Der Star-Roboter muss die Stiche mit einer hohen Genauigkeit vornehmen. Johns Hopkins University/Axel Krieger und Jin Kang

In vielen Science-Fiction-Filmen sieht man in Lazaretten oder Krankenstationen Menschen nur noch als Patienten. Die Behandlung übernehmen dort oft Roboter. Dass das längst nicht mehr nur Fantasie oder Spinnerei ist, zeigt nun ein Versuch aus den USA. Dort hat ein Roboter eine komplizierte Darm-Operation an einem Schwein vollzogen – und zwar besser als ein geübter Chirurg es könnte.

OP-Roboter überzeugte bei komplizierter Darm-OP

Wie die Forschenden der Johns Hopkins University in einer wissenschaftlichen Publikation mitteilten, habe der Smart Tissue Autonomous Robot (Star) eine minimalinvasive, sogenannte Schlüsselloch-OP an einem Schwein vorgenommen, bei der zwei lose Darmenden miteinander verbunden werden mussten. Minimalinvasiv bedeutet, dass möglichst nur kleine Schnitte gemacht werden, der eigentliche Eingriff also keine großen Wunden verursacht.

Das Verfahren habe viel Präzision erfordert, berichtet Wissenschaftler Axel Krieger der britischen Zeitung The Guardian. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass wir eine der kompliziertesten und heikelsten Aufgaben in der Chirurgie automatisieren können: die Wiederverbindung der beiden Enden eines Darms.“

Schon eine falsche Naht könnte tödliche Folgen haben

Dabei handele es sich um einen anspruchsvollen Eingriff in der Magen-Darm-Chirurgie, bei dem Stiche und Nähte mit höchster Präzision ausgeführt werden müssten. Bereits ein leichtes Zittern der Hand oder eine falsch gesetzte Naht könnten laut Krieger zu schweren und sogar tödlichen Komplikationen führen. Hinzu komme, dass Operationen an Weichteilen oft unvorhersehbar seien und von den Chirurgen eine hohe Anpassungsfähigkeit verlangen.

Der Smart Tissue Autonomous Robot habe diese Aufgaben gut bewältigt. In der Publikation weisen die Forschenden darauf hin, dass „Roboter in der Chirurgie ein hohes Maß an Selbstständigkeit aufweisen und das Potenzial haben“, OP-Techniken zu verbessern. Neu ist vor allem, dass der Star-Roboter diese schwierige Operation alleine „plant, anpasst und ausführt“, so Krieger. Roboter, die bei Operationen unterstützen, sind bereits in vielen Ländern der Welt im Einsatz.

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An autonomen OP-Robotern wird übrigens nicht nur an der Johns Hopkins University geforscht. Auch Firmen wie Neuralink, die dem exzentrischen Tesla-Gründer Elon Musk gehört, forschen an derartigen Projekten.