Kaitlyn wurde nur 12 Jahre, ehe sie an einem Herzinfarkt starb. Foto: Facebook

Es ist immer tragisch, wenn Kinder sterben. Schließlich hätten sie doch noch ein ganzes Leben vor sich gehabt. Doch wenn die Eltern die Schuld an dem frühen Ableben trifft, bekommt der Fall eine besondere Tragik. So war es im Fall der 12-jährigen Kaitlyn aus dem US-Bundesstaat Georgia. Nachdem sie im August an einem Herzinfarkt gestorben war, wurden ihre Eltern wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Denn der Herzinfarkt war offenbar das Ergebnis totaler Verwahrlosung. Laut Ryan Hilton, einem leitenden Ermittler der Polizei von Georgia, habe das Kind zum Zeitpunkt ihres Todes unter dem „schwersten Läusebefall“ gelitten, den sein Team jemals gesehen habe, sagte er der „New York Post“. Nach ersten Ermittlungen habe das Mädchen seit mehr als drei Jahren an dem Läuseproblem gelitten. Das habe ihren Eisenspiegel im Blut so drastisch gesenkt, dass es zu einer Anemämie (Blutarmut) gekommen sei, die schließlich zu dem Herzinfarkt geführt habe.

Lesen Sie auch: Rassismus bei Berliner Polizei: Chatgruppe aufgedeckt, Ermittlungen eingeleitet >>

Die Mutter der Kindes gestand den Behörden, dass sie Kaitlyn das letzte Mal vor mehr als anderthalb Wochen gebadet hatte. Kaitlyn starb am 26. August in einem Krankenhaus, nachdem ihre Mutter den Notruf gewählt hatte, weil ihre Tochter nicht mehr ansprechbar gewesen sei. Als die Behörden anschließend das Haus, in dem sie lebte, untersuchten, fanden sie Ungeziefer in Kaitlyns Matratze, in ihren Kuscheltieren und verschiedenen Möbeln im Zimmer des 12-jährigen Mädchens.

Die Eltern des toten Mädchens: Joey Y. und Mary Katherine H.
Foto:  Wilkinsons County Sheriff's Office

Neben der fahrlässigen Tötung sind die Eltern des Mädchens auch wegen Kindesmisshandlung angezeigt. Laut „New York Post“ berichteten Nachbarn zudem, dass sie die Schülerin zuletzt zwei Monate vor ihrem Tod gesehen hatten. Offenbar war sie schon Wochen vor ihrem Tod durch die Läuse extrem geschwächt.

Kaitlyn hat zwei Brüder, die allerdings bereits vor Jahren von anderen Familien adoptiert wurden. Laut dem britischen Portal „Metro“ sollte auch Kaitlyn zur Adoption freigegeben werden, doch die Eltern entschieden sich um. Immer wieder kamen die örtlichen Sozialdienste bei der Familie vorbei. Im Jahr 2018 brachten sie Kaitlyn laut „Metro“ sogar für eine Woche bei ihrer Tante unter, doch sie kam zurück zu ihren Eltern. Danach soll es keinen weiteren Kontakt zum Sozialdienst gegeben haben. Warum dieser die Familie so alleinließ, wird auch zu klären sein.