Die Asiatische Hornisse sieht gefährlich aus - und sticht, wenn sie sich bedroht fühlt. Foto: imago images/Cyril Ruosu

Sie wurde 2004 erstmals in Frankreich gefunden, breitet sich inzwischen auch hierzulande immer weiter aus: die Asiatische Hornisse. Sie ist bekannt als „Killer-Hornisse“, machte in der Vergangenheit vor allem in den USA Schlagzeilen – die „Vespa velutina“ lauert gezielt Bienen auf, um ihnen den Kopf abzureißen und sie zu fressen. Laut Naturschutzbund (NABU) besiedelt das Insekt bereits weite Teile Frankreichs, wurde auch in Belgien, Holland und Italien gefunden. Laut Untersuchungen breitet sie sich pro Jahr knapp 80 Kilometer weit aus.

Es war nur eine Frage der Zeit, dass das Insekt auch in Deutschland ankommen würde. Tatsächlich gelangen bereits mehrere Nachweise, unter anderem in Hamburg. Unklar ist hier, wie die Hornissen in die Hansestadt kamen. Allgemein gehen Experten davon aus, dass die Insekten vor Jahren importiert wurden. „Die Asiatische Hornisse wurde vermutlich mit asiatischen Importwaren eingeschleppt ", so NABU-Expertin Melanie von Orlow. Der Klimawandel spielt den Killer-Hornissen in die Karten: Weil die Winter milder werden, können sich auch solche exotischen Arten in Europa gut ausbreiten.

In Frankreich versuche man inzwischen, die Hornisse mit Köder-Flaschen gezielt wieder einzufangen. „In Deutschland wäre ein solches Vorgehen nicht gestattet, da in den Flaschen auch unzählige heimische und bedrohte Insekten ums Leben kommen“, heißt es beim NABU. Auch Experten können nur schwer einschätzen, welche Auswirkungen die Hornissen auf unsere heimische Insektenwelt haben werden. „Diese Einschleppung verdeutlicht einmal mehr die Gefahren, die ein weltweiter Warenverkehr für Ökosysteme haben kann“, kritisiert von Orlow. Zwar sei die Hornisse aller Voraussicht nach keine essentielle Bedrohung für die europäische Imkerei. „Die genauen Auswirkungen auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt sind jedoch noch nicht abzusehen.“

Die gute Nachricht: Laut Experten ist die Asiatische Hornisse nicht gefährlicher als andere Arten. „Die Tiere verhalten sich friedlich und defensiv, reagieren aber empfindlich bei Annäherungen unter zwei Metern an ihr Nest. Die Stiche sind nicht gefährlicher als die einheimischer Wespenarten“, sagt von Orlow.  Die Insekten greifen generell nur dann an, wenn sie sich bedroht fühlen. Wer einer Hornisse begegnet, sollte Ruhe bewahren – und auf keinen Fall um sich schlagen. (BK/FTH)