Ein Schild verweist auf die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle Imago/Sascha Steinach

Die Aussage klingt verdammt hart, doch sie zielt vor allem auf den Solidargedanken in unserer Gesellschaft ab: Verhaltensforscher Armin Falk von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordert, dass im Falle einer Knappheit bei Beatmungsgeräten, diejenigen, die sich haben impfen lassen, bevorzugt werden. Sich nicht impfen zu lassen, bezeichnete er als Egoismus.

Leopoldina-Wissenschaftler Falk kritisiert Impfgegner

Um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen, braucht es laut Forschern eine Impfquote von 85 Prozent. Davon sind wir weit entfernt. Gerade einmal die Hälfte der Deutschen hat einen vollständigen Impfschutz und immer weniger Menschen suchen die Impfzentren auf. Weltweit sieht die Quote noch deutlich schlechter aus. Vor diesem Hintergrund hat Verhaltensforscher Armin Falk das Ablehnen von Corona-Schutzimpfungen scharf kritisiert.

„Sich nicht impfen zu lassen, hat nichts mit Rationalität zu tun, sondern einfach nur mit Eigennutz“, sagte der Wissenschaftler der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Die Allgemeinheit muss hier zahlen für die Trägheit und die Dummheit der Impfgegner.“

Leopoldina-Forscher fordert Impfverpflichtung

Weil die Nebenwirkungen des Impfens überschaubar und der Nutzen für die Gesellschaft riesig sei, forderte Falk eine „Impfverpflichtung“, mindestens aber, den Zugang zu Restaurants, Reisen und Veranstaltungen für Nicht-Geimpfte zu erschweren. Sonst laufe es darauf hinaus, dass „die Kooperativen die Dummen sind“. Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, nahm der Wissenschaftler von seiner Kritik aus.

Auch bei Krankenhausbehandlungen will Falk den Impfstatus berücksichtigen. „Wenn Beatmungsgeräte knapp werden oder wir noch mal in eine Triage-Situation kämen, was ich nicht hoffe, und wir dann vor der Wahl stehen, ob ein Geimpfter oder ein Nichtgeimpfter die Behandlung bekommt, dann würde ich sagen, dass der Impfstatus mit in die Abwägung einfließen sollte“, sagte er der FAZ.

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Scharfe Kritik übte Falk am Vorsitzenden der Freien Wähler, Hubert Aiwanger. Er hat sich skeptisch zu Corona-Impfungen geäußert und will sich auch selbst nicht impfen lassen. „Klappe halten, impfen lassen“, empfahl der Wissenschaftler dem bayerischen Vize-Ministerpräsidenten. Er äußerte sich fassungslos über Argumente von Impfgegnern.