Jessica S. sitzt mit ihrem Anwalt auf der Anklagebank. Ihr Gesicht verdeckt sie mit einem Aktendeckel. Foto: dpa/Marius Becker

Der kleine Junge muss einen qualvollen Tod gestorben sein, als seine Mutter Jessica S. (heute 29) im April 2019 alleine in seinem Kinderzimmer zurück lies. Erst am übernächsten Tag soll sie wieder nach ihm geschaut haben, doch da war der Zweijährige schon tot.

„Bewusst und gewollt“ soll sie ihren Sohn seinem Schicksal überlassen haben, wirft die Staatsanwaltschaft der zweifachen Mutter vor.  Laut Anklageschrift starb das Kind „durch böswillige Vernachlässigung“ der mütterlichen Pflicht und wirft ihr unter anderem Totschlag durch Unterlassen vor.

Laut Anklageschrift soll Jessica S. ihren Sohn zwei Tage lang ohne Essen und trinken in seinem Kinderbett liegen gelassen haben. Zudem sei ein Heizlüfter in dem Zimmer aufgestellt gewesen. Als sie zwei Tage später wieder nach ihm schaute, war er schon tot. Die von ihr alarmierten Rettungskräfte konnten nur noch den Tod feststellen. Nach den Untersuchungsergebnissen der Rechtsmedizin starb das Kind an Flüssigkeitsmangel in Verbindung mit erheblicher Hitzeeinwirkung.

Laut ihrem Verteidiger will sich die Angeklagte erst im Laufe des Prozesses äußern. Zum Auftakt am Montag schwieg die 29-Jährige zunächst.