Eine Pflegekraft kümmert sich um einen Covid-Patienten. Foto: AFP/Apu Gomes

Längst ist bekannt: Viele Covid-19 Patienten klagen noch monatelang über Spätfolgen ihrer Infektion mit dem Coronavirus. Forscher an der St. Louis School of Medicine in den USA haben in einer Langzeitstudie jetzt herausgefunden, dass zudem selbst bei milden Krankheitsverläufen Infizierte noch monatelang einem höheren Sterberisiko ausgesetzt sind als Nicht-Infizierte. Über die im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlichte Studie berichtete zuvor N24.

Für ihre Studie begleiteten die Forscher 70.000 Menschen nach einer Corona-Infektion. Keiner der Betroffenen musste im Rahmen ihrer Covid-Erkrankung in einem Krankenhaus behandelt werden. Dennoch starben in den ersten sechs Monaten nach ihrer Infektion zwei Prozent der Studienteilnehmer. Damit liege ihr Sterberisiko bis zu 60 Prozent höher, als das von Nicht-Infizierten.

Nach Corona-Infektion: Fast alle Organe in Mitleidenschaft gezogen

Als Grund für die erhöhte Sterblichkeit nennen die Forscher eine allgemeine Schwächung des Immunsystems, die sich demnach noch Monate nach der Covid-19-Erkrankung bemerkbar mache. In der Studie heißt es: „Die Ergebnisse zeigen, dass Covid-19-Überlebende über die akute Krankheit hinaus eine erhebliche Belastung ihrer Gesundheit erfahren, die sich über die Lungen bis hin zu weiteren Organsystemen erstreckt.“

Lesen Sie auch: Durchbruch? In Berlin gibt's jetzt Corona-Antikörper – aber nicht für jedermann >>

Die Wissenschaftler stellten demnach bei den Studienteilnehmern Probleme mit den Atemwegen, Störungen des Nervensystems, psychische Störungen, Stoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Störungen, Magen-Darm-Störungen, Unwohlsein, Müdigkeit, Schmerzen des Bewegungsapparates und Anämie fest.

Abschließend warnen die Forscher vor einer drohenden allgemeinen Belastung des Gesundheitssystems durch Long Covid. Es sei zu erwarten, dass angesichts der steigenden Infektionszahlen auch die Anzahl der Menschen steigen werde, die von Long Covid betroffen sein wird. Diese bräuchten zunehmend ärztliche Hilfe.