Ein Baum ist auf die Gleise gestürzt. Die Deutsche Bahn wird künftig mehr Probleme mit Stürmen bekommen. dpa/Guido Kirchner

Eines dieser Szenarien hat jeder schon einmal erlebt: Bei einer langen Fahrt mit der Bahn im Sommer fiel plötzlich die Klimaanlage aus, wegen einem umgeknickten Baum, musste ein Zug lange auf der Strecke warten oder plötzlicher Frost fror eine Weiche ein. Doch nun hat die Deutsche Bahn angekündigt, sich auf extremere Wetterverhältnisse einzustellen.

Hitze und Stürme werden die großen Zukunftsprobleme der Bahn

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat im Auftrag des Verkehrsanbieters Wetterdaten von 1961 bis 2020 analysiert und daraus Szenarien für 2031 bis 2060 entwickelt. „Besonders bei großer Hitze (ab einer Temperatur von 32 Grad) und bei Starkwind (ab Windstärke 8) kommt es zu einer Zunahme des Störgeschehens an der Schieneninfrastruktur“, warnt der Bericht.

Nach Einschätzung des Instituts nehmen Hitzetage perspektivisch weiter zu – mit Schwerpunkten in den Regionen Mainz, Karlsruhe sowie Teilen Nordost-Deutschlands. Gleichzeitig sinkt die Anzahl der Eistage vor allem in den westlichen Regionen deutlich. Das Potsdam-Institut geht auch davon aus, dass die südlichen Bundesländer sowie die Region Hagen künftig mit am stärksten von Starkregen betroffen sein werden.

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Die Deutsche Bahn (DB) bereitet sich mit einer „Klima-Resilienz-Strategie“ auf künftige Witterungsextreme vor. Dazu gehören ein besseres Vegetationsmanagement am Gleis sowie robuste Fahrzeuge. Sensoren erfassen künftig rund um die Uhr Anlagentemperaturen und Umgebungsbedingungen, damit schnell reagiert werden kann. Allein um die Stabilität der Klimaanlagen in ihren Fernverkehrszügen zu gewährleisten, wendet die DB jährlich einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag auf.