König Felipe (r.) hat offen mit seinem Vater Juan Carlos gebrochen. AFP/Jaime Reina

Der ehemalige König Juan Carlos hat Spanien zweifellos einen großen Dienst erwiesen, als er das Land nach dem Tod des faschistischen Diktators Francisco Franco zurück in die Demokratie führte und diese später auch mit vollem Einsatz gegen die rechtsradikalen Putschisten um Antonio Tejero verteidigte. Doch viele Skandale brachten sein Bild ins Wanken. 2014 musste er deswegen bereits den Thron zu Gunsten seines Sohnes Felipe verlassen. Nach neuesten Enthüllungen über Affären, Millionengeschenke und Geldwäsche verliert der ehemalige Monarch weitere Privilegien – und die Unterstützung seiner Familie. 

Die Maßnahmen, die der spanische König Felipe VI. ergreift, um sich von seinem Vater zu distanzieren klingen drastisch. So ließ er am Sonntagabend mitteilen, dass er auf das Erbe, dass ihm später – wenn sein Vater Juan Carlos einmal stirbt – zusteht, verzichten werde. Außerdem wird dem Ex-König das Gehalt gestrichen. Ganze 194 000 Euro bekam der noch jedes Jahr aus der Staatskasse ausgezahlt. Die spanische Zeitung „El Mundo“ machte deutlich: „Felipe bricht die Verbindungen zu seinem Vater ab. 

Schmiergeld aus Saudi-Arabien

Hintergrund für den Bruch in der Königsfamilie sind neuerliche Justiz-Ermittlungen gegen Juan Carlos. Nachdem bereits vor anderthalb Jahren gegen ihn ermittelt wurde, nachdem ein Audiomitschnitt seiner ehemaligen Geliebten Corinna zu Sayn-Wittgenstein den Ex-König in die Nähe von Geldwäsche gerückt hat, hat die Staatsanwaltschaft ihn nun erneut im Visier: Im Jahr 2008 soll er ein millionenschweres Schmiergeld kassiert haben. Es geht um Konten in der Schweiz, eine Überweisung von 100 Millionen Euro des saudischen Königs im Jahr 2008 und die Frage, ob der Bau einer Schnellbahnstrecke in Saudi-Arabien durch ein spanisches Konsortium dadurch begünstigt wurde. 

Einem Bericht der britischen Zeitung „The Telegraph“ zufolge soll Felipe (52) dabei als zweiter Begünstigter einer Offshore-Stiftung auftauchen. Davon distanziert sich das Königshaus nun deutlich. Felipe habe davon nichts gewusst, hieß es. „Die Krone muss die Würde der Institution gewährleisten, ihre Ansehen bewahren und ein integeres, ehrliches und transparentes Verhalten haben“, hieß es aus dem Zarzuela-Palast. „Denn nur so verdient sie sich die moralische Autorität, die sie für die Ausübung ihrer Funktionen benötigt.“