Eine Gruppe von Schülern weihte den Solar-Radweg im niederländischen Utrecht ein. AFP/Robin van Lonkhujsen

Es ist ein ambitioniertes, aber gleichwohl notwendiges Ziel, wenn wir die Klimakrise stoppen und unsere Erde so erhalten wollen, wie sie ist: Die niederländische Stadt Utrecht will bis zum Jahr 2040 klimaneutral sein. Und um dieses Ziel zu erreichen, hat die 360.000-Einwohner-Stadt rund 50 Kilometer südlich von Amsterdam nun einen echten Meilenstein gelegt: Der längste Solar-Radweg der Welt wurde eingeweiht!

Um die Klimakrise zu stoppen, braucht es viele Ansatzpunkte

Ein Großteil der Experten ist sich einig: Wenn wir die Klimakrise stoppen wollen, müssen wir aufhören, so viel CO2 auszustoßen – und zwar verdammt schnell. Die Ziele, so heißt es, müssten ambitioniert sein, damit wir nicht verschiedene Kipppunkte überschreiten, ab denen es kein Zurück mehr gibt. Dafür braucht es verschiedene Herangehensweisen: Dazu zählen der Umstieg auf erneuerbare Energien, die Verkehrswende weg vom Verbrennungsmotor und die Umstellung der Ernährung zu mehr pflanzlichen Mahlzeiten.

Gleich zwei dieser Säulen wurden in Utrecht nun umgesetzt. Denn der 330 Meter lange Radweg verbindet als Teilstrecke nicht nur die Stadt Utrecht mit dem Dorf Maartensdijk, sondern er soll auch 40 Haushalte und die Beleuchtung des Radwegs mit nachhaltigem Strom versorgen. Wie das geht? Der Radweg besteht aus Platten aus lichtdurchlässigem Kunststoff. Darunter befinden sich Sonnenkollektoren, die elektrischen Strom produzieren. Eingeweiht wurde der Radweg bereits vor einigen Tagen von einer Gruppe Schulkinder, die aus Maartensdijk in Richtung Utrecht radelten. 

Mit diesem Radweg will Utrecht bis 2040 klimaneutral werden. AP/Aleksandar Furtula

Die Idee der Solar-Straße stammt ursprünglich aus den USA

Ganz neu ist die Idee des Solar-Radweges übrigens nicht. Ursprünglich wurde die Idee in den USA geboren. Ein Tüftler-Ehepaar entwarf „Solar-Parkplätze“ als Pilotprojekt mit einer Oberfläche aus Glas. Das Modell mit dem Kunststoff soll aber vielversprechender sein. In Amsterdam gibt es bereits seit vielen Jahren ein rund 70 Meter langes Teilstück eines Radweges, das ebenfalls Solarstrom produziert. Schnell übertraf er die Erwartungen der Forscher und hat nun in Utrecht ein Nachahmer-Projekt gefunden.

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Der 330 Meter lange Solar-Radweg in Utrecht ist übrigens ebenfalls Teil eines Pilotprojekts. Es soll geprüft werden, ob die doppelte Nutzung von Flächen – als Radweg und Solarmodul – auch in großem Stil möglich ist. Wenn es klappt, müssten für die Energiewende weniger Flächen in der Natur oder der Landwirtschaft für Sonnenkollektoren genutzt werden. Auch in Deutschland gibt es bereits einen Solar-Radweg als Teststrecke. Der wurde 2019 in Erftstadt bei Köln eröffnet und ist rund 90 Meter lang. Hier besteht die Oberfläche allerdings aus rutschfestem Glas.