahmen waren im Vergleich zu Deutschland besonders weitgehend. (dpa-AFX)

Erstmals Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr in der Schweiz

Erstmals seit Beginn der Corona-Krise gilt in der Schweiz seit Montag landesweit eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Das betrifft auch Flüge der Swiss, wie ein Sprecher im Radio bestätigte. Bislang hatten Behörden und Verkehrsbetriebe nur das Maskentragen in Stoßzeiten empfohlen. Nach dem Augenschein in Genf ignorierten das in den vergangenen Wochen praktisch alle Fahrgäste.

Die gemeldeten Infektionen waren in jüngster Zeit stark gestiegen. Der "Tages-Anzeiger" verglich am Wochenende für mehrere Länder die Zahl der Neuansteckungen über sieben Tage mit der Vorwoche. Unter den Ländern mit dem markantesten Anstieg lag die Schweiz hinter Luxemburg, Paraguay, Australien und Serbien an fünfter Stelle, mit plus 134 Prozent. Im Kanton Jura an der Grenze zu Frankreich wurden am Wochenende wegen neuer Infektionen alle Lehrer und Schüler von zwei weiterführenden Schulen in Quarantäne geschickt, 410 Personen. (dpa)

Deutsche Industrie erhält nach Corona-Einbruch mehr Aufträge

Die deutsche Industrie hat im Mai nach dem Einbruch in der Corona-Krise wieder deutlich mehr Aufträge erhalten. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, lag der Auftragseingang 10,4 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Im Jahresvergleich gingen die Bestellungen dagegen immer noch drastisch um 29,3 Prozent zurück.

Aus dem Inland erhielt die Industrie im Mai 12,3 Prozent mehr Aufträge als im April, aus dem Ausland kamen 8,8 Prozent mehr Bestellungen. Die Orders aus der Eurozone erhöhten sich mit knapp 21 Prozent wesentlich stärker als von außerhalb der Eurozone. Dort waren sie in den beiden Monaten zuvor aber auch etwas weniger stark eingebrochen. Nach Güterart erhöhten sich besonders deutlich die Bestellungen von Investitionsgütern wie Maschinen. (dpa-AFX)

Online-Umfrage zeigt: Jeder dritte Deutsche trinkt mehr seit der Krise

Ein kaltes Bier, ein Gläschen Wein: In Zeiten von Homeoffice, Kontaktbeschränkungen und abgesagten Veranstaltungen scheinen sich die Deutschen besonders gerne Alkohol zu gönnen. Wie eine Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim in Kooperation mit dem Klinikum Nürnberg zeigt, stieg der Alkoholkonsum bei rund einem Drittel der Erwachsenen seit der Coronakrise. 35,5 Prozent der mehr als 3000 Teilnehmenden gaben bei der anonymen Online-Umfrage an, während der Covid-19-Pandemie mehr oder viel mehr Alkohol getrunken zu haben als zuvor.

Die Erhebung ist nicht repräsentativ, liefert aber erste Erkenntnisse über die Konsumgewohnheiten während der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen. Die Bundesregierung hatte jüngst in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion auf die Studie verwiesen. Das ZI in Mannheim ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts des Landes Baden-Württemberg. (dpa-AFX)

+++ 5. Juli +++

Einige Bundesländer wollen Maskenpflicht im Handel abschaffen

Mehrere Bundesländer erwägen eine Abschaffung der Maskenpflicht im Handel. „Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) der „Welt am Sonntag“. Er gehe davon aus, dass das Kabinett in Schwerin am 4. August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen werde. Die Abstandsregel werde aber grundsätzlich bleiben. 

Glawe kündigte auch Gespräche mit seinen Kollegen in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an. „Wir versuchen, für alle norddeutschen Bundesländer eine einheitliche Regelung hinzubekommen. Noch lieber wäre mir ein bundesweites Ende der Maskenpflicht im Handel“, sagte er.

In Sachsen wird ebenfalls eine Abschaffung geprüft. In Niedersachsen plädiert Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) dafür, und auch Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) kann sich laut mittelfristig eine Änderung vorstellen. Bremen will das Thema im Senat diskutieren, hieß es.

Am Dienstag hatte die Regierung in Mecklenburg-Vorpommern beschlossen, dass sich die Menschen im Nordosten in Kürze wieder in unbegrenzter Zahl mit anderen im öffentlichen Raum treffen können. Die Obergrenze von zehn Personen laufe am 10. Juli aus und werde nicht verlängert, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). (dpa)

+++ 4. Juli +++

Mehr als 10.000 Tote in Corona-Krise in Russland

In Russland sind in der Corona-Krise insgesamt mehr als 10.000 Menschen im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorben. 168 Todesfälle seien zuletzt gemeldet worden, teilten die russischen Behörden am Samstag in Moskau mit. Damit gibt es mehr Tote in Russland als in Deutschland, wo rund 9000 Tote registriert wurden. Die meisten Todesopfer in der Pandemie verzeichnen die USA mit knapp 130.000 Fällen.

In Russland, dem größten Land der Erde, haben sich bislang rund 675.000 Menschen mit dem hochansteckenden Coronavirus infiziert. Jeden Tag kommen landesweit noch immer knapp 7000 neue Fälle hinzu. Für viele Wochen gab es vor allem in der Hauptstadt Moskau strenge Ausgangsbeschränkungen, was die Infektionszahlen etwas drückte. Auch weiterhin wird im öffentlichen Raum das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorgeschrieben, was jedoch nicht überall eingehalten wird.

Immer wieder gab es Berichte über geschönte Corona-Statistiken in Russland. Behördenvertreter wiesen dies jedoch vehement zurück. Zuletzt wurde ein Demograf des russischen Statistikamtes entlassen. Der Mann hatte zuvor die offiziellen Zahlen angezweifelt, wie das Portal Meduza berichtete. (dpa)

Spanische Großstadt wegen steigender Corona-Zahlen unter Quarantäne 

Erstmals seit der Lockerung der Coronamaßnahmen in Spanien ist wieder eine Großstadt wegen steigender Infektionszahlen unter Quarantäne gestellt worden. Das teilte der katalanische Regionalpräsident Quim Torra am Samstag mit. In der katalanischen Region Segrià mit der Großstadt Lleida seien insgesamt 200.000 Menschen betroffen, berichtete die Zeitung „La Vanguardia“.

Die Quarantäne gelte ab Sonnabend 12 Uhr. Danach dürfe niemand mehr in die Stadt und umliegende Gemeinden im Westen der Provinz reisen oder sie verlassen, außer um zur Arbeit zu gelangen. Bewohner der Quarantäneregion dürften jedoch einmalig noch bis 16.00 Uhr an ihren Wohnort in der Zone zurückkehren. Die Polizei errichtet Kontrollposten an den Zufahrtsstraßen. (dpa)

Pubs in England öffnen wieder

In England dürfen Restaurants, Hotels, Kinos, Museen und viele andere Einrichtungen von Samstag an wieder öffnen. Vor allem bei den beliebten Pubs wird ein großer Ansturm erwartet. Ab 7 Uhr (MESZ) am Samstagmorgen darf bereits das erste frischgezapfte Pint seit mehr als drei Monaten bestellt werden. Gäste im Pub müssen beim Betreten ihre Kontaktdaten hinterlassen. Menschenansammlungen am Tresen sind nicht erlaubt. Die Polizei hat die Zahl ihrer Einsatzkräfte stark erhöht. (dpa)

422 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 422 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 196 096 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Samstagmorgen meldete (Datenstand 4.7., 0.00 Uhr).

9010 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 7 im Vergleich zum Vortag. Etwa 181 300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 3.7., 0.00 Uhr, bei 0,84 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. (dpa)

+++ 3. Juli +++

R-Zahl in Berlin leicht angestiegen, alle Corona-Warnampeln auf Grün

Das Corona-Infektionsgeschehen bleibt in Berlin auf einem niedrigen Niveau: Die Gesundheitsverwaltung des Senats meldet am Freitag 48 neue Corona-Fälle in der Hauptstadt. Damit steigt die Gesamtzahl von Meldefällen auf 8.392. 7612 von diesen Patienten sind allerdings bereits genesen. Dazu kommt eine Zahl von 214 Corona-Toten, die zum Vortag konstant bleibt. Somit verbleibt eine Gesamtzahl von 566 aktuellen Corona-Patienten. 111 von diesen werden im Krankenhaus behandelt, gerade einmal 22 davon intensivmedizinisch. In den für Covid-19-Patienten reservierten Teilen der Intensivstationen herrscht gähnende Leere: Nicht einmal jedes 50ste Bett ist derzeit belegt.

Mit 8,32 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner ist das Infektionsgeschehen in Berlin derzeit niedrig. Allerdings ist der Reproduktionswert "R" wieder leicht angestiegen: Die Zahl von 0,64 liegt über dem Niveau der Vortage, deutet aber weiter auf ein rückläufiges Infektionsgeschehen. Läge diese Zahl über 1, würde sich das Coronavirus ausbreiten. Da sie weiter deutlich unter 1 liegt, steckt ein Kranker derzeit weniger als einen weiteren an. (BK)

Pubs und Restaurants in England öffnen wieder

Nach mehr als drei Monaten Schließung wegen der Corona-Epidemie öffnen ab Samstag Hotels, Bars, Restaurants und vor allem die beliebten Pubs in England wieder. Damit Restaurants und Kneipen die nach wie vor geltenden Abstandsregeln und andere Corona-Auflagen erfüllen können, hatte die britische Regierung im Vorfeld die Lizenzerteilung für den Verkauf von Getränken und Essen im Freien vereinfacht. So dürfen Kunden unter anderem auch auf den Parkplätzen bedient werden.

Die Lockerungen gelten nur für England; Schottland, Wales und Nordirland erlassen ihre eigenen Corona-Bestimmungen. Mit dem Schritt will die Regierung in London die durch die Epidemie eingebrochene Wirtschaft weiter ankurbeln. Mit rund 44.000 Corona-Toten ist Großbritannien das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Die Infektionsraten gingen zuletzt jedoch zurück. (AFP)

Merkels Masken-Frage gelöst - Mit Logo der EU-Ratspräsidentschaft

Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU hält ihre Maske im Bundesrat vors Gesicht. 
Foto: Florian Gaertner/photothek.net/imago images

Angela Merkel hat sich erstmals offiziell mit einem Mund-Nase-Schutz gegen das Coronavirus fotografieren lassen. Auf dem Bild ist die Kanzlerin mit einer schwarzen Maske mit dem Logo der deutschen EU-Ratspräsidentschaft zu sehen. Sie steht neben dem Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), der eine Maske mit dem Signet der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt trägt. Das Foto ist am Donnerstagabend bei der Vorbesprechung der Unionsländer vor der Bundesratssitzung in der Landesvertretung von Mecklenburg-Vorpommern in Berlin entstanden. Auch zur Sitzung des Bundesrates erschien Merkel am Freitag mit Mund-Nase-Schutz. (dpa)

Nach Corona-Fall: Sommerbad Wilmersdorf öffnet wieder

Nach der vorsorglichen Schließung wegen eines Corona-Falls öffnet das Sommerbad Wilmersdorf am Samstag wieder. Das zuständige Gesundheitsamt habe keine besonderen Maßnahmen veranlasst, teilten die Berliner Bäderbetriebe am Freitag mit. Dennoch sei das Bad desinfiziert worden.

Am Donnerstag hatte das Bad in der Forckenbeckstraße kurzfristig den Betrieb eingestellt, nachdem eine Schwimmaufsicht positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Die Bäderbetriebe und das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hatten das Risiko für die Badegäste als gering eingeschätzt. Nach Angaben des Gesundheitsstadtrats Detlef Wagner (CDU) hatte die Mitarbeiterin keinen direkten Kontakt zu Gästen. Zudem sei sie zu Hause geblieben, als sie erste Symptome hatte.

Das Amt nahm Abstriche bei den Kollegen, die in der Schicht der Frau gearbeitet hatten. Die Ergebnisse wurden für Freitag erwartet. Das Bezirksamt war am Nachmittag nicht erreichbar. Die Bäderbetriebe erinnerten Besucher am Freitag daran, weiter den Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten. (dpa)

Spahn: 300 bisher über Corona-Warn-App gemeldete Infektionen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass bislang rund 300 Covid-19-Infektionen über die deutsche Corona-Warn-App gemeldet wurden. Das sagte der CDU-Politiker in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Spahn bezieht sich dabei auf „die Zahl der Verschlüsselungscodes“, die von der zugehörigen Telefon-Hotline ausgegeben wurden. „Mehr wissen wir aus Datenschutzgründen nicht“, sagte Spahn.

Die App wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag inzwischen 14,6 Millionen Mal auf Smartphones geladen. Das sei häufiger als ähnliche Apps in allen anderen EU-Ländern zusammen, sagte Spahn. Allerdings warnte der Minister davor, die neue Anwendung zu überschätzen. „Die App ist ein Werkzeug von vielen, um neue Ausbrüche einzudämmen. Sie ist kein Allheilmittel. Wir müssen trotzdem weiter aufeinander achtgeben, Abstand halten, Alltagsmaske tragen, Hygieneregeln einhalten.“

Die App kann inzwischen nicht nur von Menschen in Deutschland installiert werden, sondern ist auch in den Stores von Google und Apple in allen 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie in Großbritannien und Norwegen erhältlich. Dieses Angebot richtet sich an Touristen und Geschäftsreisende, die Deutschland besuchen, aber auch an Ausländer, die ständig oder befristet in Deutschland leben. (dpa)

Corona-Fälle nehmen in den USA weiter rapide zu - Trump beschwichtigt

(dpa-AFX) Die USA kämpfen weiter mit einem dramatischen Anstieg der Corona-Fälle. Mit rund 52 300 Neuinfektionen binnen 24 Stunden wurde laut Daten der Johns-Hopkins-Universität am Donnerstag (Ortszeit) ein neuer Höchststand erreicht. Zum Start des langen Feiertagswochenendes zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli rief der oberste Gesundheitsbeamte der US-Regierung, Vizeadmiral Jerome Adams, die Menschen am Freitag auf, Schutzmasken zu tragen und soziale Distanz zu wahren, sollten sie sich in der Öffentlichkeit aufhalten.

Ganz anders soll es bei den Feierlichkeiten am Mount Rushmore in South Dakota ablaufen, wo US-Präsident Donald Trump mit First Lady Melania am Abend (Ortszeit/Samstagmorgen MESZ) zum Feuerwerk am Nationaldenkmal mit den in den Fels gehauenen Köpfen von vier Ex-Präsidenten erwartet werden. Die republikanische Gouverneurin Kristi Noem hatte im Vorfeld klargemacht, dass keine soziale Distanz gewahrt werde. Die Menschen sollten kommen, um zu feiern, um "die Freiheiten zu genießen, die wir in diesem Land haben", so ihre Worte. (dpa)

Lateinamerika überholt Europa bei Zahl der Corona-Infektionen

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie hat Lateinamerika bei der Zahl der Corona-Infektionen Europa erholt. Nach einer Zählung von AFP vom Freitag meldeten die südamerikanischen Behörden insgesamt 2,73 Millionen Fälle und Europa knapp 2,7 Millionen Fälle. Mit mehr als 2,8 Millionen Fällen, davon allein über 2,7 Millionen in den USA, ist Nordamerika weiterhin am härtesten von der Pandemie betroffen. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf fast 10,9 Millionen und die Zahl der Toten auf mindestens 521.000. (AFP)

Trinken statt Parken - Kneipentische auf Autoparkplätzen in Kreuzberg

Immer mehr Kneipen und Restaurants in Friedrichshain-Kreuzberg stellen ihre Tische und Stühle auf Gehwegen und Parkplätzen an den Straßen auf. Für mehr als 100 Kneipen habe es bereits eine Genehmigung zur Nutzung von Parkstreifen am Wochenende gegeben, teilte das Bezirksamt am Freitag mit. Damit solle die Corona-Ansteckungsgefahr, die im Freien geringer ist, reduziert werden.

Auf den Parkplätzen vor den entsprechenden Kneipen dürfen Tische und Stühle nun offiziell von Freitag bis Sonntag von 11.00 bis 22.00 Uhr stehen. Genutzt würden diese Möglichkeiten besonders am Boxhagener Platz und in der Samariterstraße in Friedrichshain sowie am Paul-Lincke-Ufer, am Chamissoplatz und in der Dresdener Straße in Kreuzberg. Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) sprach von einer „Neuverteilung des öffentlichen Raumes“. (dpa)

Arznei Remdesivir erhält europäische Zulassung für Covid-19

Der Wirkstoff Remdesivir wird in Europa unter Auflagen zur Behandlung schwerer Fälle von Covid-19 zugelassen. Die Entscheidung gab die EU-Kommission am Freitag bekannt. (dpa)

Niedersachsen hebt Teilnehmergrenze für Veranstaltungen an 

Die erlaubte Teilnehmerzahl für Veranstaltungen in Niedersachsen wird zum 6. Juli von 250 auf 500 angehoben. Das teilte die Landesregierung am Freitag in Hannover mit. Andere Bundesländer hätten schon jetzt eine höhere Obergrenze, ohne dass es zu größeren Corona-Ausbrüchen gekommen sei, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen. „Deshalb wird auch Niedersachsen jetzt etwas mutiger.“ Das Land wolle aber vorsichtig und umsichtig vorgehen.

Voraussetzung für die Veranstaltungen ist weiterhin, dass die Zuschauer mindestens eineinhalb Meter Abstand zu anderen Gästen einhalten, wenn sie nicht zu einer gemeinsamen Gruppe von maximal zehn Personen gehören. Außerdem müssen die Gäste drinnen einen Mund-Nase-Schutz tragen und Sitzplätze einnehmen. Neu ist, dass sie den Mundschutz am Sitzplatz ablegen dürfen. Das sei vor allem für Kinos wichtig, für die der Verkauf von Popcorn, Cola und Eis wirtschaftlich besonders relevant sei, sagte der Referatsleiter für Recht und Verfassung der Staatskanzlei, Jens-Martin Weißer. (dpa)

Deutschen müssen bei Reisen nach England nicht mehr in Quarantäne

Deutsche müssen sich bei einer Reise nach England künftig dort nicht mehr in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Die britische Regierung gab in der Nacht zum Freitag eine entsprechende Lockerung der wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen bekannt. Der Wegfall der Quarantäne-Pflicht gilt ab dem 10. Juli. Auch Einreisende aus Frankreich, Italien und Spanien müssen sich dann nicht mehr in Isolation begeben.

In anderen Teilen des Vereinigten Königreichs wird allerdings weiterhin die Quarantäne-Vorschrift gelten. Wer aus Deutschland also nach Schottland, Wales oder Nordirland reist, muss sich dort weiterhin für zwei Wochen in Isolation begeben.

Wegen der Quarantäne-Pflicht warnt das Auswärtige Amt in Berlin bislang vor Reisen nach ganz Großbritannien. Die britische Regierung äußerte jedoch die Erwartung, dass die jetzige teilweise Aufhebung der Vorschrift zu entsprechenden Lockerungen bei den davon profitierenden Staaten führen werde. (AFP)

81 Prozent der Deutschen wechseln oder waschen ihre Maske mindestens wöchentlich

Über Dreiviertel der Deutschen wechseln oder waschen ihre Mund-Nasen-Masken einmal pro Woche oder öfter. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten repräsentativen Umfrage für das Magazin "Focus" hervor. Demnach tauschen 81 Prozent die Masken mindestens wöchentlich aus.

17 Prozent der Befragten tun dies nach jedem Gebrauch, 32 Prozent täglich und weitere 32 Prozent zumindest wöchentlich. Acht Prozent erklärten, ihre Maske selten zu reinigen, sechs Prozent tun dies nach eigenen Angaben nie. Das Institut Kantar befragte in der vergangenen Woche rund 1000 Menschen. (AFP)

Neun neue Corona-Infektionen in Brandenburg

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt in Brandenburg weiter leicht. Neun neue nachgewiesene Infektionen meldete das Gesundheitsministerium am Freitag (Stand 8.00 Uhr). Zuvor waren elf neue Infektionen hinzugekommen. Seit Anfang März wurden insgesamt 3479 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 registriert, 172 Corona-Patienten starben. 3200 Menschen gelten als genesen, das sind 20 mehr als am Vortag. Die Zahl aktiv Erkrankter sank von 120 auf 110 Menschen. Diese rechnerische Größe wird ermittelt, indem von den bestätigten Infektionsfällen die geschätzte Zahl der Genesenen und die Sterbefälle abgezogen werden. (dpa)

+++ 2. Juli +++

Alle Corona-Ampeln in Berlin weiter auf Grün, 615 aktive Covid-19-Fälle

Das Corona-Infektionsgeschehen ist nach Ausbrüchen in mehreren Berliner Bezirken weiter zurückgegangen. Zwar meldet die Gesundheitsverwaltung des Senats am Donnerstag 43 neue Coronavirus-Infektionen in Berlin. Alle drei Warnampeln stehen jedoch auf Grün. Die Reproduktionszahl "R" liegt mit 0,54 deutlich unter dem Wert von 1. Das bedeutet, dass zwei Erkrankte in etwa eine weitere Person mit dem Coronavirus anstecken. Deutlich abgesunken ist im Vergleich zur Vorwoche die Inzidenz an Neuinfektionen: Auf 100.000 Berliner kommen derzeit 8,3 neue Covid-19-Fälle. Sehr entspannt sieht es auf den Intensivstationen aus: Gerade einmal jedes 50. für Corona-Kranke reserviertes Bett ist belegt.  Dennoch ist Corona in Berlin nicht verschwunden: Weiterhin sind 615 akute Corona-Fälle offiziell. 121 Patienten werden in Krankenhäusern behandelt, 26 in Intensivstationen. Die Zahl der an oder mit Corona verstorbenen Berliner bleibt bei 214. (BK)

Trotz weiterhin hoher Todeszahlen: Bars und Restaurants in Rio de Janeiro öffnen wieder

Nach mehr als drei Monaten strenger Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie sind in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro zahlreiche Lockerungen in Kraft getreten. Unter strengen Auflagen öffneten am Donnerstag Bars und wieder für Gäste. Auch Fitnessstudios, Schönheitssalons und Tattoo-Studios profitieren von den Lockerungen.

In den Bars und Restaurants gelten nach der Wiederöffnung strenge Maßnahmen, darunter Abstandsregeln. Fitnessstudios und Schönheitssalons müssen in einem Staffelsystem arbeiten. Nach Behördenangaben wurden in Rio de Janeiro zuletzt 68 Todesfälle durch das neuartige Coronavirus binnen eines Tages gemeldet. Anfang Juni hatte die Stadt eine Rekord-Todesfallzahl von 227 registriert. (AFP)

5400 Tote: Schweden kündigt Überprüfung seines Krisenmanagements an

Das wegen seines Sonderwegs in der Bewältigung der Corona-Pandemie massiv in der Kritik stehende Schweden hat eine Überprüfung seines Krisenmanagements angekündigt. Die Regierung in Stockholm beauftragte am Donnerstag die staatlich finanzierte Schwedische Agentur für Verteidigungsforschung (FOI) mit der Analyse. Am Mittwoch hatte die Agentur einen Bericht vorgelegt, in dem eine mangelnde Vorbereitung Schwedens auf die Corona-Krise beklagt wurde - obwohl es mehrere "Warnschüsse" gegeben habe. Die Autoren des Berichts kritisierten auch unzureichende Schutzbekleidung sowie einen Mangel an medizinischer Ausrüstung. Unterbrechungen in den Lieferketten deuteten demnach zudem auf einen Mangel an "Planung auf oberster Ebene" hin.

International hat der Umgang Schwedens mit der Corona-Krise für Kritik gesorgt. Anders als die meisten anderen europäischen Staaten verhängte Schweden keine Ausgangsbeschränkungen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Schulen, Cafés, Bars, Restaurants und die meisten Unternehmen blieben geöffnet. Inzwischen verzeichnet das nordeuropäische Land eine wesentlich höhere Sterberate als seine skandinavischen Nachbarländer. Nach offiziellen Angaben wurden seit Beginn der Pandemie mehr als 70.000 Infektionen nachgewiesen, mehr als 5400 Menschen starben. (AFP)

Schausteller demonstrieren gegen Corona-Einschränkungen

Mit einer Kundgebung und einem Fahrzeugkorso haben Schausteller aus ganz Deutschland in Berlin für die Aufhebung von Corona-Beschränkungen demonstriert. Zur Kundgebung am Brandenburger Tor kamen laut Polizei 1600 Teilnehmer, die auch um die 1000 Fahrzeuge dabei hatten. Zuvor fuhren viele von ihnen in einem Korso durch die Innenstadt. Vor dem Wahrzeichen stellten Demonstranten Autoscooter-Fahrzeuge auf, an einem Kran schwebte die Gondel eines Riesenrades.

Das Verbot von Großveranstaltungen bis mindestens Ende Oktober komme faktisch einem Berufsverbot gleich, argumentierten die Schausteller und beklagten eine Ungleichbehandlung bei den Lockerungen. Wenn Restaurants wieder offen seien und Fußgängerzonen voll, müsse auch das Kirmesgeschäft an der frischen Luft wieder erlaubt werden. (dpa)

Kita in Neuruppin nach Corona-Fall geschlossen

Nach einem Corona-Fall bleibt eine Kindertagesstätte in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) bis auf weiteres geschlossen. Eine Mitarbeiterin sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte das Büro des Landrats am Donnerstag mit. Die 41 betroffenen Kinder und acht Beschäftigten der Kita seien bereits getestet worden, mit den ersten Ergebnissen werde am Freitag gerechnet. Das Gesundheitsamt habe für sie ebenso wie für ihre Eltern und die Haushaltsangehörigen der Mitarbeiter vorläufig häusliche Isolation angeordnet. Am Freitag sollen weitere Kontaktpersonen getestet werden. (dpa/bb)

Bundesweite Studie: Homeschooling belastet Eltern-Kind-Beziehungen

Das wochenlange Homeschooling in der Corona-Pandemie hat laut einer Studie die Beziehung von rund einem Viertel der befragten Eltern zu ihren Kindern belastet. Nach Einschätzung von Müttern und Vätern waren zwar 48,5 Prozent der Schüler sehr oder ziemlich motiviert, 51,1 Prozent aber eher wenig bis gar nicht. Das geht aus der bundesweiten Online-Befragung "Homeschooling 2020" der Universität Koblenz-Landau hervor, bei der zwischen dem 8. April und 4. Mai Eltern von Schülern allgemeinbildender Schulen 4320 Fragebögen vollständig ausgefüllt haben, vor allem Mütter.

48,1 Prozent gaben an, dass die Lehrer die Aufgaben in keinem erkennbaren Rhythmus übermittelten. Die Aufgaben wurden laut Studie insgesamt als wenig abwechslungsreich von den Eltern wahrgenommen. Eine Mehrheit wünschte sich mehr Rückmeldungen von den Lehrern. Immerhin fanden die Eltern mehrheitlich, dass die Aufgaben für zu Hause stets oder oft so klar formuliert seien, dass ihr Kind sie selbstständig bearbeiten könne. (dpa)

Thüringer Krankenhaus bestätigt Infektion von 69 Mitarbeitern

Das Greizer Kreiskrankenhaus in Thüringen hat bestätigt, dass zwischen dem 19. März und dem 18. Mai 69 Mitarbeiter des Hauses positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Seither seien keine neuen Corona-Fälle innerhalb der Klinikbelegschaft nachgewiesen worden, teilte das Krankenhaus am Donnerstag in Greiz mit. Unklar sei, ob die Mitarbeiter sich im beruflichen oder privaten Umfeld infiziert hatten.

Der Kreis Greiz mit rund 98.000 Einwohnern war lange der größte Hotspot der Corona-Pandemie in Thüringen und sorgte mit hohen Infektionsraten auch bundesweit für Aufsehen. Nach Zahlen des Sozialministeriums sind bisher in dem Landkreis 669 Menschen positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden, 48 sind an oder mit einer solchen Infektion gestorben. (dpa)

Corona: Reiseveranstalter dürfen Gutscheine statt Geld anbieten

Reiseveranstalter, die ihren Kunden wegen einer coronabedingt geplatzten Pauschalreise Geld zurückzahlen müssen, dürfen diesen als Alternative einen Gutschein anbieten. Einem entsprechenden Gesetzentwurf der Bundesregierung hat der Bundestag am Donnerstag zugestimmt. Die Kunden können sich für eine Rückzahlung des gezahlten Geldes oder für den Gutschein entscheiden.

Dem Entwurf zufolge sollen Pauschalreisende ihr Geld zurückverlangen können, wenn der Urlaub wegen der Coronavirus-Pandemie ausfällt. Eine ursprünglich geplante Gutscheinpflicht, die helfen sollte, Insolvenzen in der Reisebranche zu vermeiden, soll es nicht geben. Sie scheiterte am Widerstand der Brüsseler EU-Kommission. Verbraucher, die ihre Pauschalreise vor dem 8. März gebucht haben, können aber freiwillig einen Gutschein wählen, dessen Wert auch dann staatlich abgesichert ist, wenn Anbieter Pleite gehen. (dpa)

Jeder zweite Deutsche hat Sorge vor zweiter Corona-Infektionswelle

Die Furcht vor einer zweiten Corona-Infektionswelle ist in der Bevölkerung nach wie vor verbreitet. Die Hälfte der befragten Deutschen sorgt sich laut dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-"Deutschlandtrend" davor, dass die Zahl der Infektionen in den kommenden Wochen wieder deutlich ansteigt. Bei 13 Prozent der Menschen ist diese Sorge demnach sehr groß, bei 37 Prozent groß.

Auf der anderen Seite sind viele Menschen deutlich gelassener. Bei 32 Prozent der Befragten ist die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle laut der Umfrage weniger groß, bei 17 Prozent sogar klein. (AFP)

Gabriel war Berater für Fleischkonzern Tönnies

Der frühere Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) war für den Fleischkonzern Tönnies als Berater tätig. "Es gab ein dreimonatiges Beratungsverhältnis mit Tönnies", sagte Gabriel am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Vom März bis Mai 2020 habe er für das Unternehmen handelsrechtliche Fragen klären sollen, sagte Gabriel.

Im Stammwerk des Tönnies-Fleischkonzerns im westfälischen Kreis Gütersloh hatten sich im Juni weit mehr als 1000 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Deshalb gab es heftige Kritik an den Arbeitsbedingungen im Unternehmen. Die Anfrage des Konzerns habe er bereits im Februar erhalten, sagte Gabriel der dpa. Inhaltlich sei es dabei um ein drohendes Exportproblem im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest gegangen. Dem "Spiegel" erklärte er, dass er seine Tätigkeit nicht als Lobbyarbeit begriffen habe.

Die aktuelle SPD-Spitze reagierte mit Befremden auf das Engagement Gabriels. Mit deutlicher Kritik reagierte die Linken-Spitze auf den Beratervertrag. "Das rundet das Gesamtbild von Sigmar Gabriel ab. Er hat keine Skrupel, als Sozialdemokrat für einen der größten Ausbeuter zu arbeiten", sagte der Parteivorsitzende Bernd Riexinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). (dpa)

Trauriger Corona-Rekord: USA mit mehr als 50.000 Neuinfektionen

Mit einer Rekordzahl von mehr als 50.000 Neuinfektionen an einem Tag spitzt sich die Corona-Pandemie in den USA dramatisch zu. Während US-Präsident Donald Trump die Gefahr herunterspielt, nahmen am Mittwoch mehrere Bundesstaaten kurz vor dem Nationalfeiertag am 4. Juli Lockerungen des Alltagslebens zurück. Demokraten werfen der Regierung Unfähigkeit vor. Und auch aus Trumps engerem Kreis kommen kritische Signale.

Die Johns-Hopkins-Universität meldete für Mittwoch rund 50 700 neue Corona-Fälle an einem Tag. Schon in der vergangenen Woche hatte das Infektionsgeschehen stark angezogen, meist wurden mehr als 40.000 Fälle pro Tag verzeichnet. Das sind mehr als beim bisherigen Höhepunkt der Pandemie im April und Mai. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Florida, Texas, Arizona, Georgia und Kalifornien. Insgesamt verzeichneten die USA, die mehr als 320 Millionen Einwohner haben, seit Beginn der Pandemie bisher mehr als 2,6 Millionen Infektionen und mindestens 128.000 Tote. (dpa)

Serbien verzeichnet starken Anstieg von Corona-Infektionen

Das Balkanland Serbien verzeichnet einen starken Anstieg von Infektionen mit dem Coronavirus. In den letzten 24 Stunden seien 359 neue Fälle von Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag in der Hauptstadt Belgrad mit. Schon an den fünf Tagen zuvor waren täglich jeweils zwischen 193 und 276 neue Infektionen registriert worden.

Bis zum Donnerstag waren nachweislich 15.195 Menschen mit dem Virus infiziert, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. 1996 Fälle galten als aktiv, 287 Patienten starben mit dem Virus, sechs von ihnen in den letzten 24 Stunden.

Mit zweistelligen täglichen Zuwachszahlen Ende Mai und Anfang Juni schien Serbien die schlimmste Phase der Corona-Pandemie überstanden zu haben. Die jüngste Entwicklung markiere jedoch einen gegenteiligen Trend, sagen Gesundheitsexperten. Möglicherweise haben ihn abrupte Lockerungen nach Aufhebung des Ausnahmezustands am 6. Mai begünstigt. (dpa)

Trotz Corona: French Open mit bis zu 20.000 Zuschauern am Tag

Die Veranstalter der French Open wollen trotz der grassierenden Corona-Pandemie bis zu 20.000 Zuschauer pro Tag für das Grand-Slam-Turnier zulassen. Dies teilte der französische Tennisverband (FFT) am Donnerstag mit. Bei den Finals sollen bis zu 10.000 Zuschauer anwesend sein können. Die diesjährige Ausgabe wurde auf den Zeitraum vom 27. September bis 11. Oktober verlegt.

"Die Anzahl der im Stadion erlaubten Zuschauer wird 50 bis 60 Prozent der gewohnten Kapazität betragen, was uns erlaubt, die geltenden Abstandsregeln zu befolgen", hieß es in einem Statement der FFT. Tickets sollen am 9. Juli in den Verkauf gehen. Die Besucherzahl könnte noch erhöht werden, sofern es die Corona-Situation in Frankreich erlaubt. Allerdings wies der Verband darauf hin, dass die Zuschauerzahlen auch noch reduziert werden könnten, sofern es die Lage erfordert. (dpa)

Sommerbad Wilmersdorf nach Corona-Fall in Belegschaft geschlossen

Freizeitsportler schwimmen im Sommerbad Wilmersdorf. Ein Corona-Fall in der Belegschaft hat am Donnerstag zur Schließung des Sommerbads Wilmersdorf geführt.
Foto: Kay Nietfeld/dpa

Ein Corona-Fall in der Belegschaft hat am Donnerstag zur Schließung des Sommerbads Wilmersdorf geführt. Welche Maßnahmen noch getroffen werden müssten, werde mit den zuständigen Gesundheitsämtern abgestimmt, wie die Berliner Bäderbetriebe mitteilten. Gebuchte Eintrittskarten für den Nachmittag sollten demnach storniert werden. Kunden erhalten das Geld zurück. Eine Mitarbeiterin des Schwimmbadbetreibers, die zuletzt in dem Freibad im Einsatz gewesen sei, sei positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie lange das Bad geschlossen bleibt, war zunächst unklar. (dpa)

Israel vor neuer Corona-Welle

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 966 neue Fälle registriert. Das ist der höchste Ein-Tages-Wert, der in Israel seit dem Ausbruch der Pandemie registriert wurde. Der bisherige Höchstwert stammt mit 819 vom 3. April. Im Vergleich dazu haben die Gesundheitsämter in Deutschland am Mittwoch 503 neue Corona-Infektionen gemeldet. Israel hat also fast doppelt so viele Neuinfektionen - wobei Deutschland etwa neunmal mehr Einwohner hat als Israel.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 26.452 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 324 Infizierte sind gestorben. In den Palästinensergebieten gibt es bisher 2758 bekannte Infektionsfälle mit dem Coronavirus, acht Menschen starben.

Die Infektionsexpertin Galia Barkai vom angesehenen Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv sprach am Donnerstag von einem "Trend zur Verschlechterung". Es gebe eindeutig eine neue Corona-Welle. "Wir sehen auch mehr schwere Fälle, wenn auch weniger als während der ersten Welle." Grund für den neuen Anstieg seien eine zu rasche Öffnung des Marktes und mangelndes Vertrauen der Bevölkerung in die Maßnahmen der Regierung. "Wir brauchen jetzt mehr punktuelle Sperren, einen großen Lockdown kann die Wirtschaft nicht aushalten", sagte die Ärztin. Besonders wichtig seien nun raschere epidemiologische Untersuchungen und der konsequente Schutz der älteren Bevölkerung. (dpa/AFX)

503 registrierte Neuinfektionen in Deutschland - Lage bleibt stabil

Nach den großen lokalen Corona-Ausbrüchen vor gut zwei Wochen, sind die Infektionszahlen inzwischen weiterhin stabil auf niedrigem Niveau. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 503 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 195.228 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 2.7., 0.00 Uhr).

In der vergangenen Woche wurden so viele Tests durchgeführt, wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Insgesamt 456.041 Menschen wurden zwischen dem 22. und 28. Juni auf Corona getestet. Die Quote der positiven Tests ist mit 0,8 Prozent vergleichsweise niedrig. Anfang April waren noch 9 Prozent der durchgeführten Tests positiv.

8994 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 9 im Vergleich zum Vortag. Etwa 180.300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor. (BK/dpa/AFX)

Cavusoglu wirft Brüssel "politische Motive" bei EU-Einreisesperre vor

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat der EU vorgeworfen, Reisebeschränkungen für die Türkei aus "politischen Motiven" aufrechtzuerhalten. Einige Länder, die Brüssel auf die Liste der Staaten aufgenommen habe, aus denen Menschen wieder in die EU einreisen dürften, stünden schlechter da als die Türkei, sagte Cavusoglu am Donnerstag nach Gesprächen mit Bundesaußenminister Heiko Maas in Berlin. "Da sehen wir, dass mit politischen Motiven entschieden wurde." Die EU-Liste müsse im Rahmen von "objektiven Kriterien" bewertet werden.

Die EU-Staaten hatten am Dienstag beschlossen, dass wegen der Corona-Krise eingeführte Einreisebeschränkungen in die EU für zahlreiche Länder, darunter die Türkei, über den 1. Juli hinaus aufrechterhalten werden. Lediglich Menschen aus 14 Ländern dürfen wieder einreisen. Diese Liste soll alle zwei Wochen überarbeitet werden. Für die Türkei gilt zudem noch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, nach jetzigem Stand zunächst noch bis zum 31. August. (dpa)

Erster Prozess wegen Betrugs bei Corona-Soforthilfen in Berlin

In Berlin beginnt am Freitag (12.00 Uhr) der erste Prozess wegen Subventionsbetrugs bei Corona-Soforthilfen. Vor dem Amtsgericht Tiergarten muss sich ein 31-Jähriger verantworten, der zwischen dem 31. März und 8. April bei der Investitionsbank rund 35. 000 Euro zu Unrecht kassiert haben soll, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte.

Der Angeklagte sitzt demnach seit dem 24. April in Untersuchungshaft. Er soll die finanzielle Unterstützung aus Programmen des Berliner Senats sowie des Bundes mit zwei mutmaßlichen Mittätern online beantragt und dabei wahrheitswidrig angegeben haben, dass fünf Gesellschaften sowie sein eigenes Einzelunternehmen die Gelder für die Sicherung der betrieblichen Existenz in der Corona-Krise bräuchten. Insgesamt sollen 82.510 Euro beantragt worden sein.

Laut Anklage gab es fünf Firmen gar nicht, die sechste habe ihre Geschäfte fortführen können, so dass kein Bedarf für eine Förderung bestanden habe. Von den beantragten Förderung seien genau 35.010 Euro tatsächlich ausgezahlt worden.

Bei der Staatsanwaltschaft haben sich inzwischen Hunderte Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdachts bei Soforthilfen angesammelt; allein bis zum 25. Juni waren es nach Angaben der Behörde 660 Verfahren. Die Investitionsbank Berlin (IBB) hat Vorwürfe zurückgewiesen, es durch unzureichende Prüfungen Betrügern zu leicht gemacht zu haben. (dpa/bb)

Iran: Präsident Ruhani trotz Neuinfektionen weiter gegen Lockdown

Trotz eines dramatischen Anstiegs der täglichen Corona-Neuinfektionen im Iran ist Präsident Hassan Ruhani weiterhin gegen einen Lockdown im Land. "Ein Lockdown steht wie eine komplette Aufhebung der Lockerungen bis auf weiteres nicht auf der Agenda", sagte Ruhani am Donnerstag. Vielmehr sollten die Bürger ihren Lebensstil dem Coronavirus anpassen, betonte der Präsident nach Angaben seiner Webseite.

Binnen 24 Stunden starben erneut fast 150 Corona-Patienten. Damit liegt die Zahl der Toten aktuell bei 11.106 und die der Infizierten bei 232.863, wie Ministeriumssprecherin Sima Lari am Donnerstag im Staatsfernsehen sagte. Experten und das Gesundheitsministerium fordern daher strengere Maßnahmen, um einen weiterem Anstieg der Fallzahlen zu verhindern.

Seit Ende Mai haben fast alle Branchen im Iran die Arbeit wieder aufgenommen. Die von Ruhani durchgesetzten Lockerungen haben aber auch dazu geführt, dass die Corona-Vorschriften in der Bevölkerung nicht mehr ernstgenommen wurden. Seitdem stirbt nach Angaben des Gesundheitsministeriums alle 13 Minuten ein Corona-Patient im Iran, alle 33 Sekunden kommt es zu einer Neuinfektion.

Ruhani will aber trotz Kritik an seiner Lockerungspolitik festhalten. Er sei der Auffassung, dass die Corona-Krise noch länger andauere und eine längerfristige Einschränkung der Wirtschaftsaktivitäten nicht machbar sei. Die Iraner sollten nach den Worten Ruhanis lieber lernen, "mit dem Virus zu leben". (dpa)

Mindestens sieben Corona-Infektionen bei Familienfeier in Kiel

Bei einer Familienfeier in Kiel haben sich mindestens sieben Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Dies sei am vergangenen Wochenende geschehen, sagte ein Sprecher der Stadt am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten die "Kieler Nachrichten" berichtet. Den Angaben zufolge arbeiten drei Infizierte in Einrichtungen der Altenhilfe. Ein infiziertes Kind besuche eine Kita, die laut "Kieler Nachrichten" am Mittwoch geschlossen wurde. Die Feier fand der Stadt Kiel zufolge im Freien statt. Sie sei im Rahmen der geltenden Corona-Regeln erlaubt gewesen. (dpa)

Lehrstellenangebot geht in Corona-Krise zurück

Die Corona-Krise zieht den Ausbildungsmarkt in Mitleidenschaft: Wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Donnerstag mitteilte, liegt das betriebliche Lehrstellenangebot im Branchendurchschnitt aktuell um gut sieben Prozent unter dem Vorjahresniveau. Allerdings besteht demnach noch Hoffnung auf Nachholeffekte im Herbst.

"Viele Betriebe sind derzeit gezwungen, auf Sicht zu fahren", erklärte DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. "Sie überdenken daher auch ihre Ausbildungsentscheidungen gründlich und verschieben bei Bedarf." Zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt hatte der DIHK rund 15.000 Unternehmen befragt. Viele dieser Unternehmen hätten noch nicht abschließend über die Zahl ihrer Ausbildungsplätze entschieden, betonte Dercks. Dies zeige, dass die derzeitigen Vermittlungsanstrengungen, aber auch Anreize durch finanzielle Unterstützung sinnvoll seien.

So hatte die Bundesregierung in der vergangenen Woche neue Hilfen zur Sicherung von Ausbildungsplätzen auf den Weg gebracht. Kleine und mittlere Unternehmen sollen künftig Prämien bekommen, wenn sie ihr Ausbildungsniveau nicht zurückschrauben oder Azubis von pandemiebedingt insolventen Unternehmen übernehmen.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack forderte, dieses rund 500 Millionen Euro schwere Programm müsse nun "endlich" umgesetzt werden. "Das Bildungsministerium muss dafür schnellstens die Förderrichtlinie veröffentlichen", erklärte sie.Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt bleibe kritisch, mahnte Hannack. "Doch noch besteht die Chance, den Corona-Crash auf dem Ausbildungsmarkt abzumildern. Die Uhr tickt, in vier Wochen beginnt das neue Ausbildungsjahr." (AFP)

Studie: Minijobber hart von Corona getroffen

Minijobber sind Experten zufolge besonders hart von der Corona-Krise betroffen, da sie keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben. „Die Corona-Krise verstärkt die Probleme des Niedriglohnsektors - vor allem für Minijobberinnen und Minijobber. Ohne das Sicherheitsnetz des Kurzarbeitergeldes erleiden sie als erste Einkommenseinbußen oder verlieren ihre Arbeit“, sagt der Vorstand der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger.

So ging die Beschäftigungsquote bei Minijobbern, die aus diesen Jobs ihren Haupterwerb bestreiten, im März bereits um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück, wie aus einer am Donnerstag publizierten Studie hervorgeht, die DIW Econ, eine Tochter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), im Auftrag der Stiftung durchgeführt hat. Da Minijobber keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlen, entfällt ihr Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

Um kommende Krisen besser abfedern zu können, empfehlen die Studienautoren, die Schwelle für Minijobs von 450 auf 250 Euro zu senken. So müssten mehr Beschäftigte Sozialversicherungsbeiträge leisten, wären dadurch aber auch in Krisenzeiten besser abgesichert. (dpa-AFX)

USA melden erstmals über 50 000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag

In den USA sind erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 50.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einem Tag verzeichnet worden. Damit haben die Infektionszahlen einen neuen Höchststand erreicht, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Den Zahlen zufolge sind am Mittwoch rund 50.700 Neuinfektionen gemeldet worden. Die "Washington Post" zählt sogar rund 52.800 Fälle.

Seit einer Woche melden die USA regelmäßig mehr als 40.000 Neuinfektionen am Tag und liegen damit über den Zahlen vom bisherigen Höhepunkt der Pandemie im April und Mai. Die US-Staaten Kalifornien und Michigan nahmen am Mittwoch Lockerungen zurück, Pennsylvania führte eine Maskenpflicht ein. US-Präsident Donald Trump glaubt indes weiter an das Verschwinden des Virus.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in den USA über 2,6 Millionen Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Mindestens 128.000 sind an oder mit dem Virus gestorben. (dpa-AFX)

+++ 1. Juli +++

Drei Berliner Corona-Teststellen werden geschlossen

In Berlin sind drei Corona-Teststellen seit Mittwoch geschlossen. Betroffen sind die Einrichtungen am ehemaligen Vivantes-Standort Prenzlauer Berg, am Vivantes Wenckebach-Klinikums in Tempelhof-Schöneberg sowie am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Lichtenberg.

„In den vergangenen Wochen sind immer weniger Menschen in die Abklärungsstellen gekommen, um sich testen zu lassen, sodass wir den Nutzen hinterfragen mussten“, sagte Burkhard Ruppert, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Die KV, die bisher die Ärzte für die Einrichtungen stelle, habe daher die Kooperation mit den Kliniken beendet.

Vivantes-Sprecherin Mischa Moriceau betonte, dass es sich um eine vorübergehende Schließung handele. Es sei geplant, die Abklärungsstellen im Rahmen der Berliner Teststrategie in Kürze wiederzueröffnen. Welche Personengruppen hier künftig getestet werden sollen, werde derzeit abgestimmt. Mittlerweile sei die ambulante Versorgung in Berlin sehr gut gerüstet, um bei Bedarf selbst testen zu können, konstatierte die KV.

„Wer den Verdacht hat, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, kann bereits seit geraumer Zeit einen Abstrich in den meisten der Berliner Hausarztpraxen vornehmen lassen“, erklärte Ruppert. In der Stadt gibt es darüber hinaus weitere Untersuchungsstellen. (dpa)

In Brandenburg ist wieder Fußball möglich - in Berlin nicht

In Brandenburg darf wieder Fußball gespielt werden. „Mannschafts- und andere Kontaktsportarten unter freiem Himmel sind nun auch für Erwachsene ohne Abstand möglich“, erklärte das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport auf eine Anfrage des Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB). Zuvor war schon der Jugendfußball freigegeben worden.

Damit sind nach der Corona-Pause Training und Wettkampf, also auch Freundschaftsspiele und Turniere, ab sofort in allen Ligen und im Freizeitbereich wieder möglich. In Duschen, Waschräumen und Umkleideräumen sei jedoch strikt das Abstandsgebot einzuhalten, heißt es auf der Facebook-Seite des FLB. Auch auf der Trainerbank und außerhalb des Spielfeldes muss Abstand gehalten werden. Nur die reine Sportausübung ist vom Abstandsgebot befreit.

Dagegen wartet der Amateur- und Jugendfußball in Berlin weiter auf den Re-Start. Auch in der neuen Infektionsschutzverordnung des Berliner Senats wird weiterhin ausnahmslos nur kontaktloser Sport erlaubt. „Die BFV-Geschäftsführung befindet sich in intensiven Gesprächen mit den höchsten Stellen der Berliner Landespolitik“, teilte der Berliner Fußball-Verband (BFV) mit, „um eine möglichst zeitnahe Wiederaufnahme des regulären Trainings- und auch Wettkampfbetriebs umsetzen zu können“. (dpa)

Deutschland hebt Einreisebeschränkungen für elf Nicht-EU-Staaten auf

Deutschland gewährt Menschen aus elf Staaten außerhalb der Europäischen Union wieder die unbeschränkte Einreise. Das gilt nach einem Kabinettsbeschluss vom Mittwoch für Reisende aus Australien, Georgien, Kanada, Montenegro, Neuseeland, Thailand, Tunesien und Uruguay. Für Japan, Südkorea und China gelten die Lockerungen der Mitte März in der Corona-Krise verhängten Beschränkungen unter Vorbehalt, wenn diese Länder auch Menschen aus Deutschland wieder die Einreise erlauben. Die Erleichterungen treten am Donnerstag in Kraft, wie das Bundesinnenministerium mitteilte.

Damit orientiert sich die Bundesregierung weitgehend an einem Beschluss der EU-Staaten vom Vortag. Demnach solle Menschen aus 14 Ländern wieder einreisen dürfen. Die Liste soll alle zwei Wochen überarbeitet werden.

Hinzu kommen erweiterte Einreisemöglichkeiten für Menschen aus allen Staaten außerhalb der Europäischen Union, die einen wichtigen Reisegrund haben. Das können Deutsche oder Menschen mit Aufenthaltsrecht hierzulande sein, Saisonarbeiter in der Landwirtschaft, Seeleute oder Passagiere im Transitverkehr.

Für Reisende aus Risikogebieten gilt weiterhin eine 14-tägige Quarantänepflicht, falls sie kein negatives Testergebnis für das Coronavirus vorweisen können. (dpa)

Acht neue Corona-Fälle in Brandenburg

Die Zahl der bestätigten neuen Fälle von Corona-Infektionen in Brandenburg ist leicht gestiegen. Von Dienstag zu Mittwoch wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums (Stand 8.00 Uhr) acht neue Infektionen gemeldet. Von Montag zu Dienstag waren es drei nachgewiesene Neuinfektionen. Damit sind insgesamt 3459 bestätigte Covid-19-Fälle im Land registriert.

Aktuell werden zwölf Menschen im Krankenhaus behandelt, davon drei intensivmedizinisch beatmet. 3170 Menschen gelten als genesen, das sind zehn mehr im Vergleich zum Vortag. Die Zahl der Erkrankten liegt bei etwa 120. Seit März starben in Brandenburg 171 Patienten im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Von den neuen Corona-Infektionen kam ein neuer Fall in der Landeshauptstadt Potsdam hinzu, die jetzt insgesamt 648 bestätigte Infektionen zählt und damit weiter ein «Hotspot» ist. Der Landkreis Potsdam Mittelmark meldete vier neue Infektionen und kommt nun auf insgesamt nachgewiesene 581 Fälle. Jeweils ein Fall wurde aus den Kreisen Havelland, Oberspreewald-Lausitz und Märkisch-Oderland bekannt. (dpa)

+++ 30. Juni +++

Berlin bewilligt 77 Anträge von Kulturbetrieben auf Soforthilfen

Zum Ausgleich wirtschaftlicher Folgen der Corona-Pandemie hat Berlin 77 Anträge von Kulturbetrieben berücksichtigt. Von den insgesamt 182 Anträge für die sogenannte Soforthilfe IV entsprachen 102 den formalen Kriterien, wie die Kulturverwaltung am Dienstag mitteilte.

Das Gesamtvolumen liegt bei 8,5 Millionen Euro. Etwa vier Millionen Euro werden für 39 Anträge von Theatern, Schauspielhäusern, Konzerthallen und -veranstaltern ausgeschüttet. Von Varietés und Kleinkunstbühnen kamen fünf Anträge, die zusammen 516.000 Euro erhalten, vier Anträge von Kinos werden mit 575.000 Euro bedacht. Unter den bewilligten Anträgen sind nach den Angaben auch etwa 35 Clubs, zwei Festivals, Bibliotheken, Orchester, Chöre, Theaterensembles und Museen.

Der Senat hat beschlossen, Soforthilfen in der Corona-Krise fortzusetzen. Die Neuauflage der Soforthilfe IV ist als Hilfe für Kultur- und Medienunternehmen gedacht, «im Falle ausbleibender Bundesprogramme auch für solche mit weniger als zehn Beschäftigten». Dafür stehen 30 Millionen Euro von September bis November bereit. Auch darüber hinaus soll das Programm bei Bedarf weiter bestehen. (dpa)

Berliner Senat prüft Aufhebung des Prostitutionsverbotes

Friseure, Tätowierer oder Fitnessstudios dürfen trotz Corona unter strengen Auflagen wieder geöffnet haben, sexuelle Dienstleistungen sind bislang strikt untersagt. Die Senatsgesundheitsverwaltung hält jetzt eine „stufenweise Aufhebung des aktuellen Tätigkeitsverbotes ist im Sinne des Infektionsschutzes für denkbar“. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der beiden Linke-Abgeordneten Ines Schmidt und Philipp Bertram hervor.

Der Senat prüfe demnach aktuell „mögliche Hygienekonzepte im Sinne des Infektionsschutzes zur Vermeidung von Covid-19 Erkrankungen“. Die Grundlage dafür sei „die Entwicklung eines praxisorientierten Maßnahmenplans für sexuelle Dienstleistungen“, der „auch die Aufhebung der Schließungen von Prostitutionsgewerben mit umfassen könnte“.

Eine stufenweise Aufhebung des aktuellen Tätigkeitsverbotes ist laut Senatsgesundheitsverwaltung „im Sinne des Infektionsschutzes denkbar“. So könnten in „einem ersten Schritt zum Beispiel ausschließlich (erotische) Massagen angeboten werden“.

Müller stellt in Berlin Corona-Tests für alle in Aussicht

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat kostenfreie Corona-Tests für alle in Aussicht gestellt - zumindest mittelfristig. „Es geht. Und ich glaube, wir werden auch sehr bald diesen bayerischen Weg einschlagen“, sagte der SPD-Politiker am Montagabend in einem ntv-Interview. Er verwies auf das schrittweise Vorgehen des Senats, zunächst würden die begonnenen Tests für Beschäftigte an Kitas und Schulen in den Sommermonaten ausgeweitet.

„Und es werden dann auch andere Bereiche kommen“, so Müller. „Wenn ein Bundesland anfängt und andere Bundesländer so wie wir eine Teststrategie haben, dann wird das eine Welle. Und die Tests werden günstiger, sie werden einfacher, es wird dann sowieso für viele Menschen ganz unproblematisch sein, sich testen lassen zu können.“

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hatte am Sonntag angekündigt, dass sich im Freistaat bald jeder - auch ohne Symptome - auf das neuartige Coronavirus werde testen lassen können. Die Kosten will das Land übernehmen, sofern die Kassen nicht einspringen.

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses zunächst deutlich gemacht, dass sie vorerst keine kostenfreien Tests für alle in der Hauptstadt sieht. „Wir wollen in Berlin mehr testen“, sagte sie. „Aber wir wollen schon auch gezielter testen.“ (dpa)

Nach Corona-Pause: Flixtrain fährt Strecke Köln - Berlin bald wieder

Nach vier Monaten Stillstand nimmt die Flixbus-Schwester Flixtrain am 23. Juli ihren Betrieb wieder auf. Vorerst seien allerdings nur wöchentlich zehn Fahrten zwischen Köln und Berlin geplant, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Jeder Fahrgast bekomme einen garantierten Sitzplatz. In den Zügen herrsche Maskenpflicht. Die Wagen seien in der Pause renoviert und von Abteil- zu Großraumwagen umgebaut worden. (dpa)

Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 194.259 angegeben - ein Plus von 498 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 195.042 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8973 Todesfälle und damit zwölf mehr als am Vortag. Die JHU zählte 8976 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 179.100. (AFP)

+++ 29. Juni +++

Einschränkungen im Kreis Gütersloh um eine Woche verlängert

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies bleibt das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh für eine weitere Woche eingeschränkt. Für den Nachbarkreis Warendorf dagegen laufen Einschränkungen um 0 Uhr in der Nacht zu Mittwoch aus, wie der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Montag in Düsseldorf sagte. (dpa)

Sechs Berliner Hallenbäder öffnen für Schwimmkurse und Vereinssport

Sechs Berliner Hallenbäder haben am Montag wieder für Schwimmkurse und einzelne Vereine geöffnet. Wegen einer Ausnahmegenehmigung dürfen nun etwa Drittklässler in Kursen ihr Seepferdchen oder das Bronze-Schwimmabzeichen nachholen, teilten die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) am Montag mit. 4800 Kinder können mitmachen und sich online bei der Sportjugend im Landessportbund Berlin anmelden, hieß es. Für manche Schwimmhallen gab es da am Montagmittag schon Wartelisten.

In den Hallen sollen auch Mitglieder von Polizei, Feuerwehr und Vereinen dringend benötigte Ausbildungen zu Rettungsschwimmern abschließen können, erklärten die BBB. In den dann noch freien Zeiten kommen Schwimmvereine zum Zug. Sie müssen Bedarf anmelden und einen Plan vorlegen, wie sie die Hygiene- und Abstandsregeln beim Training einhalten wollen.

In den 22 Freibädern, die BBB und Partner den Angaben zufolge bereits öffnen durften, können die Vereine dagegen weiter nicht trainieren. (dpa)

Gesundheitssenatorin: Mehr jüngere Menschen infizieren sich mit Corona

Unter den Corona-Neuinfizierten in Berlin steigt der Anteil jüngerer Menschen. Das gab Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses bekannt. „Bei den Neuinfizierten beobachten wir, dass im Durchschnitt weniger Ältere betroffen sind, stärker im Bereich Altersgruppe Kinder und deren Eltern, aber auch Jugendliche“, sagte die SPD-Politikerin. Der Altersdurchschnitt der Neuinfizierten liegt nach ihren Angaben aktuell bei etwa 40 Jahren, dieser Wert sinke bereits seit einiger Zeit. Im Bundesdurschnitt sind Menschen, die sich mit dem Coronavirus anstecken, laut Kalayci 49 Jahre alt.

Kalayci machte deutlich, dass sich die Corona-Lage in Berlin nach einem starken Anstieg der Neuinfektionen in zwei Häuserkomplexen in Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg inzwischen wieder etwas positiver darstelle. Zuletzt sei die Zahl neuer Infektionen wieder moderat zurückgegangen. Die beiden größeren Corona-Ausbrüche in „Problemimmobilien“ mit einer Bewohnerschaft in beengten Wohn- und schwierigen sozialen Verhältnissen seien „eingrenzbar und lokalisierbar“ gewesen: „Wir sehen keine Streuung bei diesen Ereignissen.“ In Friedrichshain-Kreuzberg lag der Altersdurchschnitt der 54 positiv getesteten Hausbewohner laut Kalayci bei 19,5 Jahren.

Am Sonntag war die Zahl bestätigter Corona-Infektionen in Berlin gegenüber dem Vortag um acht auf 8175 gestiegen. 7217 Menschen sind laut Gesundheitsverwaltung genesen und 745 aktuell krank. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus starben bisher 213 Menschen. (dpa)

Keine neuen Corona-Infektionen in Brandenburg

In Brandenburg sind vorerst keine neuen bestätigten Corona-Infektionen hinzugekommen. Von Sonntag bis Montag sei der Stand von bisher 3451 Menschen, die seit März mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert wurden, gleich geblieben, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Potsdam mit. Derzeit sind rund 130 Menschen an Covid-19 erkrankt, davon werden neun Patienten im Krankenhaus behandelt. Etwa 3150 Menschen gelten als genesen. Von Samstag auf Sonntag waren drei bestätigte Neuinfektionen in Brandenburg hinzugekommen. Ein neuer Todesfall kam nicht hinzu, seit März kamen 171 Corona-Patienten ums Leben. (dpa)

Minister kritisiert Bayerns Pläne zu Corona-Tests für alle

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat das geplante Angebot von Corona-Tests für jedermann in Bayern kritisiert. „Einfach nur viel testen klingt gut, ist aber ohne systematisches Vorgehen nicht zielführend“, schrieb er am Montag bei Twitter. „Denn es wiegt in falscher Sicherheit, erhöht das Risiko falsch-positiver Ergebnisse und belastet die vorhandene Testkapazität.“

Bayern hatte angekündigt, als erstes Bundesland Corona-Tests für alle zu ermöglichen - auf Wunsch auch für Menschen ohne Symptome und ohne besonders hohes Infektionsrisiko. Dafür übernimmt das Land Kosten, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden.

Spahn betonte: „Testen, testen, testen - aber gezielt.“ Das entspreche der mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) entwickelten nationalen Teststrategie. „Dies beinhaltet umfassendes präventives Testen im Gesundheitswesen und bei lokalen Ausbrüchen wie in Gütersloh.“ Auch wie in Nordrhein-Westfalen in Schlachthöfen zweimal die Woche zu testen, habe Sinn. (dpa)

+++ 27. Juni +++

Corona-Reproduktionszahl in Berlin weiter niedrig, nur acht neue Fälle

Das Coronavirus-Infektionsgeschehen in der Hauptstadt hat sich nach den jüngsten Zahlen der Gesundheitsverwaltung des Senats weiter verlangsamt. Demnach wurden am Sonntag gerade einmal acht neue Corona-Fälle gemeldet - insgesamt sind damit 8175 Corona-Infektionen offiziell: 7217 Patienten sind davon genesen, 958 Menschen sind demnach aktuell in Berlin an Covid-19 erkrankt. In Krankenhäusern isoliert werden 121 Personen, von denen 30 intensivmedizinisch behandelt werden. Die Zahl der bislang 213 an oder mit Covid-19 Verstorbenen hat sich nicht erhöht. Die Reproduktionszahl "R" hat sich nur minimal auf 0,57 erhöht, während der 7-Tages-"R"-Wert auf 0,73 zurückgegangen ist. Das bedeutet, dass sich Corona in Berlin weiter auf dem Rückzug befindet. Alle drei Corona-Warnampeln stehen auf Grün: Neben dem "R"-Wert bleibt die Inzidenz an Neuinfektionen mit 13,55 Fällen je 100.000 unter der Warnschwelle. Auch die Auslastung der Intensivstationen mit Covid-19-Patienten bleibt in Berlin gering. (BK) 

Pelosi fordert landesweite Masken-Pflicht für die USA

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie in den USA sollte das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit nach Ansicht der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, landesweit zur Pflicht werden. Dies sei «längst überfällig» sagte die Demokratin am Sonntag dem Sender ABC. Die Regierung müsse die Bedrohung durch die Pandemie endlich ernst nehmen, forderte sie. Während Präsident Donald Trump von Fortschritten im Kampf gegen das Coronavirus spreche, stünden die USA in Bezug auf Infektionen und Todesfälle in Wahrheit so schlecht da wie kein anderes Land, sagte Pelosi.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt den Menschen in Amerika, in der Öffentlichkeit Masken zu tragen, wann immer es nicht möglich ist, genügend Sicherheitsabstand zu anderen Menschen einzuhalten. Einzelne Bundesstaaten und Städte haben das Tragen von Masken, die Mund und Nase bedecken, inzwischen schon zur Pflicht erklärt, um der Pandemie Einhalt zu gebieten. Trump macht jedoch kein Geheimnis daraus, dass ihm das Tragen von Masken nicht liegt. (dpa)

Nobelpreisträger Yunus startet Aufruf für freien Corona-Impfstoff

Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus und mehr als 100 weitere namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Kunst setzen sich für die kostenlose Verteilung von Impfstoffen gegen das Corona-Virus weltweit und für alle Menschen ein. In einem am Sonntag gestarteten Aufruf werben sie dafür, dass Impfstoffe gegen das Sars-CoV-2-Virus als «globales, öffentliches Gut» (Global Common Good) angesehen und damit allen zur Verfügung stehen werden. Sie appellieren zugleich an die kollektive Verantwortung für alle schutzbedürftigen Menschen ohne jegliche Diskriminierung.

In dem Aufruf heißt es unter anderem, die Effizienz künftiger Impfkampagnen werde von der weltweiten Verfügbarkeit des Impfstoffes abhängen. Doch die Pandemie zeige die Stärken und Schwächen jedes einzelnen Landes sowie die Schwierigkeiten, Zugang zum Gesundheitssystem zu haben. Die Unterzeichner rufen Regierungen, UN-Chef António Guterres, die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie Stiftungen, Forschungslabore und andere Einrichtungen dazu auf, sich dieser Sichtweise anzuschließen. Jeder sei eingeladen, sich dem Aufruf auf der Webseite Vaccinecommongood.org anzuschließen. (dpa)

Polizei ahndet Corona-Verstöße und löst Partys auf

Vielfach sind am Wochenende in Düsseldorf, Köln und Bonn Partys und Zusammenkünfte eskaliert. Feiernde gerieten in den nordrhein-westfälischen Großstädten, aber etwa in München mit Polizei und Ordnungsdiensten aneinander. Dabei kam es zu Schlägereien von Gruppen untereinander sowie immer wieder zu Gewalt und Aggression gegenüber den Beamten, hieß es von der Polizei in NRW. Die Beteiligten seien zumeist stark alkoholisiert gewesen, hätten die Corona-Abstandsregeln missachtet, Polizisten beleidigt und sich respektlos gezeigt.

In München hätten viele Menschen ungeachtet der Corona-Pandemie gemeinsam gefeiert, hieß es von der Polizei in Bayern. In der Nacht von Freitag auf Samstag hätten sich in Spitzenzeiten bis zu 10.000 Menschen an der Isar aufgehalten, von Samstag auf Sonntag seien es rund 5000 gewesen. Laut Polizeiangaben blieb dabei alles friedlich. (dpa)

Erstmals keine neuen Corona-Toten in Madrid

Im spanischen Corona-Hotspot Madrid hat es erstmals seit dem Ausbruch der Pandemie binnen eines Tages keinen einzigen neuen Todesfall gegeben. «Großartige Nachricht: Gestern war der erste Tag, an dem Madrid keine Toten wegen Covid-19 registriert hat», schrieb Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso am Sonntag auf Twitter. Gemeinsam könne man es schaffen, «dass sich dieser Albtraum nicht wiederholt», so die konservative Politikerin.

Madrid, eine der 17 sogenannten Autonomen Gemeinschaften Spaniens, ist mit bisher mehr als 8400 Toten und knapp 72.000 nachgewiesenen Infektionen die von Corona am schwersten getroffene Region des Landes. Dahinter folgt Katalonien mit mehr als 5600 Todesfällen und über 61.000 Infektionen. In ganz Spanien waren bis Sonntag 28 314 Menschen gestorben, die positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet wurden. Die Zahl der registrierten Infektionen lag bei über 248.000. (dpa)

CDU-Gesundheitsexpertin gegen Corona-Massentests

Die CDU-Gesundheitsexpertin Karin Maag begegnet den in Bayern geplanten Corona-Tests für jeden mit Skepsis. Sie sieht darin Massentests quer durch die Bevölkerung und bezweifelt die Sinnhaftigkeit. «Wenn ich ganz frisch infiziert bin, schlägt der Test noch nicht an. Unmittelbar nach dem Test weiß ich, ob ich positiv beziehungsweise negativ getestet wurde, ich kann mich aber in den nächsten Tagen neu anstecken», sagte Maag der «Augsburger Allgemeinen» (Montagsausgabe). Aus ihrer Sicht sei es darum sinnvoll, weiter gezielt zu testen, «wo Menschen leben oder arbeiten, die besonders geschützt werden müssen».

Der bayerischen Staatsregierung warf sie Vorpreschen vor: «Es wäre schön, wenn sich alle, die sich auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt haben, auch daran hielten», sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag der Zeitung. (dpa)

«Fit wie ein Metzgershund»: Johnson macht Liegestütze bei Interview

Der britische Premierminister Boris Johnson hat mit einer ungewöhnlichen Aktion seine Fitness nach der überstandenen Coronavirus-Infektion unter Beweis gestellt. In einem aktuellen Interview mit der «Mail on Sunday» ging der Regierungschef auf die Knie und machte Liegestütze, wie die Zeitung am Sonntag berichtete. Ein Bild zeigte Johnson bei der Leibesübung zwischen Bürostuhl und Union-Jack-Fahne in seinem Büro in der Londoner Downing Street, die Krawatte schleifte dabei am Teppichboden.

Mit der Fitness-Demonstration wollte der britische Premier Gerüchten begegnen, seine Gesundheit sei seit seinem Krankenhausaufenthalt im April angeschlagen. Johnson musste wegen seiner Covid-19-Erkrankung damals sogar auf der Intensivstation behandelt werden. Er fühle sich inzwischen «fit wie ein Metzgershund», sagte der Premier der «Mail» zufolge. (dpa)

Halbe Million Chinesen müssen wegen Coronavirus-Ausbruchs in Lockdown

Runde eine halbe Million Chinesen, die in der Nähe von Peking leben, müssen wegen eines neuen Coronavirus-Ausbruchs in den Lockdown. Das teilten die chinesischen Behörden mit, nachdem am Sonntag die Zahl der Neuinfektionen in der Hauptstadt erneut gestiegen war. In den vergangenen 24 Stunden seien 14 neue Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Die Behörden versicherten aber, die Lage werde sich "verbessern".

Betroffen von dem Lockdown sind Chinesen im Kreis Anxin, der 150 Kilometer von Peking entfernt liegt. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde wird der Ort "vollständig abgeriegelt und kontrolliert". Die Bewohner müssten zu Hause bleiben. Nur ein Vertreter pro Familie dürfe rausgehen, um Einkäufe zu erledigen und Medizin zu besorgen, hieß es. (AFP)

Zahl der weltweiten Corona-Infektionen überschreitet Zehn-Millionen-Marke

Die Zahl der weltweit registrierten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus hat die Marke von zehn Millionen überschritten. Wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP vom Sonntag ergab, wurden rund um den Globus inzwischen 10.003.942 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen. Die Zahl der Todesfälle lag bei knapp 499.000.

Der am stärksten von der Pandemie betroffene Kontinent ist nach wie vor Europa: Dort wurden inzwischen mehr als 2,6 Millionen Infektionen und fast 196.000 Todesfälle registriert. Die Statistik der am schwersten betroffenen Länder wird weiterhin von den USA angeführt, wo mehr als 2,5 Millionen Menschen positiv auf das Virus getestet wurden und 125.539 starben. (AFP)

256 Corona-Neuinfektionen in Deutschland - Hotspot Gütersloh

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut bis Sonntagfrüh 256 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Die Zahl liegt deutlich unter dem Wert 687 vom Vortag, allerdings werden am Wochenende tendenziell weniger Infektionen gemeldet. Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise 193 499 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Sonntagmorgen mitteilte (Datenstand 28.06., 0.00 Uhr). 8957 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 200 mehr als noch einen Tag zuvor.

Besonders stark betroffen ist der Kreis Gütersloh, wo die Kennziffer der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage trotz Abwärtstendenz weiter deutlich über der entscheidenden Marke von 50 liegt. Laut RKI gab es im Kreis Gütersloh 132,9 solche Fälle - nach 164,2 am Samstag und 177,7 am Freitag. Am Dienstag hatte der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2 betragen. Wie der Kreis am Samstagabend mitteilte, wurden dort in den vergangenen sieben Tagen bis Freitag 75 Menschen positiv auf das Virus getestet, die keinen Bezug zum Unternehmen Tönnies haben. Grund für den Anstieg sei wohl vor allem die Ausweitung der Tests. (dpa)

Facebook-Seite von Kretschmann nach Angriffen geschlossen

Nach zahlreichen Drohungen und Beleidigungen auf der Facebook-Seite von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist die Seite vorübergehend vom Netz genommen worden. Die Seite sei nach Veröffentlichung des jüngsten Podcasts des Grünen-Politikers am Freitagabend ununterbrochen von sogenannten «Corona-Rebellen und Verschwörungsideologen» angegriffen worden, teilte die Pressestelle des Staatsministeriums am Samstagabend mit. Die Seite ließ sich auch am Sonntag nicht aufrufen. Ein Sprecher sagte, möglicherweise werde sie am Montag wieder online gestellt. (dpa)

Spahn: Corona-Test darf nicht in falscher Sicherheit wiegen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist für die Ausweitung von Corona-Tests in Deutschland, warnt aber vor einer Überbewertung der Ergebnisse. «Umfangreiches Testen ist sinnvoll, insbesondere um regionale Ausbrüche schnell einzudämmen. Dazu haben wir das Testkonzept des Bundes bereits vor Wochen angepasst», sagte Spahn am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zusätzliche Testangebote durch die Länder könnten das ergänzen. «Allerdings ist ein Test immer nur eine Momentaufnahme. Er darf nicht in falscher Sicherheit wiegen.»

Bayern hatte zuvor angekündigt, dass sich dort künftig jeder auf das Corona-Virus testen lassen kann, unabhängig davon, ob er Symptome hat oder einem besonderen Risiko ausgesetzt ist. Die Kosten will das Land übernehmen, sofern kein Anspruch auf Erstattung etwa durch die Krankenkasse besteht. Spahn hatte bereits vor knapp drei Wochen eine Verordnung verkündet, die eine Reihe zusätzlicher Testmöglichkeiten auf Kassenkosten festlegt, besonders in sensiblen Bereichen wie Kliniken, Pflegeheimen, Schulen und Kitas. (dpa)

In Bayern kann sich jeder Bürger auch ohne Symptome auf Corona testen lassen

In Bayern soll sich jeder Bürger unabhängig von Symptomen auf das Coronavirus testen lassen können. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) kündigte am Sonntag in München an, den Bürgern "zeitnah" anzubieten, "sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen". Menschen mit einem Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung sollten aber wie bisher prioritär getestet werden. (AFP)

Irans Präsident kündigt teilweise geltende Maskenpflicht an

Angesichts steigender Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus führt nun auch der Iran eine Maskenpflicht ein. Präsident Hassan Ruhani sagte am Sonntag in einem im Fernsehen übertragenen Treffen mit Gesundheitsexperten, von kommender Woche an gelte in "überdachten Räumen mit Menschenansammlungen" eine Mundschutzpflicht. Die Maßnahme gelte zunächst bis zum 22. Juli und könne gegebenenfalls verlängert werden. (AFP)

Corona-Patientin im Koma bringt Kind zur Welt

In Kolumbien hat eine am Coronavirus erkrankte Koma-Patientin einen Jungen geboren. Die Ärzte im Versalles-Krankenhaus in der Stadt Cali nahmen einen Kaiserschnitt bei der 36-jährigen Diana Angola vor, um den kleinen Jefferson zur Welt zu bringen, wie die Internistin Paula Velásquez der Nachrichtenagentur AFP sagte. Inzwischen ist Angola wieder gesund - und hofft, das Krankenhaus gemeinsam mit ihrem Sohn bald verlassen zu können.

Jefferson sei 14 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt gekommen und habe kurz nach der Geburt wiederbelebt werden müssen, sagte der an der komplizierten Geburt beteiligte Kinderarzt Edwin Olivo. Obwohl der Junge noch im Inkubator sei, entwickle er sich gut. Das Neugeborene gewinne zunehmend an Gewicht und atme leichter. Ein Coronavirus-Test sei negativ ausgefallen. (AFP)

Woidke: Neuer Lockdown in Corona-Krise wäre schlimm für Brandenburg

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat vor der Gefahr eines erneuten Herunterfahrens des öffentlichen Lebens in der Corona-Krise gewarnt. «Das wäre für Brandenburg, für die Brandenburger Wirtschaft das Schlimmste was passieren kann», sagte Woidke in der rbb-Sendung «Brandenburg aktuell», die Sonntagabend (19.30 Uhr) ausgestrahlt wird. Die Bürger rief er auf, die Maskenpflicht weiter ernst zu nehmen. Auch für ihn sei die Maske «nervig», erklärte Woidke. Er glaube aber, «dass diese kleine Unbequemlichkeit viel Schaden vermeiden kann». (dpa)

Virologe Streeck fordert Corona-Eingreiftruppe und warnt vor künftigen Pandemien

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat zur Bekämpfung des Coronavirus und anderer Infektionskrankheiten eine internationale Eingreiftruppe und einen entsprechenden nationalen Verband auf Bundesebene gefordert. Der Verlauf der Corona-Pandemie habe klar gemacht, "dass man das Robert-Koch-Institut und die Weltgesundheitsorganisation WHO stärken muss", sagte Streeck der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS).

Es müsse "ein Emergency Response Team der WHO geben" - eine Einheit, "die weltweit Infektionen eindämmen kann", forderte Streeck. So etwas würde er sich auch für Deutschland wünschen: "Eine Eingreiftruppe für Infektionskrankheiten. Einen Verband, der national agiert, nicht ausschließlich auf der Ebene der Länder." Streeck fügte hinzu, es sei sinnvoll, "dies beim Robert-Koch-Institut anzudocken, eigenes Eingreifpersonal zu haben" und auf das Technischen Hilfswerk (THW) zurückgreifen zu können. (AFP)

Corona-Fälle in Tokio steigen erneut - Höchststand seit Notstandsende

Japans Hauptstadt Tokio hat am Sonntag die höchste Zahl an Corona-Neuinfektionen seit der Aufhebung des nationalen Notstands Ende Mai registriert. Demnach wurden dort 60 Menschen binnen eines Tages positiv auf das Coronavirus getestet, wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete. Am Vortag waren es 57 Fälle gewesen. Seit einiger Zeit meldet Tokio täglich mehrere Dutzend Neuinfektionen. Als Schwerpunkte wurden unter anderem Tokios nächtliche Amüsierviertel ausgemacht. Landesweit stieg die Zahl am vergangenen Freitag erstmals seit Anfang Mai auf mehr als 100 Fälle. (dpa)

Mehr als 2,5 Millionen Corona-Infektionsfälle in den USA

In den USA hat die Zahl der registrierten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus die Schwelle von 2,5 Millionen überschritten. Am Samstagnachmittag (Ortszeit, 22.30 Uhr MESZ) lag die Zahl bei 2.500.419 Infektionsfällen, wie aus der Zählung der Johns Hopkins University in der US-Stadt Baltimore hervorging. Mehr als 125.000 Menschen starben in den Vereinigten Staaten an Covid-19, das ist fast ein Viertel der weltweit mehr als 495.000.

Einen Tageshöchstwert an Neuinfektionen verzeichnete der US-Bundesstaat Florida. Dort wurden binnen 24 Stunden 9585 neue Infektionsfälle gezählt, wie die örtlichen Gesundheitsbehörden mitteilten. Eine Reihe von Bundesstaaten verzeichnet derzeit die höchsten Ansteckungsraten seit Beginn der Corona-Krise. Besonders betroffen sind Staaten im Süden des Landes wie Florida, Texas und Arizona, aber auch im Westen wie Kalifornien. (AFP)

+++ 27. Juni +++

Corona-Ampeln in Berlin weiter auf Grün, nur 23 neue Fälle

Die Corona-Situation in der Hauptstadt entspannt sich weiter: Die Gesundheitsverwaltung des Senats meldet am Sonnabend gerade einmal 23 Neuinfektionen. Damit sind in Berlin insgesamt 8167 Fälle offiziell, einschließlich aller geheilten Patienten. In Berliner Krankenhäusern werden derzeit 121 Covid-19-Patienten behandelt, davon 31 auf Intensivstationen. Neue Todesfälle wurden nicht gemeldet.

Dementsprechend ist die Lage auf den Intensivstationen entspannt. Derzeit kommen auf 100.000 Berliner 13,58 Neuinfektionen pro Woche. Die Reproduktionszahl "R" bleibt mit 0,54 auf einem niedrigen Niveau: Dies bedeutet, dass derzeit zwei Erkrankte einen Menschen mit dem Coronavirus infizieren. Auch bei längerfristiger Betrachtung über einen Zeitraum von 7 Tagen liegt der Wert mit 0,86 deutlich unter 1. Mit anderen Worten: Trotz der Ausbrüche in mehreren Bezirken ist Corona in der Hauptstadt derzeit auf dem Rückzug. (BK)

Corona-Konferenz macht Hilfszusagen in Höhe von 6,15 Milliarden Euro

Beim internationalen Spendenmarathon für Impfstoffe und Behandlungen gegen die Lungenkrankheit Covid-19 sind neue Hilfszusagen in Höhe von 6,15 Milliarden Euro zusammengekommen. Das teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Samstagabend mit. (dpa)

Italiens Regierungschef will sich von Merkel keine Vorgaben machen lassen

Anlässlich eines Interviews von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der italienische Regierungschef Giuseppe Conte deutlich gemacht, dass er sich in der derzeitigen Wirtschaftskrise von Deutschland keine Vorgaben machen lassen will. "Ich bin derjenige, der die Bücher führt", sagte Conte am Samstag. Merkel hatte in der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe) gedrängt, dass Italien alle von der EU zur Verfügung gestellten Hilfsinstrumente nutzen möge, darunter auch den Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM.

An den Ansichten Merkels habe sich nichts geändert, sagte Conte auf einer Pressekonferenz. Die Bücher führten aber immer noch er und sein Wirtschaftsminister. Italien bereite einen Sanierungsplan vor, der im September vorgelegt werden soll, führte Conte weiter aus. (AFP)

Urlauber strömen an die Küsten: Erste Ostsee-Urlaubsorte überfüllt

Gut gefüllt: Der Strand von Zinnowitz auf Usedom am Sonnabend.
Foto: Stefan Sauer/dpa

Mit dem Beginn der Sommerferien in gleich sechs Bundesländern haben die Besucherströme an Deutschlands Küsten deutlich zugenommen. Der ein oder andere Badeort stieß bereits an seine Kapazitätsgrenzen. In anderen Region war der Andrang hingegen moderater. Und auch auf den Straßen blieben die ganz großen Staus bislang aus.

An der Ostsee - in den Urlaubsorten Scharbeutz und Haffkrug - waren am Samstagmittag die Grenzen für Parkplätze und für den Strand erreicht. Das teilte die Scharbeutzer Bürgermeisterin Bettina Schäfer in einem Facebook-Post mit. «Anreisende Gäste werden nur noch durch unsere Orte durchgeleitet.» Anwohner und der öffentliche Nahverkehr hätten freie Fahrt, auch Gäste zu Ferienwohnungen und Hotels. (dpa)

Volkswirte: Arbeitslosigkeit geht wegen Corona weiter nach oben

Volkswirte führender deutscher Finanzinstitute erwarten eine weiter steigende Arbeitslosigkeit in Deutschland im Zuge der Corona-Krise. «Die Zahl der Arbeitslosen dürfte in den nächsten Monaten weiter steigen, denn es wird weitere Entlassungen geben und die Unternehmen stellen weniger ein», sagte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatliche Förderbank KfW.

«Es kommt in den kommenden Monaten darauf an, dafür zu sorgen, dass sich die Arbeitslosigkeit nicht verfestigt und zu bleibenden Nachteilen führt», betonte sie. Dies gelte vor allem für junge Leute ohne Berufsabschluss. Die Ausbildung werde in der Corona-Krise wegen wirtschaftlicher Probleme, aber auch wegen praktischer Erfordernisse des Social Distancing zu einer Herausforderung. (dpa)

Bisher 9 Corona-Nachweise bei Tests in Bevölkerung im Kreis Gütersloh

Nach dem massiven Corona-Ausbruch im Tönnies-Werk Rheda-Wiedenbrück sind im Kreis Gütersloh bisher bei rund 4100 Tests in der Allgemeinbevölkerung 9 Infektionen nachgewiesen worden. Diese Zahlen nannte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) nach dem Besuch eines Testzentrums in Gütersloh am Samstag. Im Interview mit dem Nachrichtensender ntv sagte Laumann zu den 9 positiven Tests: «Das ist eine sehr niedrige Infektionsrate.» Gleichzeitig betonte er aber auch: «Ich will das jetzt überhaupt nicht bewerten.» Laumann geht in den kommenden Tagen von weiteren Tausenden Testergebnissen aus, aufgrund derer dann eine Entscheidung zu den Einschränkungen in der Region getroffen werden solle. (dpa)

Erste Urlauber aus Deutschland in Bulgarien eingetroffen

In Bulgarien haben die ersten deutschen Touristen seit Beginn der Corona-Krise ihren Sommerurlaub begonnen. Mit einem Charterflugzeug aus Frankfurt trafen am Samstag in der Schwarzmeer-Metropole Warna 120 Feriengäste ein. Auch aus Berlin und Hannover wurden bis zum Abend weitere Charterflüge erwartet. Die ersten Touristen aus Deutschland wählten die Badeorte Slatni Pjassazi (Goldstrand) und Albena für ihren Urlaub, wie das Staatsfernsehen in Sofia berichtete. (dpa)

Merkel warnt vor Corona-Leichtsinn - «Lage ist ernst»

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bürger angesichts der weiter bestehenden Gefahren durch das Coronavirus vor leichtsinnigem Verhalten gewarnt. «Die von dem Virus ausgehende Gefahr ist weiterhin ernst», sagte sie am Samstag in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Merkel wiederholte explizit ihren Appell vom Anfang der Krise Mitte März: «Nehmen Sie es ernst, denn es ist ernst.»

«Wir vergessen es leicht, weil Deutschland bislang einigermaßen gut durch die Krise gekommen ist, aber das heißt nicht, dass wir geschützt wären, dass die Gefahr gebannt wäre», betonte die Kanzlerin jetzt. «Dass dies nicht so ist, zeigen die sich aktuell rasant ausbreitenden regionalen Ausbrüche.»

Wenn es darum gehe, die Verbreitung des Virus einzudämmen, seien neben der Politik weiterhin alle Bürger gefragt. «Wir alle müssen es weiter als unsere gemeinschaftlich empfundene Verpflichtung verstehen, dass jeder und jede Einzelne unser aller Schicksal in der Hand haben, indem wir uns an die Regeln halten: Mindestabstand, Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Raum und Händewaschen.» (dpa)

Dehoga: Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Hotspots nötig

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg (Dehoga) hält das Beherbergungsverbot für Touristen aus Corona-Hotspots für notwendig. Er tue sich zwar mit der Entscheidung auch schwer, sagte Präsident Olaf Schöpe am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. «Ich denke aber, um Unheil von uns fernzuhalten, muss es diese Restriktionen geben.» Schöpe hofft, dass die Leute nicht zahlreich vor den Hotels und Pensionen stünden und dann wieder zurückgeschickt werden müssten. Informationen dazu hatte er zunächst nicht. Er gehe aber davon aus, dass die Menschen aus den betroffenen Landkreisen selbst die Information über die Beschränkungen hätten. (dpa)

Elf neue Corona-Infektionen in Brandenburg - kein neuer Todesfall

Die Zahl neuer Corona-Infektionen in Brandenburg bewegt sich im Vergleich zum Wochenbeginn weiter auf höherem Niveau. Von Freitag zu Samstag wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums (Stand: 10 Uhr) elf neue Fälle registriert. Von Donnerstag zu Freitag hatten die Behörden 15 Neuinfektionen gemeldet. Am Montag waren es innerhalb eines Tages dagegen nur drei bestätigte Fälle. Insgesamt liegt die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten bei 3448. Etwa 3140 Menschen gelten als genesen, das sind zehn mehr im Vergleich zum Vortag. Am Freitag war nach längerer Zeit ein neuer Todesfall hinzugekommen. Bislang starben 171 Corona-Patienten in Brandenburg. (dpa)

Türkei verhängt wegen Aufnahmeprüfungen landesweit Ausgehverbote

Die Türkei hat im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in allen 81 Provinzen wegen großangelegter Aufnahmeprüfungen für Universitäten Ausgangsbeschränkungen verhängt. Damit sollten am Samstag zu große Menschenmengen unter anderem in den öffentlichen Verkehrsmitteln verhindert werden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Maßnahme galt demnach zwischen 09.30 Uhr (Ortszeit/08.30 Uhr MESZ) und 15.00 Uhr (14.00 Uhr MESZ) und betraf alle Menschen mit Ausnahme der rund 2,4 Millionen Prüflinge und ihrer Familien.

Auch für Sonntag sollen zwischen 09.30 Uhr und 18.30 Uhr (Ortszeit) Ausgangsbeschränkungen gelten, wie das Innenministerium mitteilte. Bereits vergangene Woche hatte die Türkei einen ähnlichen zeitlich befristeten Lockdown verhängt, damals ging es um Aufnahmeprüfungen für 1,6 Millionen Schüler. (dpa)

Maas: Grenzschließungen in Europa nicht mehr ohne Abstimmung

Bundesaußenminister Heiko Maas schließt nicht aus, dass einzelne Grenzen in Europa bei einem drastischen Anstieg der Corona-Infektionen wieder geschlossen werden müssen. Er betont aber, dass dies nicht wieder ohne Abstimmung passieren dürfe. «Es ist nicht auszuschließen, dass man Grenzen wieder dicht machen muss, wenn das Infektionsgeschehen in einer bestimmten Region der EU deutlich höher ist als in einer anderen», sagte der SPD-Politiker in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Das müsse dann allerdings gesamteuropäisch koordiniert werden.

Zu Beginn der Corona-Pandemie hatten viele EU-Mitgliedstaaten - auch Deutschland - Grenzen im Alleingang geschlossen. Inzwischen sind fast alle Grenzen in der Europäischen Union und im grenzkontrollfreien Schengen-Raum wieder offen. Einzige Ausnahmen sind Norwegen und Finnland, die ihre Grenzen erst Mitte Juli wieder öffnen wollen. (dpa)

687 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 687 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 193 243 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Samstagmorgen meldete (Datenstand 27.06., 0.00 Uhr).

8954 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177 500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 26.6., 0.00 Uhr, bei 0,57 (Vortag: 0,59). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. (dpa)

Söder warnt vor früher zweiter Corona-Welle

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnt vor einer zweiten Corona-Welle. «Wir müssen wirklich aufpassen», sagte er in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft. «Wir dürfen nicht riskieren, dass wir sogar noch schneller als befürchtet, vor dem Herbst, eine zweite Welle bekommen, eine schleichende Welle, und überall regionale Lockdowns bekommen.» In der vergangenen Woche sei «unglaublich viel passiert», sagte er mit Blick auf Ausbrüche im Kreis Gütersloh, in Niedersachsen oder Berlin. Darum sei es unangebracht, darüber zu streiten, «ob diese Maßnahmen zuviel oder zu wenig sind» - sondern man müsse «handeln und entscheiden». (dpa)

Von der Leyen schließt Scheitern von Gipfel zu Aufbauplan nicht aus

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hält ein Scheitern des für Mitte Juli geplanten Sondergipfels zum Corona-Wiederaufbauplan für nicht ausgeschlossen. Ob eine Einigung im ersten Anlauf gelinge, müsse man sehen, sagte sie dem «Handelsblatt». Möglicherweise werde man einen zweiten Gipfel brauchen.

Bei einer Videokonferenz vor rund einer Woche hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und etliche ihrer Kollegen zahlreiche Kritikpunkte am Vorschlag der EU-Kommission für ein milliardenschweres Programm zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise geäußert. Länder wie die Niederlande wollen zum Beispiel nicht, dass EU-Hilfsgelder in Form von nicht zurückzahlbaren Zuschüssen vergeben werden. Deutschland kritisiert unter anderem die Kriterien für die Mittelvergabe.

Der aktuelle Vorschlag der EU-Kommission sieht konkret vor, 750 Milliarden Euro an den Finanzmärkten aufzunehmen und das Geld dann in ein Konjunktur- und Investitionsprogramm zu stecken. 500 Milliarden Euro könnten demnach als Zuschüsse an die EU-Staaten fließen, der Rest als Kredite. Die Schulden sollen bis 2058 gemeinsam aus dem EU-Haushalt abbezahlt werden. Verhandelt wird der Plan zusammen mit dem nächsten siebenjährigen EU-Finanzrahmen, für den die Kommission 1,1 Billionen Euro ansetzt. (dpa)

Angeblich Corona-frei - Turkmenistan verheimlicht Corona-Epidemie

In der Corona-Pandemie verheimlicht die zentralasiatische Republik Turkmenistan Menschenrechtlern und Diplomaten zufolge weiter die Ausbreitung des gefährlichen Virus. Die Regierung in dem autoritär geführten Staat an der Grenze zum Iran gefährde mit ihrem Schweigen Menschenleben, teilte die Organisation Human Rights Watch (HRW) am Samstag mit. Nach offiziellen Angaben gibt es in der Ex-Sowjetrepublik, die ähnlich abgeschottet ist wie Nordkorea, keinen einzigen Fall der Lungenkrankheit Covid-19. HRW listet aber zahlreiche Quellen auf, die das Gegenteil belegen, darunter auch mehrere Todesfälle von Ärzten.

Die deutsche Botschaft in der turkmenischen Hauptstadt Aschgabat (auch Aschchabat) hat ihren Betrieb wegen Covid-19 nach Darstellung ihrer Internetseite bereits seit April eingeschränkt. Die US-Botschaft dort berichtet auf ihrer Webseite über das Infektionsgeschehen. Das turkmenische Außenministerium wiederum warf den US-Diplomaten vor, Falschnachrichten zu verbreiten. Unabhängige Medien gibt es in dem Land am Kaspischen Meer nicht. (dpa)

Peru hebt Corona-Ausgangssperre teilweise auf - Argentinien verschärft Maßnahmen

Die Regierung in Peru hat die Aufhebung der strikten Ausgangssperre für den Großraum Lima und mehrere weitere Regionen des Landes am kommenden Dienstag angekündigt. Gemäß einem am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Dekret des Präsidenten sollen die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie jedoch in sieben der insgesamt 25 Provinzen in Kraft bleiben. Argentinien kündigte unterdessen eine drastische Verschärfung der Corona-Beschränkungen für die Hauptstadtregion Buenos Aires an.

Die landesweite Ausgangssperre in Peru gilt bereits seit mehr als hundert Tagen. Nach Regierungsangaben ist das neuartige Coronavirus in der Hauptstadtregion inzwischen auf dem Rückzug - obwohl dort 70 Prozent der mehr als 270.000 landesweit registrierten Infektionsfälle gezählt wurden. (AFP)

Britische Regierung will Quarantänepflicht für Reisende lockern

Die britische Regierung will Reisende aus einer Reihe von Ländern von der umstrittenen Pflicht zur 14-tägigen Isolation befreien. Das berichteten mehrere Medien am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach soll am Montag eine Liste von Staaten vorgelegt werden, die vom 6. Juli an von der Regelung ausgenommen sind. Dazu sollen unter anderem Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und auch Deutschland gehören, so die Berichte. Reisende aus Portugal, Schweden und den USA müssen sich demnach hingegen weiterhin nach Betreten des Landes für zwei Wochen isolieren.

Die Maßnahme war am 8. Juni in Kraft getreten und von verschiedenen Seiten heftig kritisiert worden. Mehrere Fluggesellschaften hatten Klage dagegen eingereicht. Auch in der konservativen Regierungspartei von Premierminister Boris Johnson rumorte es. Kein anderes Land in Europa hat so viele Todesfälle durch die Coronavirus-Pandemie verzeichnet wie Großbritannien. Dort starben bislang mehr als 43.500 Menschen, nachdem sie positiv auf das Virus getestet wurden.(dpa)

Krankenkasse: Wenigste Krankmeldungen in einem Mai seit zehn Jahren

Bei der Techniker Krankenkasse (TK) haben sich im Mai so wenige Arbeitnehmer krank gemeldet, wie in keinem Mai der vergangenen zehn Jahre. Demnach lag der Anteil krankgeschriebener Beschäftigter bei 3,35 Prozent, wie eine Auswertung der Kasse zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 2010 lag der Anteil im Monat Mai bei 3,39 Prozent. Der niedrigste Mai-Krankenstand seit Beginn der Auswertungen wurde nach Angaben der TK 2006 mit 2,92 Prozent gemessen.

Im März hatte der Krankenstand mit 6,88 Prozent noch den höchsten Wert seit 20 Jahren erreicht, eher er im April auf 3,99 Prozent gesunken war. Damals wurde der Anstieg auch mit präventiven Krankmeldungen aufgrund der Corona-Pandemie erklärt. TK-Chef Jens Baas führt den seit April währenden Rückgang unter anderem auf das Ende der Erkältungssaison zurück, die jedes Jahr für hohe Fehlzeiten verantwortlich sei. «Zum anderen kommen da aber sicher auch eine Reihe von Faktoren hinzu: allgemein verbesserte Hygienemaßnahmen, mehr Homeoffice, weniger Sport-, Schul- und Wegeunfälle, aber auch Faktoren wie eine unsicherere Arbeitsmarktsituation», wird Baas zitiert. (dpa)

+++ 26. Juni +++

Abstandhalten am vollen Strand - Gästeansturm an den Küsten

Der Timmendorfer Strand am Freitag
Carsten Rehder/dpa

Nach wochenlangem Corona-Lockdown endlich Urlaub und ab an die Küste: Mit dem Ferienbeginn in mehreren Bundesländern ist es an den deutschen Strandorten endgültig voll geworden. An den Stränden wimmelte es am Freitag von sonnenhungrigen Menschen, und wer etwa in den beliebten Orten an der Lübecker Bucht noch einen Strandkorb ergattern wollte, stand meist vor dem Schild: «Belegt».

In Hamburg, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben die Sommerferien bereits begonnen. In Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen geht es am Wochenende richtig los. Es wird die erste große Reisewelle des Sommers erwartet, der ADAC rechnet mit teils langen Staus auf den Autobahnen.

Der Kieler Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) machte sich am Freitag in Timmendorfer Strand ein Bild von der Lage. «Aus der Ferne betrachtet sieht der Strand schon sehr voll aus, aber wenn man näher ran geht, sieht man, dass die Menschen die nötigen Abstände mehrheitlich einhalten», bilanziert er. (dpa)

«Zweite Phase»: Senat beschließt umfangreiches Corona-Hilfsprogramm 

Berliner Unternehmen und Start-ups, aber auch Vereine und Kulturinstitutionen können mit weiteren Staatshilfen in der Corona-Krise rechnen. Der Senat beschloss am Freitag ein Programm, das insgesamt bis zu 1,8 Milliarden Euro umfasst. Darunter sind 1,3 Milliarden Euro vom Bund und 500 Millionen Euro vom Land.

Ein großer Teil entfällt auf die Wirtschaft, hier speziell auf Unternehmen mit mehr als zehn und bis zu 250 Beschäftigten. Sie sollen erstmals Zuschüsse erhalten können, die sie nicht zurückzahlen müssen. Das hatten Wirtschaftsverbände seit langem gefordert. Allerdings sollen diese Zuschüsse zumeist zielgerichtet ausgezahlt werden, wie Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) erläuterte. So stehen 90 Millionen Euro für Mietzuschüsse zur Verfügung: Den Betrieben werden ihre Gewerbemieten für April und Mai teilweise erstattet, pro Firma fließen bis zu 10.000 Euro. (dpa)

"R"-Zahl deutlich gesunken - Coronavirus in Berlin auf dem Rückzug

Ausbrüche in mehreren Berliner Bezirken haben in den vergangenen Tagen zu steigenden Neuinfektionen geführt. Dennoch stehen alle drei Corona-Warnampeln derzeit auf Grün. Bemerkenswert: Die Reproduktionszahl "R" ist deutlich gesunken und steht nur noch auf einem Wert von 0,48. Dies bedeutet, dass auf zwei Corona-Patienten weniger als eine neuinfizierte Person kommt. Das Coronavirus ist also nach den aktuellen Zahlen der Gesundheitsverwaltung des Senats auf dem Rückzug.

Da der "R"-Wert bei niedriger Neuinfektions-Inzidenz häufig schwankt, berechnet die Gesundheitsverwaltung auch einen sogenannten 7-Tages-"R"-Wert. Auch dieser liegt mit 0,93 unter 1: Selbst unter Einbeziehung der jüngsten Corona-Ausbrüche und gestiegenen Neuinfektionen der vergangenen Tage bleibt das Infektionsgeschehen in Berlin rückläufig.

Derzeit kommen auf 100.000 Berliner 13,58 Infizierte. Die Lage auf den Intensivstationen ist entspannt. 49 neue Corona-Fälle wurden am seit Donnerstag bekannt - damit sind einschließlich aller genesenen Patienten in der Hauptstadt 8144 Fälle offiziell. 128 Corona-Patienten werden derzeit in Berliner Krankenhäusern behandelt, davon 32 intensivmedizinisch. Ein neuer Corona-Todesfall wurde gemeldet, damit beläuft sich die Gesamtzahl der Corona-Toten in der Hauptstadt auf 213. (BK)

Rekord bei Corona-Neuinfektionen in USA - Pence sieht dennoch «bemerkenswerte Fortschritte».

Trotz Rekordzahlen bei Corona-Neuinfektionen in den USA sieht US-Vizepräsident Mike Pence deutliche Erfolge im Kampf gegen das Virus. «Wir haben wirklich bemerkenswerte Fortschritte gemacht», sagte Pence am Freitag in Washington beim ersten Briefing der Coronavirus-Taskforce des Weißen Hauses seit fast zwei Monaten. Zwar steige die Zahl der bestätigten Neuinfektionen besonders in südlichen Bundesstaaten. Die Zahl der Todesopfer sinke aber landesweit. Die Lage sei daher deutlich besser als vor zwei Monaten.

Mit fast 40 000 gemeldeten Fällen hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA am Donnerstag nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität einen neuen Höchststand erreicht. Pence - der der Coronavirus-Taskforce im Weißen Haus vorsteht - sagte: «Wir haben mehr als 126 000 unserer Landsleute an die Krankheit verloren.» Seit Beginn der Pandemie hätten sich mehr als 2,5 Millionen Menschen in den USA nachgewiesenermaßen mit Sars-CoV-2 infiziert - das ist mehr als in jedem anderen Land der Welt. (dpa)

Quarantäne für 1100 Schlachthof-Mitarbeiter und Kontakte in Oldenburg

Nach den Reihentests in einem Putenschlachthof in Wildeshausen im niedersächsischen Kreis Oldenburg ist für alle rund 1100 Mitarbeiter sowie deren Kontaktpersonen eine Quarantäne von zwei Wochen angeordnet worden. Das teilte der Landkreis am Freitag mit. «Die primäre Aufgabe ist es, die Bevölkerung vor weiteren Infektionen zu schützen», sagte Landrat Carsten Harings. Insgesamt gibt es in dem Schlachtbetrieb bei 1183 vorliegenden Testergebnissen 46 positive Fälle einer Covid-19-Infektion. Der Schlachthof Geestland Putenspezialitäten in Wildeshausen fährt nun schrittweise den Betrieb herunter, er wird für zwei Wochen geschlossen. (dpa)

Kein Mundschutz in Tegel - Kretschmann entschuldigt sich via Youtube

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich dafür entschuldigt, dass er trotz der Corona-Vorschriften am Berliner Flughafen Tegel kurz keinen Mundschutz trug.

«Es war ein Fehler, und das tut mir leid. Bitte nehmen Sie das nicht als Vorbild», sagte er in seinem am Freitag auf YouTube veröffentlichten Statement. Journalisten und viele Bürger hätten ihn über die Social-Media-Kanäle erinnert, dass er im Flughafen einmal die Atemmaske abgenommen habe. «Das stimmt. Ich habe in der Wartehalle schnell ein paar Süßigkeiten gegessen und dabei meine Maske abgenommen.» (dpa)

Kostenbescheide: Zurückgeholte Urlauber müssen zwischen 200 und 1000 Euro zahlen

Das Auswärtige Amt hat die ersten tausend Kostenbescheide an Urlauber verschickt, die wegen der Corona-Krise aus dem Ausland zurückgeholt werden mussten. Für die Reisenden gelte eine vierteilige Preisstaffel je nach Reiseland zwischen 200 und 1000 Euro, hieß es am Freitag aus dem Außenministerium. Insgesamt sollen demnach in den kommenden Monaten 67.000 Reisende solche Bescheide erhalten, damit sie sich an den Kosten der Rückholaktion beteiligen.

Darunter seien etwa 56.000 Deutsche und gut 11.000 Bürger anderer Staaten vorwiegend der EU, hieß es weiter. Ausschlaggebend für die stark pauschalisierte Berechnung seien die ungefähren Durchschnittskosten für ein Economy-Ticket sowie die Kosten vergleichbarer Rückholaktionen anderer EU-Staaten. (AFP)

Britischer Gesundheitsminister droht mit Schließung von Stränden

Der Strand von Bournemouth am Mittwoch
Foto: Andrew Matthews/PA Wire/dpa

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hat wegen Missachtung von Corona-Vorschriften mit der Schließung von Stränden gedroht. «Das Letzte, was die Leute wollen, ist, dass das Virus wiederkommt», sagte Hancock dem Sender TalkRadio. Die Vorschriften zur sozialen Distanz müssten eingehalten und eine zweite Pandemie-Welle verhindert werden. Sollten die Fallzahlen wieder steigen, dann werde die Regierung handeln. «Wir dürfen nicht rückwärts gehen. (...) Wir müssen diese Krankheit stoppen.»

Großbritannien ist am schlimmsten in Europa von der Corona-Krise betroffen. Jeder Landesteil hat eigene Vorschriften im Kampf gegen die Pandemie. Premier Boris Johnson hatte schon vor Wochen Tagesausflüge in England erlaubt und war damit auf Kritik gestoßen. (dpa)

Hygieneschutz: Italien verbietet Benutzung von Handgepäckfächern in Flugzeugen

Auf Flugreisen von oder nach Italien ist angesichts der Corona-Pandemie künftig die Benutzung von Handgepäckfächern verboten. Italienische Nachrichtenagenturen veröffentlichten am Freitag eine entsprechende Bestimmung der italienischen Zivilluftfahrtbehörde Enac. Die neue Regelung, die den Fluggesellschaften am Donnerstag angekündigt wurde, ist demnach das Ergebnis einer Regierungsanordnung, der zufolge Passagiere nur noch mit einer kleinen Tasche einsteigen dürfen, die unter den Sitz vor ihnen verstaut werden soll.

Durch das Verbot sollten ein enger Kontakt zwischen den Passagieren und zu viele Bewegungsabläufe in den Flugzeugkabinen vermieden werden. Die Fluggesellschaften dürften von den Reisenden zudem keine zusätzlichen Gebühren verlangen, wenn sie ihre Gepäckstücke im Frachtraum des Flugzeugs verstauen lassen wollen, erklärte Enac weiter. (AFP)

Bezirksregierung: Ausbruch im Kreis Warendorf eingegrenzt

Der Corona-Ausbruch im Tönnies-Werk Rheda-Wiedenbrück beschränkt sich im benachbarten Kreis Warendorf laut Bezirksregierung bislang auf dort wohnende Mitarbeiter. Das bestätigten die bisherigen Testergebnisse, teilte ein Sprecher am Freitag in Münster mit. Das Robert Koch-Institut hatte in der Nacht Zahlen zur Kennziffer der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage im Kreis Warendorf veröffentlicht. Diese Marke war mit 47,9 unter den entscheidenden Wert von 50 gefallen. Am Donnerstag lag dieser Wert noch bei 50,4.

Nach Zahlen der Bezirksregierung (Stand Freitag, 12.30 Uhr) sind im Kreis Warendorf - in Nachbarschaft zum Kreis Gütersloh mit dem Tönnies-Stammsitz - aktuell 218 Menschen mit Corona infiziert (Vortag 217), in der gesamten Corona-Krise wurden 723 Infizierte gezählt, 485 gelten als genesen. Der Kreis Warendorf hat rund 280.000 Einwohner. (dpa)

Polizei will Maskenpflicht in U-Bahnen und Bussen kontrollieren

Wegen der möglichen Bußgelder für Verstöße gegen die Maskenpflicht in U-Bahnen und Bussen will die Berliner Polizei künftig auch dort kontrollieren. Man werde im öffentlichen Personennahverkehr, in Geschäften, Restaurants und Kneipen auf die Einhaltung der Corona-Regeln achten, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Polizisten sollen dazu auch in Bussen und U-Bahnen unterwegs sein. Für die S-Bahnen sei die Bundespolizei zuständig. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen die Fahrgäste mit Aufklebern an allen Türen ihrer Fahrzeuge noch mal auf die Maskenpflicht hinweisen. (dpa)

Umfrage: Jeder vierte Deutsche will Corona-Warn-App auch im Urlaub nutzen

Auch während des Sommerurlaubs haben viele Deutsche die Corona-Pandemie auf dem Schirm: Wie aus einer am Freitag veröffentlichten Umfrage im Auftrag der E-Mail-Anbieter GMX und web.de hervorgehen, will fast jeder vierte Bundesbürger (24 Prozent) die Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts in den Ferien nutzen. Die App des Auswärtigen Amts, um Reisewarnungen zu erhalten, würde jeder Sechste herunterladen. (AFP)

Auch Brandenburg beschließt Beherbergungsverbot

Auch Brandenburg hat ein Verbot für die Unterbringung von Menschen aus Corona-Risikogebieten beschlossen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur verständigte sich das Kabinett am Freitag auf ein Beherbergungsverbot für Menschen aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hatte zuvor darüber berichtet. Nach einem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies im Kreis Gütersloh hatten mehrere Bundesländer Beherbergungsverbote für Gäste aus bestimmten Risikogebieten beschlossen. (dpa)

Zeitpunkt der Anreise entscheidend für Übernachtungsverbot in Bayern

Wer eine Reise nach Bayern plant und aus einem Corona-Hotspot kommt, muss den Tag seiner Anreise genau beachten. Seit Donnerstag gilt im Freistaat ein Beherbergungsverbot für Menschen aus besonders betroffenen Regionen. Betroffen sind Kreise und kreisfreie Städte mit binnen sieben Tagen mehr als 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern.

„Wenn der maßgebliche Inzidenzwert unter 50 gefallen ist, dürfen Bürger aus dem betreffenden Landkreis von bayerischen Beherbergungsbetrieben wieder aufgenommen werden“, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am Freitag. «Sie dürfen dann auch unabhängig von der weiteren Entwicklung der Inzidenz bleiben. Maßgeblich ist insoweit der Zeitpunkt der Anreise.»

Neben Bayern haben auch andere Länder wie Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Baden-Württemberg ein Beherbergungsverbot oder andere Beschränkungen für Menschen aus Corona-Risikogebieten festgelegt. Von dem Verbot im Freistaat ausgenommen sind Menschen, die über einen negativen Corona-Test verfügen und ein ärztliches Attest vorweisen können sowie Gäste, „die zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch veranlasst anreisen“ oder die „einen sonstigen triftigen Reisegrund“ nachweisen können wie den Besuch bei Familienangehörigen oder zur Pflege Schutzbedürftiger. (dpa)

„Deutschlandtrend“: Angst vor Corona-Infektion hat deutlich abgenommen

Die Furcht der Deutschen vor einer Infektion mit dem Coronavirus hat einer Umfrage zufolge deutlich abgenommen. Lediglich noch 24 Prozent der Befragten im neuen ARD-„Deutschlandtrend“ machten sich ernsthaft Sorge wegen einer Ansteckung, wie der WDR in der Nacht zum Freitag mitteilte. Ende März hatten demnach noch 55 Prozent der Befragten gesagt, sie seien in Sorge, dass sie selbst oder ein Familienmitglied sich anstecke.

Vor dem Hintergrund der Pandemie wollen der Erhebung zufolge viele Bürger ihren Urlaub daheim verbringen. 87 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, sie hätten schon über ihre Urlaubspläne entschieden. Davon sagten wiederum 51 Prozent, sie wollten dieses Mal zu Hause bleiben. 35 Prozent wollen demnach innerhalb Deutschlands verreisen, 17 Prozent ins europäische Ausland und lediglich zwei Prozent in ein Land außerhalb Europas. Bei den Reisezielen waren Mehrfachnennungen möglich. (AFP)

477 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 477 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 192.556 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Freitagmorgen meldete (Datenstand 26. Juni, 0 Uhr).

8948 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 21 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 300 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 25. Juni, 0 Uhr, bei 0,59 (Vortag: 0,72). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. (dpa)

Studie: Nur sehr wenige Kinder sterben an Coronavirus-Infektion

Die Sterblichkeitsrate unter mit dem Coronavirus infizierten Kindern ist laut einer europaweiten Studie sehr gering. Weniger als ein Prozent der infizierten Kinder und Jugendlichen sterben an den Folgen der Infektion, geht aus der am Donnerstag von der Fachzeitschrift „The Lancet Child & Adolescent Health“ veröffentlichten Untersuchung hervor.

Bei der großen Mehrheit der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Kinder und Jugendlichen nehme die Erkrankung nur einen „milden“ Verlauf, erklärte der Leiter der Studie, Marc Tebruegge vom University College London.

Für die Untersuchung hatte das europäische Forscherteam die Krankheitsverläufe von 582 Minderjährigen im Alter zwischen drei und 18 Jahren ausgewertet, die in 82 Gesundheitseinrichtungen versorgt worden waren. Alle diese Kinder und Jugendlichen waren positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nur vier von ihnen starben. Zwei der Verstorbenen hatten Vorerkrankungen. (AFP)