Manuela Schwesig erkrankte 2018 an Brustkrebs. Imago Images

Am 26. September ist Bundestagswahl – und Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Dort möchte Manuela Schwesig Ministerpräsidentin bleiben, wie die populäre SPD-Politikerin im Interview mit dem Promi-Magazin Bunte betont: „Ich war gern Bundesfamilienministerin, aber noch lieber bin ich Ministerpräsidentin. Als Regierungschefin bin ich für alle Themen verantwortlich, ich habe einen größeren Gestaltungsspielraum.“

2018 erkrankte Manuela Schwesig an Brustkrebs

Während ihrer bislang vierjährigen Amtszeit erkrankte Schwesig an Brustkrebs – 2020 gab sie bekannt, dass sie die Krankheit besiegt habe. Heute sagt sie: „Auch wenn alles gut gegangen ist: Die Diagnose haut einen um. Man denkt sofort an Tod – und dann denkt man an seine Familie und die Kinder, die ja noch klein sind. Es war der schwerste Kampf meines Lebens. Ich bin froh, dass ich ihn geschafft habe.“

Zudem musste auch Schwesig wie so viele Mütter die Lasten des Lockdowns meistern. „Ich habe selbst erfahren, wie stressig diese Zeit für alle Familien war“, so die zweifache Mutter. „Ich saß in meinen Konferenzen, mein Mann saß ebenso vor seinem Computer, mein Sohn beim Homeschooling und meine Tochter, die fünf Jahre alt ist, suchte jemanden, der mit ihr spielt. Ich musste sie immer wieder mit ‚Peppa Wutz‘ vertrösten, was sie gern anschaut.“

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Manuela Schwesig mit ihrem Mann Stefan sowie ihrem Sohn Julian und ihrer Tochter Julia. Imago Images

Schwesig wuchs in Brandenburg auf. Nach dem Studium arbeitete sie als Beamtin in Finanzämtern sowie im Finanzministerium in Schwerin. In die SPD trat sie 2003 im Alter von 29 Jahren ein und engagierte sich in der Kommunalpolitik. Als Stadtverordnete in Schwerin gewann sie Sympathien, weil sie offen auf andere Menschen zugehen, mit ihnen plaudern und ihnen zuhören konnte.

Schon bald legte sie eine Bilderbuchkarriere hin: 2008 holte der damalige Ministerpräsident Sellering Schwesig als Sozial- und Gesundheitsministerin in sein Landeskabinett. Mit 34 Jahren war sie damit Deutschlands jüngste Ministerin. Ihr Kabinettskollege, Innenminister Lorenz Caffier (CDU), verspottete sie damals als „Küstenbarbie“. Als engagierte Ressortchefin aber erwarb sie sich bald über die Landesgrenzen hinweg politisches Renommee.

So folgte sie schon 2009 dem Ruf ihrer Partei und wurde zur stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden. 2013 wechselte sie nach Berlin und wurde Bundesfamilienministerin in der großen Koalition, als die Sozialdemokraten trotz verlorener Bundestagswahl wieder in die Regierung eintraten. Schwesig kümmerte sich um den Ausbau der Kinderbetreuung, das Elterngeld Plus und die durchaus umstrittene Frauenquote in Aufsichtsräten. Zudem schrieb sie sich den Kampf gegen rechts auf die Fahnen.

Schwesig wohnt mit ihrem Ehemann Stefan und den beiden Kindern in Schwerin, wenige Fahrradminuten von der Staatskanzlei entfernt. Manchmal joggt sie um einen der vielen Seen der Stadt. Sonntags nimmt sie sich – soweit es der Terminkalender zulässt – Zeit, um mit ihrer Tochter, die während Schwesigs Amtszeit als Bundesministerin zur Welt kam, auf den Spielplatz zu gehen.