Blumen liegen auf dem Platz vor dem Kieler Rathaus. Am 3. August 2020 ist eine 23-jährige Auszubildende vor dem Rathaus an ihrem ersten Ausbildungstag von einem abgebrochenen Fahnenmast erschlagen worden.
Blumen liegen auf dem Platz vor dem Kieler Rathaus. Am 3. August 2020 ist eine 23-jährige Auszubildende vor dem Rathaus an ihrem ersten Ausbildungstag von einem abgebrochenen Fahnenmast erschlagen worden. Wolfgang Schmidt/dpa

Es war ein freudiger Anlass – und er endete in einem tödlichen Drama. Bei einer Verkettung unglücklicher Zufälle ist am 3. August 2020 eine junge Auszubildende ums Leben gekommen. Erschlagen von einem Fahnenmast, der umstürzte, weil ein Lkw ihn rammte. Jetzt stehen der Fahrer und der Beifahrer vor Gericht. Es droht sogar der Knast.

Was war passiert? Als eine von 50 neuen Azubis war die 23-Jährige am Unglückstag am Morgen ihres ersten Ausbildungstages als städtische Angestellte zu einem gemeinsamen Begrüßungsfoto auf den Rathausplatz gegangen.

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Darum hätte das Unglück in Kiel nicht passieren dürfen

Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass die beiden Männer mit dem widerrechtlichen Befahren des Platzes und dem Zurücksetzen des 7,5-Tonners ohne erforderliche Einweisung das Unglück mit verursacht haben.

Der Anklage zufolge haben sie den Platz ohne Genehmigung befahren, um Baumaterial für die Renovierung der Rathaus-Fassade transportieren zu können. Bei Vorbereitungsarbeiten, um den Anhänger wieder anzukoppeln, sei der Lastwagen schließlich beim langsamen Rückwärtsfahren gegen den 14 Meter hohen Fahnenmast gefahren. Der brach und erschlug die junge Frau. Die städtische Auszubildende starb noch am Unfallort.

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Auch der Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) war Augenzeuge des Unglücks. Nach dem Unfall wurden die Auszubildenden ebenso wie Fahrer und Beifahrer von einem Kriseninterventionsteam betreut.

Fahrlässige Tötung beim Unglück von Kiel?

Am Montag (9.00 Uhr) beginnt nun der Prozess gegen den 62-Jährigen und seinen 75 Jahre alten Beifahrer vor dem Amtsgericht in Kiel. Insgesamt sind sechs Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte am 11. Mai gesprochen werden. Zunächst sollen mehrere Zeuginnen und Zeugen gehört werden.

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Fahrlässige Tötung wird mit bis zu fünf Jahren Gefängnis oder Geldstrafe bestraft.