Haben Zoff auf Instagram: Brasiliens rechtsextremer Präsident Jair Bolsonaro und der Schauspieler Leonardo DiCaprio. imago/Fotoarena(1)/MediaPunch(1)

Seit vielen Jahren hat sich US-Schauspieler Leonardo DiCaprio einen Namen als Klimaschützer gemacht. Er drehte Filme über Umweltkrisen, redete zum Auftakt des Weltklimagipfels in New York, verzichtet auf den Verzehr von Fleisch und investiert viel Zeit und Geld in die Rettung des Regenwaldes. Und auf dieser Mission legt er sich nun mit dem rechtsextremen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro an.

Wahl in Brasilien: Gibt es eine zweite Amtszeit für Jair Bolsonaro?

Denn Bolsonaro steht in diesem Jahr wieder zur Wahl. Am 2. Oktober wird in Brasilien ein neuer Präsident gewählt. Elf Kandidaten treten dabei gegen Bolsonaro an – und geht es nach Oscar-Gewinner DiCaprio, werden sehr viele junge Leute zur Wahl gehen und der Amtszeit von Bolsonaro, der weder die Klimakrise noch die Corona-Pandemie ernst nahm, ein Ende machen.

Mit dieser Mission twitterte der Oscar-Preisträger: „Brasilien ist die Heimat des Amazonas und anderer Ökosysteme, die vom Klimawandel betroffen sind.“ Und: „Was dort passiert, geht uns alle an, und die Wahlbeteiligung der Jugend ist der Schlüssel, um den Wandel für einen gesunden Planeten voranzutreiben.“

Bolsonaro fachte die Vernichtung des Regenwaldes an

Seit 2019 – also in dem Jahr, in dem Bolsonaro an die Macht kam – spendete Leonardo DiCaprio umgerechnet 4,75 Millionen Euro. Im selben Zeitraum schritt die Abholzung des Regenwaldes in Brasilien immer schneller voran. Die Regierung von Jair Bolsonaro schaut bei der Rodung großer Flächen verstärkt weg. Umweltminister Ricardo Salles fuhr Umweltschutzregeln immer weiter zurück.

Lesen Sie auch: Harry Wijnvoord bringt „Der Preis ist heiß“ zurück – und schickt einen Gruß an den verstorbenen Walter Freiwald >>

Illegaler Bergbau im Amazonasgebiet. Christian Braga/Greenpeace Brazil

So stieg die Abholzung Jahr für Jahr. Zwischen 2019 und 2020 gab es dann noch mal einen Anstieg um 9,5 Prozent. Und die Zahlen aus diesem Januar bestätigen die Entwicklungen. Laut Satellitendaten wurden in diesem Januar fünfmal mehr Bäume abgeholzt als im gleichen Monat des Vorjahres. Es ist ein erneuter Rekordwert.

Bolsonaro verspottet Umweltaktivist DiCaprio

Bolsonaro, der die Klimakrise konsequent leugnet, beruft sich darauf, dass Flächen erschlossen würden, auf denen mit der Rinderzucht oder Futtermittelanbau Geld verdient werden könnte. Auf DiCaprios Tweet reagierte Bolsonaro mit Spott. „Danke für deine Unterstützung, Leo! Es ist wirklich wichtig, dass jeder Brasilianer bei den kommenden Wahlen seine Stimme abgibt“, twitterte der rechtsextreme Präsident. „Unser Volk wird entscheiden, ob es unsere Souveränität über den Amazonas behalten will oder von Gaunern regiert werden will, die ausländischen Sonderinteressen dienen.“

Lesen Sie jetzt auch: In New York kämpfen Leerlauf-Kopfgeldjäger gegen Luftverschmutzung – und so viel Geld verdienen sie! >>

Es ist nicht das erste Mal, dass Umweltaktivist DiCaprio und Klimawandel-Leugner Bolsonaro öffentlich aneinandergeraten. Vor drei Jahren beschuldigte Brasiliens Präsident den Schauspieler, „Geld zu geben, um den Amazonas in Brand zu setzen“. Vorwürfe, die er auch gegenüber Umweltschutz-Organisationen immer wieder aussprach. Beweise lieferte er dafür nie.