Rebecca Benson rettete sich aus einer der größten Massenkarambolagen in Texas - und fuhr zur Arbeit um zu helfen. Foto: AP/Amanda McCoy/Facebook

Unglaublich aber war. Rebecca Benson half in ihrem Krankenaus, Verletzte einer der größten Massenkarambolagen in der Geschichte Texas zu versorgen. Was die Story so besonders macht: Die Krankenschwester gehörte selbst zu den über 100 Unfallopfern. Sie war aus ihrem Autowrack gekrabbelt und hatte sich direkt zur Arbeit fahren lassen.

Benson war Donnerstagmorgen um 6:30 Uhr auf der Highway 35W in der Nähe von Fort Worth unterwegs gewesen: „Die Straßen waren frei. Doch dann plötzlich fing mein Wagen an zu schlittern und ich konnte nichts mehr machen.“ Der Grund: Die Fahrbahn hatte sich in eine Eisbahn verwandet. Vor ihr krachten zwei LKW ineinander und Benson rutschte unaufhaltsam darauf zu: „Ich habe nur noch beten können, das ich überlebe. Dann hat es geknallt.“

Die Feuerwehr versucht die Autos nach der Massenkarambolage zu entkeilen. Foto: AFP/Glen E. Ellmann

Benson war unverletzt, doch die Todesgefahr war nicht gebannt. Denn hinter ihr schleuderten weitere Autos und LKWs auf sie zu und krachten ineinander. Dem örtlichen TV-Sender KTRK erzählt sie: „Jede paar Sekunden kam eine Erschütterung. Ich war völlig eingekeilt und saß in einem Berg von Metall.“ Bis jemand ihren Kofferraum öffnete und ihr half, ins Freie zu kommen. Benson rief mit ihrem Handy einen Kollegen an, der mit ihr Schicht hatte. Der saß auf der anderen Fahrbahnseite im Stau: „Die ganze Situation war so bizarr, wie eine Zombie Apokalypse. Ich bin dann einfach über die Mittelleitplanke geklettert und auf der anderen Seite der Highway entlanggegangen, wo die Autos stillstanden. Und habe dann tatsächlich den Wagen meines Kollegen gesehen und bin eingestiegen.“ Mit einer Stunde Verspätung erschien sie im Dienst und arbeitete durch.

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Erst als Benson abends nach Hause kam, fühlte sie Schmerzen am ganzen Körper: „Mein Mann hat darauf bestanden, mich sofort in die Notaufnahme zu bringen. Ich habe aber total Glück gehabt. Es waren nur Prellungen im Nacken und Schulterbereich.“ Sechs Menschen starben bei dem Massenunfall, weitere 46 wurden mit teilweise schweren Verletzungen in die umliegenden Krankenhäuser eingewiesen.