Die Asiatische Hornisse, bekannt als Killer-Hornisse, breitet sich immer weiter aus. Foto: Imago/Nature Picture Library

Im Jahr 2004 wurde sie erstmals in Frankreich gefunden – und pro Jahr breitet sie sich um knapp 80 weitere Kilometer aus! Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Asiatische Hornisse in Deutschland auch flächendeckend vorkommt. Es gab sogar schon einige Funde der „Killer-Hornisse“, unter anderem in Hamburg. Nun könnte in England eine Invasion drohen, denn dort tauchen immer mehr Hornissen-Königinnen auf.

„Die Asiatische Hornisse wurde vermutlich mit asiatischen Importwaren eingeschleppt ", so NABU-Expertin Melanie von Orlow. Der Klimawandel spielt den Killer-Hornissen in die Karten: Weil die Winter milder werden, können sich auch solche exotischen Arten in Europa gut ausbreiten. In Frankreich versuche man inzwischen, die Hornisse mit Köder-Flaschen gezielt wieder einzufangen. „In Deutschland wäre ein solches Vorgehen nicht gestattet, da in den Flaschen auch unzählige heimische und bedrohte Insekten ums Leben kommen“, heißt es beim NABU.

Die Killer-Hornissen fangen Bienen und reißen ihnen den Kopf ab

Spannend ist vor allem die Frage, welche Auswirkung die Ausbreitung auf unsere heimische Insektenwelt hätte. Denn: Die Hornisse wird als „Killer-Hornisse“ bezeichnet, weil sie gezielt Bienen auflauert, um ihnen den Kopf abzureißen und sie zu fressen. Für Menschen ist die Hornisse aber weitgehend ungefährlich – zumindest greifen die Tiere nur dann an, wenn sie sich bedroht fühlen. Wer einem der Brummer begegnet, sollte also nicht um sich schlagen. „Die Tiere verhalten sich friedlich und defensiv, reagieren aber empfindlich bei Annäherungen unter zwei Metern an ihr Nest. Die Stiche sind nicht gefährlicher als die einheimischer Wespenarten“, sagt von Orlow.

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Spannend wird die Lage in England. Laut einem Bericht der Zeitung „Metro“ wurden auf der Insel Jersey (sie liegt südlich von England) in diesem Jahr schon 63 Hornissen-Königinnen gesichtet. „Wir sind auf dem besten Weg, die Zahlen von 2019 zu übertreffen“, sagt Forscher Alastair Christie, der die Ausbreitung der Tiere beobachtet. 69 Königinnen waren es damals. Man hoffe nun, dass man viele der Königinnen einfangen kann, damit nicht zu viele Nester entstehen. In dem Bericht heißt es außerdem, dass Menschen mit Allergien nach einem Stich unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten.