In der Londoner Highgate School soll es hundertfach zu sexuellen Übergriffen und Belästigungen gekommen sein.  Foto: imago/Loop Images

Nach Berichten über sexuelle Übergriffe an englischen Schulen hat sich die Kinder-Beauftragte Rachel de Souza besorgt geäußert. „Das ist wirklich verstörend, und wir erhalten viele dieser Aussagen“, sagte de Souza dem Sender BBC. Schulen müssten dies in ernsten Fällen unbedingt an Polizei und Sozialhilfe melden.

Insbesondere die private Londoner Highgate School steht im Zentrum der Vorwürfe: Mehrere Hundert aktuelle und frühere Schüler und Schülerinnen beschreiben in einem der BBC und der „Times“ vorliegenden Dossier ein Klima an der Schule, in dem sexuelle Übergriffe und Belästigungen toleriert worden seien. Einige schreiben sogar von einer „Kultur der Vergewaltigung“. Am Donnerstag verließen mehrere Schülerinnen den Unterricht an der Schule, um ein Zeichen zu setzen.

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Von der zuständigen Schulbehörde hieß es, eine sofortige externe Prüfung der Vorwürfe sei eingeleitet worden. „Wir werden die Ergebnisse öffentlich machen, sobald sie vorliegen, und wir sind bereit, alles zu tun, um einen notwendigen Kulturwandel in Highgate zu erreichen.“ Ein Sprecher des britischen Bildungsministeriums erklärte, jeglicher Missbrauch sei nicht akzeptabel. Die „Schule soll ein Ort sein, an dem alle Kinder sich sicher und beschützt fühlen“, so der Sprecher.

Auch an anderen Schulen und Universitäten in England hatten Betroffene von ähnlichen Fällen berichtet. Viele hatten über die Online-Plattform „Everone's Invited“ ihre Erfahrungen geteilt.