Weiß, lang und sandig: Traumstrände wie dieser auf den Cook-Inseln könnten bald verschwunden sein. Foto: Chad Ehlers/dpa

Sie sind Sehnsuchtsorte, Urlaubsziele und stehen auch zahlreichen Werbespots oder Kinofilmen als Kulisse gut: Lange Strände mit weißem Sand, die flach in türkisblaues Meer fließen. Doch nachfolgende Generationen werden diesen Anblick wohl nur noch sehr selten genießen können, warnen Wissenschaftler von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission im italienischen Ispra: Der Klimawandel bedroht unsere Strände!

Die Forscher um Michalis Vousdoukas schreiben im Fachjournal „Nature Climate Change“, dass bis zum Ende des Jahrhunderts die Hälfte der weltweiten Sandstrände infolge von Erosionen verschwunden sein könnten. Grund dafür soll vor allem die Erderwärmung sein. Als Grundlage dienten Satellitendaten, die globale Veränderungen der Küstenlinie zwischen 1984 und 2015 zeigten. Die Forscher betrachteten dabei zwei Klimaszenarien: eine ungebremste Erwärmung auf 4,8 Grad und eine durch Klimaschutzmaßnahmen gebremste von 2,6 Grad.

Katastrophale Folgen für Tourismus-Ziele

Am stärksten betroffen ist laut der Untersuchung Australien. Das Land droht bis zum Ende des Jahrhunderts demnach mindestens 11 400 Kilometer Sandstrand zu verlieren, bei ungebremster Erwärmung sogar 14 800 – weit mehr als die Hälfte der Strände des Landes. Auch die Demokratischen Republik Kongo, Gambia und Guinea werden große Teile ihrer sandigen Küsten einbüßen. Die Folgen wären laut den Forschern dramatisch. Viele der bedrohten Strände befinden sich in dicht von Menschen besiedelten Gegenden. Das Schrumpfen der Sandstreifen nimmt den Menschen den Schutz vor Stürmen und Fluten. Und auch der Tourismus würde dramatisch leiden. Das wäre vor allem für Länder katastrophal, die wirtschaftlich stark von Urlaubern abhängig sind.

Und wie lässt sich das verhindern? Die Forscher loben beispielsweise die Niederlande für ihre geschickte Küstenplanung, die der Stranderosion entgegenwirkt. Die beste Maßnahme sei jedoch der Klimaschutz, denn der „Meeresspiegelanstieg übt einen noch nie dagewesenen Druck auf unsere Küsten aus“, schreiben die Forscher.