Maki Kaji bei einer Sudoku-Meisterschaft im brasilianische São Paulo 2012. Yasuyoshi Chiba/AFP

Erfunden hat’s ein Schweizer, populär gemacht hat es ein Japaner: Der Mann, der dem Zahlenrätsel Sudoku dessen Namen gab, ist tot. Der Japaner Maki Kaji starb mit 69 Jahren schon am 10. August in seinem Haus in Tokio an einer Krebserkrankung, wie eine Sprecherin seines Verlages Nikoli in Tokio am Mittwoch bestätigte. „Herr Kaji war als Vater des Sudoku bekannt und wurde von Rätselfans auf der ganzen Welt geliebt“, erklärte der Verlag auf seiner Website.

Der aus Sapporo im hohen Norden Japans stammende Kaji wurde der „Vater“ oder auch der „Pate“ des weltbekannten Hirnsports und numerischen Rätselspaßes genannt. Noch bis Ende Juli war er Geschäftsführer seines von ihm 1983 gegründeten Verlags gewesen.

Das „Sudoku“-Prinzip ist schnell erklärt: Auf einem quadratischen Plan mit 81 Feldern, der wiederum in neun quadratische Blöcke mit je neun Feldern unterteilt ist, gilt es Ziffern von 1 bis 9 einzutragen. Dabei darf jede Ziffer in jeder Reihe und Spalte des Plans sowie in jedem der Blöcke nur einmal vorkommen. Einige Ziffern sind bereits eingetragen – je weniger, desto schwieriger wird es, den Plan zu komplettieren.

Postbote Michael Ley aus dem Bergischen Land ist vielfacher Deutscher Sudoku-Meister und vertrat Deutschland bei der WM. Roberto Pfeil/dpa

Der Siegeszug und riesige Erfolg des Quadraträtsels ist der englischen Tageszeitung The Times zu verdanken. Sie hatte das in Japan seit Jahren populäre Denksportspiel quasi nach Europa reimportiert: Im 18. Jahrhundert war es von dem Schweizer Mathematiker und Logiker Leonhard Euler (1707–1783) erfunden und „Carré Latin“ genannt worden.

Kaji hatte das Spiel mit der Abkürzung für den japanischen Satz „Suji wa dokushin ni kagiru“ (Zahlen sollten Single sein) versehen und seit den 1980er-Jahren bekannt gemacht. Nach der Jahrtausendwende wurde Sudoku weltweit populär. Nach Angaben seines Verlages haben bereits mehr als 200 Millionen Menschen in rund 100 Ländern Kajis Zahlenrätsel gelöst. Der Japaner wurde zu vielen der in aller Welt organisierten Meisterschaften eingeladen. Über 30 Länder bereiste der Familienvater.

Sudoku ist wie eine Schatzsuche

„Ich bin wirklich gerührt, wenn ich eine neue Idee für ein Puzzle sehe, die viel Potenzial hat“, sagte er 2007 der BBC. Das Geheimnis, ein gutes Puzzle zu erfinden, bestehe darin, die Regeln einfach zu gestalten: „Es ist wie eine Schatzsuche. Es geht nicht darum, ob man damit Geld verdienen kann, sondern nur darum, dass es spannend ist, es zu lösen.“