Norddeich: Sandy und Daniel stehen bei starken Wind auf dem Deich.  Foto: Sina Schuldt/dpa

Es ist die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Oder besser gesagt: vor dem Mega-Orkan! Nach einem stürmischen Donnerstag entspannt sich die Lage an der Wetterfront in Deutschland nur vorerst wieder. Und wenn Sie den Freitag als windig empfinden, dann ziehen Sie sich für das Wochenende richtig dick an.

Zwar soll es auch am Freitag in weiten Teilen des Landes weiterhin windig bis stürmisch bleiben, allerdings nicht so stark wie noch am Vortag, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte. Das Sturmtief „Klaus“ hatte am Donnerstag vor allem den Norden und Nordwesten des Landes getroffen, Bäume entwurzelt und Störungen im Bahnverkehr ausgelöst.

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Orkan sorgt für Verletzte durch herabstürzende Gebäudeteile

Besonders in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein gab es aber zahlreiche witterungsbedingte Einsätze für Polizei und Feuerwehr, oft wegen umgestürzter Bäume oder lose gewordener Gebäudeteilen. Der Verkehr auf mehreren Bahnstrecken war in den Regionen beeinträchtigt, zwei waren gesperrt.

Fliegende Mülltonnen in St. Peter-Ording.   Foto: Bodo Marks/dpa

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In Bremen-Nord fiel die Stromversorgung großflächig aus, nachdem ein Baum auf ein Umspannwerk gestürzt war. In der Essener Innenstadt wurde ein Passant von einer herabstürzenden Dachpfanne am Kopf getroffen. In der Düsseldorfer Innenstadt lockerte sich - vermutlich ebenfalls durch den Sturm - ein Kirchturmkreuz. Laut Feuerwehr bestand die Gefahr, dass es herabstürzt. Auch andere Teile des Landes bekamen die Auswirkungen von „Klaus“ zu spüren: In zwei thüringischen Landkreisen gab es Stromausfälle, in Rheinland-Pfalz verhedderten sich zwei etwa 50 Meter voneinander entfernte Kräne miteinander.

Foto: dpa/Frank Molter
Ein umgestürzter Baum liegt im Kieler Stadtteil Blücherplatz entwurzelt am Straßenrand. 

In Nordrhein-Westfalen gab es laut DWD Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern, in Schleswig-Holstein wurden bis zu 110 Stundenkilometer gemessen. An exponierten Orten wie dem Kieler Leuchtturm (128 Stundenkilometer), dem Feldberg im Schwarzwald (134 Stundenkilometer) und dem Brocken im Harz (134 Stundenkilometer) blies der Wind demnach noch heftiger.

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Hochwasser am Fischmarkt in Hamburg.  Foto: Jonas Walzberg/dpa

Doch der Donnerstag war nur der vorläufigen Höhepunkt. In der Nacht zum Freitag sei man wieder in einer abschwächenden Phase, sagte ein DWD-Sprecher. Tagsüber ziehe der Wind zwar wieder an, allerdings nicht so stark wie am Donnerstag. Für Samstag erwarten die Wetterexperten dann ein neues, richtig heftiges Sturmtief. Orkanartige Böen werden erwartet. Und die sollen es noch mehr in sich haben, als am Donnerstag.

Warendorf (NRW): Ein vom Sturm umgewehter Baum liegt auf der Straße. Foto: Guido Kirchner/dpa