Um der Polizei zu entkommen, täuschte Nicholas Alahverdian seinen Tod vor. Als Arthur Knight wurde er wiederentdeckt Auf der Corona-Intensivstation. Facebook

Er kämpfte wegen seiner schweren COVID-19-Erkrankung mit dem Tod und musste sogar künstlich beatmet werden. Doch Arthur Knight überlebte – was ihm zum Verhängnis wurde. Denn die Ärzte in Glasgow verständigten Interpol, weil der Patient eigentlich schon seit zwei Jahren tot sein müsste.

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Der Mann im Koma war ein gesuchter Verbrecher

Als Knight im Koma lag, hatte das Krankenhaus in Schottland versucht, seine Krankenkasse und Familie ausfindig zu machen. Und fand heraus: Der Name war falsch. Die örtlichen Behörden ermittelten und fanden heraus: Der Mann war in Wirklichkeit ein Amerikaner, hieß Nicholas Alahverdian und war angeblich im Februar 2020 an Krebs gestorben. Zu diesem Zeitpunkt wurde er in vier US-Bundesstaaten unter anderem wegen Vergewaltigung und Kreditkartenbetrugs gesucht.

Laut des „Providence Journal“ war Alahverdian in Rhode Island in Pflegefamilien aufgewachsen und wurde nach eigenen Angaben wiederholt missbraucht. Er studierte Politikwissenschaften an der Harvard Universität und setzte sich später als Politaktivist für eine Reform des Pflegefamiliensystems ein.

Laut Polizei lernte Alahverdian 2008 im Internet eine Frau in Utah kennen, zu der er zog. Bis diese ihn wegen Vergewaltigung anzeigte und die Behörden Ermittlungen aufnahmen. Alahverdian änderte prompt seinen Nachnamen in Rossi und zog nach Dayton (Bundesstaat Ohio). Er heiratete gleich zwei Mal und ließ sich jeweils nach zwei Jahren wieder scheiden. Beide Ex-Ehefrauen legten gegen ihn eine einstweilige Verfügung ein und warfen ihm Gewalt in der Ehe vor.

Alahverdian zog daraufhin wieder nach Rhode Island zurück und heiratete erneut. Doch inzwischen waren ihm die Behörden mehrerer Bundesstaaten auf der Spur. Als er im Namen seiner ehemaligen Pflegemutter Kreditkarten bestellt und diese mit 200.000 Dollar belastete, schaltete sich auch noch das FBI ein.

Als die Polizei ihm auf den Fersen war, stellte er sich tot

Die Schlinge zog sich zu. Doch dann erschien im Februar 2020 plötzlich eine Todesanzeige im „Providence Journal“. Diese behauptete, dass Nicholas Alaverdian am 29. Februar seinem Krebsleiden erlegen war. Als die Behörden vor dem Haus seiner Witwe Louise auftauchten, konnte diese aber keine Sterbeurkunde vorweisen. Sie behauptete, dass ihr Mann auf Reisen verstorben und er ein Seebegräbnis gehabt habe. Das FBI stellte vorsichtshalber einen internationalen Haftbefehl gegen den Alahverdian aus – mit dem Hinweise, dass „er seinen Tod nur vorgetäuscht haben könnte“.

Die Todesanzeige für Nicholas Alahverdian. zvg

Nicholas Alahverdian wurde per DNA-Abgleich überführt

Weil seine DNA inzwischen in einer nationalen Datenbank gelandet war, entdeckten die Ermittler, dass diese mit der DNA des Täters von gleich mehreren Vergewaltigungen in ganz Amerika übereinstimmte. Dennoch fand das FBI keine Spur des „Toten“.

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Allein dem Coronavirus ist es zu verdanken, dass Alahverdian alias Rossi alias Knight in Schottland ausfindig gemacht wurde. Der 34-Jährige hat sich inzwischen so weit gesundheitlich erholt, dass er bereits in Untersuchungshaft sitzt. Die US-Behörden haben einen Auslieferungsantrag gestellt – gegen den Arthur Knight Einspruch erhoben hat. Das Verfahren könnte sich noch mehrere Monate hinziehen.