Seit 2013 lud der Rentner immer wieder unbekannte Männer ein, sich an seiner Frau zu vergehen. Dann nahm ihn die Polizei endlich fest. IMAGO/Eibner

Es ist ein schmutziger und beispielloser Kriminalfall: Fast zehn Jahre lang betäubte ein Mann in der Nähe von Avignon seine Frau, um sie zu prostituieren. Wenn sie bewusstlos war, liefert er sie an diejenigen aus, die er im Internet dafür angeworben hatte. 45 Männer ließen sich auf das perfide Spiel ein, darunter ein Feuerwehrmann, ein Krankenpfleger, ein Journalist und ein Gefängniswärter. Jetzt kam die grausige Tat ans Tageslicht.

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Allein die Tatsache, wie die abscheulichen Taten des Rentners aufgedeckt wurden, ist widerlich. Am 12. September 2020 wird Dominique (69) beim Filmen unter den Röcken von Kunden in einer Kaufhalle gesichtet, wie französische Medien berichten. Die Polizei nimmt ihn fest. Dann durchsuchen die Beamten seine Wohnung, beschlagnahmen Aufnahmegeräte.

Die Frau bekam die mindestens 225 Vergewaltigungen nicht mit

Was sie bei der Auswertung entdecken, verschlägt ihnen die Sprache: In einem der beschlagnahmten Geräte finden sie Nacktfotos und Videos der Ehefrau Marie (67). Dazu gibt es Aufzeichnung von Gesprächen darüber, wie man sie „einschläfern“ kann, ohne dass sie es merkt. Mindestens 225-mal ließ Dominique sie danach von Fremden im gemeinsamen Ehebett vergewaltigen. Alles festgehalten auf Videos.

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Am 2. November wird er erneut in Polizeigewahrsam genommen. Und seine Frau erfährt auf der Polizeiwache, was sie seit 2013 ohne ihr Wissen durchmachen musste. „Von der Polizei wurde sie mit Fotos und Filmen von ihr konfrontiert. Es war katastrophal. Es ist eine Welt für sie zusammengebrochen, das Gehirn kann es nicht verstehen“, erklärt ihre Anwältin Me Caty Richard. Immerhin waren Marie und Dominique zuvor 50 Jahre verheiratet. Nie im Leben hätte sie geglaubt, was er ihr angetan hat.

Neurologen kamen den Drogen nicht auf die Spur

Zwar litt die 67-Jährige zunehmend unter Schlaflosigkeit, hatte manchmal Gedächtnislücken: Aber niemand sei in den Sinn gekommen, dass ihr ein starkes Beruhigungsmittel ohne ihr Wissen verabreicht wurde. „Meine Mandantin war bei drei Neurologen. Keiner dachte daran, eine mögliche Verabreichung einer Droge zu prüfen“, erklärt ihre Anwältin.

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Der Beschuldigte gab gegenüber der Polizei schließlich an, dass er vor einigen Jahren – als ihr Schlaftabletten verschrieben wurden – entdeckt habe, dass er nachts sexuelle Handlungen an seiner Frau vornehmen kann, ohne dass sie reagiert. Dass nutze er dann für seine Interessen – und die der Freier. 30 Männer, die sich an dem perfiden Spiel beteiligten, seinen mittlerweile festgenommen und zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Auch Dominique sitzt hinter Gittern – die Ermittlungen dauern aber noch an.