Mäuse wuseln um gelagertes Getreide auf einer Farm im Südosten Australiens. AP/Rick Rycroft

Von wegen niedlich: Eine Mäuseplage im australischen New South Wales hat dazu geführt, dass ein Gefängnis geräumt und die Gefangenen in andere Haftanstalten verlegt werden mussten. Die Tiere hatten Elektroleitungen durchgenagt, Massen verwesender Nager in Hohlräumen von Wänden und unter den Dächern machten den Aufenthalt für die rund 420 Insassen und 200 Mitarbeiter wegen Gestanks unerträglich. 

Seit Monaten richten die Mäuse in der australischen Kornkammer durch Fraß und Exkremente schwere Schäden an der Ernte an, dringen in Wohnhäuser, Geschäfte, Schulen, Krankenhäuser und eben auch in Gefängnisse ein. Besonders betroffen sind Gebäude, die nicht aus Beton gebaut sind.

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Am meisten geklagt wird über den Gestank von Urin und Verwesung, über durch tote Tiere und Exkremente verseuchte Wassertanks und sogar über Mäusebisse, die Menschen im Schlaf erleiden. Mäuseleichen fördern außerdem die Verbreitung von Milben.

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Die Plage, die nach der Erinnerung der Menschen so schlimm ist wie nie zuvor, wird darauf zurückgeführt, dass es nach langjähriger Dürre wieder geregnet hatte. 

Steve Henry, Mäuseforscher der australischen Regierung, geht davon aus, dass die Mäuseflut ihren Höhepunkt erreicht hat. In Australien ist jetzt Winter, und in dieser Zeit vermehrten sich die Tiere nicht. Allerdings könnten die Zahlen im Frühjahr wieder explodieren, wenn die Bedingungen stimmen.