Meghan Markle und Prinz Harry bei der Preisverleihung in New York. 
Meghan Markle und Prinz Harry bei der Preisverleihung in New York.  Imago / Nancy Kaszerman

Nur wenige Tage vor der Veröffentlichung ihrer Doku-Serie auf Netflix sind Harry und Meghan in New York bei einer Preisverleihung aufgetaucht. Im Privat-Jet landeten die beiden in Big Apple. Sie mit dunkler Sonnenbrille, er mit weißem Hemd. Pikant: die Sussexes stellen sich gern als vehemente Klimaschützer dar und fordern immer wieder hohe moralische Standards. Selber sehen sie das offenbar nicht so eng. 

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Zwei Tage vor dem Start der vermeintlichen Skandal-Doku erhielten der Prinz und die Herzogin in New York den „Ripple of Hope Award“. Geehrt wurden sie für ihre „Zivilcourage“ beim Bruch mit dem Königshaus. „Ich denke, sie haben heldenhaft gehandelt“, so Gala-Schirmherrin Kerry Kennedy (63, Nichte von JFK).

Der Preis wurde ins Leben gerufen, um Menschen zu ehren, die Mut zeigen und einen bedeutenden Beitrag zu den Menschenrechten in ihrem Land leisten. Um am Tisch von Prinz Harry und Herzogin Meghan zu sitzen, müssen Gäste tief in die Tasche greifen. Das „Pioneer-Package“ – das teuerste der Angebote – umfasste vier Plätze und kostet eine stolze Million.

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Netflix-Doku mit Rassismus-Vorwürfen 

Der Preis für Harry (38) und Meghan (41) kommt - besonders mit Blick auf ihr Engagement gegen Rassismus - zu einem brisanten Zeitpunkt: Gerade erst musste sich der Buckingham-Palast wegen rassistischer Äußerungen einer bisherigen Hofdame rechtfertigen. Auch Harry und Meghan selbst rücken ihre Rassismusvorwürfe gegen die Royals erneut ins Licht der Öffentlichkeit. In der für die diese Woche erwarteten Netflix-Dokumentation, für die bereits zwei Trailer veröffentlicht worden sind, geht es unter anderem erneut um den Umgang des britischen Boulevards mit Meghan während ihrer Zeit im Palast.

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Gar nicht heldenhaft und auch nicht günstig ist allerdings das ständige Reisen des Paares im Privat-Jet. Dass die Sussexes mit Privatjets unterwegs sind, ist nicht neu, Auch diesmal reisten sie mit dem Flieger, der 3800 Euro pro Stunde kostet an. Der Kraftstoffverbrauch der „Cessna 680A Citation Latitude“: rund 800 Liter pro Stunde.

Damit dürfte der CO2-Fußabdruck des Paares bei zehn Tonnen gelegen haben. Eine Linienmaschine wäre mit zehn Mal weniger Co2 dabei.  „Zu 99 Prozent reise ich per Linienflug“, tönte Prinz Harry 2019, predigt mit Meghan Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Die Cessna 680A Citation Latitude wird für Privatflüge verwendet. In so einem Jet kamen auch Harry und Meghan nach New York. 
Die Cessna 680A Citation Latitude wird für Privatflüge verwendet. In so einem Jet kamen auch Harry und Meghan nach New York.  Imago / Kevin Hackert

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So kündigten Meghan und Harry während der Cop26-Klimakonferenz in Glasgow im November letzten Jahres an, dass sie ihre Archewell-Stiftung bis 2030 auf „Netto-Null“ umstellen werden. In einer Erklärung auf ihrer Website war zu lesen, dass sie „aktiv Entscheidungen getroffen haben, um ihren Kohlenstoff-Fußabdruck auszugleichen“. Sie wollten darauf achten, „was sie essen“ und „wie oft sie es essen“. Dass man aber gar nicht so achtsam essen kann, um auszugleichen, was ein Privat-Jet verbraucht, kommt ihnen nicht in den Sinn. 

Nur wenige Tage zuvor waren auch William und Kate in die USA gereist - mit einem Linienflug der British Airways, wie Schnappschüsse, die auf Twitter veröffentlicht wurden, zeigen. In Boston traten sie bei der Verleihung des Earthshot-Preises auf. Jährlich sollen fünf Projekte ausgezeichnet werden, die sich in den Kategorien Naturschutz, Schutz der Meere, Luftsauberkeit, Müllvermeidung und Klimaschutz hervorgetan und sich gegen den menschengemachten Klimawandel engagieren.