Die Leiche der seit Sonntag in Salzgitter vermissten 15-Jährigen wurde bei der Suchaktion  in einer Grünanlage gefunden. Ob der Fundort auch der Tatort ist, war zunächst unklar. dpa/Rudolf Karliczek

Seit Sonntag wurde ein 15-jähriges Mädchen in Salzgitter in Niedersachsen vermisst. Am Dienstag wurde das Mädchen tot in einer Grünanlage gefunden. Die 15-Jährige kam gewaltsam zu Tode, sie ist erstickt. Unter Tatverdacht stehen zwei Jungen, erst 14 und 13 Jahre alt. Sie gingen mit dem Mädchen auf dieselbe Schule.

Der 14-jährige Tatverdächtige ist inzwischen wegen Mordes in Untersuchungshaft. Der 13-Jährige ist strafunmündig, eine Inhaftierung ist deswegen nicht möglich. Auch kann er aufgrund seines Alters für die Tat nicht strafrechtlich verfolgt werden. Das Familiengericht Salzgitter entscheidet über einen Eilantrag, den 13-Jährigen in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie unterzubringen

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Das Mädchen sei erstickt worden, sagte Christian Wolters Sprecher der Braunschweiger Staatsanwalt „Wie genau es zu dem Erstickungstod gekommen ist, das müssen die Ermittlungen jetzt noch klären.“ Als Todesursache nannte er Sauerstoffmangel.

Täter und Opfer seien aus demselben Viertel gekommen und hätten auch Kontakt miteinander gehabt. „Es hat sich dann offensichtlich, zumindest aus Sicht der Täter, eine Feindschaft entwickelt, und das Ganze ist dann offenbar in der Tat eskaliert“, sagte Wolters. Die Staatsanwaltschaft gehe von einem Mord aus und sehe niedrige Beweggründe. Bislang scheigen die beiden Jungen. Wolters: „Die beiden mutmaßlichen Täter haben keine Angaben gemacht.“

Die Tat sei ersten Erkenntnissen zufolge heimtückisch erfolgt, weil die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers für die Tat ausgenutzt worden sei. „Es passierte nicht spontan“, sagte Wolters. Hinweise auf eine Sexualstraftat gebe es derzeit nicht, teilte die Staatsanwaltschaft bereits am Mittwoch mit.

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Wie es mit dem 13-jährigen Tatverdächtigen weitergeht, ist noch nicht geklärt. Das Jugendamt müsse nun entscheiden, inwieweit bei ihm weitere Maßnahmen erforderlich seien, sagte der Staatsanwalt. In Betracht käme unter anderem die Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung.

Die Leiche des 15-jährigen Mädchens wurde am Dienstag von Polizisten bei einer intensiven Suchaktion in einer Grünanlage im Ortsteil Fredenberg entdeckt. Ein Gebiet mit vielen Bäumen unweit von Wohnhäusern. Ob der Fundort auch der Tatort ist, ist bislang unklar. Bei der Suche nach dem Mädchen wurden auch Drohnen und Spürhunde eingesetzt. Bei der Fahndung wurde ihr Aussehen so beschrieben: Schlank, rötliche Haare, wurde zuletzt mit einem weißen T-Shirt, einer Jeanshose und Turnschuhen gesehen.

Am Rand der Gründfläche, wo die Leiche des 15-jährigen Mädchens gefunden wurde, haben Trauernde Kerzen, Blumen und Engelfiguren abgelegt. dpa/Julian Stratenschulte

Die Schülerin war am Sonntagabend von Angehörigen als vermisst gemeldet worden. Nach aktuellem Stand geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass die Tat am Sonntag begangen wurde.