Dieses Bild von Milagros veröffentlichte ihre Tante auf Facebook.
Dieses Bild von Milagros veröffentlichte ihre Tante auf Facebook. Facebook/laly.luque.98

Fast 20 Millionen vor allem jüngere Leute in Deutschland sind inzwischen auf TikTok. Weltweit gehört die Videoplattform bereits zu den meistverbreiteten – und auch potenziell gefährlichsten. Immer wieder verbreiten sich über TikTok sogenannte Challenges, Mutproben, bei denen Personen schwer verletzt wurden oder sogar starben.

Einen besonders tragischen Fall wurde nun aus dem argentinischen Städtchen Capitan Bermudez bekannt. Milagros bedeutet Wunder, so heißt die Zwölfjährige, die bei einer Mutprobe zu Tode kam. Ihre Tante Laura will den Trauerfall nicht auf sich beruhen lassen und ruft nun mit einem eindringlichen Statement und einem Foto des süßen Mädchens Milagros dazu auf, diese Nachricht zu teilen:

„Mein Name ist Lali. Ich, die ich lebe, mache dies öffentlich. Dies ist meine Nichte Milagros, die heute ihr Leben verloren hat, weil sie an einer TikTok-Mutprobe teilgenommen hat.“

Auf TikTok übertragene Mutprobe sollte Milagros maximale Aufmerksamkeit einbringen

Zusammen mit Schulfreundinnen hatte sich Milagros in einem Livevideo-Call zu der sogenannten Challenge verabredet, der englische Begriff für eine Mutprobe. Die Livefunktion ist Nutzerinnen und Nutzern vorbehalten, die mehr als 1000 Followerinnen und Follower haben, das Netzwerk also massiv nutzen und deren Videos viele Menschen auf TikTok ansprechen.

Dieser Erfolg, so scheint es, hat das Mädchen dazu verleitet, sich der extremen Mutprobe anzuschließen: die sogenannte Blackout-Challenge. Jugendliche wollen dadurch Aufmerksamkeit erzeugen, dass sie sich vor den Augen ihrer Followerinnen und Follower selbst bis zur Bewusstlosigkeit strangulieren.

Rettungskräfte fanden Milagros leblos vor, ihr Hals in einer Schlinge

Genau das sahen ihre entsetzten Freundinnen live am Handy, verständigten laut lokalen Medien den Notruf und eilten selbst zu dem Haus. Dort fanden Rettungskräfte das Kind leblos vor, mit dem Hals in einer Schlinge. Jede Hilfe kam zu spät. Die Obduktion ergab als Todesursache Tod durch Erhängen.

Was sich aber genau abgespielt hat, was Milagros in den Tod getrieben hat, ist jetzt Gegenstand der Ermittlungen. Die Familie bestreitet, dass sie dies aus eigenem Antrieb gemacht habe, vielmehr sei sie zu der Tat angestiftet worden.