Seth Fletcher ist gelähmt, seit er von Gefängniswärtern angegriffen worden war. Fletcher Family

Diese Geschichte klingt einfach nur unglaublich unfair! Der US-Bundesstaat Ohio soll einem pädophilen Kinderschänder 15 Millionen Euro zahlen. Der Grund: Der 21-Jährige wurde im Knast von Gefängniswärtern verprügelt, hatte lähmende Rückenmarksverletzungen erlitten.

Was war passiert? Im alter von 18 Jahren wurde Seth Fletcher inhaftiert. Der Grund: Er hatte ein – laut seinem Anwalt – einvernehmliches Video mit sexuellen Inhalten mit einer Minderjährigen aufgenommen. Die Verurteilung lautet auf Kindesmissbrauch.

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Seine Knastzeit saß der mittlerweile 21-Jährige im Bundesgefängnis von Chillicothe (Ohio) ab. Dort soll er im April 2020 schwer misshandelt worden sein. Zwei Beamte haben ihn in Handschellen gelegt, ihn unter Gegenwehr in seine Zelle bringen wollen.

Gefängniswärter verweigerten medizinische Hilfe

Seth Fletcher soll ihnen gesagt haben, dass er seine Beine nicht fühlen oder bewegen konnte, aber die Wachen nahmen seine Beschwerden nicht ernst und ließen ihn nach der ersten Verletzung mehrmals auf sein Gesicht fallen, als sie ihn an Armen und Beinen in die Zelle trugen.

Als er um medizinische Hilfe gebeten habe, sei ihm diese zunächst verwehrt worden. Er blieb über Nacht allein in seiner Zelle.

Am nächsten Morgen wurde er von einem Psychologen besucht, der medizinische Hilfe rief. Eine Notfall-Wirbelsäulenoperation im Ohio State Wexner Medical Center blieb jedoch erfolglos. Der Sexualstraftäter blieb Brust abwärts gelähmt.

Gefängniswärter feiern sich für Gewalttat

Bei der Verhandlung des Falles kam heraus, dass ein dritter Wachmann die Gewalttat bei Facebook feierte und schrieb: „Der Typ, dem ich die Nase gebrochen habe, ist jetzt mit einem gebrochenen Genick gelähmt. Es heißt, sein Gesicht sieht aus, als wäre er fallen gelassen und über Beton gezogen worden.“ Es fühle sich gut an, „meinen Teil dazu beigetragen zu haben, einen Kinderschänder zu lähmen“.

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Geoffrey Fieger, Seth Fletchers Anwalt, sagte in einer Erklärung: „Die Folter und Verkrüppelung eines Gefangenen klingt mittelalterlich. Und doch geschah es hier in Amerika im Jahr 2020. So schrecklich dieser Fall auch ist, ich möchte der Generalstaatsanwaltschaft von Ohio und Gouverneur Dewine dafür danken, dass sie die Verantwortung in diesem schrecklichen Fall übernommen haben. Dieser Missbrauch sollte nie wieder passieren.“

Der 21-Jährige lebt nun in einem Pflegeheim. Seine Mutter wird die Auszahlung verwenden, um ihr Zuhause an eine rollstuhlgerechte Umgebung anzupassen, in der sie sich um ihren Sohn kümmern kann.