Corona-Leugner Attila Hildmann war im Jahr 2013 noch ein gefeierter Star-Koch.
Corona-Leugner Attila Hildmann war im Jahr 2013 noch ein gefeierter Star-Koch. Imago/Christian Thiel

Wir leben in einer Zeit voller Krisen – viele Menschen blickten auch über den vergangenen Jahreswechsel eher ängstlich nach vorn. Was mag nach Corona, Krieg und Co. wohl im Jahr 2023 auf uns zukommen? Bei allen negativen Nachrichten wird eins aber oft vergessen: Wie amüsant es sein kann, auch mal einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Können Sie sich beispielsweise noch erinnern, worüber wir im Jahr 2013 diskutierten – und welche Dinge uns damals beschäftigten?

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Der nun gestorbene Benedikt XVI. trat damals als Papst zurück, „Fack ju Göhte“ war Nummer eins an Deutschlands Kinokassen und „Wake Me Up“ von Avicii war der Hit des Jahres. Der aktuelle Serien-Weltstar Jenna Ortega («Wednesday») war damals erst - ebenso wie die Klima-Aktivistin Greta Thunberg - ein zehnjähriges Mädchen. Innerhalb von zehn Jahren ist also viel geschehen. 

Attila Hildmann war 2013 noch ein gefeierter Star-Koch

Ein Beispiel: „Vegan for fit“ war damals das erfolgreichste Kochbuch des Jahres, dessen Autor Attila Hildmann wurde seitdem zum rechtsradikalen Verschwörungserzähler, tauchte unter und wird per Haftbefehl gesucht. In zehn Jahren wandelte er sich also vom gefeierten Star-Koch zum Verschwörungstheoretiker. 

Die Dating-App Tinder war im Jahr 2013 gerade erfunden.
Die Dating-App Tinder war im Jahr 2013 gerade erfunden. dpa/Marijan Murat

Netflix war damals noch nicht im deutschsprachigen Markt aktiv, aber „House of Cards“ ein Hype bei Serien-Fans (in Deutschland via Sky). Der Star der Serie, Kevin Spacey, sieht sich heute mit Vorwürfen sexueller Übergriffe und diversen Anklagen konfrontiert. Die Dating-App Tinder gab es 2013 erst seit ein paar Monaten, die Erotik-Plattform OnlyFans noch gar nicht. Auch Tiktok kam erst 2016 auf. Dafür hatte Instagram vor zehn Jahren schon 100 Millionen Nutzer - oder auch erst; denn heute sollen es 1,5 Milliarden sein.

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Beim Reden über Geschlechter und sexuelle Identitäten hieß es 2013 meist nur LGBT, wo heute die längere Abkürzung LGBTQIA+ angesagt ist (was dann für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen, queere sowie intergeschlechtliche Menschen und Asexuelle steht - wobei das Pluszeichen als Platzhalter für weitere Identitäten und Geschlechter gemeint ist - das kann auch per Sternchen symbolisiert werden).

Diese Serien waren 2013 im Deutschen Fernsehen ein Hit

Im deutschen Fernsehen waren ZDF-Dreiteiler wie „Das Adlon“ und „Unsere Mütter, unsere Väter“ erfolgreich. Meistgesehener Fernsehfilm war auch 2013 schon der Münster-„Tatort“ - bei der Folge „Summ, summ, summ“ hatten Axel Prahl und Jan Josef Liefers als Gast-Star Roland Kaiser dabei, der einen Schlagerstar namens Roman König mimte. Auch bei der beliebtesten Krimi-Reihe der Deutschen tat sich einiges: Von damals fünf neuen „Tatort“-Teams, die an den Start gingen, ist heute nur noch das mit Wotan Wilke Möhring richtig aktiv. Die anderen sind weg (das Erfurter Team und Devid Striesow in Saarbrücken) oder zumindest verschollen (Til Schweiger in Hamburg und Nora Tschirner/Christian Ulmen in Weimar).

An Corona war im Jahr 2013 noch nicht zu denken.
An Corona war im Jahr 2013 noch nicht zu denken. dpa/Hauke-Christian Dittrich

Was geschah sonst noch - oder eben nicht vor zehn Jahren? Die Praxisgebühr wurde seit Jahresbeginn nicht mehr kassiert, von Corona war keine Spur, die FDP scheiterte bei der Bundestagswahl an der Fünf-Prozent-Hürde und die Partei AfD gründete sich. Die Inflationsrate betrug nur 1,0 Prozent, derzeit ist sie bekanntlich weit höher (2022: 7,9). Und in der Ukraine begannen 2013 die Proteste des sogenannten Euromaidan, in deren Endphase auch die russische Annexion der Halbinsel Krim im Schwarzen Meer stand, was in fortschreitender Destabilisierung mündete. Fast ein Jahr dauert nun schon der russische Angriffskrieg in der Ukraine.