In der Polizeiwache in Essen soll es zu einer Rangelei mit dem mutmaßlichen Ladendieb gekommen sein, wobei Heroin verschüttet wurde.
In der Polizeiwache in Essen soll es zu einer Rangelei mit dem mutmaßlichen Ladendieb gekommen sein, wobei Heroin verschüttet wurde. Imago/snapshot

Ein unfreiwilliger Drogentrip - das passiert selbst Polizisten nur sehr selten. Doch genau dazu kam es, als ein überführter Ladendieb bei einem Gerangel in einer Polizeiwache in Essen zwei Beamten Heroin ins Gesicht geworfen haben soll.

Die beiden unfreiwilligen Drogen-Opfer sowie zwei weitere zur Hilfe geeilte Polizisten hätten über gesundheitliche Probleme geklagt, teilte die Polizei am Montag mit. Noch schlimmer: anschließend gemachte Drogentests bei den Beamten seien positiv ausgefallen!

Zuvor war der mutmaßliche Drogen-Schleuderer wegen eines mutmaßlichen Diebstahls in einem Baumarkt festgenommen worden. Auf der Wache hatten die Polizisten dann verschiedene Drogen bei ihm entdeckt.

Der Ladendetektiv des Baumarktes habe den 48-Jährigen am Samstagabend per Überwachungskamera dabei beobachtet, wie er einen Akkuschrauber und mehrere Aufsätze einsteckte und ohne zu zahlen ging, teilte die Polizei mit. Auf der Wache seien bei dem Mann Heroin, Kokain und Haschisch „in teils nicht unerheblichen Mengen“, eine größere Summe Bargeld und mehrere Messer gefunden worden.

Ladendieb wollte Drogen-Beweise in Toilette vernichten

Der 48-Jährige habe augenscheinlich unter Drogeneinfluss gestanden. Er habe plötzlich mehrere Tüten und Dosen genommen und sei in Richtung der Sanitäranlagen gerannt. Vermutlich wollte der mutmaßliche Ladendieb dort schnell die Beweise runterspülen und die Drogen somit vernichten.

Die Polizisten wollten ihn aufhalten. Daraufhin kam es zu dem Gerangel, bei dem die vier Beamten „Heroinstaub“ einatmeten – mit fatalen Folgen! Wie die Polizei mitteilte, seien die vier Opfer deshalb vorerst dienstunfähig.

Gegen den 48-jährigen mutmaßlichen Täter wird unter anderem wegen des Ladendiebstahls mit Waffen, des Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und des Widerstandes sowie der gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Er kam in Untersuchungshaft.