Spencer Elden als Baby auf dem „Nevermind“-Cover der Kultband Niirvana. AP

Schluss mit dem Geplärre! Ein Richter in Kalifornien wies jetzt die Schadensersatzklage des „Nirvana-Babys“ ab. Spencer Elden war vor 30 Jahren als schwimmendes, nacktes Baby auf dem „Nevermind“-Cover der Kultband abgelichtet gewesen. Im letzten Jahr hatte er eine Klage wegen sexueller Kindesausbeutung eingereicht. Seine Begründung: Weil er nackt zu sehen ist, würde es den Tatbestand der Kinderpornografie erfüllen.

Elden behauptete, er würde wegen des Plattencovers bis zum heutigen Tage an „extremen und permanenten emotionalen Stress mit körperlichen Auswirkungen“ leiden. Deshalb verlangte er von den überlebenden Bandmitgliedern und Kurt Cobains Witwe Courtney Love ein Schmerzensgeld von 2,55 Millionen Dollar.

Die Nirvana-Bandmitglieder Krist Novoselic, Dave Grohl and Kurt Cobain (v.l.) erhielten den Preis für das "Best alternative Video" beim MTV Video Music Award 1993. AP Photo/Mark J. Terrill

Spencer Elden hatte Promi-Image als Nirvana-Baby

Die Nirvana-Anwälte konterten, dass die Klage „absurd“ sei, weil Elden fast 30 Jahre lang von seinem Promi-Image als Nirvana-Baby profitiert habe. Unter anderem hatte der 30-Jährige das berühmte Unterwasser-Foto für Geld nachgestellt und habe „mit seinem Status versucht, Frauen aufzureißen.“ Zumal stammt das Originalfoto von Eldens Vater Rick, einem Special Effects-Künstler in Hollywood.

Der hatte seinen damals vier Monate alten Sohn beim Säuglingsschwimmen fotografiert und die Bildrechte an Nirvana verkauft. Elden Juniors Anwälte konterten: „Unser Mandant war zu jung, um zustimmen zu können. Er wurde und wird bis heute ausgebeutet – was er erst jetzt in seinem Leben richtig begriffen hat. Sein Name wird auf alle Ewigkeiten mit einem Nacktfoto in Verbindung gebracht werden.“

Da nicht sexuelle Nacktfotos von Babys nicht unter Kinderpornografie fallen und auch die Möglichkeit für eine Zivilklage längst verjährt wäre, beantragten die Nirvana-Anwälte, die Klage abzuweisen. Diesem Antrag gab Richter Fernando Olguin statt, weil Eldens Anwälte die Frist für Gegenstellungnahme verstreichen ließen. Elden hat bis zum 13. Januar, um Einspruch einzulegen und vor die nächste Instanz zu ziehen.