Die Klägerin arbeitet als Krankenschwester auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Recklinghausen. Sie hatte eine Pause des Tragens ihrer Mund-Nasen-Schutzes alle 75 Minuten verlangt. (Symbolfoto) Foto: Imago

Vor dem Arbeitsgericht Herne wurde ein Streit um Maskenpause auf einer Intensivstation mit Corona-Patienten verhandelt. Die Klägerin arbeitet als Krankenschwester auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Recklinghausen. Sie hatte eine Pause des Tragens ihrer Mund-Nasen-Schutzes alle 75 Minuten verlangt. Zudem wollte sie alle 75 Minuten eine Trinkpause. Das Krankenhaus lehnt das ab.

Masken- und Trinkpausen

Im Streit hat es in der ersten Verhandlung vorm Arbeitsgericht Herne keine gütliche Einigung gegeben. Einen Vergleichsvorschlag des Gerichts nahm der Anwalt des beklagten Krankenhauses nicht an, sondern gab ihn zur Prüfung an das Krankenhaus weiter. Kommt es weiter nicht zu einer Einigung, steht Anfang Mai eine ordentliche Arbeitsgerichtsverhandlung an.

Während die 47-jährige Klägerin Masken- und Trinkpausen alle 75 Minuten verlangt, bietet das Krankenhaus auf Intensivstationen alle 120 Minuten eine Maskenpause und hatte eine Verkürzung abgelehnt. Das zeitaufwendige Umbetten von Corona-Patienten und das An- und Ausziehen der umfangreichen Schutzkleidung sei mit einem kürzeren Pausenrhythmus nicht zu schaffen, argumentierte das Haus.

Auf andere Station versetzt

Die Krankenpflegerin war auf eine andere Station versetzt worden. Dagegen hatte sie geklagt (Az.: 4 Ca 2437/20). Die Frau spricht von einer Strafversetzung. Dabei habe sie sich nur für den Gesundheitsschutz der Pflegenden eingesetzt.

In der Güteverhandlung schlug der Richter vor, dass das Krankenhaus die Versetzung zurücknehmen und Pausen alle 120 Minuten garantieren solle. Das Haus werde den Vorschlag gründlich prüfen, sagte ein Krankenhaussprecher. Er widersprach dem Vorwurf der Zwangsversetzung. Der Frau sei ein alternativer, ebenfalls anspruchsvoller Arbeitsplatz angeboten worden.