Die Zwillinge Lydia und Timothy Ridgeway waren bei ihrer Geburt bereits 30 Jahre alt.
Die Zwillinge Lydia und Timothy Ridgeway waren bei ihrer Geburt bereits 30 Jahre alt. National Embryo Donation Center/EPA

Es ist eine Mega-Sensation, ein kleines Wunder – und für ein Paar aus den USA nun das größte Glück: Im US-Bundestaat Oregon wurden am 31. Oktober Zwillinge geboren, die bei ihrer Geburt schon stolze 30 Jahre alt waren. Wie das geht? „Kryokonservierung“ heißt das Zauberwort. Aber der Reihe nach …

Die Zwillinge Lydia und Timothy erblickten Ende Oktober das Licht der Welt. Für ihre stolzen Eltern Philip und Rachel Ridgeway machen sie das Familienglück perfekt: es sind ihre Kinder Nummer fünf und sechs, die Geschwister sind 8, 6, 3 und 1 Jahr alt.

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Embryos waren 30 Jahre lang eingefroren

Doch das Lydia und Timothy lebend und gesund zur Welt kamen, grenzt an ein Wunder. Immerhin wurden sie bereits 30 Jahre zuvor gezeugt. Die Embryonen waren am 22. April 1992 eingefroren wurden. Da waren Philip und Rachel Ridgeway gerade einmal fünf und drei Jahre alt.

Möglich macht diese Geschichte eine „Kryokonservierung“. So nennt man Aufbewahren von Zellen oder Gewebe durch Einfrieren in flüssigem Stickstoff. Mithilfe dieses Verfahrens ist es möglich, die Vitalität der Zellen nahezu unbegrenzt aufrechtzuerhalten.

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Dennoch gab es bisher keinen Fall, bei dem Embryonen so lange auf das Leben warten mussten. Den bisherigen Rekord hielt die kleine Molly (heute 2). Sie wurde im Jahr 2020 als Tochter von Tina und Ben Gibson aus Tennessee geboren – aus einem 27-jährigen gespendeten Embryo. Mollys Schwester Emma wurde 2017 aus einem 24 Jahre alten eingefrorenen Embryo geboren.

Philip und Rachel Ridgeway bekamen Zwillinge, die aus Embryonen geboren wurden, die etwa 30 Jahre lang eingefroren waren.
Philip und Rachel Ridgeway bekamen Zwillinge, die aus Embryonen geboren wurden, die etwa 30 Jahre lang eingefroren waren. privat

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Nun gibt es mit Lydia und Timothy also zwei neue Rekordhalter. „Es ist ein enormer Segen“, freut sich ihre Mutter. „Wir wollten wirklich die Embryonen finden, die am längsten gewartet haben, die mehrfach übersehen wurden“, sagt Rachel Ridgeway.

Geschwister wissen über 30-Jahre-Sensation Bescheid

Über das Datum nachdenkend, an dem die Embryonen ihrer Kinder eingefroren wurden, sagte Philip Ridgeway, er sei „fünf Jahre alt, als Gott diesen Embryonen das Leben schenkte“. Seine Frau war drei. „Es ist einfach überwältigend, daran zu denken, dass Gott zu diesem Zeitpunkt an einem anderen Ort diesen Kindern das Leben geschenkt hat“, fügte er hinzu.

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Auch die Geschwister der Neugeborenen wissen über diese besondere Geschichte schon Bescheid. „Wir waren sehr offen und direkt mit ihnen“, erklärt Philip Ridgeway und fügt hinzu: „Sie haben uns ermutigt und mit uns gebetet und waren aufgeregt und freuten sich darauf, sie zu treffen.“