Stuntman Michael Hughes alias „Mad Mike“ vor einer seiner selbstgebauten Rakete. Foto: dpa/James Quigg

Michael Hughes glaubte, die Erde sei eine Scheibe. Ja, das ist etwas verrückt. „Mad Mike“, also den verrückten Mike, nannte sich der Amerikaner sogar selbst. Um seine Überzeugung zu belegen, bastelte er Raketen, die ihn hoch genug in den Himmel katapultieren sollten, um Beweisfotos zu schießen. Jetzt ist er bei einem Raketenflug ums Leben gekommen. Mit 64 Jahren.

Bekannt wurde Mike Hughes, der sich auch als „weltgrößten Draufgänger“ betitelte, mit waghalsigen Stunts. Wie dem weltlängsten Sprung mit einer Stretch-Limousine, 31 Meter über eine Rampe, der ihm 2002 einen Eintrag ins Guinness-Rekord-Buch einbrachte.

Und eben mit seinen Raketenflügen, über die wir schon mehrmals berichteten. Am Sonnabend stand wieder einer an, vor laufenden Kameras. Hughes wollte an Bord seines dampfbetriebenen Flugkörpers eine Höhe von 1500 Meter erreichen. Für eine neue TV-Serie über Amateur-Raketenbauer mit dem Titel „Homemade Astronauts“ (Hausgemachte Astronauten).

Bei einem Testflug 2018 schoß sich „Mad Mike“ 570 Meter in die Höhe. Foto: dpa/Matt Hartman

Stuntman zog sich bei früheren Versuchen schwere Verletzungen zu

Doch nur Sekunden nach dem Start in der Nähe von Barstow in Kalifornien öffnete sich offenbar ein Fallschirm viel zu früh. Das Fluggerät zerschellte nur wenige hundert Meter entfernt von der Startrampe am Boden. Vor den Augen vieler Zuschauer. „Mad Mike“ hatte keine Chance zu überleben.

In seinem Hinterhof hatte Hughes zusammen mit Assistenten seine „Homemade“-Raketen gebaut. Im März 2018 gelang ihm ein Flug in 570 Meter Höhe, bevor er den Fallschirm einsetzte und – bis auf ein paar Beulen – wohlbehalten auf der Erde landete. Bei früheren Testflügen allerdings hatte er sich schwere Verletzungen zugezogen.

Schlagzeilen machte „Mad Mike“ nachdem er verkündet hatte, dass er Anhänger der Scheiben-Theorie sei, und dies beweisen wolle, indem er aus dem All Fotos mache, die zeigen sollten, dass die Erde flach sei. Die Spenden, mit denen er seinen Raketenbau finanzierte, stiegen nach dieser Ankündigung exorbitant. Es wird sich nun wohl nicht mehr klären lassen, ob das Scheiben-Bekenntnis nicht doch nur eine Masche war, um seinen Traum vom Fliegen zu verwirklichen.