Ein Mann watet durch das flache Wasser am Strand des Seebads. Viele Ostseebäder machen derzeit mit Aushängen auf die Gefahr durch Vibrionen aufmerksam.  dpa

Nach einer Vibrionen-Infektion ist eine ältere Frau in einer Klinik in Ostholstein gestorben. Wie die Kreisverwaltung mitteilte, war die Frau vermutlich trotz einer offener Wunde und chronischer Vorerkrankungen baden gegangen. Dann sei sie am 27. Juli in der Klinik gestorben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Kiel war es in diesem Jahr der erste in Schleswig-Holstein gemeldete Infektionsfall.

Bei warmen Temperaturen gibt es in der Ostsee Vibrionen

Das Ministerium erinnerte an Vorsichtsmaßnahmen: Es sei grundsätzlich davon auszugehen, dass das Bakterium Vibrio vulnificus bei wärmeren Temperaturen in der Ostsee vorkommt.

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Vibrionen sind Bakterien, die natürlicherweise in Meeren und Seen vorkommen und sich insbesondere bei Wassertemperaturen über 20 Grad ausbreiten. Auch an der Küste in Mecklenburg-Vorpommern, wurde in diesem Sommer bereits eine Verbreitung der Bakterien im Wasser etwa bei Lubmin festgestellt und gewarnt. Viele weitere  Ostseebäder machen derzeit mit Aushängen auf die Gefahr durch Vibrionen aufmerksam. 

 Menschen am Strand des Seebads. In Ostholstein ist eine Infektion mit Vibrionen nun tödlich ausgegangen.  dpa

Nach einem jüngst veröffentlichten Vibrionen-Bericht in Mecklenburg-Vorpommern hat sich erstmals in diesem Jahr auch ein 80-jähriger Mann aus dem Bundesland nachweislich eine Infektion mit den Bakterien zugezogen. 

Gefährdet sind den Angaben zufolge Menschen mit chronischen Grundleiden oder einer Schwäche des Immunsystems sowie höheren Alters. „Wenn Badegäste zu diesen Risikogruppen gehören und Hautverletzungen haben, sollte ein Kontakt mit Meer- oder Brackwasser unterbleiben.“

In der Badesaison 2020 seien in Mecklenburg-Vorpommern acht Infektionen gemeldet worden, Sterbefälle hatte  es hier nicht gegeben. Seit 2003 seien es insgesamt 69 Infektionen gewesen, an denen neun Menschen - alle mit relevanten Vorerkrankungen - gestorben seien.

Besonders ältere Menschen mit einer offenen Wunde, die eine schwache Immunabwehr oder aufgrund von Vorerkrankungen wie Diabetes, Alkoholismus und Lebererkrankungen in ihrer Immunabwehr geschwächt sind, könnten gefährdet sein. Personen mit offenen oder schlecht heilenden Wunden sollten diese mit warmem Meerwasser in Kontakt bringen, hieß es.

Wie steckt man sich mit Vibrionen an 

Ansteckungen sind nicht nur über Wunden möglich, sondern auch beim Verzehr von rohen oder unzureichend gegarten Fischen, Krabben und anderen Meerestieren. Sollte sich jemand infizieren, kommt es laut dem Kieler Gesundheitsministerium „in mehr als der Hälfte der Fälle zu einem sehr ernsthaften Verlauf mit tief greifenden Haut- und Gewebezerstörungen.“ Diese wiederum können zu einer schweren Blutvergiftung führen, die lebensgefährlich sei.

Vibrionen können schwere Wundinfektionen auslösen, Symptome sind etwa starker lokaler Schmerz, Fieber und Schüttelfrost. Behandelt werden die Infektionen in der Regel mit Antibiotika.

Im Falle der in der Ostholstinischen Klinik Verstorbenen sagte Kreissprecher Thomas Jeck der Ostseezeitung: „Sie war vermutlich trotz offener Wunde und chronischer Vorerkrankungen baden gegangen. Wo ist nicht bekannt, sie war alleinreisend.“