Ein Sänger auf eine Bühne (Symbolbild). Foto: Imago/Robert Michael

Hunderte Menschen in einem Saal oder Stadion – und das trotz Corona? So richtig hat dafür noch niemand eine Lösung gefunden. Zumindest nicht, wenn die Infektionszahlen nicht gerade sehr niedrig sind. Doch in den Niederlanden will man nun nach Lösungen suchen.

Den Anfang machen 500 Teilnehmer, die am Montag im Beatrix-Theater in Utrecht zu einer Fachtagung zusammenkommen. In der folgenden Woche stehe dort dann eine Kabarettshow mit Publikum auf dem Programm. Auch Fußballspiele mit jeweils 1500 Zuschauern sowie Shows im Amsterdamer Ziggo Dome und Freiluftveranstaltungen in einem Ferienpark seien vorgesehen – jeweils mit umfangreichen Vorsichtsmaßnahmen.

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Darauf haben sich die Veranstaltungsbranche, das Gesundheitsministerium, weitere Behörden und wissenschaftliche Einrichtungen der Niederlande im Rahmen der Initiative Fieldlab Events verständigt. Ziel sei es, coronasichere und vertrauenswürdige Konzepte für Veranstaltungen mit Publikum zu entwickeln.

Alle Beteiligten müssen über einen maximal 48 Stunden alten Corona-Negativtest verfügen. Bei der Ankunft werden sie zu möglichen Symptomen befragt und es wird Fieber gemessen. Bei Verdachtsmomenten werden Schnelltests vorgenommen. Jeder Teilnehmer wird verpflichtet, sich fünf Tage danach einem weiteren Corona-Test zu unterziehen.

Zudem müssen alle während der Veranstaltung einen Bewegungssensor bei sich tragen, damit nachverfolgt werden kann, wo sie sich in der Zeit aufgehalten haben. Zu dem Feldversuch gehört auch, dass einige Zuschauer Masken tragen und andere Gesichtsschutzschirme. Die ermittelten Daten werden von mehreren Forschungseinrichtungen ausgewertet.

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Die Niederlande wurden in den vergangenen Monaten vergleichsweise heftig vom Coronavirus heimgesucht. Laut dem Statistik-Portal worldometers.info haben sich in dem Land mit seinen 17 Millionen Einwohnern bereits gut eine Million Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Fast 15.000 Menschen starben an den Folgen. Nach einer heftigen Welle im Herbst und einer gerade abflauenden im Januar infizieren sich aktuell im Schnitt noch jeden Tag 3500 Menschen mit dem Coronavirus. Damit liegt das Land bei einer Inzidenz von mehr als 140 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner und steht damit doppelt so schlecht da wie Deutschland.