Der Laster, der in die Fahrradfahrer raste. Foto: ZVG

Er war nach 22 Jahren bei der Polizei von Las Vegas in Rente gegangen. Das wollte Michael Anderson mit 20 Freunden seines Radrennklubs mit einer 200 Kilometer langen Rundtour durch Nevada feiern. Diese endete für fünf der Fahrer tödlich. Ein Lkw rammte die Gruppe von hinten.

Die Gruppe war im Morgengrauen aus Henderson, südlich von Las Vegas, losgefahren. Begleitet wurden die Radler von einem Verpflegungsfahrzeug, das zum Schutz hinter den Radfahrern fuhr. Diese nutzten den Standstreifen des nur schwach befahrenen Highways 95. Südlich von Boulder City beschlossen dann sieben der Freunde, als Schutz vor dem starken Gegenwind hinter dem Begleit-Jeep zu fahren.

Michael Anderson mit seiner Fahrradgruppe vorm Start der Tour. Foto: GoFundMe

Um 9.40 Uhr passierte das Unglück. Ein Laster kam von der rechten Spur auf den Standstreifen ab und raste ungebremst in die hinteren Fahrradfahrer, die nach vorne gegen das Begleitfahrzeug geschleudert wurden. Erin Ray (39), Gerrard Nieva (41), Michael Murray (57), Aksoy Ahmez (48) und Thomas Trauger (57) waren auf der Stelle tot.

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Ein weiterer Radfahrer, Jerome Ducrocq, wurde schwer verletzt in die Uniklinik von Boulder City geflogen. Anderson, der unverletzt verliebt, zum örtlichen TV-Sender KVVU: „Es was der schlimmste Anblick in meinem Leben. Wir haben diese Tour seit 15 Jahren jährlich gemacht, ohne Probleme.“ Er habe sich umgedreht und seine Freunde „zerfetzt“ am Boden liegen sehen, sagt er der Zeitung. Er habe sofort erkannt, dass drei der Mitfahrer tot seien, zwei weitere seien vor seinen Augen gestorben. „Ich habe den ganzen Tag geweint.“

Den Namen des Unglücksfahrers hat die Polizei noch nicht herausgegeben. Ein Sprecher: „Es gibt keine Belege, dass er unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen gestanden hat. Wir ermitteln noch, warum er die Fahrradfahrer nicht gesehen und rechts von der Spur abgekommen ist.“ Der Fahrer des Lastwagens blieb Polizeiangaben zufolge am Tatort. Er sei kooperativ, hieß es.