Besonders Kinder können unter dem Kawasaki-Syndrom leiden. Es wird vermutet, dass es Zusammenhänge mit dem Corona-Virus gibt. Foto: AP

Fieber, entzündete Augen, die Haut schält sich: Im schlimmsten Fall drohen lebensgefährliche Herzschäden. Die Krankheit trifft vor allem Kinder unter fünf Jahren. Die Ärzte sprechen vom Kawasaki-Syndrom. Jetzt gibt es Vermutungen, dass es mit dem Corona-Virus zusammenhängt.

Das Kawasaki-Syndrom wurde in Japan seit 1961 beobachtet und als eigenständiges Krankheitsbild 1967 durch den Arzt Tomisaku Kawasaki beschrieben. Eine Studie aus dem Jahr 2011 bringt die Erkrankung in Zusammenhang mit Luftströmungen vom Meer. Daher wird sie auch die Krankheit genannt, die mit dem Wind kommt.

Europaweit Erkrankungen durch das Kawasaki-Syndrom

Was das Kawasaki-Syndrom nun wirklich direkt auslöst, wissen Ärzte bis heute nicht. Jetzt wurden in mehreren europäischen Ländern bei Kindern ungewöhnlich schwere Erkrankungen durch das Kawasaki-Syndrom festgestellt, darunter auch in Deutschland. In einigen Fällen wurde das Coronavirus nachgewiesen. In Deutschland wurden nach Angaben von Reinhard Berner vom Uniklinikum Dresden mindestens zwei Fälle gemeldet.

Es sei aber noch unklar, ob es einen Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gibt, aber denkbar sei es durchaus.  In der Universitätsklinik Genf wurden seit Beginn der Corona-Epidemie drei Kinder mit solchen schweren Entzündungen behandelt. Ein Kind sei genesen und entlassen wurden, eines befinde sich auf der Normal- und eines auf der Intensivstation. Nach Angaben des Schweizer Corona-Beauftragten Daniel Koch handelt es sich wahrscheinlich um eine Immunreaktion auf eine Infektion mit dem Coronavirus.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich bereits mit dem Thema befasst. Die Covid-19-Beauftragte Maria van Kerkhove: „Wir wissen, dass Kinder in der Regel weniger schwere Krankheitsverläufe haben, aber einige entwickeln schwere Krankheiten, und einige sind auch gestorben.“

Ärzte-Präsident warnt vor Panik

Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, warnte ebenfalls vor Panik. „Es gibt keine Hinweise auf einen Zusammenhang von Covid-19 und dem Kawasaki-Syndrom“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Das Kawasaki-Syndrom gebe es schon lange und es sei sehr selten. Ein Anstieg der Erkrankung seit Beginn der Covid-19-Pandemie sei noch nicht zu erkennen, eine Verbindung schon.