2010 forderte eine Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg 21 Tote. Foto: imago images/imagebroker

Knapp zehn Jahre nach der Loveparade-Tragödie mit 21 Toten hat das Landgericht Duisburg am Montag den Strafprozess auch gegen die drei noch verbliebenen Angeklagten eingestellt. Das teilte ein Gerichtssprecher mit. Damit endet einer der größten Prozesse der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland ohne Urteil.

Bei der Duisburger Loveparade waren am 24. Juli 2010 durch ein Gedränge am Zugang- und Abgangsbereich des eingezäunten Veranstaltungsgeländes 21 Menschen getötet und mehr als 650 verletzt worden. Gegen sieben weitere Angeklagte hatte das Gericht das Verfahren bereits im Februar 2019 wegen geringer Schuld beendet.

Anfang April schlug das Gericht die Einstellung des Prozesses auch gegen die drei letzten Angeklagten wegen geringer Schuld vor. Das „multikausale Geschehen“, das der Loveparade-Katastrophe zugrunde liege, sei in dem Prozess gründlich aufgeklärt worden, hieß es zur Begründung. Eine etwaige Schuld der Angeklagten dürfe wohl als gering angesehen werden.

In der Folge stimmten Staatsanwaltschaft und die drei Angeklagten der Einstellung zu. Unter Zeitdruck geriet der Prozess zuletzt zudem wegen der Corona-Krise: Das Gericht stellte das Verfahren pandemiebedingt vorübergehend ein. Dadurch konnten mehrere Verhandlungstage wenige Monate vor Eintritt der Verjährung im Sommer nicht stattfinden. Der Loveparade-Prozess fand aus Platzgründen in einem Kongresszentrum der Düsseldorfer Messe statt. (AFP)